Monatsarchiv für März 2009

 Ältere Beiträge

Warum der Bleistift?

Dienstag, 31. März 2009

Warum der Bleistift?

Writing is a form of magic that connects our brains and hands in a way that typing cannot equal. When we type, at least part of our brain is unconsciously distracted by the mechanics of the action. „Where­s the backspace key?” „How do I get an umlaut?” „How do I magnify the page view?” Using the combination of hardware and software disrupts the flow of thoughts in a way that a pencil doesn­t. It may need sharpened once in a while, but we can rotate it to obtain the best point without giving it a thought.

Ein liebenswertes Plädoyer für den Bleistift: „Why the pencil?”.

Markiges Marketing (2)

Montag, 30. März 2009

Reklamemarke von Johann Faber

Ebenso wie LYRA haben noch andere Schreibgeräte-Hersteller mit Reklamemarken für sich geworben, darunter auch Johann Faber aus Nürnberg, dessen „ACME”-Bleistiftspitzer hier auf 54 × 54 mm grafisch durchaus reizvoll angepriesen wird. – Die erste Variante dieses aus drei Teilen (Korpus, zweiseitig geschliffenes Messer und Rändelschraube) bestehenden Spitzers kam laut Leonhard Dingwerths „Kleiner Anspitzer-Fibel” um 1905 auf den Markt; der Gebrauch des englisches Wortes „acme” auf dem deutschen Markt der damaligen Zeit überrascht mich jedoch.

 vorherige | nächste 

Stille Beobachter (20)

Samstag, 28. März 2009

Tür eines Geschirrspülautomaten

Dieser stille, aus dem Norden Europas eingereiste Beobachter hat eine große Klappe, die er jedoch stets zugunsten seines näheren Umfelds schwingt – mutig nimmt er es mit großen Mengen schmutzigen Geschirrs auf und sorgt auf der Stelle für saubere Verhältnisse.

 vorheriger | nächster 

Lückenfüller

Freitag, 27. März 2009

Ab und zu denke ich nach (ja, am Anfang hat mich das auch überrascht, aber inzwischen konnte ich mich daran gewöhnen). So habe ich heute früh mal wieder besonders gründlich nachgedacht und mich gefragt: Gibt es ein Wort für die Wörter, die es nicht gibt?

Meines Wissens gibt es keinen Imperativ von „wollen” (wozu auch). Die Formulierung „du musst jetzt wollen” zeigt den fragwürdigen Sinn dieses Wortes, das man jedoch zweifellos so erschaffen könnte, dass es formalen Ansprüchen genügt und im Wörterbuch nicht auffällt. Wer noch mehr nachdenkt als ich, findet sicher schnell weitere, nicht existierende Wörter, die ähnliche Eigenschaften aufweisen und für die ich einen Oberbegriff suche. – Soweit ich weiß, handelt es sich hier nicht um die sog. „lexikalische Lücke”1, denn im genannten Beispiel fehlt ja nicht die Umschreibung eines Konzepts, sondern lediglich ein Modus eines Verbs (aber da lasse ich mich gerne von linguistisch Kundigen aufschlauen).

Sollte es allerdings für die Wörter, die es nicht gibt, kein Wort geben, so wäre das wohl eine Rekursion und damit weitaus kniffliger als mir lieb ist.

Wer hat einen passenden Sammelbegriff parat?

  1. Nicht zu verwechseln mit des Lexikalikers (Zahn-)Lücke.

Memorandum

Mittwoch, 18. März 2009

Zwei recht dünne, kurze Bleistifte mit ungewöhnlicher und heute nicht mehr üblicher Metallkappe: Der „MEMORANDUM” von J.J. Rehbach sowie der „J.D.F.” GRANTHA DIARY.

Memorandum

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Die in Deutschland hergestellten Stifte sind knapp 5,5 mm dick und haben eine etwa 2,5 mm starke Mine. Sie sind 9,5 bzw. 13 cm lang, und da sie so aussehen, als wären sie nach der Herstellung noch nie gespitzt worden, kamen sie offenbar auch so kurz in den Handel.

Memorandum

Ihr auffälligstes Merkmal ist jedoch die vergleichsweise lange, aufgepresste Metallkappe, die beide Stifte ziert und eine scheibenförmige Verdickung aufweist. Letztere ist 1 mm bzw. 0,5 mm dick und hat einen Durchmesser von etwa 9 mm.

Memorandum

Laut Georg Büttners Bleistiftseiten wurde das zuvor als „Schlüssel-Bleistiftfabrik” bekannte im Regensburg ansässige Unternehmen (daher das auch hier noch genutzte Logo mit den gekreuzten Schlüsseln) 1934 durch Pensel & Sohn übernommen und unter dem Namen „J.J. Rehbach” weitergeführt; wenige Jahre nach einer weiteren Übernahme Mitte der 1970er Jahre durch Haubold stellte man die Bleistiftproduktion ein. Das Alter des „Memorandum” schätze ich auf 60 bis 70 Jahre.

Memorandum

Zum vielleicht ebenso alten „GRANTHA DIARY” kann ich leider gar nichts sagen; auch ist mir das Kürzel „J.D.F.” fremd. Der Wikipedia-Eintrag zur sog. „Grantha-Schrift” gibt für das Sanskrit-Wort „grantha” die Übersetzungen „Buch” sowie „Manuskript” an, was gewollt sein und angesichts des Zusatzes „DIARY” einen Hinweis auf die Verwendung dieses Stifts geben könnte.

