Archiv der Kategorie „Papier”

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Vier Fünftel

Dienstag, 7. Juli 2009

Der nicht ganz erst gemeinte Zusatz „merkwürdige Dinge” rechts oben auf der Startseite dieses Weblogs mag für all diejenigen, die an das hiesige Schreibwarenangebot gewöhnt sind, eine treffende Charakterisierung der folgenden zwei Produktgattungen darstellen.

Vier Fünftel

Hierzulande unüblich und nicht einfach zu bekommen ist Papier mit 4-mm-Karos. Lose und als Block im Programm des Schweizer Herstellers Seetal Elco kann man es in dessen Heimat leicht, hier jedoch gar nicht erhalten, denn der deutsche Vertrieb Staufen-Demmler bietet diese für uns untypisch karierten Artikel nicht an.

Vier Fünftel

In Japan, dem Paradies der Schreibwaren und Büroartikel, schließen gleich vier der größten Anbieter von Druckbleistiften die schmale und auch hier vorhandene Lücke zwischen den Minenstärken 0,3 und 0,5 Millimeter – Pentel, Pilot, Mitsubishi/uni und OHTO haben mehrere 0,4-mm-Druckbleistifte und die ersten drei obendrein eine große Auswahl an Minen dieses hier nahezu unbekannten Durchmessers im Sortiment.

Ich weiß nicht, ob die 4 Millimeter im einen und die 0,4 Millimeter im anderen Fall einen ganz konkreten Hintergrund haben oder lediglich der Erweiterung des Sortiments dienen, finde jedoch auch ohne diese Kenntnisse großen Gefallen am Umgang mit diesen um 20% geschrumpften Büro-Maßen.

Nachtrag vom 13.3.10: Ein Mitarbeiter von Seetal Elco hat mir auf der Paperworld mitgeteilt, dass die 4-mm-Karos in der Schweiz so üblich sind wie in Deutschland das 5-mm-Raster.

Zettelzwerg

Donnerstag, 28. Mai 2009

Jetzt gibt’s wirklich keine Ausrede mehr, nichts zum Schreiben dabeizuhaben, denn dieser winzige Notizblock passt selbst in die kleinste Tasche: Nur 74 mm kurz, 52 mm schmal und knapp 9 mm dünn ist der „Bloc № 10″ des französischen Herstellers Rhodia.

Zettelzwerg

Rhodia Bloc № 10 mit Tombow Mono J HB (Bilder zum Vergrößern anklicken)

Das im Rhodia-typischen, inzwischen 75 Jahre alten orange-schwarzen Design gehaltene „Nanopad” verfügt – ebenso wie seine großen Brüder – über die praktischen Falze im beschichteten Deckkarton, die dessen Umschlagen erleichtern, sowie die Mikroperforation zum einfachen und zuverlässigen Abtrennen der 80 Blätter.

Zettelzwerg

Der aus hellviolett kariertem 80 g/m²-Papier hergestellte „Bloc № 10″ ist mit orange und schwarzem Karton erhältlich und kostet knapp 1,30 Euro.

STAEDTLER MARS Drafting Dots

Donnerstag, 26. Februar 2009

Kräftig punkten in Sachen Zeichenzubehör können bei mir die beiden nordamerikanischen Niederlassungen von STAEDTLER mit ihren „MARS Drafting Dots”: Diese kreisrunden, attraktiven Klebepunkte halten, was sie versprechen, nämlich Entwürfe, Zeichnungen und anderes fest am Platz.

STAEDTLER MARS Drafting Dots

Die in den USA hergestellten und etwa 0,12 mm dünnen Positionierpunkte mit einem Durchmesser von 22,5 mm tragen den STAEDTLER-Schriftzug sowie das inzwischen seit über vier Jahrzehnten genutzte und mehrfach umgestaltete Logo des Unternehmens, den stilisierten Kopf des römischen Gottes Mars, und zieren damit jeden Schreibtisch.

Die Gebrauchseigenschaften sind hervorragend, denn im Gegensatz zu herkömmlichem Klebeband lassen sich die Punktkleber ohne Beschädigung des Beschreibmaterials ablösen und sogar einige Male wiederverwenden – meine Tests mit Standard-Druckerpapier, Zeichentransparent, Aquarellpapier und farbigem Karton verliefen sehr zufriedenstellend. Zudem ist dank der praktischen und dreisprachig im Font Eras beschrifteten Papp-Box, die 500 Stück enthält, die Handhabung denkbar einfach.

STAEDTLER MARS Drafting Dots

Vorne: Mars Lumograph B und graphite 925 25 05

Die sehr nützlichen Papierpunkte haben die Artikelnummer 999172D, kosten umgerechnet etwa 7,20 Euro (entspricht gut 36 Euro/m2) und sind nicht nur für STAEDTLER-Fans ein lohnender Kauf.

Vielen Dank an Stephen von penciltalk für seine Hilfe bei der Beschaffung der „Drafting Dots”!

Schrift zu Stift

Samstag, 10. Januar 2009

Schrift zu Stift

(zum Vergrößern anklicken)

Bei einem Besuch des kleinen, sehr interessanten Geschäfts, das dem Gutenberg-Museum in Mainz angeschlossen ist, fielen mir diese ungewöhnlichen Bleistifte auf. Ebenso wie die Stifte von O’Bon wurden auch diese aus dem Papier alter Zeitungen hergestellt, laut Anbieter jedoch ausschließlich aus chinesischen. Da man auf eine einheitliche Umhüllung verzichtet und stattdessen den Bleistift lediglich transparent lackiert hat, gleicht keiner dem andern; zudem kann man noch zahlreiche Schriftzeichen erkennen.

Schrift zu Stift

Der runde Zeitungsstift hat mit der Länge von 17,3 cm lang und dem Durchmesser von 7 mm Standardmaße. Die 2 mm dicke Mine ist recht hart, schreibt gut und kratzt nicht.

Schrift zu Stift

Die Verarbeitung ist sehr ordentlich, und so lässt sich der Bleistift auch gut spitzen. Sowohl die „Granate” von Möbius+Ruppert als auch der Tischspitzer Carl Decade DE-100 sorgen für eine saubere Spitze und hinterlassen eine glatte Oberfläche.

Schrift zu Stift

Da wurden Zeitungsartikel zu Büroartikeln, etwas Geschriebenes zu einem Schreibgerät – eine Wiederverwertung der besonderen Art, die zu einem sehr ungewöhnlichen und attraktiven Bleistift geführt hat.

Vom Log zum Blog

Montag, 16. Juni 2008

Ein spontaner, nicht zielgerichteter Ausflug an das Frankfurter Museumsufer brachte meine bessere Hälfte und mich gestern überraschend in den Genuss einer äußerst sehenswerten Ausstellung, die bereits seit dem 6. März im Museum für Kommunikation zu sehen ist.

Die im Zusammenarbeit mit dem Sonderforschungsbereich Erinnerungskulturen der Justus-Liebig-Universität in Gießen entstandene Ausstellung „Absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog” zeigt historische Dokumente berühmter Autoren, aber auch Aufzeichnungen von Unbekannten, zum Beispiel jenen, die ihre Tagebücher dem Deutschen Tagebucharchiv in Emmendingen bei Freiburg überlassen haben. Viele sehr unterschiedliche und ansprechend präsentierte Exponate aus fünf Jahrhunderten spannen den Bogen vom Schiffslogbuch über das private Journal bis zum Weblog und geben damit einen hervorragenden Überblick über Kultur und Geschichte des Tagebuchs.

„Absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog” ist noch bis zum 14. September 2008 geöffnet und danach in Nürnberg und Berlin zu sehen.

Absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog

Tagbuch, Logbuch und gedrucktes Buch mit handschriftlichen Notizen

Absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog

Tagebücher einer Unbekannten

Absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog

Der ungewöhnliche Fund der Bloggerin Anke Gröner

Absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog

Die Frankfurter Bloggerin Andrea Diener

Museum für Kommunikation Frankfurt
Schaumainkai 53 (Museumsufer)
60596 Frankfurt/Main

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 9–18 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag 11–19 Uhr
Eintritt: ab 6 Jahre 1 Euro, ab 16 Jahre 2,50 Euro
Öffentliche Führungen: Sonntag 15 Uhr und Mittwoch 16 Uhr

Zur Ausstellung sind ein immerwährender Kalender und ein Katalog erschienen.

Links:
Tagwerke – Vom Tagebuch zum Weblog (Weblog zur Ausstellung)
Gießener Sonderforschungsbereich Einnerungskulturen
Deutsches Tagebucharchiv