Monatsarchiv für Juni 2008

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Speziell spitzen

Montag, 30. Juni 2008

Selbst spitzer Spitzende möchten es hin und wieder etwas weniger spitz, so z. B. bei bruchgefährdeten Farb- oder sehr weichen Bleistiften, deren empfindlichere Minen einen stumpfen Spitzkonus mit deutlich höherer Druckstabilität belohnen. Dieses nachvollziehbare Bedürfnis aus der täglichen Praxis, manchmal nicht ganz so spitz zu spitzen, erfüllt der Fünf­fach-Behälterspitzer T'GAAL des japanischen Herstellers Kutsuwa auf besondere Weise.

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T'GAAL

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T'GAAL

Dieser spezielle Spitzer für Stifte mit einem Standarddurchmesser von 8 Millimetern bietet die Möglichkeit, den Anstellwinkel der Klinge und damit den Winkel des Spitzkonus in fünf Stufen zu variieren. Dazu drückt der erste auf der Rückseite des Einstellrades angebrachte Exzenter auf die federnd gelagerte Klinge; ein zweiter verschließt in der sechsten Position („Close”) die Öffnung für den Stift.

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T'GAAL

Hier gut zu sehen: Die beiden Exzenter auf der Rückseite des Einstellrades und die Lagerung der Klinge

Wirkt der 25 Gramm leichte und 65 × 50 × 28 Millimeter große Spitzer aufgrund seiner Ausführung aus Kunststoff zunächst etwas billig, so überrascht er beim Gebrauch: Die sehr scharfe Klinge schneidet Holz und Mine des im Test verwendeten STAEDTLER Mars Lumograph 100 B sauber, und das Einstellrad bleibt in der gewählten Position. – Woher jedoch die leichten Eindrehungen an den Spitzen bei den Stufen 3 bis 5 kommen, konnte ich leider nicht herausfinden.

Die fünf Spitzkonen des Kutsuwa T'GAAL

Die fünf Spitzkonen des Kutsuwa T'GAAL (links: 1, rechts: 5; Rasterweite: 5 mm)

Wie der Vergleich zeigt, unterscheiden sich die Konen des T’GAAL bei Stufe 5 und des KUM Long Point deutlich – was die Länge des Konus angeht, so hat letzterer die Nase Spitze immer noch ganz vorne, dicht gefolgt vom Elektrospitzer Dahle 0230.

Die Spitzkonen im Vergleich (von links): Kutsuwa T’GAAL (Stufe 5), KUM Long Point, Dahle 0230

Die Spitzkonen im Vergleich (von links): Kutsuwa T'GAAL (Stufe 5), KUM Long Point, Dahle 0230

Der Verschluss schließt die Öffnung für den Stift recht gut, auch wenn er trotzdem noch ein wenig Graphitstaub ausdringen lässt. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn der Deckel des Behälters etwas fester säße und die Gefahr des versehentlichen Entleerens dadurch geringer wäre.

Die Verpackung des Kutsuwa T'GAAL (Vorderseite)    Die Verpackung des Kutsuwa T'GAAL (Rückseite)

Verpackung des Kutsuwa T'GAAL (zum Vergrößern anklicken)

Zur Haltbarkeit dieses Spitzers kann ich noch nichts sagen, da ich ihn erst seit ein paar Tagen habe; ich hoffe jedoch, dass die Klinge recht lange scharf bleibt, da ich bis jetzt keinen Anbieter für Ersatzklingen kenne. Trotz der kleinen Schwächen halte ich den T'GAAL für sehr empfehlenswert, weiß ich doch von keinem anderen Spitzer mit dieser ungewöhnlichen und praktischen Funktion. – Der T'GAAL ist bei Bundoki in grau, blau und rosa für 525 Yen (knapp 3,20 Euro) erhältlich.

Vielen Dank an isu von the uncomfortable chair für den Kutsuwa T'GAAL!

Nachtrag: Bundoki bietet einen exzellenten Service und verschickt weltweit; der Be­stellvorgang ist hier beschrieben.

Fünf freche Freitags-Fehlerfresser

Freitag, 27. Juni 2008

Fünf freche Freitags-Fehlerfresser

Raumaufteilung

Donnerstag, 26. Juni 2008

Rüsselsheim, Darmstädter Straße, 25. Juni 2008, 22.12 Uhr

Rüsselsheim, Darmstädter Straße, 25. Juni 2008, 22.12 Uhr (HDR-Aufnahme)