Memorandum

Der „GRANTHA DIARY” schreibt sehr hart und lässt sich nicht so gut radieren, während der „MEMORANDUM” einem Bleistift der Härte HB nahekommt. – Ich vermute, dass diese Stifte für den Gebrauch mit einem Notiz- oder Tagebuch gedacht waren und die besondere Form der Metallkappe ein Herausrutschen aus einer am Buch angebrachten Schlaufe oder Lasche verhindern sollte.

Nachtrag vom 28.3.09: Ein Kenner der Materie teilte mir gestern mit, dass es sich bei diesen Stiften um Taschenbleistifte und bei den Metallteilen um sog. Tellerkapseln handelt. Diese Taschenbleistifte waren für den Gebrauch mit und den Transport im Rücken von Kalendern und Notizbüchern vorgesehen (daher auch ihre geringe Länge); die Tellerkapsel verhinderte dabei das Durchrutschen des eingesteckten Stiftes. Das Kürzel „J.D.F.” könnte für den Hersteller stehen, der diesen Bleistift zusammen mit seinen Produkten angeboten hat. – Vielen Dank an G. B. für diese interessante Information!

Wem die Stunde schlägt

Dienstag, 17. März 2009

Bemerkenswerte Kombination in Mainz-Kastel

Bemerkenswerte Kombination in Mainz-Kastel

Showtime: So verstau ich meine Bücher

Sonntag, 15. März 2009

Das Weblog „Read It!” ruft zur Blog-Parade auf, und dieser schließe ich mich gerne an. Auch wenn selbst wohlwollende Zeitgenossen die derzeitige Organisation meines Bestands noch nicht einmal als „suboptimal” bezeichnen würden: Vom exhibitionistischen Treiben Präsentieren eines Teils meiner Bücher und deren Arrangement hält mich dies nicht ab – los geht's!

Zwei gut gefüllte BILLY-Regale aus der Froschperspektive

Zwei gut gefüllte BILLY-Regale aus der Froschperspektive

Vom Möbelklassiker IVAR dem Schrecklichen habe ich mich zum Glück bereits vor geraumer Zeit befreit und so muss BILLY, ein anderer Regal-Recke, bei mir schwer tragen; er ist aber nicht allein und trägt nicht nur äußerst zuverlässig, sondern es auch mit Fassung. – Das ausgeklügelte Ordnungsprinzip orientiert sich zurzeit hauptsächlich an der Reihenfolge der Anschaffung sowie an den Stabilitätskriterien für Büchertürme (die beiden im Bild sind nicht die einzigen). Lexika, Nachschlage- und andere zu diesem Zweck genutzte Druckwerke klumpen dabei in der Nähe bevorzugter Sitzgelegenheiten.

Ein unsichtbares Bücherregal der Marke Eigenbau

Ein unsichtbares Bücherregal der Marke Eigenbau

Als bekennender Bastler hat mir die Idee des unsichtbaren Bücherregals sehr gut gefallen, so dass auch bei mir ein solches seinen sichtbaren Dienst verrichtet. Unsichtbar ist hier zudem der niedrige Preis: Tragendes Element ist ein kleiner Winkel aus dem Baumarkt für einen Euro, der in einem fast ebenso günstigen Buch* aus dem Antiquariat klebt – eine echte Alternative zur kommerziellen Variante, die mit knapp 20 Euro zu Buche schlägt und sich obendrein nach unten hin durch ein kleines Blechstück als doch nicht ganz unsichtbar verrät.

* Edward Tenner: Our Own Devices. The Past and Future of Body Technology (Alfred A. Knopf 2003); auch in einer überarbeiteten Taschenbuchausgabe erhältlich (Our Own Devices: How Technology Remakes Humanity; Vintage 2004). – Das bekannteste Buch dieses sehr kundigen Autors dürfte wohl „Die Tücken der Technik” (1997) sein.

Alligator

Mittwoch, 11. März 2009

Viel zu schön, um nicht detailliert gezeigt zu werden: Das kleine Krokodil auf dem runden, schwarz lackierten Bleistift “ALLIGATOR” № 2 von Johann Faber. (NB: Georg Büttners Blei­stiftseiten zufolge ging Johann Faber, der sein Unternehmen 1876 gründete, im Jahr 1932 eine Zusammenarbeit mit A.W. Faber-Castell ein und wurde zehn Jahre später von diesem übernommen.)

Alligator

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Leider weiß ich überhaupt nichts über die Geschichte dieses wohl sehr alten Bleistifts, aber laut Bob Truby’s Brand Name Pencils muss es zumindest noch einen Kopierstift dieses Namens, jedoch ohne Grafik gegeben haben. – Neben dem Schwan auf den Stiften von STABILO, der bereits 1875 als Markenzeichen eingeführt wurde, gibt es heute noch die Libelle bei Tombow. Darüber hinaus kenne ich nur einen weiteren Bleistift mit Tier, nämlich den „Kiddi Black Elefant” von STAEDTLER, doch dieser ist seit geraumer Zeit nicht mehr erhältlich.

Alligator

Da das Krokodil in der westlichen Kulturgeschichte eine eher untergeordnete Rolle spielt, vermute ich, dass es hier lediglich der Dekoration dient, doch diese Aufgabe erfüllt es in meinen Augen auf eine sehr nette und attraktive Weise.

 1 2 Nächste

Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK