Monatsarchiv für Oktober 2009

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Markiges Marketing (11)

Samstag, 31. Oktober 2009

LYRA-ORLOW Zeichen- und Copierstifte

„Zeichen- und Copierstifte” des Fabrikats LYRA-ORLOW bewarb diese 42 × 56 mm große Reklamemarke gut 100 Jahre nach der Gründung des Unternehmens im Jahr 1806. Etwa vier Jahrzehnte zuvor ließ sich der Hersteller die Lyra als Warenzeichen eingetragen, doch warum man sich ausgerechnet für das antike Zupfinstrument als Sinnbild entschieden hat, ist laut der 1956 erschienenen Schrift „Meilensteine – 150 Jahre Lyra-Orlow” nicht ganz klar. Viele Gesangsvereine der damaligen Zeit trugen jedoch ebenfalls diesen Namen, und man nimmt an, dass Mitglieder eines solchen Vereins, die oft auch im gesellschaftlichen Leben ihrer Stadt eine Rolle spielten, zu dieser Entscheidung beigetragen haben. – Die blau gewandete Dame mit Kranz, die das Instrument eindrucksvoll in die Sonne hält, wird flankiert von zwei Stiften mit den Bezeichnungen „HB 2 ORLOW LYRA BLEISTIFT-FABRIK NÜRNBERG” und „LYRA COPYING INK PENCIL Compressed Lead”.

Neben dem Koh-I-Noor und dem Cullinan ist der Orlow ein weiterer berühmter Diamant, dessen Name Schreibgeräte schmückte, und mit den holzgefassten Universalschreibern hat LYRA auch heute noch Artikel dieses Namens im Programm.

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J.S. Staedtler 1919 (1)

Freitag, 30. Oktober 2009

J.S. Staedtler 1919 (1)

Dies ist die Vorder- und ein Ausschnitt der Rückseite des Hauskataloges der J.S. Staedtler Mars-Bleistift-Fabrik aus dem Jahr 1919, der auf 108 Seiten mit mehr als 500 Abbildungen über zahlreiche und aus heutiger Sicht zuweilen ungewöhnliche Produkte informiert hat: Telefonstifte, Ballstifte, Bleistiftkappen mit Schreibfeder, Brieftaschen-Stifte mit Scheiben- und Kugelknöpfen, Straßenbahn-Patentstifte, Stifte mit Messing-Gewinde und vieles mehr. Ich freue mich sehr darauf, einiges davon hier in den nächsten Wochen zeigen zu können.

J.S. Staedtler 1919 (1)

Danke an STAEDTLER für die Genehmigung zur Reproduktion!

J.S. Staedtler 1919 | Straßenbahn-Patentstift 

Der Bleistift im Buch

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Bereits seit längerem habe ich eine Literaturliste zu Bleistiften und dem ganzen Drumherum in Arbeit, wobei ich mir die Freiheit genommen habe, das Spektrum recht weit zu fassen. Nun bin ich in meinem jugendlichen Leichtsinn davon ausgegangen, die einzelnen Titel die­ser Liste mit überschaubarem Zeitaufwand detailliert kommentieren zu können, auf dass meine werte Leserschaft möglichst viel von ihr profitiere – doch weit gefehlt: Bis jetzt ist es mir noch nicht einmal gelungen, alle aufgeführten Bücher vollständig zu lesen, so dass an eine Kommentierung, erst recht an eine gründliche, in absehbarer Zeit nicht zu denken ist.

Damit diese Aufstellung nicht länger als digitaler Entwurf im Verborgenen ruht, gebe ich sie mit nur knappen und lückenhaften Anmerkungen heraus. Wer Fragen zu den Titeln hat, möge diese in einem Kommentar stellen. – Die Liste werde ich kontinuierlich pflegen; über Ergänzungen und Korrekturen freue ich mich.

Die mit der letzten Überarbeitung hinzugekommenen Titel sind rot hervorgehoben.

