Monatsarchiv für August 2011

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Mir nach!

Mittwoch, 31. August 2011

Getreu dem Motto „Ich auch!” habe ich mich vor kurzem zu denen gesellt, die in Portionen von maximal 140 Zeichen zur Erhöhung der Entropie im Internet beitragen. Außer zur un­vermeidlichen Reklame für neue Blog-Beiträge werde ich meinen Twitter-Account jedoch auch zur Verklappung von Kleinigkeiten unterschiedlichster Art nutzen, um meine Anhän­ger bei Laune zu halten. Also:

Der Lexikaliker auf Twitter

0900-SPITZER

Montag, 29. August 2011

0900-SPITZER

0900-SPITZER

STAEDTLER Noris Club maxi

Sonntag, 28. August 2011

Zwölf Seiten statt der üblichen sechs hat der Bleistift Noris Club maxi, den STAEDTLER im Werk Neumarkt nahe Nürnberg ausschließlich für den australischen Markt fertigt.

STAEDTLER Noris Club maxi

Der gut 8,5 mm dicke Stift mit 3 mm starker Mine hat einen mattgrauen Lack mit weißem Prägedruck in Frutiger und eine zweistellige Blindprägung; der sonst übliche Barcode fehlt (was mich freut, empfinde ich diesen doch oft als wenig attraktiv). Außer der schlichten Gestaltung gefallen mir das leicht geschärfelte Ende und die Grauschattierungen, die sich beim Drehen auf dem Schaft zeigen; zudem fasst sich der Stift angenehm an.

STAEDTLER Noris Club maxi

Die bruchstabile, gut radierbare Mine des in den Härtegraden 2B und 6B erhältlichen und hauptsächlich für Kinder gedachten Bleistifts hat eine saubere Abgabe und eine gute Schwärzung, und so werden sicher auch ältere Kinder Freude am Noris Club maxi haben. Ich benutze diesen schönen und ungewöhnlichen Stift zurzeit für Notizen und rasche Skiz­zen.

STAEDTLER Noris Club maxi

Links: Spitze ab Werk, rechts: gespitzt mit der Kurbelspitzmaschine Westcott iPoint Classact

Vielen Dank an STAEDTLER für die Muster!

Handband

Samstag, 27. August 2011

Handband

Manikel1 als Meterware: 260 cm lang, 5,5 cm breit und für mich unwiderstehlich ist dieses Stoffband, das ich bei Etsy erspäht und umgehend erworben habe.

Handband

Noch weiß ich nicht, was ich daraus machen werde, doch irgendetwas wird mir sicher ein­fallen. Vielleicht ein Etui für Stifte?

  1. Das ist mein Übersetzungsvorschlag für den englischen Begriff „manicule”, der die kleine Hand bezeichnet.

Drehbleistift (2)

Donnerstag, 25. August 2011

Als August Buchwald in seinem Buch mit dem ausführlichen Titel „Blei­stifte, Farbstifte, far­bige Kreiden und Pastellstifte, Aquarell­farben, Tusche und ihre Herstel­lung nach bewähr­ten Verfahren” (1904) das Konzept eines Drehbleistifts beschrieb, beließ er es nicht bei der einfachsten Variante, sondern stellte noch weitere Bauformen vor.

Drehbleistift (2)

Bei einer anderen Ausführungsform ist das vordere Ende, ein Kopf, lösbar mit dem Stiel verbunden; entweder ist es aufgeschraubt, oder es ist der Kopf mit einem Konus versehen, welcher in eine entsprechende Bohrung des Stieles eingesteckt ist. Auch kann, im Fall die Graphiteinlage kurz abgebrochen ist, das Anschneiden mit dem Messer überflüssig werden, wenn man bei einer weiteren Ausführungsform die Befestigung zwischen Kopf und Stiel löst und die Einlage von hinten durch den Kopf herausschraubt.

Diese Ausführung löst gleich mehrere Probleme, die beim Gebrauch der ersten auftreten können, doch es geht noch weiter.

Drehbleistift (2)

Einsatz für den Halter. – Spitze frei auf das Ende des Halters aufgesetzt.

Drehbleistift (2)

Verschiedene Ausführungsformen.

Es soll weiter das Anfassen der Graphitseele ohne Anwendung einer beson­deren Mutter dadurch vermieden werden, daß die Spitze des Halters selbst drehbar ist und mit einem unrunden Loch eine unrunde Graphitseele aufnimmt, welche in einem Gewinde des Halters liegt, so daß bei Drehung der Spitze die Graphitseele mitgedreht und in dem Gewinde der runden Halterbohrung vor­geschoben wird.

