Freikletterer

17. August 2008

Freikletterer

Tönerne Eidechsen in der Abendsonne an der Wand des Kulturzentrums Faselstall
in Biebesheim am Rhein (zum Vergrößern anklicken)

Null Plus

14. August 2008

Grünes Licht für Spielratze jeden Alters gibt das unmögliche Möbelhaus aus Schweden mit einer unbürokratischen und wohl hauseigenen Ergänzung der europäischen Norm EN 71 zur Sicherheit von Spielzeug.

Null Plus

Während die Norm das Zielpublikum an der Altersgrenze von 36 Monaten teilt und damit unter anderem die Grundlage dafür schafft, dass die Jüngsten vom Bespielen so manch interessanter Dinge abgehalten werden, lässt IKEA mit einem erfreulichen Symbol, das mir auf der (in meinen Augen übrigens äußerst gelungenen) Fledermaus KRYP aufgefallen ist, bei allen uneingeschränkte Spielfreude aufkommen. Gut so!

Jungbrunnen

13. August 2008

Jungbrunnen

Mit dieser bemerkenswerten Aufstellung seiner pflegenden Leistungen wirbt ein „Beauty & Wellness”-Anbieter aus meiner näheren Umgebung, jedoch nicht ohne mich rätseln zu lassen. Welche Behandlung wird denn mir und meinem Körper in der Saftquelle zuteil, nachdem meine Haare dauerhaft entfernt, meine Haut verjüngt und meine Falten redu­ziert wurden? Darf ich darin planschen, um wieder feucht hinter den Ohren zu werden, oder muss ich davon trinken? Oder ergießen sich dort gar Körpersäfte? Wenn ja, wessen? Wie auch immer – Neugierde hält jung, und so wirkt die Saftquelle bereits aus der Ferne auf mich. Ich muss da wohl mal mit einem Probierglas vorstellig werden, um meinen Wis­sensdurst zu stillen.

Anhänglicher Besucher

12. August 2008

Hin und wieder führt meine rudimentäre Blog-Statistik einen „Generic Gecko” auf, und als großer Tierliebhaber (siehe z. B. hier, da und dort) freue ich mich natürlich sehr über die Besuche des kleinen, klebrigen Kriechtieres.

Ich habe mal gehört, dass der Gecko mit der Haftkraft seiner vier Klebefüße rund 140 Kilo­gramm halten könne, aber leider nicht will, und so empfinde ich es schon als etwas Beson­deres, wenn ab und zu einer an meiner bunten Mischung haftet. Hoffentlich ist mein flin­ker Gast dabei an etwas Interessantem hängen geblieben!

Wundersame Welt der Waren (7)

8. August 2008

Heute schauen wir auf eine kleine, nichtrepräsentative Auswahl jener Gerätschaften, die so manchen Lebensmitteln beiliegen und den sofortigen Verzehr auch ohne das vertraute Essbesteck ermöglichen. Dabei werden wir sehen, dass es jenseits der allgegenwärtigen Speiseeis-Spatel und Pommes-Pieker Bemerkenswertes zu entdecken gibt.

Hölzener Nordsee-Dreizack

Wir stechen in See mit der schlichten und funktionellen Gabel aus hellem Holz, die der für allerlei schmackhaftes Meeresgetier bekannte Anbieter Nordsee seinen Gästen zum mobilen Genuss der „Fish & Chips” andient (wenn ich dort vor Anker gehe, nehme ich gerne die große Portion mit Remouladensoße, aber das nur nebenbei). Das fast 2 mm dicke und daher ziemlich robuste Essgerät ist mit großzügigen 17 cm etwa so lang die interessant bedruckte Tüte der „Fish & Chips” tief, damit man auch den letzten der leckeren Happen zuverlässig herausangeln kann und erinnert sicher nicht zufällig an Neptuns Dreizack.

Göffel? Label? Gaböffel?