  • Baron, Dennis: A Better Pencil. Readers, Writers and the Digital Revolution (Oxford University Press 2009)
    Dieses Buch betrachtet den Einfluss der digitalen Revolution auf das Lesen und Schreiben, die Geschichte unseres Gebrauchs von Schreibgeräten und die Rolle des Computers in der Technikgeschichte der Schreibwerkzeuge. Mit einem Kapitel über den Bleistift. – Eine Besprechung findet sich hier.
  • Bauernfeind, Martina: 150 Jahre Schwanhäußer in Nürnberg. Der Grundbesitz der Familie im Stadtteil Gärten hinter der Veste und Umgebung (Hg.: Schwanhäußer Grundbesitz Holding GmbH & Co., 2005)
    Geschichte der Familie, ihrer Immobilienaktivitäten und der industriellen Entwicklung.
  • Baynes, Ken; Pugh, Francis: The Art of the Engineer (Lutterworth Press 1981)
    Auch wenn hier nichts über Bleistifte zu lesen ist, so erzählt dieses exzellente Buch doch von historischen Zeichenbüros und zeigt unzählige Beispiele. – Eine kurze Besprechung gibt es hier.
  • Bischoff, Johannes: Zur Familiengeschichte Alt-Nürnberger Bleistiftmacher (Gesellschaft für Familienforschung in Franken 1939)
    Erschienen in der Reihe „Familiengeschichtliche Schriften” und gedacht als Beitrag zur Frühgeschichte der Nürnberger Bleistiftindustrie bietet dieses Büchlein auf über 60 Seiten auch Erklärungen alter Berufsbezeichnungen und ein Ortsregister.
  • Booker, Peter Jeffrey: History of Engineering Drawing (Chatto & Windus 1963)
    Eng verknüpft mit der Geschichte des Bleistifts ist die des Technischen Zeichnens. – Das Werk erschien 1979 in einer zweiten Auflage.
  • Bruce, Harry: Page Fright. Foibles and Fetishes of Famous Writers (Emblem 2010)
    Mit dem Kapitel „The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil” über den Bleistift in der Hand berühmter Schriftsteller.
  • Buchwald, August: Bleistifte, Farbstifte, farbige Kreiden und Pastellstifte, Aquarell­farben, Tusche und ihre Herstellung nach bewährten Verfahren (A. Hartleben's Verlag 1904)
    Das erste deutschsprachige Buch, das sich umfassend und sehr detailliert diesen Themen widmet.
  • Cobb, Vicky: The Secret Life of School Supplies (J.B. Lippincott 1981)
    Dieses von Bill Morrison humorvoll illustrierte Buch für Kinder und Jugendliche erklärt anschaulich die wissenschaftlichen und technischen Hintergründe von Papier, Tinte, Bleistiften, Kreide, Klebstoffen und Radierern. Zahlreiche Anleitungen zum Selber­machen regen zum Experimentieren und Entdecken an.
  • Cornfeld, Betty; Edwards, Owen: Quintessenz. Die schönen Dinge des Lebens (Popa-Verlag 1984)
    Mit einem Beitrag zum Eberhard Faber Mongol 486 Nr. 2.
  • Dingwerth, Leonhard: Kleine Anspitzer-Fibel. Von den Anfängen bis 1960 (Verlag Dingwerth 2008)
    Unzählige, oft ausführlich kommentierte Abbildungen von Spitzern, meist aus Anzeigen, illustrieren Geschichte und Vielfalt dieses unverzichtbaren Zubehörs.
  • Dirks, Paul; Kessels, Toon: Potloden & Puntenslipers (Pictures Publishers 2012)
    Die 128 durchgehend farbigen Seiten präsentieren historische Stücke aus Paul Dirks' Sammlung auf sehr geschmackvolle Weise. – Hier gibt es eine kurze Besprechung.
  • Donath, Eduard: Der Graphit. Eine chemisch-technische Monographie (Franz Deuticke, 1904)
    Ein weiteres Fachbuch, das auf 22 Seiten mit zehn Illustrationen die Bleistiftherstellung beschreibt.
  • du – Die Zeitschrift der Kultur, Heft Nr. 730, Oktober 2002
    Robert Walser: Aus dem Bleistiftgebiet. Mit einer kurzen Geschichte des Bleistifts sowie der Unternehmen Faber-Castell und Caran d'Ache, Stimmen einiger Künstler und Blei­stiftskizzen.
  • Emmert-Sinzinger, Ralph; Murko, Matthias: Ein Stift geht um die Welt – Nürnberger Bleistiftgeschichte (Museum Industriekultur Nürnberg 2001)
    Katalog zur gleichnamigen Ausstellung.
  • Endres, Rudolf; Fleischmann, Martina: Nürnbergs Weg in die Moderne. Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert (Verlag W. Tümmels 1996)
    Mit vielen Details zur Bleistiftindustrie Nürnbergs.
  • Eule, Wilhelm: Mit Stift und Feder. Kleine Kulturgeschichte der Schreib- und Zeichenwerkzeuge (Fachbuchverlag Leipzig 1955)
