H wie Hand
Mittwoch, 25. Januar 2012Hinweisende Hand auf einem Mülleimer in Bensheim (Bergstraße). – Mehr zur Zeigehand gibt es hier.
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Hinweisende Hand auf einem Mülleimer in Bensheim (Bergstraße). – Mehr zur Zeigehand gibt es hier.
Das „Google Doodle” vom 1.9.11 („First Day of School”) war ein hier gut hineinpassendes, aber leider in Deutschland nicht zu sehen. Hiermit sei es nachgereicht.

Als Hobby-Messie genieße ich den Vorzug, zuweilen etwas finden zu dürfen, ohne es zu suchen1. Heutiges Fundstück ist ein Linienplan der Londoner U-Bahn aus den Siebzigen.
(Bilder zum Vergrößern anklicken)
Dieser Plan ist ein Klassiker des Corporate Design und zudem ein Augenschmaus für viele Typoholiker wie mich, steht doch die berühmte, von Edward Johnston für die „Tube” entworfene und 1916 veröffentlichte Schrift „Johnston Sans” im Mittelpunkt (auch wenn die hier zu sehende Variante bereits eine überarbeitete ist).
Die für mich beste Darstellung dieser Schrift mit Details zu ihrem Schöpfer findet sich übrigens in dem sehr lesenswerten Buch „Just My Type” von Simon Garfield, erschienen 2010 bei Profile Books, das hiermit allen an Typografie Interessierten wärmstens empfohlen sei.
Entrümpeln ist eine unerquickliche Beschäftigung, doch ein Zufallsfund kann die Stimmung aufhellen – so wie gestern bei mir.
Es muss in den späten Siebziger Jahren gewesen sein, als ich keine Lust freien Kapazitäten hatte, mich den binomischen Formeln gebührend zu widmen und mir daher für die bevorstehende Klassenarbeit eine kleine Gedächtnisstütze angefertigt habe.
Wie ich zu dem Venus Autograph 779 kam, ist mir schleierhaft, doch ich erinnere mich noch gut daran, dass er mir und meinem Vorhaben durch das Auflösen in seine drei Teile – Mine und zwei Holzhälften – sehr entgegenkam.
Die Konstruktion war schnell fertiggestellt: Papier in der passenden Größe beschriften, falten und zusammen mit einem Stück der Mine einkleben. Der zusammengeklappte Bleistift zeigte sich dem ungeübten Auge auch als ein solcher und war sogar benutzbar.
Ich weiß nicht mehr, ob ich diesen gehaltvollen Stift tatsächlich für den geplanten Zweck eingesetzt habe, denn wenn das ganze Spickzettelschreiben einen Nutzen hatte, dann den, dass man sich dabei den Kram eingeprägt hat und schließlich ohne Hilfsmittel auskam.
Manikel1 als Meterware: 260 cm lang, 5,5 cm breit und für mich unwiderstehlich ist dieses Stoffband, das ich bei Etsy erspäht und umgehend erworben habe.
Noch weiß ich nicht, was ich daraus machen werde, doch irgendetwas wird mir sicher einfallen. Vielleicht ein Etui für Stifte?
Werter Herr Opel,
als passioniertem Bedienungsanleitungsgernleser war es mir heute früh ein außerordentliches Vergnügen, mich der Dokumentation Ihres „Infotainment System OPEL CD 70 NAVI / OPEL DVD 90 NAVI” (deutsch/englisch, 01/2005, Art.-Nr. 09 952 841) eingehend widmen zu dürfen. Das beschriebene Gerät und mein Interesse am bestimmungsgemäßen Gebrauch desselben rückten jedoch plötzlich in den Hintergrund, als ich auf Seite 13 mit dem mir bis dato unbekannten Begriff der „Verweilseite” bekannt gemacht wurde.
Ich danke Ihnen recht herzlich für die Bereicherung meines Wortschatzes um diesen wunderschönen Terminus, der ab sofort fester Bestandteil meines mündlichen und schriftlichen Wortguts sowohl im privaten als auch beruflichen Alltag sein wird.
