Monatsarchiv für Mai 2012

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(low) tech writer

Samstag, 26. Mai 2012

Es ist schon einige Zeit her, dass ich auf den Artikel „General's Semi-Hex 498 2 2/4 … Rea­sons Why #1″ gestoßen bin, doch ich weiß noch, dass er mir gut gefallen hat – so gut, dass ich das Weblog „(low) tech writer” von David Maddalena im Auge behalten habe.

Wie ich später erfuhr, gehört der Artikel über den Bleistift von General zu 50 Essays, in de­nen sich der im Silicon Valley lebende Autor zwischen Januar 2009 und Dezember 2010 mit altmodischen, einfachen und schönen Dingen und Orten auseinandergesetzt hat. Aus die­sen zunächst als Weblog veröffentlichen Texten wurde danach eine Website und im April dieses Jahres ein Buch.

(low) tech writer

In „(low) tech writer” betrachtet David Maddalena u. a. einfache Werkzeuge, Landkarten, Wörterbücher und Selbstgemachtes und spricht mich damit gleich in mehrfacher Hinsicht an. Doch er ist kein Maschinenstürmer – ganz im Gegenteil: Er tritt ein für ein sinnvolles, über­legtes Nebeneinander von alter und neuer Technik und so für eine bewusstere Wahl der Mittel. Seiner Wertschätzung schlichter, dem High-Tech zuweilen überlegener Dinge verleiht er klug und humorvoll Ausdruck und regt zum Nachdenken an.

„(low) tech writer – low tech principles in a high tech world” hat etwa A5-Format, 158 Seiten und enthält zahlreiche Schwarzweiß-Abbildungen sowie einige zuvor nicht veröf­fentlichte Texte. Es ist bei Lulu als Print-on-Demand erschienen und kostet 11,39 Euro.

Danke an Kai für den Hinweis auf das Buch!

Im Bild: Becher von Wächtersbach (alt), Notizbuch „Agenda” (heute „Pocket”) von Leuchtturm1917, Blei­stift STAEDTLER Noris 120 B, Spitzer Faber-Castell Janus 4048 und Radierer Mitsubishi Boxy.

Von A.C. bis Zinco

Samstag, 26. Mai 2012

Von A.C. bis Zinco

Albert.—A popular small size of private note paper, 6 by 3⅞ in. when folded to fly sheet, principally preferred for ladies’ uses despite its masculine description.

Elephant.—A size of paper, 23 in. by 28 in., used occasionally in cartridge paper and paper hangings. It is supposed to derive its name from the fact that it origi­nally contained a watermark of an elephant, but there is not much evidence to support this theory.

Von A.C. bis Zinco

H., H.B., H.H. etc.—Abbreviated descriptions applied to blacklead pencils. H. signifies hard, and the exact degree of hardness is further specified by the num­ber of H’s., thus one H. would represent a merely hard pencil while 6H would correspond to about the maximum degree of hardness. H.B. denotes hard and black, while further degrees of softness and blackness are specified by the num­ber of B.’s. Thus, while B. represents a soft black pencil, B.B. would indicate a further degree of softness.

Von A.C. bis Zinco

Music Paper.—A class of high quality printing paper of standard size made with special consideration to thickness, surface, flatness and flexibility. The correct way of grain for opening easily and not curling is important.

Propelling Pencils.—The type of pocket pencil which carries a slender lead in a tube and which has a screw of similar mechanism for the purpose of propelling the lead point up for writing or down into the case for safety.

Von A.C. bis Zinco

Style.—From “stylus”, the implement with which the early Egyptians incised their historical records or beeswax tablets, the incisions being afterwards filled in with earthy colour for distinction, effect and endurance. The modern “style” is a short blunt pencil with a bone or agate point, and is used for writing on mani­fold duplicates where two-sided carbon between the leaves produces a double copy. The leaf on which the style is used is thin manifold, the transparency of which permits the carbon impression to show through clearly from the back.

