Archiv der Kategorie „Unterwegs”

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Paperworld 2012 (1)

Samstag, 4. Februar 2012

Vor wenigen Tagen ging die Paperworld 2012 in Frankfurt/Main zu Ende; hier der erste Teil meiner Notizen.

Wie schon im letzten Jahr fielen mir die zahlreichen Stände mit Taschen aller Art auf; zu­dem gab es etliche Lücken, die jedoch auch Vorteile hatten – in fast allen hatte man Sitz­gelegenheiten untergebracht und damit eine andere Lücke geschlossen. Einige Her­steller, die ich gerne gesehen hätte, waren nicht dabei, darunter LAMY, Mitsubishi/uni, Peli­kan, Pentel, Stabilo und Tombow.

Paperworld 2012 (1)

Groß vertreten war Faber-Castell, an deren Stand mich das Manga-Set überrascht hat. Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre, so hoffe ich doch, dass noch mehr Produkte dieser Art kommen und das Sortiment auffrischen.

Paperworld 2012 (1)

Schon seit Ende 2011 im Programm ist ein kleiner Taschen-Drehbleistift. Die Stücke gefallen mir, und so hätte ich gerne einen in die Hand genommen; dies war aber leider nicht möglich.

Paperworld 2012 (1)

Der diesjährige „Pen of the Year” hat einen Schaft aus deutscher Mooreiche mit Blattgold-Auflagen; der Preis liegt zwischen 2000 und 3000 Euro.

Paperworld 2012 (1)

Der „Perfekte Bleistift” war auch diesmal in verschiedenen Ausführungen zu sehen, nicht jedoch in der neuen aus Kunststoff, von der man erzählte. Weitere Bleistift-Neuheiten gab es nicht, was mich ein wenig verwundert hat: Keine Antwort auf den WOPEX von STAEDTLER, so dass der inzwischen über zehn Jahre alte GRIP 2001 die letzte Innovation bleibt, und keinen historisch anmutenden Bleistift, obwohl man da aus dem Vollen hätte schöpfen können. – Wie in den letzten Jahren hat mich enttäuscht, wie wenig informiert das Standpersonal war. Ich hatte mich allerdings gleich als Endkunde zur erkennen gege­ben; vielleicht ist man einem solchen gegenüber auf der Messe weniger auskunftsfreudig.

Paperworld 2012 (1)

Koh-I-Noor habe ich immer als sehr verschlossen erlebt, so dass ich es bei einem Foto des schmucken Stift-Flitzers belassen habe.

Kleinigkeiten gab es ebenfalls zu entdecken, so z. B. am Stand von M & M (Metzger & Mendle): Wer gerne Dreispitz-Reißzwecken nutzt und bedauert, dass Maped sie aus dem Programm genommen hat, wird hier fündig. – LYRA, Teil von FILA, zeigte zwar einiges, hatte aber keine Neuheiten bei den Blei- und Farbstiften.

Paperworld 2012 (1)

Die Präsentation der Produkte von Milan war gelungen und erinnerte an die Werke von Tony Cragg.

Paperworld 2012 (1)

Gut fand ich, dass manche Hersteller auch historische Produkte gezeigt haben, so z. B. das bayerische Unternehmen Boden, das seit 120 Jahren Reißzeuge fertigt (allerdings jetzt keine mehr im Inland).

Paperworld 2012 (1)

In der Halle mit den Notizbüchern war ich nur kurz, doch dort ist mir die „Quotes Collec­tion” des italienischen Anbieters Ogami angenehm aufgefallen.

Paperworld 2012 (1)

Prächtig war das Sortiment von Carta Pura, zu dem u. a. Spiral-Stifthalter gehören.

Paperworld 2012 (1)

In Kürze geht es mit einem zweiten Teil weiter.

Zurück vom Mars

Sonntag, 18. September 2011

Der gestrige Tag der offenen Tür bei STAEDTLER Nürnberg war hervorragend: Freund­liche und kompetente Menschen, interessante Themen, ein umfangreiches Rahmenprogramm und prächtiges Wetter haben unseren Besuch zu einem sehr schönen Erlebnis gemacht. Angesichts des großen Angebots habe ich mich spontan dazu entschlossen, meiner selbst­auferlegten Chronistenpflicht diesmal nicht nachzukommen und mich ganz auf das Erleben zu konzentrieren; einige wenige Details, deren Auswahl selbstverständlich keine wertende ist, seien jedoch erwähnt.

Zurück vom Mars

Das Hauptgebäude bei unserer Ankunft; die Sonne kam nach dem Foto wieder heraus.