Sparautomat für Butterbrotpapier

Montag, 23. Juni 2008

Mit einem Automaten der nicht alltäglichen, nämlich der sparenden Art überraschte mich vor wenigen Tagen mein vielseitiger und ungewöhnlichen Dingen gegenüber sehr aufgeschlossener Kollege D. Während er den „Sparautomat für Butterbrotpapier” zur prak­tischen Aufbewahrung seiner Mal- und Zeichengeräte nutzt, offerierte ihn (den Spar­automaten, nicht den Kollegen) der Hersteller Melitta vor mehr als 30 Jahren für die sichere und kontrollierte Teilung jenes Papiers, das die schmackhaften Stärkungen für unterwegs schützt.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier (geschlossen)

Butterbrotpapier, Folie und anderes gerolltes Verpackungsmaterial für den Haushalt kam zur damaligen Zeit meist ohne integrierte Abreißhilfe in den Handel, so dass der Ver­braucher entweder zur Schere greifen oder die benötigten Stücke z. B. an einer Tisch­kante abtrennen musste. Misslang letzteres – riss also das Material schräg ein oder trennte man gar zuviel ab –, ging etwas verloren. Hier setzte der Sparautomat an; wir wollen nun schauen, ob er hält, was sein Name verspricht.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier (geöffnet)

Der rollenförmige, in den für den Hersteller auch heute noch typischen Farben Rot und Grün gehaltene Sparautomat besteht aus einem harten, splitteranfälligen Kunststoff mit einer Stärke von etwas über 2,5 Millimetern an den dicksten Stellen. Er ist 26 Zentimeter lang, hat einen Durchmesser von knapp 7 Zentimetern und wiegt gut 100 Gramm; zwei Rastungen halten Ober- und Unterseite zusammen. Die heute üblichen und zuweilen inflationär eingesetzten Kennzeichnungen für Materialart, Entsorgung, Lebensmitteltaug­lichkeit usw. fehlen beim Sparautomaten völlig, und so ist die fast über die ganze Länge gehende Bezeichnung neben dem Namenszug des Herstellers die einzige Aufschrift des Automaten.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier (Detail)

Bei der Suche nach dem für den Test notwendigen Butterbrotpapier war ich überrascht darüber, dass einige Hersteller dieses auch heute noch in einer lediglich mit einer Banderole verpacken Rolle anbieten – der Sparautomat hätte also nach wie vor seine Berechtigung.

Zum Test des Sparautomaten habe ich mich für das Butterbrotpapier aus der Reihe „Fresh-Line” (Art.-Nr. 14305) des hauptsächlich durch Einweg-Geschirr bekannten Her­stellers Pap*Star entschieden. Der Pergament-Ersatz mit einer Materialstärke von 40g/m2 misst 18 m × 25 cm, ist fettdicht und (für mich eigentlich unnötig) chlorfrei gebleicht. Die fast übereinstimmenden Maße von altem Sparautomat und neuer Rolle lassen auf einen Standard schließen.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier mit Butterbrotpapier „Fresh-Line” von Pap*Star

Das Befüllen des Sparautomaten mit dem Butterbrotpapier ging erwartungsgemäß pro­blemlos, und gleich beim Schließen fiel mir ein weiteres Leistungsmerkmal sehr positiv auf: Drückt man beide Hälften des Sparautomaten zusammen, wird das Papier eingeklemmt, so dass es beim Abreißen nicht weiter herausrutscht.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier mit eingelegter Butterbrotpapier-Rolle

Nun konnte es losgehen, doch gleich der erste Test missglückte, da ich das Papier zu behutsam abriss:

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier (missglückter Abriss)

Zum Greifen des Endes musste ich den Automaten leicht öffnen, was zwar etwas lästig, aber wohl nicht zu vermeiden ist, wird doch das Butterbrotpapier direkt an der Kante abgerissen und schaut dann nicht mehr heraus. Bei den nächsten Versuchen konnte der Sparautomat seine Stärken zeigen: Riss ich das Papier mit etwas Schwung und mehr in Richtung des Oberteils ab, lieferte er sauber getrennte Abschnitte jeder Größe.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier (geglückter Abriss)

Ich bezweifle, dass sich die Ausgabe für den Sparautomaten (dessen damaligen Preis ich leider nicht kenne) allein im Hinblick auf den Verlust durch ungünstig abgerissenes Papier lohnte, zumal auch er nicht verhindern konnte, dass man aufgrund unzulänglichen Augen­maßes ein zu großes Stück abtrenn. Doch da er Handhabung und Aufbewahrung des Butterbrotpapiers erheblich vereinfachte, hätte ich die Anschaffung dieses pfiffigen Küchenhelfers uneingeschränkt empfohlen.

Ich danke meinem Kollegen D. für die freundliche Leihgabe des Sparautomaten.

