Monatsarchiv für Juni 2011

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Geburtstag in Grün

Donnerstag, 30. Juni 2011

Heute eingetroffen und eine große Überraschung: Eine Zimmerpflanze und ein Haustier zum vierten Geburtstag dieses virtuellen Heims – natürlich beide graphithaltig.

Geburtstag in Grün

Dem Bambus geschickt nachempfunden ist der erste Stift; die unregelmäßigen Knoten mit einem dunkleren Grün- und einem Braunton machen sich gut.

Geburtstag in Grün

Der Gecko auf dem runden, schwarz durchgefärbten Bleistift hat Profil, denn er ist erha­ben. Der glänzende Klarlack hebt das Tier zusätzlich vom matten Stift ab.

Geburtstag in Grün

Beide Bleistifte sind von EPD Eckhoff in Schwabach, etwa 20 km südlich von Nürnberg. – Vielen Dank an Herrn Fischer von Möbius+Ruppert für diese schönen Stücke!

Geburtstag in Grün

Ausgetütet

Mittwoch, 29. Juni 2011

Ausgetütet

Aufdruck einer etwa 200 × 55 mm kleinen Papiertüte, auf deren Rückseite der STAEDT­LER Elastic, der „handfreundliche Kugelschreiber mit der teleskopgefederten IRREMOVO-Mine”, beworben wird. Die jedoch zeige ich nicht, denn Kugelschreiber kommen hier nicht in die virtuelle Blog-Tüte. – Der 754 war ein Kopierstift.

Zufallsfund

Dienstag, 28. Juni 2011

„Sie suchten nichts Besonderes, doch sie fanden einiges”, hieß es 1557 in „Die Reise der drei Prinzen von Serendip”. Zweihundert Jahre später führte diese Geschichte zum eng­lischen Wort „serendipity” und dieses dann zum deutschen „Serendipität”, dem Begriff für den zufälligen Fund von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem.

Zufallsfund

Ebenfalls auf der Suche und überraschter als die drei Prinzen zusammen war ich, als mir auf Seite 297 des Buches „Christian Morgensterns Leben und Werk” von Michael Bauer1 der Spitzname auffiel, den mir ein guter Freund, der zonebattler aus Fürth, vor Jahren gege­ben hat.

Zufallsfund

Ich mag sowohl den zonebattler als auch den Morgenstern und ihrer beider Neologismen und finde es klasse, dass beide auf die gleiche Wortschöpfung kamen! Welchen Gedanken jedoch Morgenstern dabei hatte, wird wohl für immer verborgen bleiben, ebenso der hin­ter „Der bleistiftwachsende Westentasche” – eine sonderbare Formulierung, die den Blei­stift vorwegnehmend in die Nähe des Lexikalikers rückt. Sachen gibt’s …

  1. Verlag R. Piper & Co., 2. Auflage 1937

Wundersame Welt der Waren (19)

Sonntag, 26. Juni 2011

Duschgel „The Day After” von REWE

Zitrusfrisch und belebend und für nur 99 Euro-Cent pro 300 Milliliter die unschönen Spuren des nuklearen Schlags wegduschen – da strahlt der gepflegte Mann!

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Mikado und Maschine

Samstag, 25. Juni 2011

Einen Blick hinter die Kulissen bot die Eagle Pencil Company in „The Literary Digest” vom 11. April 1931.

Mikado und Maschine

Im Mittelpunkt der 58 × 275 mm großen Anzeige stand ein von Eagle erfundenes Gerät, mit dem der beim Schreiben mit einem Bleistift benötigte Druck aufgezeichnet und jede Charge des beworbenen „Mikado” endgeprüft wurde.

Mikado und Maschine Mikado und Maschine

(Miniaturen anklicken, um die Ausschnitte vergrößert anzuzeigen)

Der „Mikado 174″, dessen gelben Lack und roten Ring man in der Schwarzweiß-Anzeige betonte, trug die Bezeichnung des göttlichen Kaisers von Japan, und der gepinselt wirken­de Namenszug unterstrich das fernöstliche Image, das man z. B. auch bei L. & C. Hardt­muth mit dem „Koh-I-Noor” pflegte. Nach dem Angriff der japanischen Streitkräfte auf Pearl Harbour am 7. Dezember 1941 wollte man jedoch bei Eagle weg von dieser nun nicht mehr werbewirksamen Konnotation und benannte den Bleistift zu „Mirado” um. Die neue Marke wurde 1947 angemeldet und ist bis heute in Gebrauch.

