Monatsarchiv für September 2009

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Merkur

Mittwoch, 30. September 2009

Am heutigen Mittwoch, dem bei den alten Römern nach deren Gott Merkur „dies Mercurii” („Tag des Merkur”) genannten Wochentag, ein schneller Blick auf einen Radiergummi, der ebenfalls den Namen des Götterboten trägt.

Radierer Mercur Record 60

Den gelbweißen, 30 × 19 × 6 mm kleinen und 9 g leichten Radierer mit blauem Aufdruck schmückt außer dem Namen der mythologischen Gestalt deren Konterfei inklusive des typischen, geflügelten Helms in einer vereinfachten und für mich reizvollen Form. Darunter finden sich die Schriftzüge „RECORD” und „BRAZIL” sowie die Zahl „60″.

Radierer Mercur Record 60

Weniger reizvoll hingegen ist seine Radierleistung. Trotz der schmirgelnden Beimengung (wohl Glas- oder Bimsmehl), mit der er ziemlich abreibend zu Werke geht, vermag er den Graphit von einfachem Standard-Papier nicht vollständig zu entfernen, hinterlässt jedoch beachtliche Radierreste und geht so eher als Krümelkönig durch.

Radierer Mercur Record 60

Die Produktseite des brasilianischen Herstellers zeigt den „Record 60″ in anderem Design; ich vermute daher, dass es sich bei oben gezeigtem Stück, das ich in einem kleinen Ort an der niederländischen Nordseeküste erstanden habe, um ein Restexemplar gehandelt hat.

Gedanken zu Graphit

Dienstag, 29. September 2009

Johann Wolfgang Goethe (1749–1832), der immer Notizbuch und Bleistift mit sich führte, schrieb in „Dichtung und Wahrheit” (1821–1831):

Ich war so gewohnt, mir ein Liedchen vorzusagen, ohne es wieder zusammen finden zu können, daß ich einigemal an den Pult rannte und mir nicht die Zeit nahm, einen quer liegenden Bogen zurecht zu rücken, sondern das Gedicht von Anfang bis zu Ende, ohne mich von der Stelle zu rühren, in der Diagonale herunterschrieb. In eben diesem Sinne griff ich weit lieber zu dem Bleistift, welcher williger die Züge hergab: denn es war mir einigemal begegnet, daß das Schnarren und Spritzen der Feder mich aus meinem nachtwandlerischen Dichten aufweckte, mich zerstreute und ein kleines Produkt in der Geburt erstickte.

Die Feder gibt es heute nicht mehr, doch ihr lästiges „Schnarren und Spritzen” hat in den Widrigkeiten der Textverarbeitung ein modernes Pendant: Unerwünschte Automatismen und andere ungebetene Helfer drängeln sich rabiat zwischen Papier und Gedanken, und die Notwendigkeit, häufig aus einer nicht selten unüberschaubaren Vielfalt an Optionen wählen zu müssen, zerstückelt die Aufmerksamkeit.

Zahlreiche Ablenkungen nicht nur in Form textgestalterischer Möglichkeiten, die jederzeit verfügbar und nie vollständig vom eigentlichen Inhalt getrennt sind, stellen die Disziplin der Schreibenden arg auf die Probe. Hinzu kommt die technisch perfekte Repräsentation selbst roher Texte und Bilder, die bereits am Bildschirm für den Eindruck des Fertigen sorgt und auf dem Papier beim Einsatz des korrigierenden Rotstifts hemmt.

Der angenehm zurückhaltende Bleistift ist ganz bestimmt keine Alternative zur digitalen Feder, aber frei von den oben aufgeführten Störungen, Zerstreuungen und Täuschungen und damit für mich eine wohltuende Abwechslung und Ergänzung. Die Beschränkungen dieses schlichten Schreibwerkzeugs empfinde ich nicht als solche, sondern als befreiend und zielführend, sorgen sie doch dafür, dass es kaum an unseren Gedanken arbeitet*. Und so greife ich immer wieder sehr gern zum Bleistift, der in den mehr als vierhundert Jahren seiner Geschichte schon einige Aufzeichnungssysteme hat kommen und gehen sehen.

Schwan-STABILO Opera 285

* Bereits Friedrich Nietzsche wusste: „Die Werkzeuge arbeiten mit an unseren Gedanken”.

Rahmenhandlung

Montag, 28. September 2009

Manche Dinge des täglichen Gebrauchs sind (zumindest in meinen Augen) viel zu schön, um sie im Gewühl auf dem Schreibtisch untergehen zu lassen oder gar in einer Schublade zu verstecken. Nutzt man sie jedoch zur Dekoration, entzieht man sie meist gleichzeitig der Nutzung.

Doch das muss nicht sein. Im Falle des Zeichendreiecks aus der Griffit-Serie von 3L (hier in der transparent-gelben Ausführung) reichen bereits wenige Teile und Handgriffe, um dem attraktiven Werkzeug einen Platz zu verschaffen, an dem es nicht nur gut aufgehoben ist, sondern auch ansprechend präsentiert wird.

