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„The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil”

Lesen und schreiben – zwei Kulturtechniken, mit deren vielfältigen Aspekten ich mich ger­ne beschäftige. Über die zufällige Entdeckung des Buches „Page Fright. Foibles and Fe­tishes of Famous Writers” von Harry Bruce (2009) habe ich mich daher sehr gefreut, und als mir dann das Kapitel mit der herrlich alliterierenden Überschrift „The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil” auffiel, war meine Freude noch größer, denn dieses befasst sich mit dem Bleistift in der Hand berühmter Schriftsteller. Fünf davon seien hier kurz erwähnt.

The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil

Nach einem sehr kurzen Abriss der Geschichte des Bleistifts mit Borrowdale, Conté und Thoreau geht es zunächst zu John Steinbeck. Der amerikanische Autor schrieb täglich bis zu sechs Stunden mit Bleistift, vorzugsweise mit runden, da diese seine Hand weniger strapazierten. Je nach Stimmung und Wetter – die Luftfeuchtigkeit beeinflusst Schreib­gerät und Beschreibmaterial – wählte er aus aus verschiedenen Härtegraden, und um keine Zeit zu verlieren, benutzte er eine elektrische Spitzmaschine.

The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil

Für Vladimir Nabokov war die Radierbarkeit sehr wichtig, überarbeitete er doch alles, was er schrieb. – Ernest Hemingway betrachtete das mit sieben HB-Bleistiften Geschriebene als ein gutes Tagespensum und das Verfassen des ersten Entwurfs mit Bleistift als Möglichkeit, die Qualität zu verbessern. Er schätzte den Bleistift auch, weil er leicht zu transportieren war, und erlebte oft, dass ihn bereits das Spitzen in Schreibstimmung brachte.

The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil

Seine schriftstellerischen Aktivitäten verbergen musste F. Scott Fitzgerald während seiner Zeit in der Army; Notizbuch und Bleistift versteckte er dazu in dem Buch „Small Problems for Infantry”. – Den Umstand, dass der Bleistift auf vielen Materialien schreibt, machte sich Marvis Gallant zunutze und hielt Teile ihrer Arbeit manchmal sogar auf Streichholzbriefchen fest.

Auf die Lektüre der anderen Kapitel bin ich gespannt!

Stichwörter: Bücher

2 Kommentare zu „„The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil””

  1. Christian

    Ein schöner Beitrag, wie alle in diesem herrlichen Blog! Leider ist mein Englisch sehr schlecht. Ich interessiere mich sehr dafür, wie schrifsteller arbeiten. Vorallem mit welchen Stiften sie schreiben. Darüber gibt es im Internet nicht sehr viel Informationen.
    Weiter so!

  2. Lexikaliker

    Danke für das Kompliment – das freut und motiviert mich sehr! Zu den Werkzeugen der Schrift­steller gibt es in der Tat nur wenig Informationen. Ich habe noch ein deutschsprachiges Buch zu diesem Thema in Erinnerung, doch dessen Titel ist mir leider entfallen; so ist das oben Zitierte die einzige Quelle, die ich kenne.

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Ich versuche, auf alle Kommentare einzugehen, und sei es auch nur, um Danke zu sagen.


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