Archiv der Kategorie „Technik”

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Technisches Zeichnen

Dienstag, 7. Mai 2013

Technisches Zeichnen

Technisches Zeichnen

Ing. Helmut Winkler: Technisches Zeichnen. Leipzig: VEB Fachbuchverlag Leipzig, 10. Auf­lage 1975. – Weitere Umschlagillustrationen von Büchern zum Technischen Zeichnen gibt es unter „Kunst und Konstruktion” sowie „Zeichnung und Zierde”, und eine thematisch pas­sende Fassadengestaltung wird in „Kunst und Technik” präsentiert.

Kulturgut

Mittwoch, 3. April 2013

Kulturgut

Schild an einer Maschine im Museum für Druckkunst, Leipzig

Wundersame Welt der Waren (24)

Dienstag, 19. März 2013

Auch wenn der Sommer und das dazugehörige Freibad noch in weiter Ferne liegen, so lag bereits gestern ein für die heiße Zeit des Jahres nützliches Utensil im Einkaufskorb – bei dieser Einweg-Unterwasserkamera, gefüllt mit einem Kleinbildfilm (wie früher!), wurde ich schwach.

Vor Feuchtigkeit zu schützende Unterwasserkamera

Ein Hinweis auf der Verpackung bremste jedoch meine Begeisterung.

Vor Feuchtigkeit zu schützende Unterwasserkamera

Unterwasserkamera … vor Feuchtigkeit schützen? Ich muss gestehen, dass dies mein Ver­trauen in das Produkt etwas schmälert.

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Blick in die Zukunft

Samstag, 16. Februar 2013

Wie der Bleistift der Zukunft aussehen wird, weiß natürlich niemand, doch einen Eindruck dessen, was kommen könnte, geben Patente und Gebrauchsmuster. Die für mich span­nendste Quelle ist das Espacenet des Europäischen Patentamts, denn dieses bietet freien Zugriff auf über 80 Millionen Patentdokumente aus aller Welt1.

Blick in die Zukunft

Startseite des Espacenet beim EPA

Doch wie in einer solchen Fülle suchen und finden? Dazu gibt es verschiedene Möglich­keiten, von denen hier eine beschrieben sei2). Um sich einen Überblick über die veröffent­lichten Patentschriften eines bestimmten Gebiets zu verschaffen, ist die Kenntnis der IPC (International Patent Classification3) oder der CPC (Cooperative Patent Classification) hilf­reich. So sind z. B. „Geräte zum Schreiben oder Zeichnen” unter der IPC B43K und „Artikel zum Beschreiben oder zum darauf Zeichnen; Zubehör zum Schreiben oder Zeichnen” unter der IPC B43L zu finden. Geht man mit der B43K in die Klassifikationssuche, erhält man eine Übersicht der B43K und weitere Auswahlmöglichkeiten.

Blick in die Zukunft

Klassifikationssuche

Blick in die Zukunft

Übersicht der B43K

Über die B43K 19/00 (Schreibstifte ohne Schreibminenvorschub, Griffel, Farbstifte und Schreibkreiden) geht es zur B43K 19/02 (Bleistifte und Farbstifte).

Blick in die Zukunft

Klassifikationssuche für die B43K 19/00

Blick in die Zukunft

B43K 19/02 ausgewählt und die in Suche übernommen

Ein Klick in das Kästchen links vom Eintrag übernimmt die IPC in die Auswahl unter „Ausge­wählte Klassifikationen” in der linken Seitenleiste, und ein Klick auf „Patente finden” darun­ter liefert schließlich die Trefferliste mit dem zuletzt veröffentlichten Dokument an erster Stelle. – Sehr nützlich ist die Möglichkeit, den RSS-Feed dieser Suche zu abonnieren; dazu klickt man auf das orangefarbene Symbol rechts neben der Überschrift „TREFFERLISTE”.

Blick in die Zukunft

Trefferliste für die B43K 19/02

Die Anwahl eines Eintrags führt zu dessen Einzelansicht. Hier z. B. das Patent für ein koni­sches Schreibgerät von Herlitz:

Blick in die Zukunft

Einzelansicht des Patents DE102011004072

Von den in dieser Ansicht verfügbaren Funktionen sei nur eine genannt, und zwar die An­zeige des Originaldokuments, auswählbar in der linken Seitenleiste:

Blick in die Zukunft

Anzeige des Originaldokuments DE102011004072

(Das patentierte Schreibgerät von Herlitz erinnert mich ein wenig an die konischen Blei­stifte von Eagle vom Ende des 19. Jahrhunderts, aber es setzt mit den asymmetrischen Griffnuten noch eins drauf.)

