Monatsarchiv für August 2009

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Stille Beobachter (32)

Montag, 31. August 2009

Bodenhalterung eines Hoftors in Rüsselsheim

Einen strategisch äußerst günstigen und obendrein festen Platz hat dieser stille Beobachter inne, sitzt er doch exakt an der Grenze eines Anwesens und in der Mitte der Hofeinfahrt, so dass er stets überblicken kann, wer wann das Gelände betritt oder verlässt. Aber nicht nur das: Als Helfer des hohen, zweigeteilten Hoftors ist er zudem mitverantwortlich für das sichere Verriegeln des Grundstücks, und sein entschlossener Blick lässt vermuten, dass sein Wille, diese Verantwortung zu tragen, mindestens ebenso eisern ist wie seine Maske.

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Stiftkunst

Montag, 31. August 2009

Beeindruckend: Skulpturen, Landschaften, Möbel, Schmuck und vieles mehr aus Blei- und Farbstiften gibt es bei „Artwork With Pencils” zu bestaunen.

Danke an Max für den Hinweis!

Mars 1962

Sonntag, 30. August 2009

Stand in den beiden Anzeigen aus dem Jahr 1957 noch das Werk derer im Vordergrund, die mit den beworbenen Produkten arbeiten, so beschränkte sich die J.S. STAEDTLER Inc. in Hackensack, New Jersey (USA), fünf Jahre später in zwei anderen auf die Darstellung eines einzigen Schreibgeräts.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1962)

Als des Fachmanns erste Wahl wurden 1962 die Produkte der „Mars”-Reihe präsentiert, hier vertreten durch den knapp 30 Jahre zuvor eingeführten Bleistift „Lumograph” in dem inzwischen klassischen Design mit blauem Lack, weißem Ring und schwarzer Tauchkappe. Eine linke Hand (die des vielleicht rechtshändigen Künstlers, der mit „Pucci” signiert hat?) hält den Stift so, dass das Auge des Betrachters sofort auf die nicht serienmäßige, sondern mit künstlerischer Freiheit gestaltete und – wie damals üblich – zur Bleistiftspitze laufende Beschriftung „Mars” fällt. Diese expressionistisch angehauchte Illustration in Kombination mit den klaren und in Versalien gesetzten Wörtern der 29 × 20 cm großen, ganzseitigen An­zeige hat ihre beeindruckende Wirkung sicher nicht verfehlt!

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1962)

Den letzten Rest eines mit dem Messer gespitzten „Mars Lumograph” (ebenfalls aus Sicht des Künstlers) nebst zwei Spänen in sechsfacher Vergrößerung und fast fotorealistischer Darstellung zeigt eine weitere Anzeige im gleichen Format aus dem selben Jahr. Das Bild unterstreicht damit die Aussage des Textes, dass man sich selbst vom kleinsten Stummel des bevorzugten Zeichengeräts nur schwer trennt. Auch hier: Exzellente Grafik, knapper Text, deutliche Aussage und damit in meinen Augen sehr gelungen.

Ich wüsste gerne, ob diese beiden Anzeigen zu einer Kampagne gehörten und es noch weitere dieser Art gab; wenn ja, so bin ich sicher, dass diese ebenso sehenswert waren und es auch heute noch sind. Es mag vielleicht hoffnungslos altmodisch, ja sogar irrational wirken, aber ich finde es sympatisch und wohltuend, dass damals noch jemand mit der Hand und einfachen, womöglich den beworbenen Gerätschaften für diese sehr reizvollen Anzeigen zu Werke ging – heute wäre dies ein Luxus, den sich kaum noch ein Anbieter leisten könnte und im ungünstigsten Fall nur wenige Leser zu schätzen wüssten.

 Zurück in die Zukunft | Alte Anzeigen von STAEDTLER | Neues vom Mars 

Frischer Freitag

Freitag, 28. August 2009

„Casual Friday” mal anders: Bereits 42 Haftnotizen, ein Filzstift und etwas Platz an der Wand oder einer Tür reichen, um die Kollegen vom Einkauf auf unkonventionelle, aber wirksame Weise über den erschöpften Vorrat der kleinen klebrigen Helfer zu informieren und dem Wunsch nach rascher Aufstockung des Bestands humorvoll Ausdruck zu verleihen.

Frischer Freitag

So etwas kommt an, hebt die Stimmung und sorgt für eine lustige Abwechslung im tristen Büroalltag.

Stift und Stil (1)

Donnerstag, 27. August 2009

In sehr starkem Kontrast zum leider dürftigen und obendrein schnarchigen Angebot an Bleistiftverlängerern hierzulande steht die bunte Vielfalt aus dem Land der aufgehenden Sonne, in dem sich sogar Kunsthandwerker diesem Zubehörteil widmen und dabei sehr schöne Stücke schaffen. Ein in meinem Augen besonders geschmackvolles Exemplar dieser Produktgattung stammt aus den Händen des Künstlers „Craft A”, der seine Werke Bundoki für den weltweiten Vertrieb angedient hat und so auch Menschen auf der anderen Seite des Globus mit seinem Können erfreut.

Stift und Stil

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Der 108 mm lange und 13 mm dicke Verlängerer aus Acryl verfügt über eine viergeteilte Klemmung, die den Bleistift sicher und mit nur geringen Spuren hält; der 26 mm lange Griff mit einem Durchmesser von gut 11 mm bietet den Fingern dank der leicht vorstehenden Ringe sehr guten Halt.

