Archiv der Kategorie „Bleistifte”

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

A.W. Faber 1897

Freitag, 24. Februar 2012

Eine Kostbarkeit gibt es in der digitalen Bibliothek der University of Houston zu bestaunen, und zwar den Katalog von A.W. Faber USA aus dem Jahr 1897. – Als Anschmecker die Sei­ten zu den Bleistiften mit Graphit aus der sibirischen Alibert-Mine:

A.W. Faber 1897

A.W. Faber 1897

A.W. Faber 1897

(Quelle: A. W. Faber. „A. W. Faber Price-list.” 1897. Online Image. University of Houston Digital Library. 24 February 2012.)

Hochaufgelöste Versionen der Scans können angefordert werden (bei meinem kurzen Test waren diese gut 1600 × 2600 Pixel groß). – Danke an Sean von The Blackwing Pages für den Hinweis!

Basteln mit dem …

Mittwoch, 22. Februar 2012

… nein, nicht mit dem Lexikaliker, sondern mit meinem Kollegen H., der sich kürzlich der Herausforderung gegenübersah, einen Wandkalender mit einem komfortabel zu benutzen­den, aber ortsfesten Bleistift zu bestücken. Hier seine Lösung, die mir gut gefällt1.

Basteln mit dem …

Die Verbindung zwischen dem bleistiftähnlichen Objekt2 und der Schnur3 stellt eine Hut­mutter mit M8-Gewinde und einem Loch in ihrer Oberseite her. Schnell und pfiffig!

Basteln mit dem …

Als Zeichen meiner Anerkennung dieser Idee habe ich meinem Kollegen H. einen Radierer4 angedient5; er (der Radierer, nicht der Kollege) ist gelocht, aufgefädelt und so ebenfalls im­mer zur Hand6.

Basteln mit dem …

Jetzt fehlt nur noch ein (Dosen-)Spitzer, doch dieser ist an der Wand sicher besser aufge­hoben als an der Schnur.

  1. Von meinem Beifall ausgenommen ist das verwendete IKEA-Ding.
  2. Ist von IKEA und langkonusgespitzt.
  3. Strapazierfähig und vermutlich von einem Senkblei abgezwackt.
  4. STAEDTLER rasoplast (kleinste Ausführung, Art.-Nr. 526 B40).
  5. Gerne lege ich noch einen ernstzunehmenden Bleistift drauf.
  6. Zumindest so lange, bis sein Loch aufradiert ist.

Kein gewöhnlicher Bleistift

Mittwoch, 22. Februar 2012

Das bis jetzt schönste und ausführlichste Portrait des legendären Blackwing 602 von Eber­hard Faber: „No Ordinary Pencil”. Lesen und staunen!

Schildkröte

Sonntag, 19. Februar 2012

Die Auswahl an Minenspitzern ist offenbar auch in Japan überschaubar, und so hat die in Yoshizawa ansässige U5 Architects Unit bereits 2008 einen eigenen entwickelt.

Schildkröte

Wie viele andere japanische Produkte ist der „Tortoise” geschmackvoll verpackt – die Kom­bination aus blauem Karton und schwarz bedrucktem Transparentpapier macht sich sehr gut. Eine weitere Banderole umschließt den mit transparenter Folie umhüllten Spitzer.

Schildkröte

Das Gerät spitzt Minen mit den Durchmessern 1.2, 2.0, 3.2, 3.8 und 5.8 mm, so dass kaum Wünsche offen bleiben dürften (für 2-mm-Minen stehen sogar zwei unterschiedlichen Ko­nen zur Verfügung).

Schildkröte

Die Verarbeitungsqualität des aus dem Hochleistungskunststoff Polyetherimid1 gefertigten Spitzers ist hervorragend.

Schildkröte

Den Vertrieb des „Tortoise” hat Bundoki übernommen, doch es sieht so aus, als wäre er inzwischen vergriffen2. – Weitere Fotos, auch mit Spitzbeispielen, gibt es bei the uncom­fortable chair.