    Besonders beeindruckt hat mich hier die hohe Wertschätzung, mit der der Autor von den Menschen hinter und an den Schreibgeräten spricht.
  • Faber-Castell AG (Hg.): Die Unternehmensgeschichte (2011, online/PDF)
  • Faber-Castell AG (Hg.): Im Galopp durch die Bleistiftgeschichte (2004, online/PDF)
  • Faber-Castell AG (Hg.): Zum Jubiläum 1761-2011 (Kendl + Weissbach 2011)
    Großformatiges, reich bebildertes Magazin zum 250. Firmenjubiläum.
  • Faber-Castell since 1761 (Colection Rolf Heye 2013)
    Eine Unternehmens- und Familiengeschichte der Bleistiftdynastie. – Hier gibt es eine kurze Besprechung.
  • Feldhaus, Franz Maria: Geschichte des Technischen Zeichnens (Hg.: Franz Kuhlmann KG, 1. Aufl. 1953, 2. Aufl. 1959, 3. Aufl. 1967)
    Eines der wenigen deutschsprachigen Bücher zu diesem Thema.
  • Fererri, Marco (Hg.): Pencils (Mostre Georgetti 1996)
    Grandioser Katalog zu einer Ausstellung, die 1996/1997 in Mailand stattfand, mit einer Fülle an fantastischen Fotos.
  • Ferguson, Eugene S.: Das innere Auge. Von der Kunst des Ingenieurs (Birkhäuser 1993)
    Geht auch auf die Entwicklung des Technischen Zeichnens ein.
  • Franzke, Jürgen (Hg.): Das Bleistiftschloß. Familie und Unternehmen Faber-Castell in Stein (Heinrich Hugendubel Verlag 1986)
    Katalog zur Ausstellung anlässlich des 225-jährigen Bestehens des Unternehmens Faber-Castell.
  • French, Thomas E.: Engineering Drawing (McGraw-Hill, 6. Auflage 1941)
    Die alten Ausgaben dieses klassischen Lehrbuchs sagen einiges zum Gebrauch des Bleistifts für das Technische Zeichnen, so z. B. zum Spitzen.
  • Garenfeld, Barbro: Das große Buch der Schreibgeräte (H. F. Ullmann 2010)
    Das dreisprachige und reich illustrierte Buch ist sehr schön gemacht, wird aber dem Anspruch, einen umfassenden Überblick über die Geschichte und Entwicklung der Schreibgeräte zu bieten, leider nicht gerecht (so ist z. B. das Kapitel zum Bleistift sehr kurz). Auch die Aussage, „alle relevanten Hersteller” zu präsentieren, ist nicht richtig, da z. B. STAEDTLER fehlt – zumindest die Erwähnung der Füllhalter dieses Herstellers wäre in diesem Buch, das sich hautpsächlich an die Liebhaber von Tinten­schreibgeräten richtet, angebracht gewesen.
  • Geyer, Dietmar: Collecting Writing Instruments (Schiffer Publishing 1990)
    Auch wenn sich dieser mit Fotos, technischen Darstellungen, Katalogseiten und Anzei­gen reich illustrierte Titel hauptsächlich an die Sammler von Tintenschreibgeräten rich­tet, so enthält er doch auch ansprechend aufbereitete Informationen zur Geschichte und Herstellung des Bleistifts. – Mit Portraits der Firmen Faber-Castell, J.S. Staedtler und Schwan-Stabilo sowie einem Abschnitt zum Bleistift in der Literatur.
  • Haenig, Alfred: Der Graphit. Eine technische Monographie (A. Hartleben's Verlag 1910)
    Auch dieses Fachbuch beschreibt die Bleistiftherstellung und nennt auf 21 Seiten viele technische und geschichtliche Details mit Quellen und Abbildungen.
  • Hambly, Maya: Drawing Instruments 1580-1980 (Sotheby's Publications 1988)
    Über 200 Seiten mit zahlreichen, zum Teil farbigen Abbildungen illustrieren die Geschichte der Zeichengeräte, aber auch ihrer Schöpfer, aus vier Jahrhunderten.
  • Heine, Hugo: Der technische Zeichenbedarf. Eine Warenkunde mit arbeitstechnischen Hinweisen (rotring-Werke/Georg Westermann 1978)
    Herausgegeben von einem Hersteller hochwertiger Schreib- und Zeichengeräte anlässlich seines 50-jährigen Bestehens und einem renommierten Schulbuch-Verlag richtet sich dieses Nachschlagewerk sowohl an Berufsanfänger als auch an Fach­verkäufer. Neben konkreten Informationen zur Zeichenaustattung und ihrem Einsatz bietet es auch geschichtliche sowie fertigungstechnische Details; ein kurzer, aber informativer Abschnitt ist Blei- und Farbstiften gewidmet.
  • Henderson, Bill (Hg.): Minutes of the Lead Pencil Club (Pushcart Press 1996)
    Kein Buch über Bleistifte, sondern – so der Untertitel – „Letters, essays, cartoons, and commentary on how and why to live contraption-free in a computer-crazed world”, beigesteuert von Mitgliedern eines Clubs, der sich den Bleistift als Zeichen gegeben hat; etliche Beiträge befassen sich mit diesem Schreibgerät.