Vielen Endverbrauchern unbekannt, aber ein wichtiges Standbein des Unternehmens und daher auch im Wissenschaftspavillon zum Anfassen präsentiert war der Marsclay. Das Indus­trieplastilin hat seinen Ursprung in der Zeit vor etwa 100 Jahren, als die Autos noch nicht in Serie und viele Karosserien auf Kundenwunsch gefertigt wurden. Vom anfänglich benutz­ten Lehm, der nicht die gewünschten Eigenschaften hatte und bald durch eine eigens entwickelte Modelliermasse abgelöst wurde, blieb nur die Bezeichnung „clay” übrig; diese hat sich zudem als Fachbegriff etabliert.

Zurück vom Mars

Im gleichen Pavillon zu sehen gab es die Unternehmensgeschichte und darin zahlreiche Kostbarkeiten wie den Telefonstift in verschiedenen Ausführungen und ein Rechnungs­buch. Dieses belegt, dass J.S. Staedtler die Mitbewerber 20 Jahre lang mit Farbminen be­lieferte, da keiner das Produktionsverfahren so beherrschte wie er.

Zurück vom Mars

Für mich ein Höhepunkt war die Begegnung mit den beiden Entwicklern des WOPEX, von denen ich eine Sonderauflage dieses extrudierten Bleistifts bekam. – Gezeigt wurde übri­gens auch ein 225,2 Meter langer WOPEX.

Zurück vom Mars

Zum Schluss ging das Kind im Manne mit mir durch und schnurstracks zur „Kommissionie­rung für Kinder”; Objekt meiner Begierde war der Schreiblernstift Noris ergosoft 153 mit Kiddifant-Aufstecker, den ich jedoch bereits heute früh mit Freude weiter­gereicht habe.

Zurück vom Mars

Ein toller Tag!

Nachtrag vom 20.9.11: STAEDTLER spricht von 10136 Besuchern.

Reise zum Mars

Mittwoch, 14. September 2011

Reise zum Mars

Vier Generationen des Mars-Kopfes (zum Vergrößern anklicken)

Am kommenden Samstag, den 17. September 2011, geht es auf die Reise, aber nicht zum roten Planeten, sondern zum blauen Bleistift – und zu vielem mehr, denn für den Tag der offenen Tür bei STAEDTLER Nürnberg von 14 bis 19 Uhr steht einiges auf dem Programm. Ich bin gespannt!

Wipfelstürmer

Freitag, 29. Juli 2011

Wipfelstürmer

Allen Natur- und besonders Waldfreunden, die sich im Bayerischen Wald herumdrücken, sei der Besuch des Baumwipfelpfads nahe Neuschönau sehr ans Herz gelegt. Der nach An­gaben der Betreiber weltweit längste seiner Art führt auf 1300 Metern Steglänge und in bis zu 25 Metern Höhe durch prächtige Natur und endet am Baumturm, in dem es durch den ausführlich dokumentierten Lebensraum des Baumes zur 44 Metern hohen Aussichts­plattform mit einem herrlichen Rundblick geht. Hingehen und genießen!

Toller Tiegel

Mittwoch, 27. Juli 2011

Was könnte sich besser zur dekorativen Aufbewahrung von Bleistiften eignen als ein Behäl­ter, der nicht nur eine frühe wichtige Verwendung des Graphits zeigt, sondern auch fast zur Hälfte aus dem schwarzen Gold besteht?

Toller Tiegel

Diesen 82 mm hohen Tiegel des letzten deutschen Herstellers für Schmelztiegel aus Gra­phittonkeramik, der Aug. Gundlach KG im hessischen Großalmerode1, habe ich im Museum der Graphit Kropfmühl AG erstanden.

Toller Tiegel

Der „Mars-Tiegel” setzt sich zusammen aus 46% Graphit, jeweils 14% SiC/Si und Al2O3 und 26% SiO2. Er eignet sich für Betriebstemperaturen bis 1450 °C2 und ist daher auf meinem Schreibtisch unterfordert.

Die Belege für den Gebrauch von Graphit als Beimischung für Ton reichen zurück bis 3000 v. Chr.; auch die Kelten (ca. 500 v. Chr.) nutzten ihn für die Fertigung besonders feuer­fester Tonwaren. Mit dem Beginn unserer Zeitrechung enden die Funde von Graphitton­keramik3.

Toller Tiegel

Schmelztiegel aus Graphittonkeramik (Keramikmuseum im Schloß Obernzell bei Passau)

Erste urkundliche Hinweise auf Schmelztiegel aus einem Graphit-Ton-Gemisch datieren auf etwa 1500. Als Ursprungsort gilt das heutige Obernzell im Bayerischen Wald4. – Die Bei­mengung von Graphit macht die Keramik widerstandsfähig gegen hohe Temperaturen und starke Temperaturschwankungen, wie sie in der Metallverarbeitung üblich sind, sowie ge­genüber aggressiven Chemikalien. Darüber hinaus dichtet der Graphit den Behälter ab, so dass auf eine Glasur verzichtet werden kann, und glättet die Wandung, wodurch das voll­ständige Ausgießen des Inhalts ermöglicht wird. Auch für Kochgeschirr und Öfen wurde der Graphitton genutzt. – Die Graphittiegel kamen zum Teil ungebrannt in den Handel und hielten nur begrenzte Zeit, weil bei jedem Schmelzvorgang ein Teil des Graphits ver­brannte und der Tiegel dünnwandig wurde.

Toller Tiegel

Geschirr aus Graphittonkeramik (Keramikmuseum im Schloß Obernzell bei Passau)

Toller Tiegel

Öfen aus Graphittonkeramik (Keramikmuseum im Schloß Obernzell bei Passau)

Die Produktion dieses sog. Schwarzgeschirrs in Obernzell endete mit der Schließung der Firma Oswald & Co. im Jahre 19405.

  1. Archäologische Funde aus dem 12. Jahrhundert belegen das Aufkommen von Keramik-Schmelztiegeln in dieser Umgebung. – Viele dieser sog. hessischen Tiegel sind durch eine dreieckige Öffnung gekennzeichnet.
  2. Zum Vergleich ein paar Schmelzpunkte: Silber 960 °C, Gold 1063 °C, Eisen 1525 °C.
  3. Helm, Winfried; Ortmeier, Martin (Hg.): »Millionenbauern« Bäuerlicher Graphitbergbau im Bayerischen Wald (Freilichtmuseum Finsterau, 2. Aufl. 2011)
  4. Martinón-Torres, M; Rehren, Th.: Post Medieval Crucible Production and Distribution: A Study of Materials and Materialities, Archaeometry 51, 1 (2009) 49–74 (PDF)
  5. Handbuch und Führer zum Keramikmuseum im Schloß Obernzell (München, 2. Aufl. 1984)

Wackelnder Wacker

Dienstag, 26. Juli 2011

Ein Naturdenkmal im Süden des Bayerischen Waldes nahe Solla am Wanderweg Nr. 84: Der Wackelstein.

Wackelnder Wacker

Der Wackelstein von Nordosten, …

Obwohl etwa vier Meter breit und über 50 Tonnen schwer, lässt er sich mit ein paar kräf­tigen Armen zum leichten Schaukeln bringen.

Wackelnder Wacker

… auf der Landkarte …
(© Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern 2006)

Eine beeindruckende Erscheinung in märchenhafter Umgebung!

Wackelnder Wacker

… und von Nordwesten

Altes Holz

Montag, 25. Juli 2011

Fassaden im Museumsdorf Bayerischer Wald bei Tittlingen.

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Naturparker

Sonntag, 24. Juli 2011

Naturparker

Codes & Clowns

Montag, 14. Februar 2011

Dem amerikanischen Computer-Pionier Claude E. Shannon (1916–2001) gewidmet ist die kleine, aber feine Ausstellung „Codes & Clowns” im Frankfurter Museum für Kommunikation. Ausführlich be­schriebene Orginale und Nachbauten, teils zur Vorführung, geben Einblick in das Wirken dieses außergewöhnlichen Wissenschaftlers und machen den Besuch nicht nur für Computer-Nostalgiker lohnend. Hier ein paar Fotos, die ich leider so lange unkommen­tiert lassen muss, bis ich meine Notizen wiedergefunden habe.

Codes & Clowns

Jugglometer

Codes & Clowns

Jugglometer (Detail)

Codes & Clowns

Rubik’s Cube Solver (Detail)

Codes & Clowns

Ferngesteuerter LKW

Codes & Clowns

Communication theory of secrecy systems (1949)

Codes & Clowns

SIGSALY (System zur Verschlüsselung von Telefongesprächen, 1943; Detail)

Codes & Clowns

NIMWIT (Detail)

Codes & Clowns

THROBAC I (THrifty ROman numeral BAckward looking Computer, Rechner für römische Zahlen)

Codes & Clowns

THROBAC I (THrifty ROman numeral BAckward looking Computer, Rechner für römische Zahlen; Detail)

Codes & Clowns

Mind reading machine

Mein Favorit ist Shannons „Ultimate Machine” aus dem Jahr 1950, die nach dem Einschalten nichts anderes tut, als sich selber auszuschalten (der gezeigte Nachbau brummt obendrein bedrohlich).