Zum Abschluss und als Anregung zum Stöbern ein paar Patente zu Stiften und Spitzern, die mir aufgefallen sind und die ich sehr interessant finde:

  • A method of manufacturing a pencil, and a pencil (PA8612901, Faber-Castell)
  • Holzstift (EP2532530, Faber-Castell)
  • Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikgerät umfassend einen Wabenkörper sowie Verfahren zur Herstellung des Wabenkörpers oder des Gerätes umfassend einen Wabenkörper (DE102012000269, STAEDTLER)
  • Farbiges Schreib- und Zeichenmedium und eine Garnitur solcher Medien (DE202012002750, Koh-I-Noor)
  • Pencil sharpener with dual blades (WO2012045271, Tong Guanghui)
  • Spitzer mit konturgeschliffenem Schälmesser (DE202011103556, KUM)

Als Laie auf dem weiten Gebiet der Patente kann ich nur an der Oberfläche kratzen, doch allein das hat schon für mich spannende Ergebnisse geliefert. Allen an der aktuellen Ent­wicklung Interessierten sei daher die Recherche bei Espacenet empfohlen!

  1. Für die Suche nach alten Patenten, Marken und Gebrauchsmustern aus Deutschland ziehe ich jedoch die Registerauskunft des Deutschen Patent- und Markenamts vor.
  2. Eine allgemeine Hilfe zur Suche auf Espacenet gibt es hier, und Grundlegendes erfährt man in der „Patent Information Tour”.
  3. Mehr dazu unter „Internationale Patentklassifikation” beim DPMA.

Resteverwertung

Samstag, 3. November 2012

Bei Recherchen zu einem Beitrag fallen immer Informationen an, die zwar interessant sind, dann aber doch nicht in den Beitrag kommen. Manche davon finde ich jedoch zu schön, um sie nicht zu zeigen, so auch einige Patente für Spitzer, auf die ich bei der Recherche zum Gedess-Minenspitzer gestoßen bin; fünf davon aus den USA seien hier unkommentiert zusammengestellt. – Der Klick auf die Patentnummer führt zum kompletten Dokument bei Google Patents.

Resteverwertung

„Pencil Sharpener” von R.C. Uecke (US710822, 7.10.1902)

Resteverwertung

„Sharpener for Compass Leads and Pencil Leads” von Colin W. McMillan (US4761885, 9.8.1988)

Resteverwertung

„Pencil Pointer Cup” von Remigius J. Slattery (US2653576, 29.9.1953)

Resteverwertung

„Pencil Sharpening Device” von Herman Lobel und Louis Dispalatro (US2123511, 12.7.1938)

Resteverwertung

„Sharpener for Leads of Pencils or the Like” von William H. Behrens (US2914030, 24.11.1959)

Backware

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Gestern abend an der Theke der „Glocken Bäckerei”1 in der örtlichen REWE-Filiale: Eine Fehlermeldung des Betriebssystems Microsoft Windows auf der dem Kunden zugewandten und meist Reklame wiedergebenden Anzeige.

BackShop.exe hat einen Fehler festgestellt und muss beendet werden.

Ich fand den Namen „Bäckerbrot” für das gerade entstandene Backwerk plötzlich gar nicht mehr so schlimm und habe mich mit der Verkäuferin gefreut, dass sich die Kassenschublade noch von Hand öffnen ließ. – Nebenbei: Warum man den beendet, der den Fehler festge­stellt, und nicht den, der ihn verursacht hat, ist sicher auch noch einen Gedanken wert.

  1. Ja, ohne Bindestrich.

Zerlegt

Sonntag, 30. September 2012

Als investigativer Blogger werde ich nicht müde, meiner geschätzten Leserschaft auch sol­che Einblicke zu vermitteln, die sie andernorts nicht geboten bekommen.

Zerlegt

Der sehr gute Minen-Behälterspitzer uni DPS-600 besteht aus sieben Kunststoff- und drei Metallteilen und ist rasch zerlegt und zusammengesetzt.

IBM Electrographic

Mittwoch, 19. September 2012

Einer der meistgesuchten Bleistifte der vergangenen Jahrzehnte ist der IBM Electrographic. Aber warum? Und was hat es mit diesem Stift auf sich?

IBM Electrographic

Bereits im 19. Jahrhundert versuchte man, Handgeschriebenes maschinell zu reproduzie­ren. Die dazu entwickelte Maschine konnte die elektrische Leitfähigkeit von Zeichen auf ei­ner Oberfläche erkennen, und so erstellte man die Vorlagen mit isolierender Tinte auf lei­tendem Beschreibmaterial (frühe Systeme nutzten Stanniol-beschichtetes Papier)1. Erfolg mit der Maschinenlesung hatte jedoch erst IBM mit der IBM 805 Test Scoring Machine, die im Jahr 1937 markteingeführt wurde. Die IBM 805 maß den Widerstand von Bleistiftmar­kierungen an definierten Positionen auf dem Papier und verglich das so erkannte Muster mit einem in der Maschine hinterlegten Schlüssel, womit sich z. B. große Mengen von Prü­fungsbögen automatisch auswerten ließen2. Diese unter dem Markennamen „Mark Sense” eingetragene Technik wurde später noch für andere Zwecke genutzt, u. a. zum Stanzen von Lochkarten entsprechend der Markierungen (IBM 513 und IBM 514). 1962 kam der IBM 1230 Optical Mark Scoring Reader auf den Markt, der die Zeichen anhand ihres Re­flexionsgrades oder ihrer Lichtdurchlässigkeit las3; 1963 wurde die IBM 805 vom Markt ge­nommen. – Was also lag näher, zu der Technik auch gleich die Bleistifte zum Ausfüllen der Bogen anzubieten?

IBM Electrographic

Zunächst ein kurzer Blick auf die Gestaltung. Das runde „Globus”-Logo auf der Rückseite wurde 1924 eingeführt und war bis 1946 in Gebrauch. 1947 kam das erste Logo aus drei Großbuchstaben, zuerst im Font Beton Bold. Die Variante auf den Schmalseiten und der Vorderseite – ebenso wie der Text darunter in der City Medium von Georg Trump – beglei­tete IBM ab 1956; ihr folgte 1967 die Ausführung mit den dreizehn waagrechten Streifen (1972 kam die Form mit acht Streifen). Kurz: Die Rückseite4 passt zum Corporate De­sign bis 1946 und die Vorderseite zu dem ab 1956. Die gezeigten Stifte stammen also ver­mutlich aus der Zeit zwischen 1956 und 1967.

IBM Electrographic

Das Dutzend des IBM Electrographic, das ich vor kurzem ergattern konnte, hat alters- und lagerungsbedingte Spuren: Die Karton-Banderole ist vergilbt, die ungespitzten Enden man­cher Stifte sind etwas angestoßen und die Radierer sind hart. Ein paar Bleistifte sind leicht gekrümmt, was ich auf Fertigungsmängel zurückführe.

IBM Electrographic

Der sechsflächige Bleistift hat einen Durchmesser von 7,6 mm (Schlüsselweite 7 mm). Die Kombination aus schwarzem Lack, weißem Prägedruck, silberfarbener Zwinge und rotem Radierer macht sich gut, doch bei näherem Blick zeigen sich Mängel, die den Eindruck trü­ben: Der Lack ist zwar dick, aber uneben, und die Schrift von mäßiger, schwankender Qua­lität, denn manche Buchstaben laufen zu oder ineinander. Zudem sitzen einige Minen nicht ganz zentrisch – ein Mangel, der im Gegensatz zu den oben genannten den Gebrauch des Bleistifts beeinträchtigt. – Ich gehe davon aus, dass IBM die Bleistifte zugekauft hat, aber es gibt nichts, was auf den Hersteller hinweist; sogar die Blindprägung fehlt.