  • Huber, Jürg-Peter: Griffel, Feder, Bildschirmstift. Eine Kulturgeschichte der Schreibgeräte (AT Verlag 1985)
    Mit vielen Abbildungen, darunter auch Reproduktionen von Katalogseiten, aber insgesamt recht nüchtern geschrieben.
  • ISZ (Industrieverband Schreiben, Zeichnen, Kreatives Gestalten e.V.): Welchen Spitzer für welchen Stift? (3. Auflage 2006)
    Diese kleine, in deutsch und englisch erhältliche Broschüre informiert über Qualitäts­kriterien, Geometrie und den richtigen Einsatz von Spitzern für Blei- und Farbstifte.
  • Jegel, Dr. Alfred: Die wirtschaftliche Entwicklung von Nürnberg-Fürth, Stein und des Nürnberger Raumes seit 1806 mit Berücksichtigung des allgemeinen Geschehens (Verlag Lorenz Spindler 1952)
    Das oft genannte Buch macht auf 24 Seiten detallierte Angaben zur Geschichte der Bleistiftherstellung im Raum Nürnberg.
  • Jensen, Gotthard B.: Schreibgeräte, unter besonderer Berücksichtigung von Schülerschreibgeräten. Historische Entwicklung und kulturethologische Verlaufsformen dieser Entwicklung (aufgezeigt an Kielfeder, Schiefergriffel und -tafel, Bleistift, Stahlfeder mit Halter und Füllfederhalter) (2004)
    Inaugural-Dissertation in der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
  • Klöffler, Dr. Martin: … nie wieder einer lieblichen Hand fähig. Zeichentechnik beim Militär ca. 1750-1820 (PDF)
  • Kreuzer, Dr. Rudolf: Meine Ziele. Ein Unternehmerschicksal in bewegter Zeit (Verlag Moderne Industrie 1967)
    Dr. Rudolf Kreuzer war Mitinhaber und Leiter von STAEDTLER und zog anlässlich seines 80. Geburtstags in diesem Buch eine Bilanz seines Lebens.
  • Krichbaum, Jörg: Made in Germany (dtv 1997)
    In diesem Buch, das 100 bekannte deutsche Markenprodukte präsentiert, erfährt der Bleistift-Klassiker Faber-Castell 9000 eine kurze, aber detallierte Würdigung.
  • Lefebure, Molly: Cumberland Heritage (Victor Gollancz 1970)
    Ein Kapitel dieses Buches zur Geschichte dieser Region im Nordwesten Englands widmet sich dem Graphit, der zuerst in der Grube zu Borrowdale bei Keswick in Cumberland gefunden wurde.
  • Linscheid, Friedrich E.: Werkzeuge des Geistes (Carinthia 1994)
    Das Kapitel über den Bleistift ist zwar recht kurz, enthält aber interessante und nicht überall zu findende Details.
  • LYRA (Hg.): Gedenkschrift anläßlich des 100jähr. Bestehens der LYRA-Bleistiftfabrik Nürnberg (1906)
    70-seitige Festschrift im prächtigen Jugendstil-Design zum 100-jährigen Jubiläum des Unternehmens mit farbigen und Schwarzweiß-Abbildungen sowie Details zur Geschichte und Technik des Bleistifts.
  • LYRA (Hg.): Meilensteine. 150 Jahre Lyra-Orlow (Daco-Verlag 1956)
    Inklusive einer Darstellung des kompletten (?) damaligen Sortiments mit vielen Schwarzweiß- und Farbbildern.
  • Moist, Kevin M.; Banash, David (Hg.): Contemporary Collecting – Objects, Practices and the Fate of Things (Scarecrow Press 2013)
    Mit einem Abschnitt zum Eberhard Faber Blackwing 602 und Zitaten aus dem Artikel „No Ordinary Pencil: A Portrait of the Eberhard Faber Blackwing 602″.
  • Museum für Gestaltung Zürich (Hg.): Unbekannt – Vertraut. „Anonymes” Design im Schweizer Gebrauchsgerät seit 1920. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung (Reihe Schweizer Design-Pioniere 4, 1987)
    Ein Kapitel dieses Buches beschäftigt sich detalliert mit Caran d'Ache sowie dem Fixpencil und ein anderes mit dem Gedess-Minenschärfer.
  • N.N.: Dr. Rudolf Kreutzer – 75 Jahre Leben und Lernen, 57 Jahre Werken und Wirken (Die Leistung, Heft 95, Jahrgang 12; Daco-Verlag 1962)
    Dr. Rudolf Kreuzer, ab 1905 Mitarbeiter von J.S. STAEDTLER und ab 1911 Teilhaber, wurde am 29. Mai 1962 75 Jahre alt; ihm war diese Ausgabe der Zeitschrift „Die Leistung” gewidmet. Neben seiner Geschichte und der des Unternehmens vermittelt das Heft Einblicke in Entwicklung, Fertigung sowie Vertrieb und stellt ausgewählte Produkte der damaligen Zeit vor.
