Monatsarchiv für April 2015

Granate 1925

Mittwoch, 29. April 2015

Diese Postkarte aus dem Jahr 1925 mit aufgeklebter Reklame für die Granate ist die älteste mir bekannte Erwähnung des klassischen Handspitzers.

Granate 1925

Die Karte trägt auf der Rückseite unvollständige Mengen- und Preisangaben zu Musterklam­mern, Büronadeln1, Clipsen und Anfeuchtern, was zusammen mit dem gerissenen oberen Rand vermuten lässt, dass sie aus einem Katalog für Bürobedarf herausgetrennt wurde.

Granate 1925

Die „Kleine Anspitzer-Fibel” von Leonhardt Dingwerth enthält eine sehr ähnliche Abbildung und nennt als Quelle den Katalog eines Wilh. Schweizer um 1900, aber da Dingwerth auch angibt, der Franzose de Thierry habe am 16.4.1847 das Patent auf die Granate erhalten, was nicht stimmt, habe ich Zweifel an der Quellenangabe. Dingwerth nennt zudem Möller & Breitscheid als Hersteller, doch dieses Unternehmen war eine reine Vertriebsfirma. – Be­merkenswert ist, dass das Warenzeichen „Granate” erst im Jahr 1939 für Möller & Breit­scheid in Köln registriert wurde.

Diese Reklame führt uns zwar ein Stück weiter in die Geschichte der Granate, sagt aber nicht, wann, wo und von wem dieser Spitzer zum ersten Mal hergestellt und angeboten wurde. Die Suche geht weiter!

Nachtrag vom 30.4.15: Die Granate im Illustrierten Hauptkatalog des Kaufhaus des Wes­tens aus dem Jahr 1913:

Granate 1913

Dieser Spitzer ist damit über 100 Jahre alt.

Nachtrag vom 15.5.15: Aus dem Stationery Catalogue № 1 (1911–12) von W.J. Gage & Co. Limited, Toronto:

Granate 1911

Die hier „Cartridge” genannte Granate gab es also bereits 1911 in Kanada.

  1. Gemeint sind damit Büroklammern, wie die Abbildung belegt.

Begegnung

Samstag, 25. April 2015

Begegnung

Kisho hat sich für diese beeindruckende Raupe überhaupt nicht interessiert, dafür umso mehr sein elf Monate junger Freund Joko.

Wundersame Welt der Waren (32)

Dienstag, 21. April 2015

Den unmündigen Verbraucher ganz fest an die Hand nimmt die Drogeriemarkt-Kette dm bei ihren Sicherheits-Zündhölzern aus der Serie „profissimo” („…für ein schönes Zuhause!”).

Max. 40°

Mit großem Respekt vor dieser Handreichung habe ich nie ein Zündholz über die Reibe­fläche geführt, ohne mich vorher mit einem Winkelmesser davon zu überzeugen, dass der Streichwinkel 40° nicht überschreitet. Leider sehe ich trotzdem zahlreiche unschöne Spu­ren auf der Reibefläche. Was habe ich falsch gemacht? Gibt es etwa einen Mindeststreich­winkel, den zu unterschreiten unzulässig ist? Wenn ja, warum wird er hier nicht genannt?

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Kurz notiert

Mittwoch, 8. April 2015
  • Ein sehr ungewöhnlicher Spitzer ist der Tsunago von Nakajima Jukyudo1, denn er dient auch der Verlängerung von Bleistiftstummeln. – Danke an Andreas Weinberger und Viola Voß für den Hinweis!
  • In meinen Augen pfiffig und geschmackvoll ist der Pencil Shaving Desk Tidy, ein Kick­starter-Projekt von Clive Roddy. – Danke an boomerang für den Hinweis!
  • Nicht mehr neu, aber immer noch schön anzuschauen ist das historische Reklame- und Verpackungsmaterial unter „Pencil Points”.
  • Brevillier Urban & Sachs in Österreich wirbt damit, dass der Öko-Schulstift von JOLLY aus heimischer Weymouth-Kiefer gefertigt wird, und ein Fachhändler in meiner Nähe konnte von einem Vertriebsmitarbeiter erfahren, dass das Holz aus dem Odenwald kommt. Ich habe dabei gleich an das Sägewerk Monnheimer in Grasellenbach gedacht und Brevillier Urban & Sachs darauf angesprochen, aber leider keine Antwort bekom­men. Es wäre zwar schön gewesen, mal einen Bleistift mit lokalem Bezug zu nutzen, doch angesichts der leider schlechten Mine des Öko-Schulstifts verzichte ich gerne darauf.
  • Apropos Qualität: Auch auf die Gefahr, ein Querulant zu sein, habe ich Caran d'Ache auf die Qualitätsmängel der GRAFIK-Bleistifte angesprochen. Leider blieb diese Anfrage ebenfalls ohne Reaktion.
  1. Wer sich auf der Website von Nakajima Jukyudo umschaut und die bestimmt nicht ohne Grund unscharfen Fotos in der Rubrik „OEM” betrachtet, findet u. a. einen Spitzer, der dem Kutsuwa T’GAAL bemerkenswert ähnlich sieht.

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