Monatsarchiv für Mai 2008

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Wundersame Welt der Waren (6)

Mittwoch, 28. Mai 2008

Noch vor dem Anpfiff des bevorstehenden Fußball-Höhepunkts am 7. Juni landet mein Lieblingsdiscounter Plus mit dem Toilettenpapier „Sammy Traumtor” einen spektakulären Volltreffer und zeigt damit erneut, dass er in der ersten Konsumliga ganz vorne mitwischt mitspielt.

Sammy Traumtor mit Fußball-Motiven und Rasenduft

Das seit vergangenem Montag im Rahmen einer zeitlich begrenzten Aktion erhältliche Hygienepapier (Abpfiff ist am kommenden Samstag) punktet mit „Fußball-Motiven und Rasenduft” und verweist damit selbst die Publikumslieblinge „Spagat” und „Happy End” souverän auf die hinteren Tabellenplätze.

Sammy Traumtor mit Schiedsrichter-Pfeife Fox 40 Classic

„Sammy Traumtor” im Anlauf, Schiedsrichter-Pfeife Fox 40 Classic Official (nicht Teil des Ensembles)

Wahrend die hellgrünen, skizzenhaften Balljongleure auf den drei weißen Lagen eher defensiv antreten, geht der Duft des frischen Grüns spielstark in die Offensive und schafft auch dort Fußballatmosphäre, wo es kein Publikum, dafür jedoch so manche Verlängerung gibt.

Eine Packung „Sammy Traumtor mit Fußball-Motiven und Rasenduft” enthält zehn Rollen mit jeweils 150 Blatt (entspricht gut 1,8 Elfmetern) und kommt für 1,99 Euro in den heimischen Spind. Auch wenn sich elf Akteure pro Packung zweifellos besser gemacht hätten, so steht mein EM-Sieger bereits jetzt fest: Es ist Plus mit „Sammy Traumtor”, der jeden Abstoß in ein sauberes Ereignis verwandelt.

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Basteln mit dem Lexikaliker (3)

Samstag, 24. Mai 2008

Wer kennt das nicht aus eigener Erfahrung: Bereits nach kurzer Tätigkeit am Schreibtisch liegen die benutzten Schreibgeräte wie Kraut und Rüben durcheinander. Dies mindert die Konzentration, drückt auf die Stimmung und sieht gar nicht gut aus.

Durcheinander auf dem Schreibtisch

Durcheinander auf dem Schreibtisch (Dixon Ticonderoga, Staedtler Mars-Revisor, Null-Fehler-Bleistift, Koh-I-Noor Hardtmuth Bürofarbstift, Eberhard Faber Landkartenstift, Lexikaliker-Bleistift)

Abhilfe schafft da ein attraktiver Stifthalter, der aus haushaltsüblichen, preiswerten Dingen schnell zusammengebaut ist und zukünftig für perfekte Ordnung auf dem Schreibtisch sorgt.

Neben einfachem Werkzeug benötigen wir:

  • 1 Stopfenventil (in nahezu jedem Haushalt vorhanden und meistens in der Küche oder im Bad zu finden).
Handwaschbecken mit Stopfenventil
  • 1 Schraube M4 oder M6, 65 mm lang, möglichst mit Senkkopf, sowie passende Sechskantmutter.
Schraube M6 und Mutter
  • 1 Schraubdeckel, idealerweise mit einem Durchmesser, der größer ist als der des Stopfenventils, damit der Stifthalter sicher steht. – Ich nehme hier den Deckel der äußerst schmackhaften Salz-Dill-Gurken von Hengstenberg.
Hengstenberg Salz-Dill-Gurken
  • 1 Metall- oder Kunststoffrohr, ca. 55 mm lang, mit einem Außendurchmesser von etwa 10 mm. – Besonders geeignet sind z. B. leere Filzschreiber (wie hier der STABILO Pen 68), da sie entbehrlich und leicht zu bearbeiten sind.
STABILO Pen 68
  • 1 Stück Filz in der Größe des Deckels. – Dieser Filz, auf dem die Stifte ruhen, schont die Spitzen und verhindert zudem ein seitliches Wegrutschen.
Filz

Der Zusammenbau, der weder besondere Kenntnisse noch Spezialwerkzeug erfordert, ist zwar etwas aufwändiger als beim USB-Nilpferd oder dem Wäscheklammer-Bleistift, aber trotzdem recht schnell bewerkstelligt.

So wird's gemacht:

  1. Stopfenventil aus Waschbecken, Badewanne oder Brausetasse lösen und gründlich reinigen.
  2. Deckel von Etikett usw. befreien.
  3. Rohr auf die gewünschte Länge bringen.
  4. In der Mitte des Deckels ein Loch für die Schraube bohren.
  5. Filz zuschneiden, auf den Deckel kleben und über dem Loch durchstechen.
  6. Schraube durch Stopfenventil, Rohr und mit Filz beklebtem Deckel stecken.
    Wichtig: Schraube und Mutter dürfen nicht über den Rand des Deckels hinausschauen; ggf. längeres Rohr verwenden oder Schraube kürzen.
  7. Mutter aufdrehen und fest anziehen.

