Monatsarchiv für August 2012

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Tajima HB

Donnerstag, 30. August 2012

Ein besonderer Bleistift kommt von Tajima aus Japan.

Tajima HB

Die Gestaltung des einzeln und im Sechserpack, aber nur in HB und 4H erhältlichen Stifts beeindruckt mich. Der dicke, schwarze Lack ist sehr glatt und gibt einen perfekten Unter­grund für den goldfarbenen Ring und den ebensolchen Prägedruck ab. Passend dazu ver­schließt eine lange, mattgoldene Tauchkappe mit schwarzem Aufdruck das Stiftende; wenn ich richtig sehe, sitzt unter dem Lack eine abgerundete Kunststoffkappe. Mit einem Durchmesser von 8 mm (Schlüsselweite 7,2 mm) ist er geringfügig dicker als die meisten aktu­ellen Bleistifte, was den hochwertigen Eindruck noch verstärkt.

Tajima HB

Die Bedruckung nennt u. a. den angestrebten Verwendungszweck: „Marking for Construc­tion and Fine Drawing”, heißt es dort, und 建築用すみつ鉛筆 (etwa „Markier-Bleistift für die [Zimmermanns-]Konstruktion”). Neben dem Härtegrad HB steht タイプ (taipu, etwa „Sor­te”) und gegenüber ふつう (futsuu, etwa „normal”)1; nahe dem zu spitzenden Ende findet sich eine mit sieben Stellen ungewöhnlich lange alphanumerische Blindprägung. – Auf ei­nen Strichcode hat man erfreulicherweise verzichtet.

Tajima HB

Das Spitzen mit dem zuweilen kritischen Janus 4048 von Faber-Castell fällt leicht und zeigt die sehr gute Verleimung von Zedernholz und Mine. Die 2 mm dicke, glatt schreibende Mine ist ungefähr so hart wie die des STAEDTLER Noris 120 B, aber etwas bruchstabiler und hat eine saubere, gut schwärzende Abgabe. Ihre hervorragende Radierbarkeit geht jedoch auf Kosten der Wischfestigkeit.

Tajima HB

Gespitzt mit dem Faber-Castell Janus 4048.

Während die Mess- und Werkzeuge von Tajima aus eigener Fertigung stammen, wird die­ser Bleistift (ebenso wie der rote Farbstift und der Fallminenstift) zugekauft; mit dem Zulieferer hat Tajima eine sehr gute Wahl getroffen. – Der deutsche Vertrieb führt diese Schreibgeräte leider nicht.

Tajima HB

Die dunklen Stellen im Tajima-Schriftzug sind keine Mängel, sondern Reflexionen.

Vielen Dank an isu von the uncomfortable chair für den ungewöhnlichen Tajima HB!

  1. Die der japanischen Sprache Kundigen mögen über kleine Ungenauigkeiten hinwegsehen, mich aber auf grobe Fehler hinweisen.

Zeichengerät

Dienstag, 28. August 2012

Zeichengerät

Illustration auf der Verpackung des Drehbleistifts Uchida Drawing Sharp D

Alligator

Donnerstag, 23. August 2012

Man sagt, ein Alligator könne bis zu 70 Jahre alt werden, doch der heute vorzustellende ist sogar mit 118 noch fit und nicht nur deshalb ein besonderer.

Alligator

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

In die Welt kam er 1894 mit der Eintragung der Marke »THE “ALLIGATOR” Made in Nürn­berg (Germany)«1 durch die Bleistiftfabrik Johann Faber in Nürnberg2. Einen sehr frühen Auftritt des Alligators dokumentiert der Katalog des Jahres 1898 von Richard Best, New York: Der dreiflächige Bleistift No. 125 „Alligator” war mit einem Radierer bestückt und in drei Härte­graden erhältlich.

Alligator

Einige Jahrzehnte neuer sind der runde „Alligator” № 2 und diese sechsflächige Variante in BBBB mit Radierer.

Alligator

Das Auffälligste an diesem Stift ist – abgesehen von dem kleinen Tier – der Härtegrad, des­sen Schreibweise hierzulande wohl um 1900 üblich war und später durch 4B abgelöst wur­de. Beim Schreiben überrascht jedoch, dass die Mine deutlich härter ist und eher B oder 2B entspricht.

Alligator

Material- und Verarbeitungsqualität schwanken bei meinen Exemplaren stark. Im besten Fall ist die Lackierung weitgehend glatt und gleichmäßig, der Prägedruck sauber und die Mine homogen; auch wurde die Zwinge sorgfältig angebracht. Manche Stifte haben allerdings deutliche Mängel im Lack und in der Prägung, die Zwinge am falschen Ende und eine Mine, die manchmal leicht kratzt.

Alligator

Spitze (ab Werk, Kurbelspitzer Carl Decade DE-100, Handspitzer M+R „Granate”)

Das Zedernholz lässt sich im Hand- und im Kurbelspitzer gut spitzen und die Mine recht gut radieren, doch durch die Streuung der Qualität und den über die Jahre hart gewordenen Radierer eignet sich dieser Bleistift nur noch bedingt für den täglichen Gebrauch. – Interes­sant ist ein Kommentar meines kundigen Lesers Herbert R. zum „Alligator”:

Erstaunlicherweise finde ich den Alligator in keinem J. Faber Katalog zwischen 1910 und 1929. Nur auf einem Radiergummi von 1910. Dafür taucht der Stift bei A.W. Faber in Auslandskatalogen ab 1951 auf. Als Bleistift HB oder 2 poliert in „dark, red, black or natural”, als Bleistift BBBB mit Gummikapsel, als Kopierstift mit gelber Politur in 2 Härten und als Farb-Kopierstift mit gelber Politur und vio­letter Mine. Immer mit dem aufgeprägten Alligator.

