Monatsarchiv für November 2009

 Ältere Beiträge

Aus dem Archiv

Montag, 30. November 2009

Die „Neue Züricher Zeitung” holte in ihrer Online-Ausgabe vor wenigen Tagen einen Artikel aus der Technikbeilage vom 28. November 1934 hervor; Anlass für den damaligen, mit „Aus der Bleistiftfabrikation” betitelten Beitrag war eine Veröffentlichung des zehn Jahre zuvor gegründeten schweizerischen Unternehmens Caran d'Ache.

Bevor es üblich wurde, den Graphit mit Ton zu mischen und zu brennen, verwendete man als Bindemittel für den gemahlenen Graphit neben Schwefel – dem 75 Jahre alten Artikel zufolge und mir neu – Gummitragant, einen Saft der u. a. in der Gegend des Mittelmeers beheimateten Strauchart Astralagus. Dieser zähe, geruchlose Gummi wurde bereits im 12. Jahrhundert medizinisch und später auch technisch genutzt (die gerösteten Bohnen dieser Pflanze dienten Anfang des 19. Jahrhunderts sogar als Kaffeeersatz).

Ebenfalls erwähnenswert ist der bis jetzt einzige Leserkommentar dazu bei NZZ Online, der auf den 1958 erschienenen und 1999 überarbeiteten Essay „I, Pencil: My Family Tree as told to Leonard E. Read” verweist; darin lässt der Autor einen „Mongol 482″ von Eberhard Faber über sich selbst erzählen.

Danke an Frank für den Hinweis auf diesen Artikel!

Markiges Marketing (13)

Sonntag, 29. November 2009

Schulbleistift „Pegasus” von Schwan

Den durchdringenden Erfolg der Schwan-Bleistifte, insbesondere des 5-Pfennig-Schulstifts „Pegasus”, illustrierte diese Reklamemarke auf besonders eindrucksvolle Weise. Die zwei gut verpackten Personen, eine davon bestückt mit der US-amerikanischen Flagge, müssen nicht schlecht gestaunt haben, als sie am Nordpol und obendrein im prächtigen Farbenspiel der Sonne feststellen mussten, dass sich die Erde entgegen der damals vorherrschenden Meinung um einen Bleistift dreht. Ob sie diese sensationelle Beobachtung dokumentiert haben (und wenn ja, ob mit Graphit), verrät die Marke jedoch nicht.

Doch genug der Albernheiten. Mir gefallen das Wortspiel, die Grafik und auch der Reiz des Handgemachten dieser wohl um die 100 Jahre alten Reklamemarke. Für interessant halte ich zudem den Umstand, dass es den beworbenen Schulstift gleich in mehreren Farben gab, ähnlich dem alten STAEDTLER 6089 ELEPHANT und dem aktuellen Tombow MONO KM-KMSC – ein Detail, das mich sehr anspricht.

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Haltestelle

Freitag, 27. November 2009

Klemmbretter sind ungemein praktisch, verfügen jedoch leider – ebenso wie die als Mappe ausgeführten Varianten – nur selten über eine Halterung für das Schreibgerät. Stifte mit Clip lassen sich vielleicht noch am Brett oder dem Papier anklemmen, doch was machen die Nutzer des holzgefassten Graphits?

Klemmbrettmappe von Herlitz

Ein gelungene Lösung kommt von Herlitz in Form der A4-Klemmbrettmappe, die über eine ringförmige Flachspirale zur Aufnahme von 7 bis 14 mm dicken Stiften verfügt und damit wohl fast alles Schreibende zuverlässig hält. Die in rot, blau und schwarz angebotene Mappe mit starkem, vernickeltem Klemmer und angenehm anzufassender Beschichtung ist sehr gut verarbeitet und kostet etwa 5 Euro. – Im Fachgeschäft FORMAT in Darmstadt konnte ich neben den mit Clip ausgestatteten Haltern auch Varianten mit Magnet und Klebepad sehen; letztere entsprechen weitgehend dem hier gezeigten.

Zeitzeuge

Donnerstag, 26. November 2009

Hundertprozentig sicher bin ich mir nicht, doch es sieht so aus, als trage dieser Dosenpitzer von Dahle Spuren der deutschen Wiedervereinigung, die sich kürzlich zum 20. Mal jährte.

Dosenpitzer Dahle 53463

Der genaue Blick auf den Boden des transparenten Teils zeigt eine kleine Auffälligkeit bei der in die Spritzgussform eingebrachten Angabe des Herkunftslandes:

Dosenpitzer Dahle 53463 (Unterseite)

Ich vermute, dass man den West-Teil des Schriftzugs (”W”) aus dem Werkzeug entfernt hat und daher an dieser Stelle nur noch ein flaches Quadrat sieht (und somit die alte Form im vereinten Land weiterbenutzen kann). – Der Spitzer selbst ist ist übrigens sehr gut und mit 0,26 mm auch recht sparsam.