  • Nagler, Dr. phil. Josef: Die keramische Bleistiftmine. Zum 200. Geburtstag von Joseph Hardtmuth. In: Blätter für Technikgeschichte, Heft 20, Technisches Museum Wien (Hg.) (Springer 1958)
    Portrait des ehemaligen Baumeisters Joseph Hardtmuth, dem hier die Erfindung der Graphit-Ton-Mine zugesprochen wird, mit Details zur Fertigung nicht nur von Bleistiften und seiner Fabrik, die unter seinen Söhnen Ludwig und Carl sowie seinem Enkel Franz unter dem Namen „Koh-I-Noor” zu Weltruhm gelangte.
  • Nelms, Henning: Thinking with a Pencil (Gramery Pubslishing Company 1985)
    Ein großartiges Handbuch zur Visualisierung mit 692 Illustrationen auf 347 Seiten.
  • Nitzke-Dürr, Juliane: Lothar Freiherr von Faber (Ullstein 1999)
    Die Familien- und Unternehmengeschichte von 1758 bis 1998.
  • Petroski, Henry: Der Bleistift (Birkhäuser 1995)
    Der Klassiker.
  • Petroski, Henry: Invention by Design. How Engineers Get From Thought To Thing (Harvard University Press 1996, 5. Aufl. 2000)
    Im Kapitel „Pencil Points and Analysis” schaut Petroski auf abbrechende Bleistiftspitzen und fragt, was sie uns über die Festigkeit von Materialien und das Vorgehen des Inge­nieurs beim Lösen von Problemen sagen. Besonders interessant finde ich die Erklärung dafür, dass die Bruchfläche nicht senkrecht zur Minenachse, sondern in einem Winkel zu ihr verläuft sowie die geschichtlichen Details zur Verbesserung der Verleimung von Mine und Holz.
  • Piedmont-Pallatino, Susan C. (Hg.): Tools of the Imagination (Princeton Architectural Press 2007)
    Zeichengeräte und -tätigkeit der Architekten aus über 250 Jahren. – Der Essay „The Lead Pencil: Lever of the Architect's Imagination” von Paul Emmons in diesem Buch befasst sich ausschließlich mit dem Bleistift.
  • Rees, David: Die Kunst, einen Bleistift zu spitzen (Walde + Graf bei Metrolit, 2013)
    Deutsche Ausgabe von „How to Sharpen Pencils”.
  • Rees, David: How to Sharpen Pencils (Melville House 2012)
    Ein gleichermaßen unterhaltsames wie auch informatives, aber nicht durchgehend sehr gutes Buch des als „Artisanal Pencil Sharpener” bekannt gewordenen Künstlers.
  • Renk, Rudolf: Technisch Zeichnen (Faber-Castell/Nathan International 1984)
    Dieses kleine Büchlein zeigt ausschließlich und detalliert Produkte von Faber-Castell.
  • Ryschkewitsch, Dr. Eugen: Graphit. Charakteristik, Erzeugung, Verarbeitung und Verwendung (S. Hirzel 1926)
    Dieses Fachbuch geht auch auf die Bleistiftherstellung ein und nennt auf acht Seiten interessante technische Details.
  • Sattmann, Erhard: Vom Faustkeil zum Bleistift. Eine Kulturgeschichte der Schreibwerkzeuge (Verlag Peter Basten 1953)
    Das gut 60-seitige und mit Zeichnungen sowie Schwarzweiß-Fotografien illustrierte Büchlein zeigt Bekanntes, wartet aber auch mit zahlreichen bemerkenswerten Details auf, die ich bisher in noch keinem anderen Buch finden konnte. – Interessant sind auch das Vorwort „Deutsche Bleistift-Industrie mit Wiederaufbau nach 1945″ von Ludwig Kornegger, dem damaligen Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Bleistift-Industrie, sowie die Anzeigen (vermutlich der Sponsoren) am Ende des Buches.
  • Schillinger, Dr. Klaus (Bearbeitung): Zeicheninstrumente (Katalog). Staatlicher Mathematisch-Physikalischer Salon Dresden (1990)
    Zeicheninstrumente und Zubehör des 16. bis 19. Jahrhunderts. 32 Tafeln, davon die Hälfte farbig, mit ausführlicher Beschreibung sowie technische und geschichtliche Details mit Notizen zum Bleistift.
  • Schröder, Max (Hg.): Firmenmonografie zur A.W. Faber Bleistiftfabrik AG Stein bei Nürnberg. Internationale Industrie-Bibliothek, 56. Band, 10. Jahrgang 1934 (Verlag Max Schröder, Berlin)
    42 Seiten mit zahlreichen Schwarzweiß-Abbildungen. Mit den Kapiteln „Der Bleistift – eine kleine Kulturgeschichte” und „Das Geroldsgrüner Werk und seine Rechenstäbe”. – Ein Detail des Titels gibt es hier zu sehen.
  • Scott-Scott, Michael: Drawing Instruments (Shire Publications 1986)
    Mehr eine Broschüre als ein Buch, aber trotzdem anschaffens- und lesenswert. – Der Autor ist Sammler.