Unable to show flash video

Codes & Clowns. Claude Shannon – Jongleur der Wissenschaft
10. Februar bis 5. Juni 2011
Museum für Kommunikation Frankfurt
Schaumainkai 53 (Museumsufer)
60596 Frankfurt am Main
Dienstag bis Freitag 9–18 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertage 11–19 Uhr

Paperworld 2011 (3)

Donnerstag, 10. Februar 2011

Im letzten Teil geht es um STAEDTLER. Diesem Hersteller galt mein größtes Interesse, wusste ich doch bereits von einigen Neuheiten und war gespannt darauf, diese zu sehen.

Paperworld 2011 (3)

Neu und bunt sind die vier Varianten des Druckbleistifts graphite 764, die über ein langes, rutschfestes Griffstück und einen herausdrehbaren Radierer verfügen; sie sind in 0,5 und 0,7 mm Minenstärke erhältlich.

Paperworld 2011 (3)

Hinten links: graphite 771 (2008), Noris 763 und tradition 763 (2009)

Die dazu angebotenen Minenröhrchen sind farblich abgestimmt und passen auch zu den im vergangenen Jahr vorgestellten Ausführungen des bekannten Mars micro 775. – Poppig ist der graphite 777 „music edition”, der schwarzgrundig und mit drei verschiedenen Auf­drucken in den Handel kommt.

Paperworld 2011 (3)

Für die Unterstützung des pigment liner konnte man den britischen Künstler Stephen Wiltshire gewinnen, der nur aus dem Gedächtnis detaillierte Großstadt-Zeichnungen anfer­tigt.

Paperworld 2011 (3)

Ausschnitte seiner außergewöhnlichen Werke zieren nun Displays und Verpackungen des pigment liner.

Paperworld 2011 (3)

Beim triplus fineliner geht es jetzt noch lebendiger zu, denn die Palette wurde auf 30 Far­ben erweitert; transparente Boxen für sechs fineliner sowie zwei Mäppchen aus Baumwolle und Neopren mit 20 Stiften ergänzen das Sortiment.

Paperworld 2011 (3)

In der Hand eines prominenten Künstlers findet sich auch der Lumocolor wieder: Ralph Ruthe, bekannter Cartoonist, erfreute so manchen Besucher des Standes mit Karikaturen, die er während des Gesprächs zeichnete. – Neu im Lumocolor-Programm sind jetzt ein Garten- und ein Wäsche-Marker.

Paperworld 2011 (3)

Die drei Flächen des in sechs Farben und dem Härtegrad HB erhältlichen Bleistifts mit der Artikelnummer 133 S tragen runde Vertiefungen, deren Oberfläche reflektiert – eine nette Abwechslung fürs Auge.

Paperworld 2011 (3)

Die Klassiker Lumograph, Noris und Tradition gibt es für begrenzte Zeit in dekorativen Me­talldosen mit historischem Aufdruck. Großzügig bemessen und sogar innen lackiert eignen sich die Dosen mit Klappdeckel nach dem Verbrauch des Dutzends in HB zudem gut für andere Zwecke.

Paperworld 2011 (3)

Sie sollen ab März zu bekommen sein; der empfohlene Verkaufspreis steht noch nicht fest.

Paperworld 2011 (3)

Eine weitere Besonderheit ist das „Pencilmaker Set”, mit dem man die frühe Bleistifther­stellung nachempfinden kann. Aus zwei Holzhälften, etwas Leim und einer vom Zimmer­mannsbleistift vertrauten Mine entsteht der Stift, dessen Werden auch die historische Werk­statt am Stand zeigte (allerdings bekam man dort ein richtiges Siegel).

Paperworld 2011 (3)

Die größte Überraschung war für mich das Unterrichtsset, das die Frage „Wie kommt die Mine in den Stift?” sehr geschmackvoll beantwortet.

Paperworld 2011 (3)

Ausgehend von Brettchen und Mine geht es Schritt für Schritt zum fertigen Lumograph, wobei gelungene Illustrationen, Beschriftungen in sechs Sprachen und ein Einleger zusätz­liche Details zum Herstellungsprozess liefern.

Paperworld 2011 (3)

Ein beeindruckendes Produkt!

Paperworld 2011 (3)

Das war’s von der diesjährigen Paperworld – die nächste beginnt am 28. Januar 2012.

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