Archiv der Kategorie „Bleistifte”

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LAMY plus

Dienstag, den 27. April 2010

Mit einem Plus in mehrfacher Hinsicht überraschte LAMY auf der diesjährigen Paperworld: Der für hochwertiges Schreibgerät und Zubehör bekannte Hersteller aus Heidelberg bietet nun erstmals holzgefasste Farb- und Bleistifte an. Letzteren aus den Reihen „4plus” sowie „plus” gilt heute mein Augenmerk.

Holzbleistifte von LAMY

Die vier Grautöne des Bleistifts passen hervorragend zu seiner dunklen Mine und verleihen ihm ein edles Äußeres, das mich sehr anspricht. Der Lack der dreiflächigen, in Deutschland gefertigten Stifte fühlt sich angenehm an.

Holzbleistifte von LAMY

Der dickere Bleistift (4plus) hat eine Lackkappe, während das Ende des etwas dünneren (plus) unbehandelt ist; beide haben eine Kurznut.

Holzbleistifte von LAMY

Auch die inneren Werte der Bleistifte, die einen Durchmesser von 10 mm (9) mm haben, überzeugen. Die Qualität von Material und Verarbeitung ist hoch und die Abgabe der 6,5 (4) mm dicken Minen erfreulich sauber. Sie gleiten leicht über das Papier, schwärzen gut und lassen sich perfekt radieren. – Das Zedernholz macht im Hand- und im maschinellen Spitzer eine gute Form.

Holzbleistifte von LAMY

Von links: Spitze ab Werk, mit Kurbelspitzmaschine M+R 981 und mit Doppelspitzer M+R 602 (im Bild)

Beide Bleistifte gefallen mir außerordentlich gut, und ich denke, dass sie nicht nur für Schreibanfänger interessant sind. – Die unverbindliche Preisempfehlung für den in HB und B erhältlichen plus-Stift beträgt 0,95 Euro und die für den nur in Härte B angebotenen 4plus-Stift 1,55 Euro. Gestern hat die bundesweite Auslieferung begonnen, so dass die Blei- und Farbstifte des „plus”-Sortiments in Kürze im Handel zu finden sein werden.

Holzbleistifte von LAMY

Nachtrag vom 29.4.10: Wie diese Broschüre zum „plus”-Sortiment informiert, gibt es mit dem „Z 78 plus” und dem „Z 79 combiplus” auch zwei zu den Bleistiften passende Radierer.

Stift-Styling

Dienstag, den 13. April 2010

Der mit werbender Botschaft bedruckte und nicht selten lärmend-bunte Kugelschreiber ist allgegenwärtig, doch es gibt auch einige Anbieter, die mit geschmackvollen Bleistiften eine wohltuende und in meinen Augen deutlich interessantere Alternative im Programm haben. Einer davon, die Reidinger GmbH mit Sitz im fränkischen Hammelburg, hält mit dem Bleistift-Konfigurator zudem eine Besonderheit bereit: Geneigte Kunden können mit diesem ihren Wunsch-Bleistift entwerfen und dabei aus einer Vielzahl an Gestaltungsoptionen wählen.

Bleistift-Konfigurator von Reidinger

Allein für runde und sechsflächige Bleistifte mit Tauchkappe sowie Lackring stehen bereits über 140.000 mögliche Kombinationen zur Auswahl. Nicht schlecht!

Bleistift-Konfigurator von Reidinger

Allerdings richten sich dieses und alle andere Angebote von Reidinger (ebenso wie die der mir bekannten Mitbewerber) ausschließlich an gewerbliche Abnehmer – eigentlich schade, denn ich kann mir durchaus vorstellen, dass manche privaten Nutzer ebenfalls Spaß daran hätten (wenn auch vielleicht nicht in den für Großkunden gedachten Mengen).

Nachtrag vom 16.4.10: Eine andere Möglichkeit der Gestaltung bietet STABILO mit „Design Your Pen” für drei Produkte an.

„Design Your Pen” von STABILO

Auf den gestaltungsfreudigen Kunden und dessen Farb- und Bedruckungswünsche warten der Textmarker „BOSS”, der Kugelschreiber „concept” und der Tintenroller „EASYoriginal”.

„Design Your Pen” von STABILO

Schlau sparen

Freitag, den 9. April 2010

Mit einer großen Überraschung wartete Herbert R., ein sehr kundiger Kommentator dieses Weblogs, heute per E-Mail auf.

Schlau sparen

Gegen die Behauptung des Sparbleistift-Anbieters Haack, der klassische Holzbleistift wäre eine Verschwendung, wehrten sich die Bleistifthersteller Anfang der 1930er Jahre mit der vierseitigen „Schlaumeier”-Broschüre.

Schlau sparen

Den humorvoll illustrierten, aber leider erfolglosen Bemühungen des Herrn Schlaumeier, mit Hilfe des beworbenen Spezial-Stifts zu sparen, folgte eine detallierte Gegenüberstellung der Eigenschaften von Spar- und holzgefasstem Bleistift, aus der letzterer als klarer Sieger hervorging.

