Archiv der Kategorie „Fundsachen”
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22400 Radierer …
Donnerstag, den 28. Januar 2010… und damit wohl mehr als jedes Fachgeschäft hat Emese Kocsis aus Ungarn, noch dazu in einer Ordnung, die ihresgleichen sucht (und zumindest bei mir sicher nicht findet). Äußerst bemerkenswert!
Rätselhafte Leere
Dienstag, den 26. Januar 2010Manche merkwürdigen Dinge verbergen sich ausgerechnet dort, wo man sie am wenigsten vermutet. So hat mir das praktische, im Betriebssystem „Windows” für den komfortablen Zugriff auf die über die Tastatur nicht ohne weiteres erreichbaren Symbole integrierte und „Zeichentabelle” benannte Hilfsmittel kürzlich ein „Dauerleerzeichen” präsentiert und mich mit diesem äußerst nachdenklich gestimmt.

Als ein an Typografie sehr Interessierter bin ich mit dem klassischen Leerzeichen recht gut vertraut und schätze seine Vorzüge, trägt es doch – besonders wenn in ausreichender Zahl und fachkundig verteilt – nicht unerheblich zur Lesbarkeit des umgebenden Textes bei. Auch sind mir die Gefahren dieses besonderen Zeichens, das ja strenggenommen keines ist, sondern elegant die Abwesenheit eines solchen verkörpert, durchaus bewusst. So sorgt sein Umfeld gelegentlich dafür, dass es sich in der Breite an dieses anpasst, um seinen Teil zum harmonischen Ganzen beizutragen, und manchmal drängeln sich sogar zwei an dem für ein einzelnes vorgesehenen Platz, was nur durch sehr sorgfältige Kontrolle, per Zufall oder gar nicht (!) entdeckt wird.
Habe ich bei den meisten der in der Zeichentabelle vorrätigen Charaktere überhaupt keine Berührungsängste und würde sie daher bedenkenlos in mein Werk übernehmen (falls es zielführend wäre), so hatte ich nicht den Mut, bei dem mir völlig fremden Dauerleerzeichen beherzt zuzugreifen.
Nimmt es etwa die ihm einmal zugewiesene Position auf Dauer ein und zerteilt später ein an dieselbe Stelle rückendes Wort unaufgefordert, skrupellos und sinnentstellend? Wenn ja, wie bekomme ich es wieder weg? Verbreitet es womöglich dauerhafte Leere? Bei den Texten, für die ich verantwortlich zeichne, könnte ich mir dies nun wirklich nicht erlauben, erst recht dann nicht, wenn dieser kritische Vorgang schleichend und zunächst unbemerkt stattfände. Oder verweilt es nur für eine ganz bestimmte Dauer am Ort, um anschließend, noch nicht mal eine Leerstelle hinterlassend, spurlos zu verschwinden? Dies würde das beträchtliche Risiko bergen, dass zwei bis dahin getrennte Worte plötzlich verschmelzen und mir das Dauerleerzeichen einen unerwünschten Neologismus hinterlässt, was mir selbst bei frei wählbarer Dauer des Verbleibs nicht genehm wäre (allerdings konnte ich bis jetzt nichts einer Zeitsteuerung ähnliches finden). Und: Käme es irgendwann wieder zurück?
Ab und zu probiere ich ja schon gerne etwas Neues, und es hat mir im Finger über der linken Maustaste gejuckt, das Dauerleerzeichen auszuwählen, es unverzagt in meine Arbeit einzubauen und seine Eignung für diese gründlich zu prüfen. In diesem Fall aber habe ich das Wagnis einfach nicht kalkulieren können, so dass ich – wenn auch schweren Herzens – weiterhin mit dem Standard-Leerzeichen vorlieb nehmen und damit wohl vorerst auf die Enträtselung des Dauerleerzeichens verzichten muss.
Aufräumarbeiten
Mittwoch, den 30. Dezember 2009
Der Lack ist ab
Dienstag, den 29. Dezember 2009Schluss mit lustig
Montag, den 28. Dezember 2009Ungleich gründlicher als diese Spaßbremse informiert ein großes Schild nebst noch größerer Verbotssammlung am Rande des Naturschutzgebiets Bodetal nahe Thale im Harz über die dort unerlaubten Aktivitäten. – Gibt es eigentlich ein Symbol für „Verbotsschilder anbeißen verboten”?
P.S.: Ich war heilfroh, dass wir diesmal ohne unseren rauchenden Hund, der so gerne mit dem Fahrrad und einem Ghettoblaster zum Pilzesammeln, Blumenpflücken und Angeln fährt, unterwegs waren – wir hätten unsere liebe Not gehabt, ihn anzuleinen.
Wundersame Welt der Waren (13)
Samstag, den 12. Dezember 2009Nachdem ich mich lange vergeblich gefragt habe, warum es so viele freudlose Figuren gibt, hat mich nun der Besuch eines Kaufhauses in Mainz überraschend aufgeklärt: Der moderne Mensch lacht nicht mehr selbst, sondern lässt lachen, wobei ihm der Einzelhandel hilfreich und obendrein sensorgestützt unter die Mundwinkel Arme greift.