  • Schwan Bleistift-Fabrik: Chronik der Schwan-Bleistift-Fabrik Schwanhäußer & Co. in Nürnberg und ihrer Tochterwerke in Wien und Weißenburg von ihrer Gründung 1855 an (Eigenverlag 1962)
  • Schwan-STABILO (Hg.): 125 Jahre Schwan-STABILO. Der Weg eines mittelständischen Familienunternehmens (Intensiv-Werbung GmbH 1980)
    Luxuriöse, 32-seitige, reich bebilderte und durchgehend farbige Broschüre mit vielen Ausklappseiten und viersprachigem Text: eingelegt ist eine 24-seitige, illustrierte Firmenchronik in deutscher Sprache und mit geprägtem Titel.
  • Schwanhäußer Industrie Holding (Hg.): Millions of Colours – One World. 150 Years of Schwan-STABILO. Eine Unternehmensgeschichte im Zeichen des Schwans (2005)
    Ein hervorragendes Firmenportrait, dessen Inhalt und Aufmachung von höchster Qualität ist. – Der Titel erschien außer in Deutsch noch in Englisch und Französisch.
  • Schwanhäußer, Dr. Eduard: Die Nürnberger Bleistiftindustrie und ihre Arbeiter in Vergangenheit und Gegenwart (Schrag-Verlag 1895)
    Buchveröffentlichung der 1893 an der Universität Greifswald eingereichten Inauguraldissertation des älteren der beiden Söhne des Firmengründers Gustav Adam Schwanhäußer; er und sein Bruder August übernahmen 1908 die Leitung des Unternehmens.
  • Seiler, Dr. Karl (Hg.): Das Wirtschaftsleben der Stadt Nürnberg von 1050–1950
    Mit Monografien der Firmen A.W. Faber, Bleistiftmaschinen-Fabrik Fr. Erhardt, Glocken-Bleistift-Fabrik, H.C. Kurz, LYRA, Schwan und J.S. Staedtler.
  • J.S. Staedtler (Hg.): 275 Jahre Staedtler-Stifte 1662–1937 (J.S. Staedtler 1937)
    Das erste der beiden Kapitel dieses Buches, „Bleistifte schreiben Weltgeschichte”, behandelt die Geschichte der Schreib- und Zeichengeräte und stammt von Franz Maria Feldhaus; das zweite, verfasst von Wigo Weigand, beschreibt die Entstehung der Bleistifts bei Staedtler. Eine Übersicht der Produktvielfalt und Anwendungsbereiche sowie ein Quellenverzeichnis und ein Register runden das Buch ab. – Mit vielen, zum Teil ungewöhnlichen Abbildungen.
  • Sobtzyk, Gerd; Stöcker, Uwe; Georgi, Heike (Illustrationen): Die Geschichte von Bleistift, Radiergummi und Spitzer (ALWIS-Verlag 2007)
    Ein Kinderbuch mit sehr schönen Illustrationen, in dem ein Bleistift zusammen mit einem Radiergummi und einem Spitzer die Hauptrolle spielt.
  • J.S. Staedtler MARS-Bleistiftfabrik (Hg.): Der Staedtler-Stift. Seine vielseitige Verwendung, Geschichte und Herstellung (Verlag J.S. Staedtler Nürnberg, 1928)
    50-seitiges Büchlein mit vielen Farb- und Schwarzweiß-Zeichnungen sowie -Fotos.
  • Stationery Magazine Vol. 1 bis 10 (2005-2014)
    Ein jährlich von Herstellern und Händlern in Japan herausgegebenes, prächtiges Maga­zin. Fast durchgehend in Japanisch, doch die Anschaffung lohnt allein schon wegen der Fotos.
  • Stöwer, Dr. Ulrike: Woher kommt der „Bleistift”? (in: Tätigkeitsbericht der Arbeitsstelle Göttingen des Deutschen Wörterbuchs von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm 2009; PDF-Datei)
    Anmerkungen zur Etymologie des Wortes „Bleistift”.
  • Veley, Jonathan A.: The Catalogue of American Mechanical Pencils (Greyden Press 2011)
    Das knapp 180 Seiten umfassende Buch mit über 600 Farbfotos – das erste seiner Art – präsentiert unzählige mechanische Bleistifte von über 250 US-amerikanischen Herstel­lern, ihre Geschichte, Patente, Sammlerpreise, Details zum Sammeln und Restaurieren und vieles mehr. Es basiert auf der Sammlung des Autors.
  • von Sell, Philine: Made in Germany (Hatje Cantz 2008)
    Mit zwölf Fotos aus der Produktion von Faber-Castell.
  • Whalley, Joyce Irene: Writing Implements and Accessories. From the Roman Stylus to the Typewriter (David & Charles 1975)
  • 筆箱採集帳 ブング・ジャム (2009)
    Dieser sehr schöne Titel von Kidate Taku, Takabatake Masayuki und Tako Kabeuji zeigt 59 Mäppchen nebst deren Inhalt und ist aufgrund der Fotos auch für die der japani­schen Sprache Unkundigen (wie mich) eine lohnende Anschaffung. – Eine englische Besprechung mit ein paar Kostproben gibt es unter „A Collection of Pencil Cases” bei Dave's Mechanical Pencils.

