Monatsarchiv für Januar 2014

 Ältere Beiträge

Fingerfeder

Freitag, 31. Januar 2014

Zu schön, um nicht wenigstens kurz vorgestellt zu werden: Die Schreibfeder № 29 FE von Brause & Co. in Form einer Zeigehand:

Fingerfeder

Diese Feder stammt übrigens aus aktueller Produktion.

Spurensuche

Mittwoch, 29. Januar 2014

Nach wie vor unbekannt ist mir der Ursprung des unter dem Namen „Granate” bekannten Handspitzers, und so greife ich zu allem, was Aufschluss geben könnte. Zwei Funde der jüngsten Zeit liefern interessante Details.

Spurensuche

Im Bild die aktuelle „Granate” von Möbius+Ruppert.

Das „Handbuch für Papier und Bürobedarf” von Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert, einem gut 600-seitigen Fachbuch für den Bürobedarfs- und Papierwarenhandel aus dem Max Schwa­be Verlag, erschienen im Jahre 19491, nennt und zeigt die „Granate” in der Rubrik „Blei­stiftanspitzer”.

Spurensuche

Das hier abgebildete Modell ähnelt sehr der „Granate 5″ von Möller & Breitscheid.

Bemerkenswert ist der Hinweis darauf, dass dieser Spitzer vor etwa 60 Jahren, also um 1889 in den Handel gekommen sein soll.

Die „Kleine Anspitzer-Fibel” von Leonhard Dingwerth nennt als Erfinder der „Granate” den Franzosen de Thierry; das Patent soll er am 14. April 1847 erhalten haben. Die Fibel enthält zwei Anzeigen von 1900 und 1925, die mit dem Namen „Granate” werben, doch dieser wur­de erst 1939 als Warenzeichen für Möller & Breitscheid eingetragen. War er schon früher üblich, aber nicht als Marke registriert? Weiter heißt es dort, die „Granate” wäre ab ca. 1847 von Möller & Breitscheid hergestellt worden, was jedoch im Widerspruch zum „Handbuch für Pa&pier und Bürobedarf” steht. Hinzu kommt, dass Möller & Breitscheid keine eigene Produktion hatte, sondern nur eine Vertriebsfirma war.

Mir neue Informationen lieferte der Artikel „Constant de Thierry des Estivaux, Marquis de Faletans – Inventor of the Pencil Sharpener” von Rupert Willoughby, veröffentlicht im Juli 2011.

Spurensuche

Constant de Thierry des Estivaux (Quelle: Rupert Willoughby)

Constant de Thierry des Estivaux2, geboren 1797 in Paris, erhielt 1839 sein erstes Patent. Nach einer weiteren Erfindung im Jahr 18463 folgte 1847 das dritte Patent, diesmal für einen rohrförmigen Bleistiftspitzer mit kegelförmiger Bohrung und einem Messer4. Wie die­ser aussah, müssten die Patentunterlagen zeigen5, doch wer hat diesen Spitzer wann und wo erstmals gefertigt? Wie kam das Design6 dann zu Möbius+Ruppert und dem Hersteller, der Möller & Breitscheid beliefert hat? Hat vielleicht Möbius+Ruppert für Möller & Breitscheid produziert?

Es gibt noch einige Spuren zu verfolgen!

Nachtrag vom 23.3.15: Die „Granate” stammt nicht von Constant de Thierry des Esti­vaux; Details zu seiner Erfindung gibt es hier.

  1. Vorläufer waren das Handbuch für den Bürobedarfs- und Papierwarenhandel von Dr. Hermann Wildt, Arthur Guthke und Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert, erschienen 1939 im Max Schwabe Ver­lag (Berlin), sowie das Handbuch des Papier- und Schreibwarenhandels, herausgegeben vom Reichsbund Deutscher Papier- und Schreibwarenhändler e.V. und erschienen 1928 im Verlag Der Papierhändler GmbH (Würzburg). – Diese drei Bücher unterscheiden sich deutlich. Das erste hat im Gegensatz zum zweiten und dritten keine Abbildungen, und nur das dritte zeigt die „Granate”; zudem wurde es über Anzeigen mitfinanziert (z. B. mit dieser für die Argument- Füllhalterfabrik).
  2. Der Name Thierry des Estivaux wird auch im Buch „Potloden & Puntenslijpers” von Paul Dirks und Toon Kessels erwähnt. – Als Erfinder des ersten Bleistiftspitzers, der unserem heutigen jedoch gar nicht ähnlich sieht, wird oft der Franzose Bernard Lassimonne (auch Lassimone) genannt; sein Patent mit der Nummer 2444 soll aus dem Jahr 1828 stammen (siehe dazu diese Quelle).
  3. Seine ersten beiden Erfindungen hatten nichts mit Bleistiften und Spitzern zu tun.
  4. Laut dem Stadtlexikon des Stadtarchivs Erlangen hat Theodor Paul Möbius (1868–1953) im Jahr 1908 den kegelförmig gebohrten Bleistiftspitzer erfunden und noch im selben Jahr mit der industriellen Fertigung begonnen. Ging es bei seiner Erfindung vielleicht eher um die Produk­tionstechnik? Auch hier lohnt sicher ein genauer Blick. – Das Unternehmen Möbius+Ruppert wurde 1922 von Alfred Möbius, einem Bruder von Theodor Paul Möbius, und Heinrich Ruppert gegründet; Theodor Paul Möbius' Betrieb ging nach finanziellen Schwierigkeiten 1983 in die Auffanggesellschaft DUX GmbH über.
  5. Diese aufzutreiben dürfte eine interessante Herausforderung sein.
  6. Man beachte die Unterschiede der alten Modelle – die gerändelte Schraube der älteren Vari­ante wurde später durch eine geschlitzte ersetzt, und auch das Messer bekam eine andere Form.