Die unrunde Graphitseele mit Außengewinde sitzt jetzt also mittels Formschluss verdreh­sicher in der Spitze, schiebt sich aber bei Verdrehung im Halter durch dieselbe.

Drehbleistift (2)

Befestigungsart der Spitze.

Drehbleistift (2)

Längsschnitt mit abgenommender Spitze. – Ansicht des gebrauchsfertigen Bleistiftes.

In den Abbildungen sind mehrere Ausführungformen dargestellt: Fig. 98 ist ein Längsschnitt mit abgenommender Spitze; Fig. 99 zeigt einen Einsatz für den Halter einzeln; Fig. 100 ist eine Ansicht des gebrauchsfähigen Bleistiftes;

Hier hat Buchwald offenbar die Abbildungsnummern vertauscht, denn Fig. 98 zeigt den Einsatz und Fig. 99 den Längsschnitt.

Fig. 101 zeigt eine Ausführungsform, bei welcher die Spitze frei auf das Ende des Halters aufgesetzt wird; Fig. 102–105 zeigen weitere Ausführungsformen; Fig. 103 veranschaulicht eine Befestigungsart der Spitze.

Drehbleistift (2)

Der Halter A ist mit Schraubengewinde versehen, welches entweder direkt im Halter, Fig. 101, oder in einem in demselben angeordneten Einsatz A1 (Fig. 104) angebracht sein kann. Der Einsatz kann eine beliebige Konstruktion haben und besteht beispielsweise aus einem bei A4 geschlitzten Rohr A3 (Fig. 98 und 99), welche eine bequeme Entfernung der Graphiteinlage gestattet, wenn dieselbe im Halterinneren zerbricht. Die Graphiteinlage ist in jedem Fall unrund und ebenso ist die Bohrung B3 der Spitze B entsprechend unrund und ohne Innengewinde. Es ist ersichtlich, daß infolgedessen durch Drehung der lose aufgesetzten Spitze die Graphitseele mitdreht und in dem Gewinde des Halters vorgeschoben werden kann. Bei der Ausführungsform nach Fig. 101 ist der Halter von einer dünnen Hülse D2 umgeben, auf welcher die Spitze D3 auf­gesetzt ist. Zum Verschieben der Einlage kann hierbei entweder der Halter mit der Hülse mittels des Griffes D4 oder es kann auch die Spitze D3 gedreht wer­den. Bei der Ausführungsform nach Fig. 100 ist das Ende des Halters A ge­schlitzt, so daß die aufgesetzte Spitze federnd gehalten wird. In der Spitze sitzt eine Sackung D5, welche die Graphiteinlage mit starker Reibung erfaßt. Fig. 102 zeigt die Spitze mit der Packung auf dem Halter.
Fig. 103 veranschaulicht eine Befestigungsart für die Spitze. Die Spitze besitzt innen eine Nase C4, mittels welcher sie in einer Längsnut C2 des Halters auf­geschoben werden und dann durch Drehung in der Ringnut C3 gesichert wird.

Die Beschreibung der Varianten ist nicht sofort zu durchschauen; hier eine Übersicht der Details:

  • Die Mine lässt sich über die lösbare Spitze drehen.
  • Das geschlitzte Ende des Halters (Fig. 98 und 99) erleichtert die Entnahme von Minen­resten.
  • Der Halters ist geschlitzt und hält die Spitze durch Kraftschluss (Buchwald verweist hier auf Fig. 100, doch dort kann ich keinen Schlitz erkennen).
  • Die Spitze sitzt nicht auf dem Halter, sondern auf einer Hülse, die den Halter umschließt (Fig. 101). Das Ende ist zur leichteren Drehbarkeit gerändelt.
  • Die Spitze hält die Mine nicht durch Formschluss, sondern mit starker Reibung (Fig. 102). Wie sich dann aber die Mine nach vorne durchschieben soll, ist mir unklar.
  • Durch eine Nase an ihrem rückwärtigen Ende sitzt die Spitze in einer Nut im Halters, ist aber drehbar (Fig. 103).
  • Das Gewinde befindet sich nicht im Halter, sondern in einem Einsatz nahe der Spitze (Fig. 104).
  • Die Spitze ist aufgeschraubt (Fig. 104), doch dazu lässt sich Buchwald nicht aus.

Diese Konstruktionen mögen zunächst reizvoll wirken, haben jedoch das Problem der nicht unerheblichen mechanischen Beanspruchung der Mine, die wohl hauptsächlich zu Graphit­staub, durch die Torsionslast aber auch zum Bruch geführt hätte. – Interessant zu sehen wäre nun, wer diese Ideen aufgegriffen hat und wie sie weiterentwickelt wurden.