IBM Electrographic

Das Holz, dessen Farbe und Maserung für Zeder spricht, bekommt im Handspitzer eine ver­gleichsweise rauhe Oberfläche, macht im Kurbelspitzer (hier: der Carl Decade DE-100) aber eine gute Figur. Die 2,4 mm dicke Mine, die ein wenig fettig wirkt und keine ganz saubere Abgabe hat, schreibt sich leicht und glatt. Sie ist nur mäßig wischfest, aber recht homo­gen, sehr gut schwärzend und bemerkenswert gut radierbar. Ihre Spitze hält nicht lange, denn die Mine ist weich; der subjektive Härtegrad entspricht etwa dem des STAEDTLER Mars Lumograph 4B.

IBM Electrographic

Es gab mindestens zwei Varianten des IBM Electrographic, wie dieses Foto zeigt. Neben der sechsflächigen (oben) war auch eine runde (unten) mit einem Durchmesser von 7,5 mm auf dem Markt; mehr zu dieser unter „IBM Electrographic pencil” bei pencil talk5. Danke an Stephen für dieses Exemplar!6 – Man beachte die Unterschiede der für die Beschriftung genutzten Fonts. Während der untere der City Medium entspricht, so weicht der obere mit seinen Rundungen deutlich ab.

IBM Electrographic

Der IBM Electrographic hat zweifellos seinen Reiz, und wer Spaß an historischen oder unge­wöhnlichen Bleistiften hat, wird auch an ihm Gefallen finden.

IBM Electrographic

Und wie ist es um die für das „mark sensing” so wichtige Eigenschaft, nämlich die elektri­sche Leitfähigkeit, bestellt? Ich konnte es nicht lassen, dies rasch zu prüfen.

IBM Electrographic

Die Leitfähigkeit ist definiert als σ = I/U × L/A mit I = Stromstärke, U = Spannung, L = Abstand der Kontakte und A = Querschnitt des Leiters. Für die einfache qualitative Be­trachtung reicht es zu wissen, dass σ proportional zum Kehrwert des Widerstands (R = U/I) ist. Dazu habe ich mit dem IBM Electrographic eine Fläche gut abgedeckt und dies zum Vergleich auch mit dem STAEDTLER Noris B und dem STAEDTLER Lumograph 4B gemacht; an gleichgroßen Stücken daraus habe ich dann den Widerstand bestimmt.

IBM Electrographic

Normiere ich nun 1/R (IBM) = 1/Ω, so erhalte ich für 1/R (Noris) = 0,11/Ω und für 1/R (Lumograph) = 0,77/Ω. Dies bestätigt zwar die signifikant bessere Leitfähigkeit des IBM Electrographic gegenüber dem Noris B, setzt ihn aber nicht nennenswert vom Lumograph 4B ab7. – Unklar ist, ob die Mine noch andere, für den Prozess wichtige Eigenschaften auf­weist (z. B. für die Abfrage der Markierungen über die Bürstenkontakte in der IBM 805) und ihre Rezeptur in Zusammenarbeit mit IBM entwickelt wurde.

IBM Electrographic

Bei der Beschäftigung mit diesem Thema kam mir noch ein ganz anderer Gedanke: Wäh­rend die Schrift eines Bleistifts normalerweise von einem Menschen gelesen wird, so war die des IBM Electrographic für die Verarbeitung durch eine Maschine gedacht. Der Bleistift als Mensch-Maschine-Schnittstelle – das finde ich reizvoll.

  1. Douglas W. Jones: Counting Mark-Sense Ballots.
  2. Siehe die Broschüre „Scoring Examinations the Electrical Way”, mit der IBM das Verfahren bewarb.
  3. Dieses Verfahren wird als Optimal Mark Recognition, kurz OMR, bezeichnet.
  4. Als bekennender Typoholiker kann ich mir den Hinweis nicht verkneifen, dass die ersten beiden Absätze des Textes in der Futura gesetzt wurden.
  5. Darüber hinaus gab es noch 1,18 mm dicke Minen; siehe „IBM Electrographic lead” bei pencil talk. – Es gab von IBM auch Elektrographik-Tinte, und mit speziellen Ausführungen des IBIS 130 sowie des Pelikan 140 bediente Pelikan den Elektrographik-Markt.
  6. Dieser Stift hat einen erheblich besseren Lack; gut möglich, dass er auch über eine höher­wertige Mine verfügt (ich habe ihn noch nicht getestet).
  7. Elektrotechniker mögen mir das sportliche Vorgehen nachsehen.
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