  1. „Ultem” ist der Handelsname von General Electric.
  2. Der dort angegebene Preis von umgerechnet gut 80 Euro ist bizarr; ich habe damals weniger als die Hälfte bezahlt.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Samstag, 18. Februar 2012

Zum Wochenende ein rascher Blick auf einen historischen Fallminenstift, der wohl um die 70 Jahre alt sein dürfte.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Der Mars Lumograph 1019 von J.S. Staedtler ist gut 15 lang und hat einen sechsflächigen, marsblauen Holzschaft mit durchgehender Bohrung; seine Gestaltung erinnert an den Blei­stift Mars Lumograph 2886, der am 1. August 1930 auf den Markt kam. Der Aufdruck „H” lässt vermuten, dass es noch weitere Ausführungen mit anderen Härtekennzeichnungen gab.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Eine Metallkappe ohne Minenspitzer schließt das Stiftende, über das auch die Minen nach­gefüllt werden können.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Die viergeteilte Klemmung mit Überwurf hält die Mine. – Die Manschette am Schaft über­rascht mich; über ihre Funktion kann ich nur rätseln.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Damit die Minen nicht aus dem Stift herausfallen, hat Staedtler sie bis 1991 mit einem sog. Zwingchen versehen. Dieses vergrößert den Durchmesser, so dass die Mine nicht mehr durch die Klemmung passt (das Zwingchen im Bild ist fest angebracht; später war es ab­ziehbar). – Die Längsriffelung der Mine dient dem besseren Halt.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Der Aufdruck zeigt auch das astronomische Zeichen für den Planeten Mars mit den Mon­den Phobos und Deimos (eine deutlichere Abbildung gibt es hier).

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Soweit ich weiß, war der Lumograph 1019 der letzte Fallminenstift mit Schraubklemmung von Staedtler; in den frühen 50er Jahren wurde er durch den TECHNICO 1001 mit Druck­mechanik abgelöst.

Spitzen, aber richtig

Freitag, 17. Februar 2012

David Rees, bekannt durch das Artisanal Pencil Sharpening, hat sein Wissen über das Blei­stiftspitzen in einem Buch zusammengefasst. „How To Sharpen Pencils”1 hat 144 Seiten, erscheint im April 2012 bei Melvin Books und kostet 14,95 USD. – Eine Vorschau ist ver­fügbar, und wer genau hinschaut, erkennt im Kapitel 2 ab Seite 61 auf mehreren Fotos die „Granate” von Möbius+Ruppert.

  1. Untertitel: „A Practical & Theoretical Treatise on the Artisanal Craft of Pencil Sharpening for Writers, Artists, Contractors, Flange Turners, Anglesmiths, & Civil Servants”.

Doyald Young, Logotype Designer

Donnerstag, 16. Februar 2012

Faszinierend und sehr schön: „Doyald Young, Logotype Designer”, ein gut 40-minütiger Film mit und über den kürzlich verstorbenen Schriftgestalter und Logo-Designer Doyald Young.

Doyald Young, Logotype Designer

Doyald Young, Logotype Designer

Doyald Young, Logotype Designer

(via Orange Crate Art)

Spitzen-Idee

Mittwoch, 15. Februar 2012

Seit es den Bleistift gibt, haben sich kreative Köpfe mit seiner Verbesserung beschäftigt, doch nicht alle Ideen konnten sich durchsetzen. Vermutlich nicht über das Konzept hinaus kam diese Idee eines Schreibstifthalters, gezeigt in dem Buch „Blei­stifte, Farbstifte, far­bige Kreiden und Pastellstifte, Aquarell­farben, Tusche und ihre Herstel­lung nach bewähr­ten Ver­fahren” von August Buchwald, erschienen 1904 in A. Hartleben’s Verlag1.