Stand: 29.4.15

Graphitgrippe

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Graphitgrippe

Im Dienst der Ordnung

Dienstag, 27. Oktober 2009

Reklamemarke der Leitz-Ordner-Fabrik

Als der 1848 geborene Handwerker Louis L. Leitz 1871 in Stuttgart-Feuerbach eine kleine Werkstatt gründete und dort mit nur zwei Mitarbeitern die Fertigung von Metallteilen für Ordnungsmittel aufnahm, ahnte er noch nicht, welche Revolution er ein Vierteljahrhundert später auslösen sollte, denn seine Suche nach einer Alternative zur damals üblichen starren Ablage von Schriftstücken führte im Jahr 1896 zur Erfindung des – patentamtlich korrekt formuliert – „Briefordners mit Hebelmechanismus”. Dieser nach wie vor äußerst populäre „Leitz-Ordner” mit den beiden Bügeln und der Klemmspange mit Drücker erlaubte erstmals die flexible Ablage von Papieren, die nun buchähnlich aufbewahrt, sauber umgelegt sowie an beliebiger Stelle eingelegt und entnommen werden konnten. Ab 1901 trug der Rücken der zunächst nur in schwarz-grau angebotenen Ordnungshilfe den Namen seines Schöpfers in der klassischen und inzwischen verschwundenen „Pinselschrift”, und 1911 erfuhr das praktische Büro-Utensil seine wohl größte Änderung: Ein metallgefasstes Griffloch machte fortan die komfortable Entnahme des Leitz-Ordners aus dem Regal möglich. Eine weitere Verbesserung wurde dem Inbild der Ablage durch eine Idee Erich Krauts zuteil, der, seiner Erblindung im Ersten Weltkrieg zum Trotz, die Ordnerfabrik ELBA in Wuppertal aufbaute. Er brachte in den Deckel des Ordners zwei ebenfalls mit Metall eingefasste Löcher ein, durch die die Bügel herausragen konnten und ihn somit kompakter und standfester machten. – Die gezeigte, 60 × 45 mm große Reklamemarke stammt wahrscheinlich noch aus der Zeit vor Einführung des Grifflochs.

Spiel am Sonntag

Sonntag, 25. Oktober 2009

In ihrem hervorragenden Buch „Living Out Loud – Activities to Fuel a Creative Life” gibt die Autorin und Illustratorin Keri Smith zahlreiche interessante Anregungen und auch konkrete Anleitungen zum kreativen (Aus-)Leben. Ich mag ihren Stil sehr, ebenso ihre Art, sich die Umwelt und alltägliche Dinge zu erschließen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Unter dem Stichwort „Originalität” zitiert sie einen früheren Lehrer und eine Aufgabe von ihm:

Write down as many uses as you can think of for a pencil.