Fertig!

Der fertige Stifthalter

Der fertige Stifthalter

Wer mag, lackiert Stopfenventil, Rohr und Deckel vor der Montage.

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Keingang

Mittwoch, 14. Mai 2008

Tür in Bickenbach/Bergstraße

Spitzer spitzen

Dienstag, 13. Mai 2008

Als mir vor recht langer Zeit in alten US-amerikanischen Spielfilmen Bleistifte aufgefallen sind, die spitzer angespitzt waren als unsere einheimischen, habe ich mich nach dem dafür notwendigen Utensil umgesehen. Dies war jedoch kein ganz leichtes Unterfangen, denn als Reaktion auf meinen Wunsch „Ich hätte gerne einen Spitzer, der spitzer spitzt als andere Spitzer” hatte ich Fragen wie „Möchten sie ein Glas Wasser?” oder „Soll ich einen Arzt rufen?” befürchtet, aber glücklicherweise blieb mir derartiges erspart.

Bei meiner Suche habe ich mich auch direkt an KUM gewandt, einen in Franken ansässigen Hersteller, der im nächsten Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert. Dort hatte man ein offenes Ohr für mich, und kaum hatte ich mein Anliegen nebst einer eingescannten Skizze per E-Mail vorgebracht, wurde mir auch schon geholfen. So zählen nun schon seit einigen Jahren die Lang-Konus-Spitzer von KUM zu meinen Favoriten, ganz besonders das Modell 400 aus einer Magnesiumlegierung. Letzteres möchte ich hier kurz vorstellen.

Lang-Konus-Spitzer 202 und 400 von KUM

Lang-Konus-Spitzer von KUM
Links: Modell 202 („Stenograph”), 1998; rechts: Modell 400 („Metal Stenograph”), 2007

Der in Deutschland hergestellte und mit 9 g vergleichsweise leichte Metall-Spitzer, der sich durch seine sog. „Bettstattform” sehr gut halten lässt, misst 41 × 15 × 17 mm und ist für Bleistifte mit einem Standard-Durchmesser von 8 mm ausgelegt. Sein auffälligstes Merkmal ist die große Klinge aus gehärtetem Stahl, die fast 20% länger ist als z. B. die des klassisch-keilförmigen und ebenso hochwertigen M+R 0600 aus Messing (das muss sie auch sein, ist doch die Schnittfläche bei einem kleineren Winkel in der Spitze größer).

KUM Long Point 400 (links) und M+R 0600 (rechts)

KUM Long Point 400 (links) und M+R 0600 (rechts)

Die Unterschiede der resultierenden Spitzenformen sind deutlich sichtbar. – Zur Ehren­rettung des M+R 0600 muss ich an dieser Stelle sagen, dass die Klinge meines Stücks nicht mehr ganz scharf ist und die Schnittfläche daher rauher ausfiel; ein neues Exemplar spitzt selbstverständlich besser.

Spitzergebnis des M+R 0600 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Spitzergebnis des M+R 0600 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Der KUM 400 sorgt für eine 23 mm lange Spitze (M+R 0600: 17 mm), wobei etwa 5 mm der Graphitkerns freigelegt werden (M+R 0600: 3 mm). Daher unterscheidet sich auch der Spitzabfall: Während die Dicken der Abfälle nahezu gleich sind, nimmt der Land-Konus-Spitzer aufgrund der größeren Schnittfläche mehr Holz weg.

Spitzabfälle des KUM Long Point 400 (links) und des M+R 0600 (rechts) vom Tombow Mono J

Spitzabfälle des KUM Long Point 400 (links) und des M+R 0600 (rechts) vom Tombow Mono J

Eine Spitze mit vergleichbarer Geometrie formt die Elektro-Spitzmaschine Dahle 230, doch da diese mit einem Fräser arbeitet, ist die Holzfläche etwas glatter und der Übergang vom Holz zur Mine sauberer.

Spitzergebnis des Dahle 230 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Spitzergebnis des Dahle 230 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Der KUM Long Point 400 aus Magnesium kostet etwa einen Euro und ist für Bleistifte der Handspitzer meiner Wahl. – Ein Dreierpack Ersatzklingen wird für gut zwei Euro angeboten.

KUM Long Point 202, ursprüngliches Modell (Herstellungsjahr unbekannt)

KUM Long Point 202, ursprüngliches Modell (Herstellungsjahr unbekannt)

Obiges Bild zeigt das (soweit ich informiert bin) ursprüngliche Modell des KUM Long Point 202. Ich habe ihn um 1998 herum bekommen, vermute jedoch, dass er deutlich älter ist. Kann meine geschätzte Leserschaft etwas zum Alter dieses Exemplars sagen?