Mars vs. Mars

Mittwoch, 25. November 2009

Den holzgefassten und den metallgehalterten Mars Lumograph stellte die J.S. STAEDTLER Inc. mit Sitz in Hackensack, New Jersey (USA), in dieser elegant kolorierten Schwarzweiß-Anzeige gegenüber und versprach den Lesern der Zeitschrift „Architectural Record” im Mai 1960, mit beiden das Beste zu bekommen.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)

Neben den vertrauten Produkten bewarb der Text auch den Bleistift „Mars Duralar”, der in den fünf Härtegraden K1 bis K5 erhältlich und für das Zeichnen auf PET-Folie gedacht war. Diese dünnen Folien, die Anfang der 1950er Jahre unter den Markennamen „Hostaphlon” und „Mylar” auf den Markt kamen, waren äußerst maßhaltig, transparent und haltbar. Da jedoch herkömmliche Bleistifte auf diesem Material schmierten, nutzte man neben Tusche spezielle Polymerminen, die zudem den Vorteil der sehr guten Radierbarkeit boten. Die zu beschreibende Seite der Folie war leicht aufgerauht und recht empfindlich; bereits kleine Beschädigungen beim Radieren oder geringe Verschmutzungen mit Fett oder Öl machten die Oberfläche abweisend und damit unbrauchbar.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)   Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)

Ebenfalls Erwähnung fand der „Mars Lumochrom”, dem auch eigene Anzeigen gewidmet waren; eine davon gibt es hier und eine weitere folgt in Kürze.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)

 Licht und Farbe (1) | Alte Anzeigen von STAEDTLER | Licht und Farbe (2) 

Pentel P205 mit Pep

Dienstag, 24. November 2009

Zum Klassiker Pentel P205, der schon fast den Archetyp des Druckbleistifts darstellt, muss man wohl nichts mehr sagen – dieses solide Arbeitsgerät ist seit ein paar Jahrzehnten auf dem Markt und erfreut sich zu Recht größter Beliebtheit. Wer sich jedoch bisher von den nicht gerade spektakulären Farben dieses Stifts vom Kauf abhalten ließ und auch nicht zu Umbauten wie z. B. dem edelhölzernen von „Turn of the Century” greifen wollte, könnte Gefallen an der „Limited Edition” finden.

Pentel P205 Limited Edition

In rot, blau, grün und schwarz marmoriert erhältlich sorgt der P205M für eine wohltuende, flotte Alternative zum Einerlei nicht nur auf dem Schreibtisch und bietet mit 6,30 USD (ca. 4,20 Euro) ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. – Ob es diesen Druckbleistift noch mit anderen Minendurchmessern und vielleicht sogar hierzulande geben wird, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Danke an Jeremy von Pencils 11 für seine Hilfe bei der Beschaffung des P205M Limited Edition!

Ein kleines Kamel

Dienstag, 24. November 2009

Ja, sind wir denn hier im Zoo? Erst ein Krokodil, dann einen Drachen (von wegen „es gibt keine Drachen”), danach ein paar Elefanten und jetzt ein Kamel – na, ich will mal nicht so sein und auch dieses noch durchs Nadelöhr Weblog trampeln lassen, begegnet man einem solchen Prachtexemplar doch wirklich nicht alle Tage.

STAEDTLER 1255 CAMEL

Aber genug der Albernheiten und stattdessen ein paar Worte zu dem alten Bleistift 1255 von STAEDTLER, den ich natürlich hauptsächlich wegen des kleinen Kamels zeige.

STAEDTLER 1255 CAMEL

Schlicht und mittels eines goldfarbenen Prägedrucks nur mit den nötigsten Informationen versehen erfreut der Bleistift außer durch das kleine Kamel mit einer zweifarbigen, auf die dunkelgrüne Lackierung des Stifts hervorragend abgestimmten Tauchkappe, die, wie ein genauer Blick mit einer Fünffach-Lupe zeigt, abschließend mit Klarlack überzogen wurde, einem qualitätstiftenden und auch heute noch bei STAEDTLER üblichen Verfahren. – NB: Der Viertelmond wurde 1887 als Markenzeichen eingetragen und bis in die 1950er Jahre benutzt; wie lange das kleine Kamel hierzulande anzutreffen war, weiß ich leider nicht.

STAEDTLER 1255 CAMEL

Trotz der sicher vielen Jahrzehnte, die der CAMEL auf den Höckern hat, befindet sich der Bleistift in einem sehr guten Zustand. Er ist gerade, sein Lack ohne Abplatzungen und der Aufdruck mit dem kleinen Kamel zeigt keine Spur der Alterung. – Die 1935 angemeldete Wortmarke wird meines Wissens nur noch beim gleichnamigen Bleistift von STAEDTLER Thailand genutzt, ebenfalls mit einem kleinen Kamel; wie sich die beiden Tiere im Detail unterscheiden, konnte ich mangels des thailändischen Stifts bis jetzt leider nicht ermitteln.

STAEDTLER 1255 CAMEL

Habe ich eigentlich schon das kleine Kamel erwähnt?

Kurz notiert

Montag, 23. November 2009

Unter dem schlichten Titel „Bleistift” ist vor wenigen Tagen ein neues Weblog über Blei- und andere Stifte angetreten, die an Schreibgeräten Interessierten in der virtuellen Welt mit Informationen und Erfahrungen zu versorgen. Der erste Beitrag beschäftigt sich mit dem ungewöhnlichen Druckbleistift Kuru Toga von Mitsubishi/uni und geht dabei nicht nur detailliert auf den Stift selbst ein, sondern auch auf seine Verpackung und – besonders interessant – dessen Gebrauch mit dem westlichen Schriftsystem. Ein bemerkenswerter Auftakt, und ich bin sehr gespannt auf das, was noch kommt!

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