Sonntag

Sonntag, 22. Juni 2008

Sonntag

Russische Kapelle auf der Mathildenhöhe in Darmstadt (HDR-Aufnahme)

Eberhard Faber Landkartenstift (2)

Samstag, 21. Juni 2008

Eberhard Faber Landkartenstifte

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Noch bevor ich näheren Informationen zu dem hier kürzlich gezeigten Landkartenstift des Herstellers Eberhard Faber finden konnte, hatte ich (sensibilisiert durch diesen Hinweis) das Glück, eine mit „No. 541″ gekennzeichnete farbige Variante dieses ungewöhnlichen Stifts aus der Elektrobucht fischen zu können.

Eberhard Faber Landkartenstifte

Die flache Blechschachtel, deren Deckel außen und innen beklebt ist, enthält sechs runde Stifte, die 17,5 cm lang sind (bzw. waren), einen Durchmesser von 7,5 mm haben und über 4 mm dicke Minen verfügen. Bis auf einen, der leicht gekrümmt ist, sind alle gut erhalten. Während zwei nahezu unbenutzt wirken, wurden die anderen vier vermutlich mit einem Messer gespitzt. Bemerkenswert ist, dass der in diesem Set enthaltene schwarze Stift die gleiche Nummer trägt wie der vor kurzem besprochene (nämlich 541/29), im Gegensatz zu diesem jedoch lackiert ist. Die Minen dieser beiden schwarzen Stifte ist zu­dem etwas wachsiger als die der anderen.

Eberhard Faber Landkartenstifte

Eberhard Faber Landkartenstifte

Die Stifte schreiben bis auf den schwarzen recht rauh und haben einen vergleichsweise starken Abrieb, sind aber, wie es auf der Schachtel heißt, radierbar (auch wenn dies nur in Grenzen und nicht für alle Farben in gleichem Maße gilt). Die Abwaschbarkeit konnte ich nicht bestätigen; ich vermute, dass diese einen besonderen Zeichen-Untergrund voraus­setzt oder sich auf die Haut bezieht.

Eberhard Faber Landkartenstifte

Radierbarkeit der Landkartenstifte (oben: STAEDTLER Mars plastic, unten: Pilot Foam Eraser)

Gerne hätte ich hier das eine oder andere historische Detail genannt und so etwas Licht in das Dunkel um den Landkartenstift gebracht, doch leider war meine Suche bis jetzt nicht von Erfolg gekrönt. Das Deutsche Historische Museum in Berlin, das diese Stifte in der Rubrik „Alltagskultur” führt, datiert sie auf 1933 bis 1945, macht aber keine Angaben zum ursprünglichen Verwendungszweck (auf meine Anfrage habe ich bis heute keine Antwort erhalten). So musste ich mich hier auf die reine Darstellung beschränken und hoffe nun auf einen nützlichen Hinweis von meiner geschätzten Leserschaft.

Eberhard Faber Landkartenstifte

Bei der topografischen Karte im Hintergrund handelt es sich um das Blatt Lauterbach, be­arbeitet durch das hessische Katasteramt 1909.

Let's talk about pencils

Donnerstag, 19. Juni 2008

Leadholder

Den meisten Liebhabern mechanischer Bleistifte dürfte Dennis B. Smith ein Begriff sein, ist doch sein äußerst attraktives Online-Museum Leadholder mit unzähligen Fotos und Scans eine der reichhaltigsten Quellen zu Kultur und Geschichte besonders der Fallminen-, aber auch der Druckbleistifte.

Leadholder Forum

Seit einiger Zeit bietet er nun mit dem Leadholder Forum allen englischsprechenden Gleich­gesinnten unter dem Motto „Let's talk about pencils” eine vielseitige Plattform zum Gedanken- und Informationsaustausch. Ob die Präsentation der eigenen Schätze, der Hilferuf bei Reparaturen oder die Suche nach einem raren Stück – bereits jetzt findet man im Forum ein zwar noch kleines, aber sehr aufgeschlossenes Publikum. Ich hoffe, dass sich dort in Kürze zahlreiche Interessierte, Liebhaber und Fachkundige einfinden und sich das Forum rasch zu einer weiteren belebten Anlaufstelle für Dinge rund um den Graphit entwickelt.

Dave's Mechanical Pencils

Wenn es um Bleistifte geht, dürfen zwei Weblogs von ganz außerordentlicher Qualität und sehr hoher Aktivität keinesfalls unerwähnt bleiben, und zwar Dave's Mechanical Pencils und pencil talk: In erstem stehen mechanische Bleistifte im Vordergrund und im zweiten ihre hölzernen Pendants.

pencil talk

In diesen Weblogs, die beide seit mehreren Jahren sorgsam gepflegt werden, findet über die Kommentare und Gästebücher ein sehr lebendiger Austausch statt, und nicht nur aus diesem Grund gehören auch sie zu den ersten Adressen, die häufig zu besuchen sich für alle des Englischen mächtigen Bleistift-Interessierten sehr lohnt.

Lexikalikers ludditische Launen (1)

Mittwoch, 18. Juni 2008

Lexikalikers ludditische Launen (1)

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