Monatsarchiv für Dezember 2013

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Fremdgehen, aber richtig

Freitag, 27. Dezember 2013

Seit Weihnachten habe ich einen neuen Füllfederhalter, und zwar den SUPER5.

Fremdgehen, aber richtig

Da ich von Füllern keine Ahnung habe, enthalte ich mich jeden beschreibenden und erst recht bewertenden Kommentars. Nur so viel: Seit meiner sehr lange zurückliegenden Zeit als schönschreiblernender Grundschüler hatte ich nicht mehr so große Freude an einem Füllhalter. Ist es nur die Begeisterung über das Neue? Vielleicht. Werde ich dem Bleistift untreu? Wohl kaum. Mache ich hier ein neues (Tinten-)Fass auf? Das habe ich nicht vor (auch wenn der Gedanke, etwas mir völlig neues zu erkunden, sehr reizvoll ist).

Fremdgehen, aber richtig

Zurzeit enthält er noch eine Patrone mit blauer Tinte mir unbekannter Herkunft, doch da­nach kommt Pelikan 4001 Brilliant-Schwarz hinein.

Nachtrag vom 24.4.14: Wie ich heute erfahren konnte, wurde der Kunststoffschaft des SUPER5 mit Klavierlack überzogen.

Presseschau

Freitag, 27. Dezember 2013

Presseschau

Unter der Überschrift „Völlig aus der Zeit” bringt die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Druckausgabe einen lesenswerten Bericht über den Sammelalben- und Notizbuchhersteller Leuchtturm. Dessen Notizbücher sind meine erste Wahl, auch wenn mich im kommenden Jahr der Ho­bonichi Techo begleiten wird.

„Wenn's drauf ankommt”

Freitag, 27. Dezember 2013

Aus heutiger Sicht zurückhaltend, ja fast bescheiden wirkt diese Anzeige von STAEDTLER aus dem Jahr 1959.

„Wenn's drauf ankommt”

Wie einfach waren doch die Sprache und die Beispiele: Brücke, Motor und Haus – darunter konnte sich jeder etwas vorstellen. Heute würde es bestimmt anders klingen: Statt „Aus­führung” hieße es vermutlich „Realisierung”, und die „fortschrittlichen Fertigungsmetho­den” kämen wohl inflationär als „innovative Produktionstechnologien” daher.

„Wenn's drauf ankommt”

Unnötig zu sagen, dass mich die Gestaltung dieser Anzeige sehr anspricht.

„Wenn's drauf ankommt”

Zur Jahreszahl 1662 und dem damit verbundenen Rechtsstreit gibt es hier ein paar Details.

„Wenn's drauf ankommt”

Der hier beworbene Technico 1001 mit Druckmechanik kam in den frühen 1950er Jahren auf den Markt; sein Vorgänger war der Lumograph 1019 mit Schraubklemmung.

„Wenn's drauf ankommt”

Diese Variante des Marskopfes wurde übrigens 1957 eingeführt und bis 1963 genutzt.

„Wenn's drauf ankommt”

Würde es heute noch jemand wagen, mit „immer gleich gut” zu werben? Sicher nicht, denn heute muss Perfektion angepriesen und das Streben nach ständiger Verbesserung versprochen werden.

„Wenn's drauf ankommt”

Mir gefällt, dass man hier eine echte Handschrift und nicht etwa einen an eine solche erinnernden Font verwendet hat. Was es jedoch mit dem Strich über dem w auf sich hat, ist mir ein Rätsel.

Magische Milch (2)

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Wir erinnern uns: Im Januar begeisterte uns der Discounter ALDI mit einer hölzernen Tru­he, die durch bloßes Aufklappen Milch erscheinen und in das kakaohaltige Getränkepulver „Tropen Gold” sprudeln ließ. Doch damit ist es nun vorbei.

Magische Milch (2)

Links: alt, rechts: neu (für eine noch schokoladigere Darstellung anklicken)

Ich vermute, dass man in der Zwischenzeit auf Truhe 2.0 aktualisiert hat und diese nicht mehr über die magische Milchfunktion verfügt. Schade!

„Ein Rotkopierstift kleckst nie!”

Montag, 23. Dezember 2013

Aus dem Schulstift-Prospekt P. 699 von J.S. Staedtler: Der Rotkopier-Korrigier-Stift Mars 2950.

„Ein Rotkopierstift kleckst nie!”

Würde ich sofort kaufen, allein schon wegen der Wortwahl in der Beschreibung.

„Ein Rotkopierstift kleckst nie!”

Und aus diesem Grund.

Am Rande: Warum „poliert”? Früher wurde der Lack mancher Bleistifte tatsächlich poliert, und dieser Begriff hat sich eine Weile gehalten. In noch früheren Zeiten, etwa bis zum En­de des 19. Jahrhunderts, überzog man die Stifte zuweilen mit Schellack, dem Schwer­metall-Farben zugesetzt waren; eine Politur (von Hand!) verlieh ihnen einen tiefen Glanz.

Handwerk in Nürnberg

Sonntag, 22. Dezember 2013

Unter dem Titel „Handwerk in Nürnberg – Vom Mittelalter bis zur Neuzeit” erschien vor we­nigen Wochen im Verlag Hans Müller ein reich bebilderter Band zur Geschichte des Nürn­berger Handwerks. Darin vertreten ist natürlich auch der Bleistiftmacher, und so musste ich dieses Buch unbedingt haben.