Nachtrag vom 30.6.08: Wer nicht immer, sondern nur manchmal spitzer spitzen möchte, findet in diesem speziellen Spitzer vielleicht eine Alternative zum KUM Long Point.

Nachtrag vom 22.2.14: Der 400-5L, wie der Magnesiumspitzer korrekt heißt, wurde überarbeitet.

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Dienstagsding

Dienstag, 6. Mai 2008

Dienstagsding

Was ist hier im Ausschnitt zu sehen? Wer als erster einen Kommentar mit der richtigen Lösung und einer funktionierenden E-Mail-Adresse hinterlässt, bekommt einen grünen Lexikaliker-Bleistift frei Haus. – Selbstverständlich gebe ich keine E-Mail-Adressen weiter (siehe dazu auch „Häufig gestellte Fragen”).

STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Montag, 5. Mai 2008

Aus einer vergangenen Zeit, lange bevor Buntstifte mit mehr als einer Farbe zur Domäne der Kinder wurden, stammt der „MARS-REVISOR 2914″, den STAEDTLER von 1950 bis 1960 hergestellt hat.

STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Neben der Modellnummer, dem Namen des Herstellers J. S. (Johann Sebastian) Staedtler, der Bezeichnung und dem Herkunftsland zeigt der Stift zwei Zeichen. Das eine davon ist der Viertelmond, das (meines Wissens nach) älteste Markenzeichen von STAEDTLER. Er wurde 1887 beim Nürnberger Amtsgericht angemeldet und 1963 vom Marskopf abgelöst1. Die Herkunft des Viertelmondes ist unklar, doch es könnte eine Verbindung zum Export in den Orient bestehen.

STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Viertelmond auf dem STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Im anderen Zeichen, das gleich zweimal vorkommt, finden sich zwei Mondsicheln und das astronomische Symbol für den Planeten Mars; es stellt vereinfacht Schild und Speer dar.

Mars-Symbol auf dem STAEDTLER MARS-REVISOR 2914 Astronomisches Symbol für den Planeten Mars

Mit einer Länge von gut 17 cm und einem Durchmesser von knapp 8 mm hat der runde Stift Standardmaße, doch in seinem Inneren verbirgt sich etwas Besonderes. Die aus zwei Farben zusammengesetzte und etwa 4 mm dicke Mine des Stifts, dessen Lackierung mit den Minenfarben korrespondiert, schreibt unregelmäßig wechselnd rot, grün und (gemischt) orange. Der Katalog von 1952 preist den MARS-REVISOR 2914 wie folgt an:

Rund, normales Modell mit mehrfarbiger Mine, rot-grün oder rot-schwarz gestreift. Schreibt gleichzeitig rot, grün und orange und gibt dadurch der Unterschrift eine persönliche Note. Der Originalstrich ist sehr schwer nachzuahmen.

Spitze des STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Endkappe des STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Ebenso wie der Landkartenstift hat auch der MARS-REVISOR die Jahrzehnte bestens überstanden – er ist gerade, man kann ihn sauber spitzen und die Mine bricht nicht ab. Wie schon die Katalogbeschreibung vermuten lässt, ist der Strich dieses Stiftes nicht restlos ausradierbar.

STAEDTLER MARS-REVISOR 2914 mit dem Spitzer Möbius+Ruppert 0600

STAEDTLER MARS-REVISOR 2914 mit dem Pilot Foam Eraser

Der erste Stift mit dem Namen „REVISOR” hatte die Nummer 2915 und wurde von Juni 1931 bis Juni 1941 produziert. Nachfolger des gezeigten war der Stift 108 14, der 1961 bis Mitte der 70er Jahre im Programm war und dann von Stiften mit dokumentenechter Mine abgelöst wurde.

  1. 1908 erschien der erste Kopf mit Helm. 1912 folgte ein römischer Kriegerkopf und 1925 ein weiterer, der fast wie eine Kombination aus den ersten beiden wirkte. Dieser erfuhr 1952 die erste, 1958 die zweite und 1963 die dritte Überarbeitung; letztere Variante wurde dann auch aktiv als Markenzeichen beworben. 1973 und 2001 gab es erneute Bearbeitungen.

Original und Kopie (3)

Sonntag, 4. Mai 2008

Elefant

Elefant (Urheber: Eugenia & Julian,
lizensiert unter cc-by-sa-2.0)

Sonnenschirm-Feststeller in Rüsselsheim-Bauschheim

Sonnenschirm-Feststeller

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Selbsterklärend

Samstag, 3. Mai 2008

Nicht ganz selbsterklärendes Bedienelement eines Präsentationsdisplays

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