Hochachtungsvoll,
Ihr Lexikaliker
„Sie suchten nichts Besonderes, doch sie fanden einiges”, hieß es 1557 in „Die Reise der drei Prinzen von Serendip”. Zweihundert Jahre später führte diese Geschichte zum englischen Wort „serendipity” und dieses dann zum deutschen „Serendipität”, dem Begriff für den zufälligen Fund von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem.
Ebenfalls auf der Suche und überraschter als die drei Prinzen zusammen war ich, als mir auf Seite 297 des Buches „Christian Morgensterns Leben und Werk” von Michael Bauer1 der Spitzname auffiel, den mir ein guter Freund, der zonebattler aus Fürth, vor Jahren gegeben hat.
Ich mag sowohl den zonebattler als auch den Morgenstern und ihrer beider Neologismen und finde es klasse, dass beide auf die gleiche Wortschöpfung kamen! Welchen Gedanken jedoch Morgenstern dabei hatte, wird wohl für immer verborgen bleiben, ebenso der hinter „Der bleistiftwachsende Westentasche” – eine sonderbare Formulierung, die den Bleistift vorwegnehmend in die Nähe des Lexikalikers rückt. Sachen gibt’s …
Kaum zu glauben: Da findet man nach 36 Jahren einen Stempel wieder, den man als Junge bekommen hat1. Doch es gibt noch mehr Bemerkenswertes.
Kreuzer „DingsBums” (1. Serie, 1975)
1975 begann die Kreuzer Produktion & Vertrieb GmbH2 mit der Herstellung von Stempeln3, bei denen sich die Farbe im Stempelkörper befand. Die erste Zielgruppe waren Kinder, zu denen auch ich damals gehörte, und noch im selben Jahr war ich stolzer Besitzer des gezeigten Geräts, das unter dem treffenden Namen „DingsBums” angeboten wurde. Die Motive dienten der Verschönerung von allem, was nicht schnell genug in Sicherheit war, und so habe ich oft und gern Gebrauch von diesem Stempel gemacht (jedoch nicht immer zur uneingeschränkten Freude meiner Mitmenschen).
Im darauffolgenden Jahr brachte Kreuzer die zweite Serie dieses Utensils auf den Markt; hier eine Anzeige für den Verkaufskarton4:
Der Knüller ist, dass dieser Stempel auch nach über dreieinhalb Jahrzehnten noch funktioniert – die Farbe ist nicht ausgetrocknet, der Gummi hat nur geringe Spuren und die Rückstellfeder ist in Ordnung.
Nachtrag vom 29.6.11: Die Stempel hießen nur während der ersten Jahre „DingsBums”, danach „Bilderstempel”, was für den Export besser war (dieser Artikel ging auch nach England). Die Rückstellfeder diente der leichteren Handhabung, denn damit konnte der Stempel erst positioniert und dann der Abdruck gemacht werden. Bei der zweiten Mini-Version des Stempels hat man aus Kostengründen auf die Feder verzichtet. – Wie der US-amerikanische Vorgänger hatte die erste Variante eine 2–3 mm dicke Stempelmasse, auf der das etwa 1 mm hohe Motiv saß. Diese Stempelmasse wurde mit Farbe getränkt und in das Gehäuse eingeklebt (dieses Prinzip nutzen auch viele aktuelle Stempel). Für die zweite Variante kam eine Mischung aus Kunststoff und Farbe zum Einsatz, die in Formen gegossen und polymerisiert wurde. Diese sog. Mikroverkapselung käme angesichts der heute für die Sicherheit von Spielzeug geltenden Voschriften (wie z. B. die EN 71) bei Kinderstempeln nicht mehr in Frage, wird aber noch bei Stempeln für Erwachsene und nachfüllbaren Stempelkissen genutzt. – Vielen Dank an Herrn Oborski für diese Details!