Zeitgefühl

Mittwoch, 24. August 2011

Zeitgefühl

Hewlett-Packard bewirbt1 seine TouchPads mit „Das Entertainment: im Nu die Zeit für Stunden vergessen.” Das klingt für mich eher wie ein Warnhinweis, aber ich gehöre wohl nicht zur „Entertainment”-Zielgruppe.

  1. Besser: bewarb, denn die Geräte wurden kürzlich abgekündigt.

Danke, Herr Opel!

Donnerstag, 18. August 2011

Werter Herr Opel,

als passioniertem Bedienungsanleitungsgernleser war es mir heute früh ein außerordent­liches Vergnügen, mich der Dokumentation Ihres „Infotainment System OPEL CD 70 NAVI / OPEL DVD 90 NAVI” (deutsch/englisch, 01/2005, Art.-Nr. 09 952 841) eingehend wid­men zu dürfen. Das beschriebene Gerät und mein Interesse am bestimmungsgemäßen Ge­brauch desselben rückten jedoch plötzlich in den Hintergrund, als ich auf Seite 13 mit dem mir bis dato unbekannten Begriff der „Verweilseite” bekannt gemacht wurde.

Danke, Herr Opel!

Ich danke Ihnen recht herzlich für die Bereicherung meines Wortschatzes um diesen wun­derschönen Terminus, der ab sofort fester Bestandteil meines mündlichen und schriftlichen Wortguts sowohl im privaten als auch beruflichen Alltag sein wird.

Hochachtungsvoll,

Ihr Lexikaliker

Drehbleistift

Mittwoch, 17. August 2011

Ein bemerkenswertes Mittelding aus mechanischem und Holzbleistift zeigt das Buch „Blei­stifte, Farbstifte, farbige Kreiden und Pastellstifte, Aquarell­farben, Tusche und ihre Herstel­lung nach bewährten Verfahren” von August Buchwald, erschienen 1904 in A. Hartleben’s Verlag1.

Drehbleistift

Bleistifte mit schraubbarer Graphitseele.
Bei dieser Konstruktion eines Bleistiftes soll das Lösen und Verstellen der Einlage aus Graphit, Kreide usw. auf das einfachste dadurch erreicht werden, daß die Einlage an ihrer Außenseite mit einem Gewinde versehen wird, während der zur Aufnahme desselben dienende Stift ein entsprechendes Muttergewinde auf­weist, in welches die Einlage unmittelbar eingeschraubt werden kann. Diese einfachste Form des Gedankens ist in Fig. 97 im Längs- und Querschnitt darge­stellt. Der Stiel, welcher vorzugsweise aus Holz ausgeführt wird, kann außen die gebräuchliche runde oder sechseckige Form erhalten. Im Innern ist er seiner ganzen Länge nach oder auch an einem Stück seiner Länge mit einem Mutter­gewinde versehen.

Drehbleistift

Die Einlage e aus Graphit, Kreide u. dgl. ist in ihrer ganzen Länge nach auf der Außenseite mit Gewinde ausgestattet. Das Gewinde erhält eine so geringe Stei­gung, daß die Einlage durch den Längsdruck, der bei dem Gebrauch des Stiftes ausgeübt wird, in dem Stiel nicht verschoben werden kann, obgleich sie sich so leicht in dem Muttergewinde dreht, daß sie ohne weiteres mit den Fingern ver­stellt werden kann. Ist die Spitze verbraucht, so wird sie einfach mit dem Dau­men und Zeigefinger erfaßt und durch die Drehung in entsprechendem Sinn aus dem Stiel um ein Stückchen herausgeschraubt.

Drehbleistift Drehbleistift

(Miniaturen anklicken, um die Ausschnitte vergrößert anzuzeigen)

Sollte sie beim Gebrauch so kurz abgebrochen oder durch Unvorsichtigkeit soweit hineingeschraubt sein, daß man sie nicht mehr mit den Fingern fassen kann, so kann man durch Anschneiden des Holzstieles in üblicher Weise mit dem Messer ein genügendes Stück freilegen.

Wer diese Idee hatte und ob ein solcher Stift jemals gefertigt wurde, lässt Buchwald leider offen, präsentiert aber noch andere, aufwändigere Umsetzungen dieses Konzepts. Diese seien jedoch für einen späteren Beitrag aufgehoben.

Nachtrag vom 25.8.11: Weiter geht es unter „Drehbleistift (2)”.

  1. Dieser Titel war wohl der erste deutschsprachige, der sich umfassend mit diesen Themen bechäftigt hat.
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