Von A.C. bis Zinco

Waterline Ruling.—A method of ruling employed when the lines are required to be barely visible, as in occasional note paper and foreign bankpost orders. The ruling ink is thinned down for the purpose of a mere tint. Waterlining is also accomplished by the papermaker in the manufacture of brief foolscaps and other legal forms by embodying the pattern as a watermark. Mainly this method is employed in the production of hand-made papers, in which case the wire­mould in which the sheets are formed contains the waterline pattern in relief. The impression of the raised wires on the moist pulp creates the necessary watermark.

Von A.C. bis Zinco

Harry A. Maddox: A Dictionary of Stationery. J. Whitaker and Sons, Ltd, London. 2. überar­beitete Auflage 1942, Nachdruck 1946. Gedruckt in England von Unwin Brothers Limited, London and Woking. 10,5 × 16,5 cm, 124 Seiten. Ehemaliges Bibliotheks-Exemplar. – Der Bleistift im ersten Bild ist ein Wolff's Royal Sovereign 5151 HB, hergestellt in Pontyclun, Gla­morgan (Wales).

Birth of a Pencil

Dienstag, 22. Mai 2012

Ein nettes Poster für Kinder zur Bleistift-Herstellung von STAEDTLER UK: „Birth of a pencil”.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Montag, 21. Mai 2012

Dieses Jubiläum fand bereits 1955 statt, doch das, was ausgewählten Personen zu diesem Anlass überreicht wurde, lässt heute noch staunen.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Schon die Verpackung beeindruckt. Der feste, 20 × 6 × 1 cm große und mit goldfarbe­ner Folie überzogene Schiebekarton trägt auf Vorder- und Rückseite vollflächige, farbig ab­gestimmte Etiketten, die stilvoll und sauber bedruckt sind.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Auch nach über einem halben Jahrhundert hat sich weder der Karton nennenswert verzo­gen noch eine Verklebung gelöst – zweifellos keine Selbstverständlichkeit.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Im Innern des geschmackvollen Etuis wartet ein halbes Dutzend dicker, dunkelroter Bleistif­te mit matten, gold­farbenen Kantenstreifen, kleinen weißen Schwänen und goldglänzen­den Metallkappen. Die Stifte haben einen ebenfalls goldglänzenden Prägedruck mit dem Logo und dem Namen des Herstellers, geschmückten Jahreszahlen und einer auf allen Flächen angebrachten „100″1.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Die Schwäne, mit Watte vor Bruch geschützt, sind aus Kunststoff und mit Sockel 10 mm lang. – Neben der Luxusausführung dieses Sets mit Schwänchen gab es noch eine ein­fachere, deren Bleistifte eine Tauchkappe mit Schwan-Logo (dem sog. „Schwan-Auge”) zierte.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Goldglänzende, 43 mm lange Metallkappen mit Schlitz und Bördelung schützen die Spitzen.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Der mit Schwänchen 18,5 cm lange Stift ist 9 mm dick und hat eine etwa 3,5 mm starke Mine, deren Mischung der im Stabilo micro 8000 B2 entspricht. Sie schreibt sehr sauber, ist vergleichsweise wischfest, gut radierbar und gleitet äußerst leicht. – Als ich das Set be­kommen habe, hatten die Spitzen einen grauen Belag. Dieser ist durch das Ausblühen des Wachses, mit dem die Minen getränkt wurden, entstanden und ließ sich abwischen.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Die Unregelmäßigkeiten an der Kappenspitze sind keine Spuren der Korrosion, sondern Reflexionen.

Das Zedernholz des Stiftes ist rötlich und fein gemasert (auf den Griff zum Spitzer habe ich diesmal verzichtet). – Bei genauem Blick erkennt man, dass zuerst die Kanten goldfarben und dann die Flächen rot lackiert wurden.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Zum Größenvergleich ein aktueller STABILO Opéra 285.