Handwerk in Nürnberg

Das 24,5 × 24,5 cm große Buch mit festem Einband und Schutzumschlag hat 192 Seiten mit zahlreichen Fotos und farbigen Abbildungen, darunter viele historische Illustrationen, und beschreibt das Nürnberger Handwerk seit dem 14. Jahrhundert. Nach der Geschichte geht es auf Handwerksverordnungen und Besonderheiten des Nürnberger Handwerks ein und stellt die Ausbildung, das Brauchtum, das kirchliche und politische Leben sowie gesell­schaftliche Aspekte ausführlich dar.

Eine herausragende Stellung im Nürnberger Handwerk des 14. bis 16. Jahrhunderts hatten die metall- und textilverarbeitenden Gewerbe, und im 16. Jahrhundert erlangten die Nürn­berger Goldschmiede und Zinngießer europäische Spitzenpositionen. Im 18. Jahrhundert war Nürnberg ein Zentrum der Drahtproduktion; auch der Musikinstrumentebau war ein europaweit bedeutender Handwerkszweig.

Handwerk in Nürnberg

Schon früh begann man, Erfindungen zu überwachen. Die sog. gesperrten Handwerke, zu denen auch die 1731 als geschworenes Handwerk anerkannten Bleistiftmacher gehörten, durften nur von Nürnberger Handwerkern ausgeübt werden; zudem bestanden Wander­verbot und andere Einschränkungen wie z. B. das Verbot, Werkzeuge nach draußen, also aus Nürnberg heraus, zu verkaufen. Die sicherte anfangs Nürnbergs Position, schloss die Handwerker jedoch später von Weiterentwicklungen aus.

Handwerk in Nürnberg

Im Kapitel „Handwerk und Industrie” wird die Entwicklung wichtiger Nürnberger Hand­werkszweige beschrieben. Neben den Buchdruckern, Bierbrauern, Lebküchnern und Metz­gern gehörten dazu auch die Bleistiftmacher. Letzteren sind 16 Seiten gewidmet, auf de­nen auf die Geschichte dieses Handwerks im Allgemeinen und die Firmen STAEDTLER und Faber-Castell im besonderen eingegangen wird. Wer bereits einiges über den Bleistift und diese Unternehmen gelesen hat, wird hier nur wenig neues erfahren, doch die Auswahl und die Präsentation der Informationen gefallen mir. Die Frage, warum sich ausgerechnet Nürnberg zum deutschen Zentrum der Bleistiftproduktion entwickelt hat – Ende des 19. Jahrhunderts gab es dort 23 Bleistiftfabriken –, beantwortet das Buch leider nicht.

Handwerk in Nürnberg

Als eine große Enttäuschung empfinde ich das Kapitel zum Druckunternehmer Willmy. Während die anderen Firmenportraits sachlich und neutral verfasst sind, besteht dieses aus hohlen Marketing-Phrasen; mein Eindruck, dass man vorhandene Werbetexte weitgehend unverändert übernommen hat, wurde durch einen kurzen Besuch der Firmenwebsite be­stätigt. Ich finde das Geschwafel unerträglich und halte es für fehl am Platz. – Das Kapitel „Auf den Spuren des Handwerks in Nürnberg” macht Lust auf einen Rundgang durch die Stadt.

Handwerk in Nürnberg

Michael Diefenbacher, Horst Dieter Beyerstedt, Bianca Bauer-Stadler, Petra Kluger: Hand­werk in Nürnberg – Vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Nürnberg: Verlag Hans Müller, 2013. ISBN 978-3-924773-02-1, Preis 24,80 Euro; Bestellung direkt beim Verlag möglich (+ 4,50 Euro Versandkosten).

Taschenbleistift

Samstag, 21. Dezember 2013

Taschenbleistift

53 (72) mm lang, 9 mm dünn und 1,3 g leicht.

Taschenbleistift

Kommt gar nicht in Frage, dass ich etwas vom einzigartigen Pentel Black Polymer 999 ver­schwende.

Nr. 8483

Dienstag, 17. Dezember 2013

Im Schulstift-Prospekt P. 699 von J.S. Staedtler aus den 1930er Jahren wird unter der Ar­tikelnummer 8483 ein Bleistiftspitzer in „Granatenform” aufgeführt. Dieser Spitzer – oder zumindest ein sehr ähnlicher – wurde früher auch von Möller und Breitscheid (Köln) sowie Möbius+Ruppert (Erlangen) angeboten, und letztere haben ihn heute noch in veränderter Form im Sortiment.

Nr. 8483

Zum Vergrößern anklicken. – Bei „Elektronmetall” handelt es sich um eine Magnesiumlegierung.

Doch von wem bezog J.S. Staedtler diesen Spitzer? Meines Wissens hatte man keine ei­gene Spitzerproduktion, und dass er von Möbius+Ruppert gefertigt wurde, glaube ich nicht; möglich, dass er stattdessen von dem mir unbekannten und auch für die Vertriebs­firma Möller & Breitscheid tätigen Hersteller kam.

Nr. 8483

Das Warenzeichen „Granate” (Nr. 507558) wurde erst im Jahr 1939 für Möller und Breit­scheid registriert. War die Bezeichnung „granatenförmig” zu dieser Zeit bereits üblich?

Nr. 8483

Und diesen Schriftzug zeige ich nur, weil mir die ff-Ligatur so gut gefällt.

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