Mikado und Maschine Mikado und Maschine
Mikado und Maschine Mikado und Maschine

Um Eagles Jubiläumsjahr herum gab es in der Welt der Bleistifte noch mindestens zwei wei­tere wichtige Ereignisse: 1929 erhielten die Stifte von Schwan die typischen Kantenstrei­fen und am 1. August 1930 kam der STAEDTLER Mars Lumograph 2886 auf den Markt.

Fächerfund

Freitag, 24. Juni 2011

Restposten in einem Mainzer Fachgeschäft: Ein ungewöhnlicher Stiftständer aus hellem Holz und schwarzem Karton.

(Der Packpapier-Streifen ist von mir.)

Zusammengeklappt sieht man dem Utensil seine Funktion nicht an, doch geöffnet und mit dem verschiebbaren Holz auf der Unterseite versteift wird es zu einem attraktiven Zubehör für den Schreibtisch. – Die Blindprägung verweist auf den Hersteller Format Guggenbühl in der Schweiz.

Leider hat sich während des Fotografierens eine Verklebung gelöst, aber die müsste sich reparieren lassen.

Mit dem Palomino Blackwing 602 und zwei Pentel Black Polymer 999.

Dieses Teil kommt wohl ins Büro.

DingsBums

Donnerstag, 23. Juni 2011

Kaum zu glauben: Da findet man nach 36 Jahren einen Stempel wieder, den man als Junge bekommen hat1. Doch es gibt noch mehr Bemerkenswertes.

DingsBums

Kreuzer „DingsBums” (1. Serie, 1975)

1975 begann die Kreuzer Produktion & Vertrieb GmbH2 mit der Herstellung von Stempeln3, bei denen sich die Farbe im Stempelkörper befand. Die erste Zielgruppe waren Kinder, zu denen auch ich damals gehörte, und noch im selben Jahr war ich stolzer Besitzer des ge­zeigten Geräts, das unter dem treffenden Namen „DingsBums” angeboten wurde. Die Mo­tive dienten der Verschönerung von allem, was nicht schnell genug in Sicherheit war, und so habe ich oft und gern Gebrauch von diesem Stempel gemacht (jedoch nicht immer zur uneingeschränkten Freude meiner Mitmenschen).

DingsBums

Im darauffolgenden Jahr brachte Kreuzer die zweite Serie dieses Utensils auf den Markt; hier eine Anzeige für den Verkaufskarton4:

DingsBums

Der Knüller ist, dass dieser Stempel auch nach über dreieinhalb Jahrzehnten noch funktio­niert – die Farbe ist nicht ausgetrocknet, der Gummi hat nur geringe Spuren und die Rück­stellfeder ist in Ordnung.

Nachtrag vom 29.6.11: Die Stempel hießen nur während der ersten Jahre „DingsBums”, danach „Bilderstempel”, was für den Export besser war (dieser Artikel ging auch nach Eng­land). Die Rückstellfeder diente der leichteren Handhabung, denn damit konnte der Stem­pel erst positioniert und dann der Abdruck gemacht werden. Bei der zweiten Mini-Version des Stempels hat man aus Kostengründen auf die Feder verzichtet. – Wie der US-amerika­nische Vorgänger hatte die erste Variante eine 2–3 mm dicke Stempelmasse, auf der das etwa 1 mm hohe Motiv saß. Diese Stempelmasse wurde mit Farbe getränkt und in das Ge­häuse eingeklebt (dieses Prinzip nutzen auch viele aktuelle Stempel). Für die zweite Vari­ante kam eine Mischung aus Kunststoff und Farbe zum Einsatz, die in Formen gegossen und polymerisiert wurde. Diese sog. Mikroverkapselung käme angesichts der heute für die Sicherheit von Spielzeug geltenden Voschriften (wie z. B. die EN 71) bei Kinderstempeln nicht mehr in Frage, wird aber noch bei Stempeln für Erwachsene und nachfüllbaren Stem­pelkissen genutzt. – Vielen Dank an Herrn Oborski für diese Details!

  1. Es ist beruhigend, dass die wichtigsten Dinge nicht verloren gehen.
  2. Bekannt durch den „Blift” und als OEM für Geha.
  3. 1983 erweiterte man das Sortiment um Adress- und Bürostempel.
  4. Mir gefällt der Slogan „Mehr Technik als Preis”.

Beitrag Nr. 631

Donnerstag, 23. Juni 2011

Beitrag Nr. 631

Nett, wie der Würfel die Nummer dieses Beitrags zeigt. Doch was stimmt hier nicht?

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