Kleine Hunde

Dienstag, 28. Januar 2014

Meine Familie und ich sind völlig vernarrt in Kisho, unseren inzwischen gut vier Monate alten Shiba-Rüden.

Kleine Hunde

Kisho bei einem Spaziergang Mitte Januar

Diese Büroklammern des japanischen Herstellers Midori musste ich daher unbedingt haben.

Kleine Hunde

Die gut verarbeiteten „D-Clips”, die auch noch in anderen Tierformen angeboten werden, gibt es u. a. bei JetPens; 30 Stück in der Kunststoff-Schiebeschachtel kosten etwa 5,30 Euro.

Doppelgrad

Samstag, 25. Januar 2014

Ein bemerkenswertes Detail findet sich auf Seite 300 des offiziellen Berichts zur Welt­ausstellung in Paris 18671:

Als Beweis, welcher Ausdehnung und Entwicklung dieser Industriezweig noch fähig ist, dient das Haus Berolzheimer & Illfelder in Fürth. […] Fabrikate ziemlich gut und billig, hervorzuheben als neu: doppelgradige Bleistifte, jedes Ende des Bleistifts mit einem anderen Härtegrad versehen, sowie Gummistifte, ein Ende Blei, das andere Gummi.

(Hervorhebung von mir.) Bleistifte mit zwei Härtegraden – eine hervorragende Idee! Inter­essant wäre z. B. ein Kombi-Lumograph in B zum Schreiben und in 4B zum Skizzieren. – Ich frage mich, ob es solche doppelgradigen Bleistifte später noch einmal gab.

Danke an Sean von Contrapuntalism für den Hinweis auf dieses Dokument!

  1. Vollständiger Titel: „Officieller Ausstellungs-Bericht. Herausgegeben durch das K. K. Österreichische Central-Comité. 4. Lieferung. Garne, Gewebe, alle Arten Bekleidungs-Gegenstände und Papier auf der Welt-Ausstellung zu Paris im Jahre 1867″.

文具上手

Dienstag, 21. Januar 2014

„文具上手” (bungu uwate), in etwa „Gekonnter Umgang mit Schreibwaren”1, heißt das sechste Buch des japanischen Autors Tadashi Tsuchihashi, für das er zwölf Personen u. a. aus der Mode, der Medizin, der Schreibwarenbranche und der Buchhaltung zu ihrem Um­gang mit Schreibwaren befragt hat. Einen kleinen Eindruck vermittelt die Produktseite bei Amazon Japan. – Auf dieses Buch aufmerksam wurde ich durch einen Beitrag im lesens­werten Blog Scription.

Und jetzt weiß ich nicht, was mich mehr wurmt: Dass ich kein Japanisch kann oder dass es hierzulande niemanden gibt, der solche Bücher schreibt. Aber nein, natürlich wurmt es mich nicht – schließlich könnte ich versuchen, beides zu ändern (ob mit Erfolg, steht je­doch auf einem anderen Blatt).

  1. Die der japanischen Sprache Kundigen mögen über kleine Ungenauigkeiten hinwegsehen, mich aber bitte auf grobe Fehler hinweisen.

Goldene Zeiten

Samstag, 18. Januar 2014

Der Anblick muss atemberaubend gewesen sein: 2650 Goldmünzen, insgesamt 18,5 Kilo­gramm, kamen am 9. September 1993 in Trier ans Tageslicht. Die Münzen lagen knapp 1800 Jahre in ihrem Versteck und gelten als der größte römische Goldschatz aus der römi­schen Kaiserzeit, der jemals gefunden wurde. Der „Trierer Goldschatz” ist seitdem das wert­vollste Ausstellungsstück im Rheinischen Landesmuseum Trier.

Goldene Zeiten

Vom 6. September 2013 bis zum 27. April 2014 feiert das Museum das zwanzigjährige Ju­biläum des Funds, an dessen Rahmenprogramm auch mein Leser Andreas Weinberger mit seinen Kindern teilgenommen hat. Die Kinder haben dabei einen kleinen „Goldschatz” in Form eines Bleistifts gewonnen, und Julian war so lieb, mir seinen zu überlassen. Bereits Ende des vergangenen Jahres habe ich den Stift mit einem sehr netten Brief von beiden erhalten, was mich gleichermaßen gerührt wie erfreut hat.

Im Gegensatz zu vielen anderen, bei ähnlichen Gelegenheiten ausgegebenen Bleistiften ist dieser übrigens sehr gut gemacht: Die goldfarbene Schicht ist offenbar ein Lack und keine Folie, denn es gibt keine Naht, und wurde – ebenso wie der Druck – sehr sauber aufge­bracht; auch die Mine ist von guter Qualität. Zweifellos ein dem Anlass würdiger Bleistift!

Goldene Zeiten

Herzlichen Dank an Julian und Andreas Weinberger!

Der bestimmungsgemäße Gebrauch des Hunde­kissens (2)

Freitag, 17. Januar 2014

In Ergänzung dieser Vorführung konnten wir kürzlich von Kisho erfahren, dass auch der in den fol­genden Abbildungen gezeigte Gebrauch durchaus noch bestimmungsgemäß ist.

Der bestimmungsgemäße Gebrauch des Hundekissens (2)

Der bestimmungsgemäße Gebrauch des Hundekissens (2)

An diese Nutzung des Hundekissens haben wir beim Kauf nicht gedacht, aber man lernt ja nie aus.

Zitat

Donnerstag, 16. Januar 2014

Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen.

— Wilhelm Busch, Dichter und Zeichner (1832–1908)

 1 2 Nächste

Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK