Archiv der Kategorie „Kultur”

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Das FIMO

Samstag, 28. Januar 2012

Wer die beliebte Ofenknete FIMO mag, muss schnellstens das FIMO kennenlernen. Erdacht vom hier bereits mehrfach erwähnten Künstler Dominik Hüfner hat das FIMO als Sidekick von Captain Staedtler 2.0 begonnen und es nun von der zwei- in die dreidimensionale Welt geschafft – grandios!

H wie Hand

Mittwoch, 25. Januar 2012

H wie Hand

Hinweisende Hand auf einem Mülleimer in Bensheim (Bergstraße). – Mehr zur Zeigehand gibt es hier.

Schöne Stummel

Montag, 9. Januar 2012

Gesammelte Bleistiftstummel: Pencil Collections.

Denke

Sonntag, 11. September 2011

Eine weitere Kostbarkeit aus dem Päckchen von Michael Leddy, das auch den historischen CASTELL 9000 enthielt, ist dieser Notizblock, den IBM Ende der 1980er Jahre ausgegeben hat.

Denke

Er ist 75 × 115 mm² groß und mit dem bereits in den 1920er Jahren eingeführten Slogan „THINK” bedruckt, was ihn zum „Think pad” und dieser Quelle1 zufolge zum Namensgeber der gleichnamigen Notebooks gemacht hat.

Denke

Vierzig Blanko-Seiten warten darauf, die durch das Denken gewonnenen Ideen aufzuneh­men. – Das Klappeninnere gibt die Unternehmenswerte wieder.

Denke

Ebenso schlicht wie die Vorderseite ist die Rückseite, die nur das Logo zeigt.

Denke

Für mich ein außergewöhnliches und wertvolles Stück.

Denke

Thank you again, Michael!

  1. Das dort gezeigte sieht etwas anders aus; vermutlich gab es verschiedene Auflagen.

Kleinstschreibung

Sonntag, 4. September 2011

Der schweizerische Schriftsteller Robert Walser (1878–1956) führte in den Zwanzigern und frühen Dreißigern ein zurückgezogenes Leben, schrieb aber weiter, jedoch mit spitzem Bleistift und in einer mit bloßem Auge nicht lesbaren Miniaturschrift. Einen Teil dieser sog. Mikrogramme übertrug Walser zurück in eine normal lesbare Form, doch vieles wurde erst in den Siebziger Jahren entziffert; im Jahre 2000 schließlich erschien unter dem Titel „Aus dem Bleistiftgebiet” die Gesamtausgabe der Mikrogramme. Einige der darin enthaltenen Texte führte mahagonny – Theater Kunst Kulturarbeit Berlin e.V. unter „Das kleine Welt­theater” im April 2005 erstmalig auf.

Kleinstschreibung

Zu diesem Anlass gibt es eine Sonderauflage des Bleistift-Klassikers Faber-Castell 9000 HB mit dem Schriftzug der Mikrogramme-Produktion. Ob Walser tatsächlich diesen Bleistift be­nutzt hat, weiß ich nicht, aber mir gefällt diese Edition ebenso gut wie das, was Walser in einem Brief aus dem Jahr 1927 zu seiner Arbeit mit dem Bleistift schrieb (er nannte es „bleistifteln”):

Für mich ließ es sich mit Hülfe des Bleistifts wieder besser spielen, dichten;
es schien mir, die Schriftstellerei lebe dadurch von neuem auf.

Ein Bleistift kostet 2 Euro; die Mindestbestellmenge beträgt fünf Stück. – Danke an Kai für den Hinweis!

Nachtrag vom 6.9.10: Im Special »100 Jahre „CASTELL 9000″« heißt es, Robert Walser habe Castell-Bleistifte benutzt.

Untergrund

Samstag, 3. September 2011

Als Hobby-Messie genieße ich den Vorzug, zuweilen etwas finden zu dürfen, ohne es zu suchen1. Heutiges Fundstück ist ein Linienplan der Londoner U-Bahn aus den Siebzigen.

Untergrund

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Dieser Plan ist ein Klassiker des Corporate Design und zudem ein Augenschmaus für viele Typoholiker wie mich, steht doch die berühmte, von Edward Johnston für die „Tube” ent­worfene und 1916 veröffentlichte Schrift „Johnston Sans” im Mittelpunkt (auch wenn die hier zu sehende Variante bereits eine überarbeitete ist).

Untergrund

Die für mich beste Darstellung dieser Schrift mit Details zu ihrem Schöpfer findet sich übri­gens in dem sehr lesenswerten Buch „Just My Type” von Simon Garfield, erschienen 2010 bei Profile Books, das hiermit allen an Typografie Interessierten wärmstens empfohlen sei.

  1. Den umgekehrten Fall gibt es natürlich auch, doch dieser ist weniger vorzüglich und heute nicht das Thema.

Klebe-Kunst

Donnerstag, 1. September 2011

Grandios: Kunst mit den kleinen Klebrigen. – Danke an den zonebattler für den Hinweis!

Toller Tiegel

Mittwoch, 27. Juli 2011

Was könnte sich besser zur dekorativen Aufbewahrung von Bleistiften eignen als ein Behäl­ter, der nicht nur eine frühe wichtige Verwendung des Graphits zeigt, sondern auch fast zur Hälfte aus dem schwarzen Gold besteht?

Toller Tiegel

Diesen 82 mm hohen Tiegel des letzten deutschen Herstellers für Schmelztiegel aus Gra­phittonkeramik, der Aug. Gundlach KG im hessischen Großalmerode1, habe ich im Museum der Graphit Kropfmühl AG erstanden.