Kurz nach dem Fund des alten „Alligator” erhielt ich den Hinweis auf einen weiteren und konnte mir den Kauf nicht verkneifen.

Alligator

Auch diese Ausführung hat einen sehr dunklen, rotbraunen Lack, einen hellen Radierer in champagnerfarbener Zwinge und die Härtegrad-Kennzeichnung BBBB; ein Teil des Präge­drucks ist in Arabisch.

Alligator

Von Faber-Castell konnte ich erfahren, dass die Marke „Alligator” 19433 auf A.W. Faber-Castell umgeschrieben und in den 1950er Jahren auf Löschpapierkarten und farbenfrohen Blechetuis beworben wurde. Dieser Bleistift mit den arabischen Schriftzeichen, so Faber-Castell weiter, ist die aktuelle Version des „Alligator”-Stifts und seit gut zehn Jahren im Markt. Er wird in Stein produziert und seit über 50 Jahren ausschließlich in Saudi-Arabien vermarktet; zurzeit werden jährlich etwa 20 Millionen „Alligator”-Bleistifte gefertigt. – Der arabische Text kam vor ungefähr zehn Jahren aufgrund der zahlreichen Plagiate hinzu und besagt in etwa „Alligatorstift hergestellt in Deutschland” (entsprechende Hinweise finden sich zudem auf der Verpackung).

Alligator

Spitze (ab Werk, Kurbelspitzer Carl Decade DE-100, Handspitzer M+R „Granate”)

Der Lack ist im Vergleich zum älteren „Alligator” rauher und dünner, und statt des Zedern­holzes wird Jelutong4 verwendet. Die Mine schwärzt zwar etwas weniger stark, schreibt sich aber wesentlich glatter und lässt sich besser radieren. Der festsitzende Radierer erfüllt seine Aufgabe sehr gut.

Alligator

Die Mine des neueren „Alligator” ist ebenfalls spürbar härter als 4B. Faber-Castell klärt auf: Er hatte früher eine 4B-Mine, doch dann wurde die Spezifikation geändert; heute befindet sich eine B-Mine im Stift. Die Bedruckung hat man jedoch beibehalten, um den Verbrau­cher nicht zu irritieren.

Alligator

Löschpapierkarte aus den 1950er Jahren

Bemerkenswert finde ich übrigens, wie sich der Alligator über die Zeit gewandelt hat. Wirk­te er anfänglich ziemlich aggressiv, so war er später entspannt, und die auch heute noch genutzte Ausführung macht einen beinahe milden Eindruck.

Alligator

Danke an Faber-Castell für die Scans und die Informationen!

  1. Auch wenn die Marke als „ALLIGATOR”, also in Versalien eingetragen ist und auch so verwen­det wird, benutze ich hier die Gemischtschreibung.
  2. Er ist jedoch nicht die älteste Bleistiftmarke, die noch im Gebrauch ist, denn „SCHWAN” wurde meines Wissens bereits 1875 angemeldet.
  3. Georg Büttners Bleistiftseiten zufolge ging Johann Faber, der sein Unternehmen 1876 grün­dete, im Jahr 1932 eine Zusammenarbeit mit A.W. Faber-Castell ein und wurde zehn Jahre später von diesem übernommen.
  4. Ganz sicher bin ich mir hier nicht; die Poren sprechen für Jelutong, nicht aber die Färbung.

Geschichtsschreiber

Mittwoch, 22. August 2012

40 Meter mit mehr als 16000 Fotos aus 50 Jahren und darin eine Abbildung des Eberhard Faber Mongol 482 № 2: Das Kunstwerk „Leaves of Grass” von Geoffrey Farmer, zu se­hen auf der documenta (13), zollt auch dem amerikanischen Bleistift-Klassiker Tribut.

Geschichtsschreiber

Danke an Michael Reichenbach für seine Beobachtung und das Foto!

Guten Appetit!

Mittwoch, 22. August 2012

Guten Appetit!

Eine grandiose Idee: Dem in Jerusalem „Ashtanur” genannten Fladenbrot nachempfunden ist dieses leckere Rollmäppchen von Ido Mohar und Baruch Mogilevsky.

Guten Appetit!

Das Mäppchen ist bei Etsy erhältlich und kostet knapp 25 Euro. – Danke an Ido und Baruch für die Fotos und Alex für den Hinweis!

Dienstagsding

Dienstag, 21. August 2012

Das Ding des heutigen Dienstags schlummert seit vielen Jahren in meinem Fundus. Ich weiß nicht, ob man es heute noch benutzt, finde aber seinen Zweck so interessant, dass ich mich noch nicht von ihm trennen konnte.

Dienstagsding

Zum Vergrößern anklicken. – Bleistift zum Größenvergleich.

Um was handelt es sich hier? Wer als erster einen Kommentar mit der richtigen Lösung und einer funktionierenden E-Mail-Adresse hinterlässt, bekommt eine Überraschung.

22.8.12: Hier ist die Lösung.

Schon gewusst?

Sonntag, 19. August 2012

Schon gewusst?

Eine bei Outdoor-Freunden beliebte, knapp 45 mm lange sog. Bison-Kapsel fasst ein 35 × 100 mm großes Stück Papier sowie einen 40 mm langen Bleistiftstummel und gibt damit einen robusten und wasserdichten Notizenspeicher ab.

Schon gewusst?

Johann Faber, Pencil Manufacturer.

Freitag, 17. August 2012

Johann Faber, Pencil Manufacturer.

Titelseite des Katalogs von Richard Best, New York (1898)

Danke an Faber-Castell für den Scan!

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