Stift und Stil

Durch die individuelle Marmorierung ist jeder Verlängerer, den es noch in sechs weiteren Farbkombinationen gibt, ein Unikat. Die Verarbeitungsqualität und der Gebrauchswert sind hervorragend, und so ist dieses Stück eine wahre Freude für Hand und Auge.

Stift und Stil

Das kleine, aber feine Kunstwerk für den Alltag kostet 4550 Yen (etwa 34 Euro). – Ein weiteres interessantes Produkt von „Craft A” ist die in sieben, nicht minder farbenfrohen Varianten angebotene Bleistiftkappe mit Clip, ebenfalls aus Acryl, für 1050 Yen (knapp 8 Euro).

Stille Beobachter (31)

Mittwoch, 26. August 2009

Verkabelung an Bürocontainern

So 'n lockeren Posten wie dieser lustige Vertreter hätt' ich auch gern – als Außendienstler eine leitende Funktion in der Energieversorgung bekleiden, aber den lieben langen Tag lässig abhängen. Kein Wunder, dass der sich so freut!

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Mauerweiler

Dienstag, 25. August 2009

Mauerweiler

Zurück in die Zukunft

Samstag, 22. August 2009

Aus dem Jahr 1957 und damit gut ein halbes Jahrhundert alt sind diese beiden im Original 12 × 26 cm großen Anzeigen, mit denen die J.S. STAEDTLER Inc. mit Sitz in Hackensack (New Jersey, USA) in der Publikation „Engineering and Science” ihre Produkte zum pro­fessionellen Zeichnen und Konstruieren präsentiert hat.

Vier Jahre vor dem ersten bemannten Flug ins Weltall und zwölf Jahre vor der ersten Mondlandung waren heutige Science-Fiction-Klassiker wie „Die Dämonischen”, „Alarm im Weltall” und „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C” auf der Leinwand für die Prägung der Zukunftsfantasien zuständig, und auch die – allerdings eher an praktischen Anforderungen orientierten – Konstruktionen in diesen für mich sehr gelungenen Anzeigen fügen sich gut in das damals populäre Bild zukünftiger Welten ein.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1957)

Die hier beworbenen Zeichengeräte der „Mars”-Produktreihe sind in mehrfacher Hinsicht interessant. Das 1900 registrierte Wortzeichen fand sich erstmals auf dem Kopierstift „Mars Copier” (1901) und anschließend auf dem Bleistift „Mars 1225″ (1908), dem Vorläufer des in den 30er Jahren eingeführten „Mars Lumograph 2886″; mit letzterem wurde auch die tiefblaue Lackierung eingeführt. Der 2886 war damals in 19 Härtegraden von EXEXB bis 9H verfügbar, während sein Nachfolger, der Lumograph 100, heute nur noch bis 6H gefertigt wird. Auf den Stiften auch zu sehen ist die Darstellung des astronomischen Zeichens für den Planeten Mars in der Variante mit den Monden Phobos und Deimos (ein weiteres Foto davon gibt es hier).

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1957)

(zum Vergrößern anklicken)

Besonders ungewöhnlich für heutige Bleischreiber, aber damals offenbar üblich, ist die Form der Spitzen. Über das dafür verwendete und im Text als „Draftsman's Pencil Sharpener” genannte Gerät kann ich nur spekulieren; ich vermute, dass zum Freilegen der Mine etwas ähnliches wie der Dreifach-Spitzer M+R 207 zum Einsatz kam. – In dem Ausschnitt erkennt man deutlich, dass die Produktabbildungen gezeichnet sind; dies spricht mich ebenso an wie die Ästhetik und die Typografie dieser Anzeigen.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1957)

Mit im Bild der zu dieser Zeit wohl noch recht neue Fallminenstift Mars Lumograph Technico 1001, für den Minen in 18 Härtegraden von EXB bis 9H angeboten wurden (die im Jahr 1951 eingetragene Marke hat sich bis heute gehalten und findet sich bei den aktuellen Fallminenstiften Mars technico 780 C und technico 788 C). Durch den Erfolg der vom japanischen Hersteller Pentel entwickelten und zuerst 1960 in einer Stärke von 0,9 mm vermarkteten Polymer-Mine ließ die Verbreitung der Fallminenstifte jedoch nach, und so ist die Mine Mars carbon jetzt nur noch in sieben Härten von 4B bis 4H erhältlich. – Der als „Pocket-Technico” bezeichnete Fallminenstift war vermutlich der Vorläufer des in den 70er und 80er Jahren angebotenen „Taschenmodells” Mars technico 782 C.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1957)

(zum Vergrößern anklicken)

Für mich ist es immer wieder beeindruckend, mit welchen aus heutiger Sicht primitiven Zeichenwerkzeugen – die ersten kommerziellen CAD-Anwendungen kamen erst Mitte der 60er Jahre in die Unternehmen – Konstrukteure, Ingenieure und Architekten damals solch großartige Leistungen vollbracht haben.

Danke an STAEDTLER für die Genehmigung zur Reproduktion und Stephen von pencil talk für den Hinweis auf diese Anzeigen!

Alte Anzeigen von STAEDTLER | Mars 1962 

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