Archiv der Kategorie „Kultur”

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Kulturgut

Mittwoch, 3. April 2013

Kulturgut

Schild an einer Maschine im Museum für Druckkunst, Leipzig

Tonware

Sonntag, 17. Februar 2013

Neu in der Rubrik „Brauch' ich zwar nicht, muss ich aber haben”: Ein alter Aschenbecher von STAEDTLER.

Tonware

Das 150 mm breite, 38 mm hohe und gut 400 g schwere Stück ist vermutlich aus glasier­tem Steingut und trägt keine Kennzeichnungen. Ich denke, dass es 80 bis 90 Jahre alt ist, werde aber versuchen, mehr herauszufinden.

Tonware

Natürlich wird es bei mir nie mit Asche in Berührung kommen1, sondern mich anderweitig erfreuen. So könnte es z. B. als dekorative Ablage für Bleistiftstummeln dienen.

Tonware

Außer der in meinen Augen sehr schönen Gestaltung gefällt mir, dass der Aschenbecher und der Bleistift den Ton gemeinsam haben.

  1. Stammleser wissen von meiner Gewohnheit des Nichtrauchens.

Wer ist das?

Freitag, 11. Januar 2013

Diese Frage (hier in Sütterlin) stellte Johann Faber 1930 in einer Anzeige, die den „Apol­lo”-Bleistift bewarb.

Wer ist das?

Der Text in Sütterlin lautet „Bedingungen in den Fachgeschäften”.

Die offizielle Antwort kenne ich nicht, doch ich denke, das man Maler Klecksel von Wilhelm Busch gemeint hat:

Wer ist das?

Nachdem Klecksel seinen Lehrmeister Quast vorzeitig und in einem bedauernswerten Zu­stand verlassen hat, schreitet der durch die Gulden seines Vaters gestärkte Künstler selbst­bewusst und mit großer Mappe dahin.

Jetzt hat der Kuno Geld in Masse.
Stolz geht er in die Zeichenklasse.
Von allen Schülern, die da sitzen,
Kann keiner so den Bleistift spitzen.
Auch sind nur wenige dazwischen,
Die so wie er mit Gummi wischen.
Und im Schraffieren, was das Schwerste,
Da wird er unbedingt der Erste.
Jedoch zunacht, wenn er sich setzte,
Beim Schimmelwirt, blieb er der Letzte.
Mit Leichtigkeit genießt er hier
So seine ein, zwei, drei Glas Bier.

Das vollständige Werk ist u. a. bei zeno.org zu finden; die Zeichnung und das Zitat stam­men aus dem vierten Kapitel.

Zwei Fundstücke

Dienstag, 8. Januar 2013

Gesehen im Pfunds-Museum1 in Hofbieber-Kleinsassen, etwa 15 km östlich von Fulda: Ein Vierkant-Verlängerer und eine Kombination aus Stifthalter und Stahlfeder.

Zwei Fundstücke

Dieser Verlängerer ist mit seiner kantigen Form natürlich kein Handschmeichler und durch die geringe Abmessung kein vollwertiger Lineal-Ersatz, aber die Idee gefällt mir.

Zwei Fundstücke

Auch diese Kombination hat mich angesprochen. – Das war's bereits für heute2.

  1. Der Besuch dieses deutschlandweit einzigartigen Museums sei allen kultur- und technikge­schichtlich Interessierten wärmstens empfohlen. Es zeigt auf etwa 250 m² in sieben Stock­werken eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses anhand von unzähligen Exponaten aus der Antike bis heute die faszinierende Welt des Messens und Wiegens und bietet mit einigen be­nutzbaren Exponaten auch etwas zum Anfassen. Der Eigentümer, der die Schätze in über drei Jahrzehnten zusammengetragen hat, ist äußerst kundig und weiß zu jedem Stück etwas zu erzählen. Mir hat zudem gut gefallen, dass die Exponate oft in Begleitung dazugehöriger und meist ebenso sehenswerter Dinge ausgestellt sind.
  2. Damit hat dieses Weblog endlich einen Beitrag, bei dem die Fußnoten umfangreicher sind als der eigentliche Text.

„The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil”

Samstag, 24. November 2012

Lesen und schreiben – zwei Kulturtechniken, mit deren vielfältigen Aspekten ich mich ger­ne beschäftige. Über die zufällige Entdeckung des Buches „Page Fright. Foibles and Fe­tishes of Famous Writers” von Harry Bruce (2009) habe ich mich daher sehr gefreut, und als mir dann das Kapitel mit der herrlich alliterierenden Überschrift „The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil” auffiel, war meine Freude noch größer, denn dieses befasst sich mit dem Bleistift in der Hand berühmter Schriftsteller. Fünf davon seien hier kurz erwähnt.

The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil

Nach einem sehr kurzen Abriss der Geschichte des Bleistifts mit Borrowdale, Conté und Thoreau geht es zunächst zu John Steinbeck. Der amerikanische Autor schrieb täglich bis zu sechs Stunden mit Bleistift, vorzugsweise mit runden, da diese seine Hand weniger strapazierten. Je nach Stimmung und Wetter – die Luftfeuchtigkeit beeinflusst Schreib­gerät und Beschreibmaterial – wählte er aus aus verschiedenen Härtegraden, und um keine Zeit zu verlieren, benutzte er eine elektrische Spitzmaschine.