Spitzen-Idee

Schreibstifthalter mit kurzen auswechselbaren Minenstücken von Rudolph Spear in Nürnberg.
Dieser Stift sucht die gewöhnlichen Übelstände der nicht genügenden Befesti­gung der Minen in der Weise zu vermeiden, daß gegen das hintere Ende des in die Gebrauchslage gebrachten Minenstückes ein am Halter befestigter Zapfen drückt, der mit seiner Spitze in eine entsprechende Höhlung des hinteren Minenendes eingreift. Selbstverständlich kann sich die Höhlung auch am vor­deren Zapfenende befinden, in welchem Fall das entsprechend gestaltete hintere Minenende in die Höhlung des Zapfens eingreift. In einem wie im anderen Fall wird hierdurch ein genaues Zentrieren des Minenstückes am Vor­derende des Halters und eine feste Verbindung desselben mit dem letzteren erzielt, so daß das lästige Wackeln des Minenstückes mit Sicherheit vermieden ist. Der neue Schreibstifthalter in in Fig. 95 und 96 in einer Ausführungsform veranschaulicht. Der Halter besteht in der Hauptsache aus zwei Teilen, dem etwa die Stärke des Bleistifts aufweisenden Unterteil a, welcher an seinem obe­ren Ende einen schwächeren Zapfen b trägt, und einer über diesen Zapfen zu steckenden, durch Reibung oder gegebenenfalls mit Hilfe mechanischer Ver­schlußvorrichtungen festgehaltenen Kapsel c. Die letztere ist am vorderen Ende mit einer Öffnung d versehen, welche so gestaltet und bemessen ist, daß der von unten in dieselbe eingedrückte Bleistift allseitig fest umschlossen wird. Das Einführen des in der Zeichnung in der Gebrauchsstellung gezeichneten Blei­stiftes e in den Halter geschieht nun in der …

Hier hat man zunächst den Eindruck, als ginge es dem Erfinder in erster Linie um eine fri­sche Spitze, und fühlt sich an den Perpetual Pencil und den Yoropen erinnert. Die Be­schreibung indes macht deutlich, dass der Aufwand hauptsächlich dem sicheren Halt der Mine gilt.

Spitzen-Idee

Fig. 95.
Schreibstift mit einer Spitze, die in eine entsprechende Vertiefung des Zapfens greift. (Schnitt.)

Fig. 96.
Schreibstift mit Höhlung, in die das entsprechend ugespitzte Ende des Zapfens tritt.

Spitzen-Idee

… Weise, daß der Schreibstift mit der Spitze (Schreibseite) nach unten in die zu diesem Zweck abgenommene Kapsel c eingeworfen und letztere sodann auf den Zapfen b aufgesteckt wird, so daß sie mit ihrem unteren Rand c1 auf dem Unterteil aufsitzt. Die Länge des Zapfens b ist so bemessen, daß beim Aufste­cken der Kapsel der Schreibstift mit einem gewissen Druck durch die Öffnung d hindurch geschoben wird, daß er um ein gewisses, für den Gebrauch geeig­netes Maß aus der Spitze hervortritt. Um nun die Festigkeit der Verbindung zu erhöhen, ist der Schreibstift an seiner unteren Seite mit einer kleinen Höhlung, in die das entsprechend zugespitzte Ende des Zapfens tritt, oder aber mit einer Spitze, die in eine entsprechende Vertiefung des Zapfens greift, versehen. Zum übrigen können natürlich die einzelnene Teile des beschriebenen Halters auch eine von der Zeichnung abweichende und dem jeweiligen Bedürfnis entspre­chende Form und Größe erhalten.
Die bei dem neuen Halter als Schreibstift verwendeten Minenstücke können entweder in einem besonderen Behälter beigegeben oder aber, wie in Fig. 95 angenommen, in den Hohlraum des ausgebohrten Halterteiles untergebracht werden.

Wie schon beim im selben Buch beschriebenen Drehbleistift fehlt leider jedes Detail zur technischen Umsetzung dieser Idee, und ich bezweifle, dass sie sich als alltagstauglich er­wiesen hätte. Interessant anzuschauen ist sie jedoch allemal!

  1. Da der Titel inzwischen gemeinfrei ist, gibt es die drei gezeigten Seiten hier als PDF.
 Vorherige 1 2 3 ...6 7 8 ...58 59 60 Nächste