Die Liebe zum Detail, die sorgfältige Verarbeitung und die sehr hohe Qualität machen die­ses großartige Jubiläums-Set, das nur als Präsent gedacht und nicht zu kaufen war, für mich zu einer Kostbarkeit.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Danke an Herbert R. für die Details zum Hintergrund des prächtigen Sets!

  1. Eine nette Aktion von Schwan zu diesem Jubiläum war übrigens, alle Bürger Deutschlands, die 1955 auch 100 Jahre alt wurden, zu besuchen und zu beschenken. Über Zeitschriftenanzeigen und Artikel hatte man nach ihnen gesucht, und alle 50, die sich gemeldet haben, wurden auch bedacht.
  2. Bereits 1930 ließ sich die Schwan-Bleistift-Fabrik „mikrofein” und 1938 „microtom” eintragen. Diese Namen gingen wohl zurück auf die „mikroskopisch fein vermahlene Spezialmine”, wie der Katalog des Jahres 1938 schrieb. Die Bezeichnung „microtom” und die Kurzform „micro” wurden ab 1959 für Fallstift-Minen genutzt und später für den STABILO micro 8000 übernommen; die Mine des letzteren entsprach der Fallstift-Mine.

Kleiner Elefant

Samstag, 19. Mai 2012

Kleiner Elefant

Detail des Zeichenstifts J.S. Staedtler Elefant 118

J.S. Staedtler Noris 278

Freitag, 18. Mai 2012

Um die hundert Jahre alt ist dieses Dutzend des Noris 278 von J.S. Staedtler.

J.S. Staedtler Noris 278

Der 1901 eingetragene Markenname „Noris” hat seine Wurzeln im 11. Jahrhundert, als der Norica-Stamm die Ansiedlung Norimberga (auch „Norenberg”) auf dem Burgberg gründete. Dichter der daraus entstandenen Stadt Nürnberg stellten im 17. Jahrhundert ihre Heimat als „Nymphe Noris” dar und machten so den Namen „Noris” populär.

J.S. Staedtler Noris 278

Die ersten Produkte der Marke „Noris” waren runde und sechsflächige Stifte mit Politur, doch bereits 1919 umfasste das „Noris”-Sortiment außerdem Kopierstifte, Hand- und Kur­belspitzer, Radierer, Kreiden und sogar einen Drehbleistift, den Noris-Füllstift 8280, mit 60 mm langen und 2,45 mm dicken Minen. Der Katalog dieses Jahres führte auch den Bleistift Nr. 278 auf; ihn bot man nur in Härte 2 an.

J.S. Staedtler Noris 278

Ausschnitt des Katalogs von 1919

Rot lackiert und mit goldfarbener Prägung gab der 278 eine elegante Erscheinung ab, aber auch die anderen Varianten in schwarz, gelb und grün waren sicher schön anzusehen.

J.S. Staedtler Noris 278

Meine Exemplare indes sind ziemlich mitgenommen und haben nicht die bedruckte, im Ka­talog von 1919 abgebildete Banderole. – Ich kann nicht sagen, ob die Abplatzungen des Lacks und die Risse auf Produktionsmängel oder eine unsachgemäße Lagerung zurück­zuführen sind. Bemerkenswert ist allerdings, dass bei keinem Stift die Mine erkennbar ex­zentrisch sitzt und nur ein einziger leicht gekrümmt ist; beides ist für Bleistifte dieses Alters keine Selbstverständlichkeit.

J.S. Staedtler Noris 278

Ausschnitt des Katalogs von 1919

Der hexagonale Noris 278 hat einen Durchmesser von knapp 8 mm, eine 2 mm dicke Mine und recht scharfe Kanten. Neben seiner Bedruckung mit den üblichen Informationen, zu denen auch der Viertelmond als das damalige Warenzeichen gehört, trägt er noch die Blindprägung „MADE IN GERMANY”.

J.S. Staedtler Noris 278

Das Holz bezeichnet der Katalog als „Zedernersatzholz”, ohne es jedoch genauer zu spezifi­zieren. Es ist hell, hat eine sehr feine, gleichmäßige Maserung und lässt sich im Hand- und im Kurbelspitzer gut spitzen.