Schlau sparen

Doch bereits vor dieser Aufzählung war klar: „Viel unnützes Geld wurde schon ausgegeben für sogen. ‚Spar’-Gegenstände”. Wem kommt das nicht bekannt vor …

Schlau sparen

Das Ende der Geschichte: Herr Schlaumeier hatte sich geirrt und war nun noch schlauer. – Kaum zu glauben, aber wahr: Diese Broschüre löste einen etwa vier Jahre andauernden Rechtsstreit aus.

In den frühen Fünfzigern gab es zudem eine Postkarte, die vermutlich andeuten sollte, dass man zum Anspitzen eines Bleistifts die Erlaubnis des Chefs benötigt, und sich so über den „Sparstift” mokierte.

Schlau sparen

Vielen Dank an Herbert R. für diese Scans!

Sparmaßnahme

Montag, den 5. April 2010

Nicht gespart bei der Reklame für ihren Sparstift hat die „Erste deutsche Sparbleistiftfabrik” Haack GmbH, hier vertreten durch das Verkaufsbüro Stein & Co. in München, mit einer Massendrucksache vor wohl knapp 80 Jahren.

Reklame für den Sparstift von Haack

Die Empfänger des hier gezeigten Exemplars der dreiteiligen Werbeschrift waren alle Büros und Ämter im oberbayerischen Traunstein, an deren Spar- und – diesem gleichgesetzt – Erfolgswillen man auf recht dramatische Weise appellierte.

Reklame für den Sparstift von Haack

Unter dem Betreff „Praktische Bleiverbilligung” wies der Absender auf einen „merkwürdigen Gegensatz” hin, der „unnötige Mehrausgaben verursacht”: Im Kontrast zum Federhalter, bei dem nur die Federn erneuert werden, sorge die „20 bis 30malige Holzschnitzelei an einem Bleistift” für Zeitverlust und „verlustreichen Holzkonsum” beim „Bleigebrauch”, und in der Fußzeile, wo viele Schreiben administrative Informationen bereithalten, wurde noch einmal betont, dass die Benutzung der Haack-Sparstifte „Eine Forderung des Sparsinnes und der Zweckmäßigkeit” sei; die bereits vom Umschlag bekannte Faust hob erneut den engen Zusammenhang von Sparen und Erfolg hervor.

Reklame für den Sparstift von Haack

Deutlich war auch die Aussage des beigefügten Handzettels: Den Spänen, „die Ihr Geld kosten”, setzte man den 40 Pfennig günstigen Minen-Halter von Haack entgegen, der mit langen 3-Pfennig-Bleiminen bestückt wurde, immer schreibfertig war und obendrein „Viele Arbeitsstörungen” beseitigte.

Reklame für den Sparstift von Haack

Bei der Darstellung der Minen dürfte man jedoch etwas über das Ziel hinausgeschossen sein, denn ich bezweifle, dass das Größenverhältnis von Mine zu anbietender Dame korrekt ist. – Ob der dem Holzspäne-Regen ausgesetzte Page noch eine andere Aufgabe als das Umblättern hatte, weiß ich leider nicht.

Reklame für den Sparstift von Haack

Um sich für „10 Tage zur Probe ohne Kaufverpflichtung” bemustern zu lassen, genügte es, durch das Ausfüllen und Absenden der beiliegenden Karte den Sparwillen auszudrücken.

Reklame für den Sparstift von Haack

Bei „abseits von Luxus und Spielerei” hätte ich allerdings gezögert – gerade auf letztere zu verzichten wäre mir äußerst schwer gefallen.

Reklame für den Sparstift von Haack

Fotos und einige Details zum Sparstift, bei dem ein Schiebemechanismus für den Transport der Mine sorgte, gibt es im Online-Museum „Leadholder”.

Bleistiftherstellung vor 60 Jahren

Samstag, den 27. März 2010

Einen sehr interessanten Einblick in die Produktion der J.S. Staedtler Mars-Bleistiftfabrik im Jahr 1950 bietet der kürzlich von STAEDTLER bei Facebook eingestellte Schwarzweiß-Film. Im Gegensatz zu den gezeigten Bleistiften ist der gut 15-minütige Streifen ganz ohne Ton, was jedoch seine Attraktivität für mich nicht mindert. Ein bemerkenswertes historisches Dokument!

Johann Faber 1911

Donnerstag, den 25. März 2010

Der prunkvolle Messestand der Bleistiftfabrik von Johann Faber auf der Internationalen Industrie- und Gewerbe-Ausstellung in Turin 1911 stand im Mittelpunkt dieses 29 × 22,5 cm² großen Blattes, mit dem das Unternehmen die dort errungene höchste Auszeichnung, den „Grand Prix”, präsentiert und ausführlich über sich informiert hat.

