Monatsarchiv für April 2009

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Granate

Donnerstag, 30. April 2009

Hier oft zu sehen, noch öfter im Einsatz und nicht nur als Design-Klassiker heute mal auf dem roten Teppich: Der als die „Granate” bekannte Handspitzer des fränkischen Herstellers Möbius+Ruppert.

Granate

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Gefertigt aus massivem Messing, knapp 23 g schwer, 25 mm lang und 15 mm dick bringt dieser hochwertige Handspitzer Bleistifte mit einem Durchmesser von bis zu 8 mm sauber und zuverlässig in Form, wobei das gut 0,5 mm starke und fast 24 mm lange Messer aus gehärtetem Stahl nur soviel Material abträgt wie nötig; sein gerändeltes Äußeres bietet dabei eine sichere Handhabung.

Granate

Zur Geschichte der „Granate” informiert die „Kleine Anspitzer-Fibel” von Leonhard Ding­werth: Bereits am 14. April 1847 erhielt der Franzose de Thierry sein Patent auf diesen Spitzer, der seitdem nahezu unverändert produziert wird. Neben der Variante für Bleistifte gab es noch eine mit größerer Stiftaufnahme für dickere Farbstifte sowie eine Ausführung mit Holzgriff, der das Verschmutzen der Finger verhindern sollte.

Dieser ansprechende, qualitätsvolle und sehr nützliche Gebrauchsgegenstand kommt unter der Artikel-Nummer 604 in den Handel und für gut 2 Euro auf den Schreibtisch.

P.S.: Dies ist der 250. Beitrag in diesem Weblog.

Nachtrag vom 10.10.11: Die neuen Messer der „Granate” gibt es hier zu sehen.

Nachtrag vom 23.3.15: Die „Granate” stammt nicht von Constant de Thierry des Esti­vaux; Details zu seiner Erfindung gibt es hier.

The „Dragon” Pencil

Mittwoch, 29. April 2009

Ein historischer und ungewöhnlicher Bleistift: „The ‚Dragon’ Pencil” aus dem Hause der Key Pencil Co. Bavaria.

The „Dragon” Pencil

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Der in einem warmen, sehr dunklen und glänzenden Rot lackierte, hexagonale Bleistift hat mit 17,5 cm Länge und 8 mm Durchmesser Standardmaße; seine Mine ist jedoch mit 2,7 mm recht dick. Neben der Nummer 4481 zeigt der silberfarbene Prägedruck einen kleinen Drachen, die Bezeichnung des Bleistifts, den Hersteller Key Pencil Co. Bavaria sowie den Härtegrad BB (wohl 2B).

The „Dragon” Pencil

The „Dragon” Pencil

Doch um wen handelt es sich bei der Key Pencil Co. Bavaria? Diese vermutlich 90 bis 100 Jahre alte Reklamemarke verrät es:

The „Dragon” Pencil

Die Key Pencil Co. war die 1821 gegründete Schlüssel-Bleistift-Fabrik von J.J. Rehbach in Regensburg, die sich – und da kann ich nur mutmaßen – für den Auftritt auf ausländischen Märkten einen weiteren Namen, nämlich die englische Übersetzung ihres ursprünglichen zugelegt hat. Die aufwändige und in meinen Augen sehr ästhetische Reklamemarke bietet neben deutschsprachigen Details und dem englischen Namen zudem Informationen in Französisch, darunter auch „Ratisbone”, die in Frankreich auch heute noch übliche und an das keltische „Ratisbona” angelehnte Bezeichnung der Stadt. Ebenso vertreten sind die beiden gekreuzten Schlüssel, die nicht nur das Sinnbild der Firma J.J. Rehbach darstellten, sondern auch im Regensburger Wappen zu finden sind.

The „Dragon” Pencil

Warum der Name dieses Bleistifts so hervorgehoben wurde, ist mir ein Rätsel. Hatte er einen besonderen Status? War er als Marke bereits eingeführt und genoss einen guten Ruf? Die Gestaltung lässt jedoch vermuten, dass ihm spezielle Beachtung zuteil wurde.

The „Dragon” Pencil

Mine, Holz und Verarbeitung des „Dragon” sind von hoher Qualität. Die weiche Mine hat eine hervorragende Abgabe und sitzt fest im dunklen Holz (Zeder?). Der Lack und der Prägedruck mit geschmackvoller Typografie wurden sorgfältig aufgebracht und sind gut erhalten. Ein hochwertiger Handspitzer wie z. B. der M+R 604 (im Bild) schneidet Holz und Mine sauber, und auch im Tischspitzer Carl Decade DE-100 macht der Bleistift eine gute Figur.

The „Dragon” Pencil

Mit seiner Gestaltung und seiner Qualität ist der „Dragon”-Bleistift, der wahrscheinlich für den Export gefertigt wurde, für mich eine kleine Kostbarkeit.

The „Dragon” Pencil

Stille Beobachter (23)

Montag, 27. April 2009

CD-Aufbewahrung „KASSETT” von IKEA

Auf die billige Tour, immer zu zweit und aus Schweden kommt dieser stille Beobachter, der sich als unauffällige CD-Aufbewahrung ausgibt und bei Gefahr, erkannt zu werden, schnell die Tarnkappe über die Augen zieht. Aber euch Pappenheimer kenn' ich!

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3128 Spitzer …

Montag, 27. April 2009

… hatte der Sammler Dieter Hahn aus Ludwigsburg, als ihm die Stuttgarter Zeitung im Juli vergangenen Jahres diesen sehr netten Artikel widmete, und inzwischen dürften wohl noch einige der nützlichen Geräte hinzu gekommen sein.

Danke an Pencil Anna für den Hinweis auf diesen Bericht!