Das Zeichendreieck aus der Griffit-Serie von 3L dekorativ aufbewahrt

Dazu benötigt man einen Bilderrahmen, dessen Glas man durch einen Karton ersetzt. Ein kurzes Stück Rundholz oder ein kleiner, ggf. beklebter Neodym-Magnet mit geeignetem Gegenstück auf der Rückseite des Rahmens hält das gute Stück in Position und für den nächsten Einsatz griffbereit. Alternativ dazu kann man ein Stück Blech hinter den Karton legen und auch einen größeren Rahmen verwenden, um so mehrere Dinge gemeinsam unterbringen zu können.

Wahlsonntag

Sonntag, 27. September 2009

Deutschland hatte die Wahl, und unsere galt auch dem Naturschutzgebiet Mönchbruch. Nach den Kreuzchen (selbstverständlich an den richtigen Stellen) durchkreuzten wir die prächtige, von der Herbstsonne durchflutete Landschaft – ein echter Lichtblick!

Naturschutzgebiet Mönchbruch

Naturschutzgebiet Mönchbruch

Naturschutzgebiet Mönchbruch

Wahlverwandtschaft (1)

Samstag, 26. September 2009

Hinweiszeichen

Hinweiszeichen

Koala

Koala (Urheber: Quartl,
liz. unter CC-BY-SA-3.0)

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Höllenmaschine

Freitag, 25. September 2009

Kurbelspitzmaschine iPoint Classact von Westcott

So sieht sie also aus, die vor gut sieben Monaten auf der Paperworld vorgestellte und nun endlich erhältliche Kurbelspitzmaschine iPoint Classact von Westcott, hierzulande vertrieben durch die ACME United Europe GmbH.

Doppelter Fräser, Fuß mit Saugnapf, Aufnahme für Stifte mit acht Durchmessern von 5 bis 11,5 Millimetern – auf den gründlichen Test bin ich sehr gespannt.

Nachtrag vom 10.5.13: Der Link zur Produktseite funktioniert nicht mehr, und eine Su­che nach dem Spitzer auf der Website des Herstellers liefert keine Ergebnisse. Wurde das Gerät wieder aus dem Sortiment genommen?

Markiges Marketing (8)

Donnerstag, 24. September 2009

„Cullinan”-Bleistifte von Brevillier & Urban

Vom Betrachter ab- und einem gelben Bleistift zugewandt zeigt der reife, untersetzte Herr mit Brille, gerötetem Gesicht und vornehmer, auf die Stifte in seiner Brusttasche farblich abgestimmter Kleidung deutlich seine Prioritäten: Sein Kennerblick durch die runden Gläser gilt nur dem Cullinan-Bleistift von Brevillier & Urban, den er jedem anderen vorzieht.

Die österreichische Schreibwarenfabrik Brevillier & Urban (heute Brevillier Urban & Sachs GmbH & Co. KG, Wien) entstand im Jahr 1925, als die 1800 von Ignaz Urban eröffnete Schmiede und die 1823 durch Carl Wilhelm von Brevillier gegründete Schraubenfabrik die ehemaligen Zeus-Werke in Graz übernahmen. 1983 kam Brevillier-Urban in die Kirchdorfer-Gruppe, die 2006 die Kirchdorfer Schreibwarenholding mit Brevillier-Urban sowie deren Toch­terfirmen Jolly Arts & Crafts (China) und HemusMark (Bulgarien) gründete; 2007 erwarb Koh-I-Noor den Mehrheitsanteil an letzterer. Die bekannteste Marke von Brevillier-Urban, „Jolly” aus dem Jahr 1965, ist seit 2007 Teil von Imarco, zu der auch die Heinrich Sachs KG, die Österreichische Kuvertindustrie und Cretacolor gehören. Brevillier Urban & Sachs fertigt in Graz und Hirm.

Wann es den Bleistift gab, für den diese 34 × 37 mm große Reklamemarke geworben hat, weiß ich nicht. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist vielleicht noch, dass der größte jemals gefundene Rohdiamant „Cullinan” hieß. War Entscheidung des Herstellers, seine Bleistifte nach diesem zu benennen, vielleicht eine Reaktion auf L. & C. Hardtmuth, deren Produkte den Namen des bekanntesten Diamanten „Koh-I-Noor” trugen?

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Maß und Mille

Mittwoch, 23. September 2009

Maß und Mille

Der 1000. Kommentar in diesem Weblog naht, und wie schon beim 500. möchte ich diese runde Zahl für ein Mitmach-Angebot nutzen. Wer in der nächsten Zeit einen inhaltsreichen Kommentar (nicht notwendigerweise unter diesem Beitrag) nebst einer funktionierenden E-Mail-Adresse hinterlässt und mit diesem das Tausend vervollständigt, bekommt ein kleines Geschenk, und zwar das pfiffige und hochwertige Bandmaß „Quicky” von BMI inklusive weltweitem Versand.

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