J.S. Staedtler Noris 278

Gespitzt mit der „Granate” …

Die Mine des 278 ist von ordentlicher Qualität, kommt aber nicht an die späterer Blei­stifte dieses Herstellers heran. Trotz ihrer Rauhigkeit schreibt sie sauber und ist gut radierbar. – Es fällt auf, dass die Mine weicher und schwärzer ist als spätere des gleichen Härtegrads.

J.S. Staedtler Noris 278

… und dem Kurbelspitzer Carl Decade DE-100

Der Spitzenbleistift des „Noris”-Programms war in den 1930er Jahren der weiß lackierte 6049 aus Zedernholz mit roter Tauchkappe und goldfarbenem Prägedruck. 1934 kam der erste schwarz-gelb gestreifte Noris auf den Markt, und 1963 erhielt er den weißen Kragen und das rote Krönchen mit Wellenrand.

J.S. Staedtler Noris 278

Thoreaus Bleistifte

Donnerstag, 17. Mai 2012

Wie bereits erwähnt, hat der Schweizer Diogenes-Verlag anlässlich des 150. Todestages des US-amerikanischen Schriftstellers Henry David Thoreau am 6. Mai 2012 ein Bleistift-Set herausgebracht. Bei dem Preis von knapp 10 Euro habe ich erst gezögert, dann aber doch zugegriffen.

Thoreaus Bleistifte

Die gut 180 × 55 × 10 mm große Metallschachtel enthält sechs hexagonale, werkseitig gespitzte Bleistifte mit Zitaten und der Unterschrift Thoreaus.

Thoreaus Bleistifte

Ein Faltblatt beschreibt kurz Thoreaus Leistung für den amerikanischen Bleistift; die Rück­seite wirbt für die Thoreau-Ausgaben von Diogenes.

Thoreaus Bleistifte

Der mit Schaumstoff ausgelegte Boden der Schachtel, die Farbgebung der Stifte und die Gestaltung des Faltblatts machen einen ansprechenden Eindruck.

Thoreaus Bleistifte

Thoreaus Bleistifte

Viele werden sich das Set wohl zur Seite legen und damit der Benutzung entziehen, doch ich sehe auch diese Bleistifte als Gebrauchsgegenstände und habe sie daher unter die Lu­pe genommen.

Thoreaus Bleistifte

Das helle und geruchsfreie Holz mit deutlicher Maserung lässt sich in der „Granate” gut spit­zen, doch beim Schreiben folgt eine Enttäuschung – die Mine hat zwar eine recht saubere Abgabe, schreibt aber rauh und kratzt. Zudem ist sie weder sonderlich wischfest noch gut radierbar.

Thoreaus Bleistifte

Der nähere Blick auf die Verarbeitung der Stifte zeigt weitere Schwächen. Der Lack – of­fenbar nur eine Schicht – ist ungleichmäßig, denn er hat viele kleine Dellen (vom Holz?), und die Käppchen sind unterschiedlich groß. Auch der Aufdruck hat Mängel; hier fallen die grobe Auflösung und die unterschiedliche Farbsättigung auf.

Thoreaus Bleistifte

Bei Werbe-Bleistiften würde ich vielleicht ein Auge zudrücken, doch bei diesen, die einen Mann ehren sollen, der sich der Qualität von Bleistiften verpflichtet hatte und sie auch bot, kann ich das nicht hinnehmen, erst recht nicht angesichts des Preises, und so bereue ich den Kauf. – Übrigens hat mir Diogenes auf meine Frage nach dem Hersteller der Bleistifte nicht geantwortet; das finde ich ebenfalls schade.

Spitz und weg

Donnerstag, 17. Mai 2012

Jeden Tag laufe ich unzählige Male an diesem Schild vorbei:

Spitz und weg

Auf einmal fiel mir das ein:

Spitz und weg

Und dann das:

Spitz und weg

Das war's.

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