Wenn der Poststift zweimal kringelt

Samstag, 25. April 2009

Farbstift „Postblau No. 856”

Farbstift „Postblau No. 856″ unbekannter Herkunft im Einsatz (zum Vergrößern anklicken)

Stille Beobachter (22)

Freitag, 24. April 2009

Elektrische Zahnbürste Braun Oral-B 4729

(zum Vergrößern anklicken)

Es ist doch nicht zu fassen – noch nicht einmal bei der Körperpflege ist man allein! Dieser stille Beobachter versteckt sich äußerst trickreich an der Rückseite der Ladestation einer elektrischen Zahnbürste und behält das Geschehen über einen Spiegel genauestens im Auge. Ich werde wohl nicht umhin kommen, ihm mal den Zahn zu weisen.

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Rohstoff (2)

Dienstag, 21. April 2009

Rohton aus dem Klingenberger Tonwerk

174 Gramm Rohton aus dem Klingenberger Tonwerk (zum Vergrößern anklicken)

Den sicher größten Fortschritt bei der Entwicklung des Bleistifts machten der Franzose Nicolas-Jacques Conté und der Österreicher Joseph Hardtmuth nahezu gleichzeitig. Ende des 18. Jahrhunderts vermischten beide den gemahlenen Graphit mit Ton und Wasser, formten die Mischung zu Minen und brannten diese (der Ton bildet dabei das Gerüst der Bleistiftmine, in das sich die Graphitteilchen einlagern). Dadurch wurde die Herstellung von Bleistiften in verschiedenen Härtegraden möglich und zudem die Ausnutzung des Graphits verbessert.

Die Qualität des Tons – geringe Korngröße und hohe Bindefähigkeit – ist daher neben der des Graphits für den Bleistift von entscheidender Bedeutung. Ein besonders hochwertiger Ton nicht nur für die Bleistiftindustrie kommt seit 1742 aus dem Klingenberger Tonwerk, das sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Besitz der bayerischen Stadt Klingenberg am Main befindet.

Der in 70 Metern Tiefe abgebaute, hell- bis dunkelgraue und 30 Millionen Jahre alte Ton wird mit dem Tonhobel zu Schnitzeln zerkleinert. Diese kommen zur Trocknung in die gas­gefeuerte Trockentrommel; das daraus erzeugte Granulat wird dann in einer Prallmühle zu Mehl verarbeitet.

Der Klingenberger Ton ist äußerst gleich- und kleinkörnig, denn 85 bis 98 Gew.-% haben eine Partikelgröße von unter 0,2 μm; die spezifische Oberfläche von einem Gramm beträgt 64 m² (!). Darüber hinaus verfügt er über eine sehr gute Bindefähigkeit mit Graphit, was ihn zu einem hervorragenden Bleistiftton macht.

Vielen Dank an das Klingenberger Tonwerk für die rasche und freundliche Zusendung der Rohtonbrocken und des interessanten Informationsmaterials!

Nachtrag vom 10.1.12: Das Tonwerk wurde Ende 2011 geschlossen.

Spitzer spitzen (3)

Dienstag, 21. April 2009

Mit einem sehr interessanten Hinweis auf einen bei toom erhältlichen Langkonusspitzer überraschte mich kürzlich Pencil Anna per E-Mail. Ein Blitz-Ausflug in die nächstgelegene Filiale zeigte, dass es sich bei besagtem Modell um einen Doppel-Gehäusespitzer handelt, der unter der REWE-Hausmarke „PAPER and more” für 1,99 Euro angeboten wird.

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Der unspektakulär blisterverpackte Spitzer ist in verschiedenen Farben erhältlich, wobei die Tönung des transparenten Deckels mit der Farbe des Unterteils korrespondiert (ein nettes Detail). Er misst 44 × 26 × 30 mm, wiegt knapp 13 g und trägt die Kennzeichnungen „TIKO” auf der Innen- sowie „P.R.C. DESIGN NO. 99327980.5″ auf der Rückseite. Das laut Verpackungsaufdruck in China hergestellte Utensil hat den Recyclingcode 07/O, der keinen Rückschluss auf die verwendeten Kunststoffe zulässt.

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”

Verblüffend ist die Ähnlichkeit dieses Spitzers zum Tombow KSA-121 (hier die schwarze Variante des letzteren):

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”, Tombow KSA-121

Der genaue Blick zeigt jedoch deutliche Unterschiede, so z. B. bei den Abmessungen der Deckel, die sich nicht untereinander austauschen lassen oder bei den Bohrungen für die Schrauben der Klingen (die Dicken der letzteren unterscheiden sich übrigens um gut 0,1 mm, wobei der Tombow die etwas stärkeren Klingen hat).

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”, Tombow KSA-121

Bei der Verarbeitungsqualität und den Gebrauchseigenschaften konnte ich jedoch keine signifikanten Unterschiede feststellen, und so ist das Modell von „PAPER und more” eine empfehlenswerte Alternative zum hierzulande leider nicht erhältlichen Tombow KSA-121.

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”, Tombow KSA-121

Test der beiden Doppelspitzer am STAEDTLER Noris 120

Danke an Pencil Anna für den Hinweis auf diesen Spitzer!

Nachtrag vom 23.4.09: Ein weiteres Foto der Ergebnisse, das die geringen Unterschiede verdeutlicht. Nach mehrfacher Nutzung beider Spitzer habe ich jedoch den Eindruck, dass der Tombow KSA-121 unterm Strich etwas gleichmäßiger spitzt.

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”, Tombow KSA-121

Test der beiden Doppelspitzer am STAEDTLER Noris 120 (links „PAPER and more”, rechts Tombow)

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