Das hier durch ein Schild repräsentierte Angebot* beschränkte sich zwar auf die in dieser Jahreszeit bevorzugten Gestalten, doch ich bin mir sicher, dass mit dem Frühjahrssortiment zahlreiche weitere in die Regale kommen, um die Kundschaft von der schweren Last dieser strapaziösen Gefühlsäußerung zu befreien. – Ob das Outsourcing dieser ganz besonderen Art mit der immer populärer werdenden Übellaunigkeit (die sich so manche nicht im Laden erhältliche Figur offenbar zur Kernkompetenz gemacht hat) ursächlich zusammenhängt, konnte ich bis jetzt nicht in Erfahrung bringen. Ebenso unklar ist mir, weshalb sich das orangebemützte Mädchen auf dem Bild Mund und Nase abdeckt. Hat es womöglich aus Versehen persönlich gelacht, anstatt die Hilfe der Figuren in Anspruch zu nehmen?
* Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich die feilgehaltenen Spaßmacher aus ästhetischen Gründen nicht detailliert zeige; zudem hoffe ich, dass der mir bis dato unbekannte „Weihnachtshund” nur lacht und auf das Singen verzichtet.
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Zeitzeuge
Donnerstag, den 26. November 2009Hundertprozentig sicher bin ich mir nicht, doch es sieht so aus, als trage dieser Dosenpitzer von Dahle Spuren der deutschen Wiedervereinigung, die sich kürzlich zum 20. Mal jährte.
Der genaue Blick auf den Boden des transparenten Teils zeigt eine kleine Auffälligkeit bei der in die Spritzgussform eingebrachten Angabe des Herkunftslandes:
Ich vermute, dass man den West-Teil des Schriftzugs (”W”) aus dem Werkzeug entfernt hat und daher an dieser Stelle nur noch ein flaches Quadrat sieht (und somit die alte Form im vereinten Land weiterbenutzen kann). – Der Spitzer selbst ist ist übrigens sehr gut und mit 0,26 mm auch recht sparsam.
Patentschrift Nr. 74853
Freitag, den 13. November 2009Einen Hinweis auf die Substanzen, die man der Graphit-Ton-Mischung für Bleistiftminen beigeben wollte (und vielleicht auch beigegeben hat), gibt dieses historische Dokument von 1945, auf das ich bei der Suche nach etwas völlig anderem gestoßen bin.

Zu Zeiten der Lichtpause war ein hoher Kontrast zwischen dem Beschreibmaterial und der Schrift wünschenswert. Bei ersterem hatte man die Wahl und griff zu sehr dünnem oder Transparentpapier, doch der Bleistift bot diese nicht, da sein Härtegrad den Anteil des die Lichtundurchlässigkeit bestimmenden Graphits vorgab. Laut dieser Patentschrift bildet der Ton durch den Brennvorgang einen keramischen, glasähnlichen Körper, dessen Abstrich eine für Pauszwecke ungünstige Lichtdurchlässigkeit aufweist.
Die Erfindung bestand darin, der Minenmasse Stoffe zuzugeben, die das beim Brennen des Tons entstehende Material lichtundurchlässig macht und damit dessen Lichtpausfähigkeit verbessert. Diese Zusätze sollten beim Brennen für Gläser sorgen, die die beim Lichtpausen genutzten Wellenlängen absorbieren; infrage kamen dazu Verbindungen mit Schwer- und Erdalkalimetallen sowie mit Metallen der seltenen Erden, die in ganz unterschiedlicher Form beigegeben werden konnten und etwa 4 bis 8 Prozent der Gesamtmasse ausmachten. – Wer diese Idee hatte und ob sie es damals bis in die Produktion schaffte, konnte ich noch nicht herausfinden.
Ich gehe davon aus, dass dieser Versuch längst nicht der einzige war, um die Eignung der Bleistiftmine für einen bestimmten Zweck durch Beimengungen zu verbessern. Ein Katalog von LYRA aus den 1950er Jahren (wiedergegeben in dem Buch „Meilensteine. 150 Jahre Lyra-Orlow”) schreibt zur Spitzensorte Orlow 6300, es sei “durch ein besonderes Verfahren die Reflexwirkung des Graphits abgeschwächt” und außerdem “die Lichtpausfähigkeit der Mine durch ein patentiertes Verfahren noch weiter gesteigert” worden – gar auf einem dem oben genannten ähnlichen Wege?
P.S.: Dies ist die 400. Beimischung in diesem Weblog.
Stille Beobachter (36)
Montag, den 9. November 2009Eine ganz tolle Aussicht, die dieser stille Beobachter da hat – darf sich den lieben langen Tag (und wohl auch noch die Nacht) vor dem Rüsselsheimer Stadtkrankenhaus anschauen, was die Leute so wegwerfen, und das obendrein im unangenehmen Herbstwetter. Kein Wunder, dass er nicht sonderlich begeistert dreinschaut!