The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil

Für Vladimir Nabokov war die Radierbarkeit sehr wichtig, überarbeitete er doch alles, was er schrieb. – Ernest Hemingway betrachtete das mit sieben HB-Bleistiften Geschriebene als ein gutes Tagespensum und das Verfassen des ersten Entwurfs mit Bleistift als Möglichkeit, die Qualität zu verbessern. Er schätzte den Bleistift auch, weil er leicht zu transportieren war, und erlebte oft, dass ihn bereits das Spitzen in Schreibstimmung brachte.

The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil

Seine schriftstellerischen Aktivitäten verbergen musste F. Scott Fitzgerald während seiner Zeit in der Army; Notizbuch und Bleistift versteckte er dazu in dem Buch „Small Problems for Infantry”. – Den Umstand, dass der Bleistift auf vielen Materialien schreibt, machte sich Marvis Gallant zunutze und hielt Teile ihrer Arbeit manchmal sogar auf Streichholzbriefchen fest.

Auf die Lektüre der anderen Kapitel bin ich gespannt!

Graphit-Geräte

Freitag, 23. November 2012

Bemerkenswerte Skulpturen aus Bleistiften fertigt die US-amerikanische Künstkerin Jessica Drenk. Die „Implements” genannten Werke aus jeweils 1200 bis 4000 Stiften erinnern an verwittertes Holz und eröffnen einen ganz anderen Blick auf das vertraute Schreibgerät.

Danke an Max für den Hinweis!

Kurz notiert

Donnerstag, 1. November 2012

Über 70 Exponate aus der Zeit von 200 bis 1985 in einem virtuellen Museum: „Take Note – An Exploration of Note-Taking in Harvard University Collections”. Großartig! Einer meiner Favoriten: „The ultimate piece of office furniture”. – Auch die Bleistifte von Henry David Thoreau sind dort zu sehen.

(via Orange Crate Art)

Römisch Linkskursiv (3)

Freitag, 21. September 2012

Meine Suche nach den Ursprüngen der früher in topografischen Karten genutzten Schrift „Römisch Linkskursiv” dauert an. Nach zwei Beiträgen mit allem, was ich bis jetzt zusam­mentragen konnte, hatte ich nun das Glück, von meinem Leser Herbert R. Scans von vier Seiten der „Musterblätter für topographische Arbeiten des Königlich Preu­ßischen General­stabs” in der 11. Auflage aus dem Jahr 1904 zu bekommen. Diese sind hauptsächlich des­halb interessant, weil sie frühe Muster der linkskursiven Schrift sowie Beispiele für ihren Gebrauch zeigen, die in der ersten Ausgabe von 1818 (Nachdruck 1989) noch nicht ent­halten waren. Dies lässt vermuten, dass die „Römisch Linkskursiv” im 19. Jahrhundert Ver­breitung fand.

Römisch Linkskursiv

Seite VI der Musterblätter enthält Schriftmuster. Die „Römisch Linkskursiv” gibt es dort als „Rückwärts liegende Kapitalschrift” (Majuskeln, Großbuchstaben) und „Rückwärts liegende römische Schrift” (Minuskeln, Kleinbuchstaben). Da es je nach Bundesland und zuständigem Amt eine eigene Form der „Römisch Linkskursiv” gab, finden sich Abweichungen zu ande­ren linkskursiven Schriften. – Zu sehen ist hier auch eine mir bisher unbekannte schraffierte Variante.

Römisch Linkskursiv

(zum Vergrößern anklicken)

Wie die anderen erfreut Seite VII durch ihren Visualisierungsstil.

Römisch Linkskursiv

Das Diagramm zum Schraffierungsverhältnis der Böschungen hat es mir besonders angetan.

Römisch Linkskursiv

Auch wenn mich diese Blätter mit ihrer Ästhetik sehr ansprechen, so will ich mich nicht in zahlreichen Ausschnitten ergehen, sondern es hauptsächlich bei denen mit der „Römisch Linkskursiv” belassen (weitere Details könnten Inhalt eines anderen Beitrags werden). – Seite III mit den Gewässern ist sicher die aufwändigste …

Römisch Linkskursiv

… und natürlich die mit den Anwendungsbeispielen für die „Römisch Linkskursiv”.

Römisch Linkskursiv

Hier fallen einige Unterschiede zur den Schriftmustern auf: So hat z. B. das f eine Unterlän­ge, die meisten Buchstaben einen geschwungenen Auslauf und das e einen gekrümmten Überlauf.

Römisch Linkskursiv

Römisch Linkskursiv

Neben dem zweistöckigen a gibt es (wegen der Buchstabenhöhe?) das einstöckige, und das K hat gleich eine ganz andere Form. – Hier der einzige Auftritt der schraffierten Aus­führung:

Römisch Linkskursiv

Nicht minder bemerkenswert ist Seite VII mit den Wohnstätten und deren Umgebung.

Römisch Linkskursiv

Ich wünschte, mit den Augen eines Kulturhistorikers oder mit denen eines mit der Ge­schichte seiner Profession vertrauten Kartografen schauen und noch viel mehr entdecken zu können.

Römisch Linkskursiv

Danke an Herbert R. für die Scans!

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