Werbeblatt der Bleistiftfabrik von Johann Faber (1911)

Auf der Rückseite erfuhr der Leser einiges aus der Firmengeschichte, in der man auch auf den gerichtlichen Streit zwischen den Faber-Brüdern und die Entscheidung zu Gunsten Johann Fabers einging. Darüber hinaus fanden die Energieversorgung des Werks sowie die Rohstoffe Erwähnung: Neben dem sibirischen gingen pro Jahr weitere 120 Tonnen Graphit und über 3000 Tonnen Zedernholz aus Nordamerika in die Bleistift-Produktion, die von vier Dampfmaschinen und fünf Elektromotoren 900 PS bezog; eine eigene Lichtzentrale speiste 1500 Glüh- und 20 Bogenlampen.

Werbeblatt der Bleistiftfabrik von Johann Faber (1911, Ausschnitt)

Die auffälligen und dekorativen Säulen des Standes, in dessen luxuriösem Innern sich wohl jeder Bleistift-Freund gerne aufgehalten haben dürfte, stellten überdimensionale Varianten des damals neuen „Apollo”-Polygrades-Bleistifts No. 1250 dar, der in 15 Härten von 6B bis 7H angeboten wurde.

Werbeblatt der Bleistiftfabrik von Johann Faber (1911, Ausschnitt)

Heute mach ich blau

Montag, den 22. März 2010

Heute mach ich blau

Von oben im Uhrzeigersinn: Radierer SEED Kesugomu, Foldback-Klammer ALCO 781-26, Bleistift-Verlängerer Rosetta mit STAEDTLER Mars Lumograph 100 B, Rollmäppchen Enveloop, Farbstift Mitsubishi Arterase Color, Notizbuch X17 und Rundkopfnadeln Durable „Eisbär” 4/15 mm

Buntes Treiben

Sonntag, den 21. März 2010

Hier beherrschen der graue Graphit und dessen Drumherum das Geschehen, doch unter „Farbstifte: Tests, Infos und ein paar Bilder …” geht es praxisbezogen, gekonnt und meist farbig zur Sache. Anja Fuhrbach, die Künstlerin hinter dem Blog, betreibt außerdem den Online-Shop „farbstifte.net – fine art materialien & mehr”, der zahlreiche zum Teil hier nur schwer erhältliche Artikel führt und den ich als zufriedener Kunde sehr gerne empfehle. Auf die Updates von Blog und Shop bin ich gespannt!

Schnittig

Freitag, den 19. März 2010

Anzeige für den „Penknife Pencil” der Wickland Manufacturing Co. (1884)

Ein in mehrfacher Hinsicht scharfes Teil dürfte der patentierte „Penknife Pencil” von der Wickland Manufacturing Co. gewesen sein, für den diese 60 × 30 mm² große Anzeige im „Century Illustrated Monthly Magazine” vom November 1884 warb.

Die Zwinge war erheblich länger, saß nicht fest, sondern wurde (so wie ich es sehe) nur aufgesteckt und hielt außer dem Radierer noch eine kleine Klinge, die bei Nichtbenutzung im geschlitzen Holz des Bleistifts verschwand und dort keine Verletzungsgefahr barg. Eine ziemlich pfiffige Idee, diese „Greatest little convenience ever devised for busy men” (um die Worte zu zitieren, die mir hier besonders gut gefallen).

Nachtrag vom 20.3.10: Eine ganz andere Kombination aus Klinge und Stift gibt es unter „Imperial Pocket Knife Pencil” bei Dave’s Mechanical Pencils zu bewundern.

Basteln mit dem Lexikaliker (10)

Dienstag, den 16. März 2010

Hier wird gebastelt, was das Zeug hält, und diesmal hält die Bastelei einen (wer hätte das gedacht?) Bleistift. Dem beklagenswerten Umstand, dass kaum noch jemand Zeit hat, trage ich ausnahmsweise mal Rechnung, denn das, was ich heute vorschlage, ist nicht nur billig, nützlich und ziemlich albern, sondern auch blitzfix umgesetzt.

Notizbuch „Kompagnon ” (A6) von Brunnen und Bleistift „Black Polymer 999” von Pentel

Nicht alle Notizbücher, Klemmbretter und andere Hilfsmittel zur handschriftlichen Erfassung von Informationen erlauben das An- oder Einstecken des benötigten Schreibwerkzeugs. Schnelle Abhilfe schafft da ein kleines Stück Heftpflaster (ich bevorzuge Hansaplast Classic), welches wir an geeigneter Stelle so anbringen, dass es unser Schreibgerät zuverlässig hält. Sehr zupass kommen uns hier übrigens das weiche und damit stiftschonende Innere des nichtklebenden Abschnitts, die Dehnbarkeit sowie die hohe Klebekraft des Pflasters.

Notizbuch „Kompagnon ” (A6) von Brunnen und Bleistift „Black Polymer 999” von Pentel in einer Hansaplast „Classic”-Schlaufe

Selbstverständlich sind den Variationsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt.

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