Weiter schreibt sie:

Try to get to 100.

Oha! Na, ich mach’ mal einen Anfang:

  1. Schreib- und Zeichengerät (bestimmungsgemäßer Gebrauch)
  2. Essstäbchen
  3. Lineal
  4. Hilfe zum Kratzen auf dem Rücken
  5. Trommelstock
  6. Material für ein Kunstobjekt
  7. Beißholz
  8. Lesezeichen
  9. Rührstab
  10. Achse für Waage (z. B. mit Lineal)
  11. Werbeträger
  12. Sammelobjekt
  13. Tauschgegenstand
  14. Hilfsmittel zum Straffen des Bandes in einer Audiokassette
  15. Feuerholz
  16. Türfeststeller
  17. Wurfgeschoss
  18. Ausstellungsobjekt
  19. Taktstock
  20. Sicherung der Hochsteckfrisur
  21. Pflanzholz
  22. Hilfe zum Blättern (nur Bleistifte mit Radierer)
  23. Wegweiser/Richtungszeiger
  24. Wählhilfe beim Wählscheibentelefon
  25. Zeigestock
  26. Erkennungsmerkmal
  27. Forschungsobjekt in der Technik- und Kulturgeschichte
  28. Locher-Ersatz
  29. Schmuckstück (z. B. Stummel als Brosche)
  30. Hilfsmittel zur Verschlüsselung (Skytala; nur Bleistifte ungewöhnlichen Durchmessers)
  31. Stab für Sonnenuhr
  32. Zahlungsmittel
  33. Gesprächsauslöser
  34. Handelsware
  35. Verschluss eines geeigneten Etuis
  36. Sportgerät (Weitwurf, Spinning)
  37. Maßstab/Lehre
  38. Stichwaffe
  39. Kerbholz
  40. Wickelkern (z. B. für Kordel)

Was könnte man dieser Liste noch hinzufügen?

Notiz-Knirps

Freitag, 23. Oktober 2009

Platz nicht nur für große Ideen, sondern auch in der kleinsten Tasche hat dieses winzige Notizbuch im Format A8 des niederländischen Anbieters Presign.

A8-Notizbuch von Presign

Trotz seiner geringen Abmessungen von gerade einmal 76 × 59 × 15 mm bietet das 45 g leichte Büchlein mit Fadenheftung, Lesezeichenband, Verschlussgummi und klassischem Einband alle vertrauten Merkmale der großen Brüder (die auf der Verpackung angedeutete Falttasche im Einband konnte ich bei meinem Exemplar jedoch nicht finden).

A8-Notizbuch von Presign

Die 192 linierten und an zwei Ecken abgrundeten Seiten aus glattem Papier der üblichen Grammatur von 80 g lassen sich überraschend komfortabel blättern und beschreiben, so dass einer kreativen Nutzung der insgesamt 0,75 Quadratmeter nichts im Wege steht.

A8-Notizbuch von Presign

Das gut verarbeitete A8-Notizbuch wird mit Papierbanderole in schützender Klarsichtfolie für etwa 1,50 Euro angeboten.

Maped Technic 600

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Zunächst nur ein Zufallsfund, dann aber eine kleine Entdeckung war der Radierer „Technic 600″ des französischen Herstellers Maped, der ihn in der Rubrik „Technical drafting” führt und mit „Erasers designed for optimum efficiency” bewirbt.

Maped Technic 600

Er ist 61 × 21 × 12 mm groß, knapp 25 g schwer und kommt im funktionell gestalteten Pappschuber sowie mit Klarsichtfolie geschützt bereits für etwa 20 Euro-Cent in die Hände all jener Bleischreiber, die sauber radieren wollen. – Übrigens wurden hier mit der Eurostile (Aldo Novarese, 1962; „600″) und der Serpentine (Dick Jensen, 1972; „Technic”) gleich zwei nach wie vor sehr populäre, technisch-dynamische Display-Fonts verwendet, und der Pfeil aus dem Dingbats-Zeichensatz von Hermann Zapf (1978) passt meiner Ansicht nach sehr gut dazu.

Maped Technic 600

In 13 Sprachen und obendrein mit Symbolen informiert die Bedruckung der Hülle über die saubere Arbeitsweise des „Technic 600″, wobei mich die Formulierung „Löscht ohne Rück­stände” schon etwas überrascht hat. Doch der Hersteller hat recht – das Teil putzt ordent­lich was weg, ohne selber ein Reinigungskommando notwendig zu machen.

Maped Technic 600

Fazit: Gut und günstig!

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