Toller Tiegel

Der „Mars-Tiegel” setzt sich zusammen aus 46% Graphit, jeweils 14% SiC/Si und Al2O3 und 26% SiO2. Er eignet sich für Betriebstemperaturen bis 1450 °C2 und ist daher auf meinem Schreibtisch unterfordert.

Die Belege für den Gebrauch von Graphit als Beimischung für Ton reichen zurück bis 3000 v. Chr.; auch die Kelten (ca. 500 v. Chr.) nutzten ihn für die Fertigung besonders feuer­fester Tonwaren. Mit dem Beginn unserer Zeitrechung enden die Funde von Graphitton­keramik3.

Toller Tiegel

Schmelztiegel aus Graphittonkeramik (Keramikmuseum im Schloß Obernzell bei Passau)

Erste urkundliche Hinweise auf Schmelztiegel aus einem Graphit-Ton-Gemisch datieren auf etwa 1500. Als Ursprungsort gilt das heutige Obernzell im Bayerischen Wald4. – Die Bei­mengung von Graphit macht die Keramik widerstandsfähig gegen hohe Temperaturen und starke Temperaturschwankungen, wie sie in der Metallverarbeitung üblich sind, sowie ge­genüber aggressiven Chemikalien. Darüber hinaus dichtet der Graphit den Behälter ab, so dass auf eine Glasur verzichtet werden kann, und glättet die Wandung, wodurch das voll­ständige Ausgießen des Inhalts ermöglicht wird. Auch für Kochgeschirr und Öfen wurde der Graphitton genutzt. – Die Graphittiegel kamen zum Teil ungebrannt in den Handel und hielten nur begrenzte Zeit, weil bei jedem Schmelzvorgang ein Teil des Graphits ver­brannte und der Tiegel dünnwandig wurde.

Toller Tiegel

Geschirr aus Graphittonkeramik (Keramikmuseum im Schloß Obernzell bei Passau)

Toller Tiegel

Öfen aus Graphittonkeramik (Keramikmuseum im Schloß Obernzell bei Passau)

Die Produktion dieses sog. Schwarzgeschirrs in Obernzell endete mit der Schließung der Firma Oswald & Co. im Jahre 19405.

  1. Archäologische Funde aus dem 12. Jahrhundert belegen das Aufkommen von Keramik-Schmelztiegeln in dieser Umgebung. – Viele dieser sog. hessischen Tiegel sind durch eine dreieckige Öffnung gekennzeichnet.
  2. Zum Vergleich ein paar Schmelzpunkte: Silber 960 °C, Gold 1063 °C, Eisen 1525 °C.
  3. Helm, Winfried; Ortmeier, Martin (Hg.): »Millionenbauern« Bäuerlicher Graphitbergbau im Bayerischen Wald (Freilichtmuseum Finsterau, 2. Aufl. 2011)
  4. Martinón-Torres, M; Rehren, Th.: Post Medieval Crucible Production and Distribution: A Study of Materials and Materialities, Archaeometry 51, 1 (2009) 49–74 (PDF)
  5. Handbuch und Führer zum Keramikmuseum im Schloß Obernzell (München, 2. Aufl. 1984)

Altes Holz

Montag, 25. Juli 2011

Fassaden im Museumsdorf Bayerischer Wald bei Tittlingen.

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Kleine Hand

Samstag, 9. Juli 2011

Christian Morgenstern sagte einmal:

Du lebst so lange nur, als du entdeckst.

Ginge es danach, so würde ich gründlich und lange leben, selbst wenn die Dinge, die ich entdecke, manchmal nicht nur einige hundert Jahre alt, sondern auch vielen schon be­kannt sind. Startpunkt der Entdeckungsreise war diesmal „CopyPasteCharacter” bei Orange Crate Art (Thank you, Michael!).

Kleine Hand

Motiv des Stempels „DingsBums” von Kreuzer (1975)

Ich hätte nicht gedacht, dass die Hand mit Manschette und ausgestrecktem Zeigefinger bereits im 12. Jahrhundert aufkam, in etlichen Varianten von Schreibern, Druckern und Le­sern in Manuskripten und Büchern zur Kennzeichnung benutzt wurde und heute in sechs Uni­code-Zeichen weiterlebt.

Kleine Hand

Unicode-Zeichen „Weißer Zeigefinger nach rechts”
(U+261E; hier das Exemplar aus dem Font Zapf Dingbats)

Kleine Hand

Dreidimensionale Ausführung als Aufstecker für den
Drehbleistift Kreuzer Blift (ca. 1974)

Die Ästhetik der zeigenden Hand hat mich immer angesprochen, was soweit ging, dass ich eine Variante aus einem Handbuch der 1970er Jahre als Stempel umgesetzt habe (natür­lich hat der als Bleistift ausgeführte Finger eine wichtige Rolle gespielt).

Kleine Hand

Stempel nach einem Symbol aus der Anleitung zum Taschenrechner TI-59

Ganz anders, nämlich wissenschaftlich hat sich William H. Sherman in „Toward a History of the Manicule” (PDF) mit diesem Zeichen befasst. Darin zitiert er Heather Wolfe, eine Kura­torin der Folger Shakespeare Library, die dem Ding einen Namen gab: „manicule”, von „manicula”, dem lateinischen Wort für „kleine Hand”.

Kleine Hand

22 × 17 Pixel: Mein Windows-Mauszeiger über einem Link

Die englische Bezeichnung hat es bis jetzt nicht in die großen Wörterbücher geschafft, und ich bin sicher, dass ich vor einem deutschen Begriff1 noch einige geschichtliche Details zu der kleinen Hand finde.

  1. Ich schicke „Manikel” ins Rennen.
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