Im Kühlregal meines Lieblingsdiscounters Plus findet man eine Reihe appetitlicher und verzehrfertiger Salate, zu deren Lieferumfang diese ungewöhnliche Verschmelzung aus Gabel und Löffel gehört. („Göffel”? „Label”? „Gaböffel”? Hier gäbe es bestimmt noch beträchtliches Marketing-Potential.) Leider sind weder die Zinken dieses 10 cm kurzen Apparates spitz genug noch seine Laffe ausreichend tief, um wirklich praktisch zu sein, und da sich dieses sehr dünne, aus transparentem Kunststoff gefertigte Gerät zudem beim Einsatz recht leicht verbiegt, erfüllt es den angestrebten Verwendungszweck leider nur bedingt.

Plus-Klappspaten

Gut versteckt im hohen, mit knusprigen Flocken gefüllten Deckel der gesunden Joghurt-Müsli-Kombination vom selben Discounter ist ein kleiner klappbarer Löffel aus orange­farbenem Kunststoff, der nicht nur über einen außerordentlichen Gebrauchswert verfügt, sondern auch dem aufmerksamen Betrachter pfiffige Konstruktionsdetails offenbart: Zwei ganz unterschiedlich gestaltete Rastungen arretieren die fast 11 cm lange Schaufel sowohl im ein- als auch im ausgeklappten Zustand, wobei letzterer zusätzlich durch einen kleinen Steg stabilisiert wird – beeindruckend, mit welcher Sorgfalt der Hersteller Polimoon (seit 2007 Promens) bei diesem Produkt, das eigentlich nichts kosten darf, zu Werke ging. – Bedauerlicherweise hat die Plus-Filiale in der Nähe meines Arbeitsplatzes kürzlich alle drei Varianten dieser attraktiven Zwischenmahlzeit ausgelistet und damit auch den raffinierten Löffel verschwinden lassen.

Im Zusammenhang nicht nur mit Klappbarem sei das überaus lesenswerte Buch „Col­lapsibles – Ein Album platzsparender Objekte” von Per Mollerup aus dem Verlag Stiebner lobend erwähnt und allen an derartigen Dingen Interessierten wärmstens empfohlen.

Zackige  Kiwi-Säge von Zespri

Wurde meine Generation noch mit einem einfachen Pausenbrot in die Penne geschickt, so verwöhnt man die Kids von heute bereits vor ìhrem ersten Schultag mit zum Teil fremd­artigen Dingen. Anlässlich der Einschulung in Hessen vor wenigen Tagen gab eine nahr­hafte namhafte Supermarkt-Kette gegen Gutschein Zuckertüten (hier wohl angebrachter: Obsttüten) aus, die unter anderem neuseeländische Kiwis enthielten. Passend zu dieser Vitamin-C-reichen Frucht aus dem fernen Land fand sich im bunten Pappkegel ein hell­grünes Instrument von einem fernen Planeten – so zumindest mutet dieses ausgefallene und äußerst stabile Esswerkzeug an, das zwar Assoziationen an eine sehr grobe Säge weckt, aber zweifellos alle anderen Hilfsmittel zum Verzehr der Kiwi entbehrlich macht. – Notabene: Den zackigen, aus Poylstyrol (Recycling-Code 06) gefertigten Kiwi-Löffel der internationalen Marketing-Organisation Zespri gibt (gab?) es hierzulande in mindestens zwei Varianten.

Mein Favorit? Natürlich der grandiose Klapplöffel.

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Gepunktet

7. August 2008

Mit einer neuen Service-Dimension hat mich heute meine örtliche Filiale der Deutschen Post verblüfft. Mit großer Vorfreude auf die eingeschriebene Sendung, die ich gestern leider nicht entgegennehmen konnte und daher abholen musste, stand ich in der Reihe derer, die ebenfalls das Leistungsangebot des gelben Riesen in Anspruch nehmen wollten. Schon vom Ende der Schlange erkannte ich sehr deutlich das vorwiegend in den Farben des Unternehmens gehaltene und vor dem Schalter aufgehängte Schild mit dem Foto einer lächelnden, dienstgekleideten Angestellten in dynamischer Haltung, einem senkrecht nach unten zeigenden Pfeil und den verheißungsvollen Worten „Service Wartepunkt!”.

Wartepunkt!

Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, wie ich mir einen „Wartepunkt!” vorzustellen hatte, und so war ich äußerst gespannt auf das, was mich unter dem Schild erwartete. Langsam rückte die Schlange vor, doch zu meiner Verwunderung zeigten die Kunden, die unter dem Pfeil zu stehen kamen, keine Regung. Hatten sie bereits bei ihrem letzten Besuch einen „Wartepunkt!” erhalten und bekamen jetzt keinen mehr? Waren die Wartepunkte heute vielleicht schon aus? Oder war ich der einzige, dem nicht auffiel, dass sich die auf dem Schild gezeigte Mitarbeiterin (etwa Pünktchen, die „Wartepunkt!”-Beauftragte?) nicht in der Filiale aufhielt und es aus diesem Grunde heute gar keine Wartepunkte gab? (Dies hätte mich sehr enttäuscht.) Voller Ungeduld und Neugier fieberte ich dem „Wartepunkt!” entgegen und vergaß dabei zeitweilig sogar das abzuholende Einschreiben, auf das ich mich noch vor wenigen Minuten so gefreut hatte.

Endlich unter dem Schild mit dem Pfeil angekommen, war meine Überraschung groß: Nicht ein, nicht zwei – nein, gleich fünf faustgroße, in die gesprenkelten Bodenfliesen eingelas­sene Punkte in goldbraunen Tönen und dünnem, kontrastierendem Rand warteten gedul­dig auf mich (und ich vermute stark, dass unter dem Fuß des Ständers rechts im Bild noch ein sechster wartete). Das waren sie also, die Wartepunkte!

Wartepunkte!

Dieses Serviceüberangebot, dem man selbst mit der Bezeichnung „Wartedoppelpunkt!” bei weitem nicht gerecht geworden wäre, machte mich sprachlos, doch wie schon bei den Kunden vor mir ließen die akkurat aufgereihten Wartepunkte bedauerlicherweise auch bei mir jede Reaktion vermissen. Waren sie vielleicht verstimmt? Hatte ich einen groben Fehler begangen, etwa meine Schuhe, mit denen ich ihnen recht nahe kam, nicht sorgfältig ge­nug geputzt? Dennoch: Zumindest einer der fünf Wartepunkte hätte ruhig irgendetwas machen, sich zum Beispiel als springender Punkt hervortun können, aber möglicherweise haben sie ja auch auf einen ganz speziellen Kunden gewartet.

Trotz dieses Wermutstropfens konnte die Deutsche Post bei mir kräftig punkten, denn mit einem solch ungewöhnlichen Service wartet nun wirklich nicht jeder auf.

Stille Beobachter (3)

29. Juli 2008

Schaltschrank in Leipzig, Stadtteil Gohlis

Dilbert, der Ingenieur, als Schaltschrank getarnt unterwegs in Leipzig? Nizuglohm!

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Druck und Kunst

28. Juli 2008

Einer der Höhepunkte unseres kürzlichen Aufenthalts in Leipzig (siehe u. a. hier, da und dort) war der Besuch des Museums für Druckkunst in der Nonnenstraße im Stadtteil Plag­witz, direkt gegenüber den ehemaligen Buntgarnwerken.

Das 1995 gegründete und 2000 in eine Stiftung überführte Museum präsentiert Druck­maschinen und Handpressen, Holzbuchstaben und Bleilettern für den Handsatz, Schriftma­trizen, Gieß- und Setzmaschinen sowie Stahlstempel, Schriftschablonen und etliche Geräte für die Buchbinderei, wobei ein Großteil der Exponate nur noch dort existiert.

Bei dem hervorragend ausgestatteten Druckkunst-Museum handelt es sich weniger um ein typisches Museum, sondern vielmehr um eine Druckwerkstatt zum Anfassen und Erleben, und so können Interessierte die Maschinen und die Arbeit an ihnen in Kursen praktisch kennen lernen (wir hatten das Glück, die Zeilensetz- und -gießmaschine „Rossia 7 H” im Betrieb durch einen sehr fachkundigen und freundlichen Mitarbeiter bewundern zu können und eine Schriftzeile gegossen zu bekommen). Künstler haben die Möglichkeit, das Mu­seum für eigene Arbeiten zu nutzen, und auch zur Ausbildung und Berufsförderung kommt die Vielzahl der kostbaren Stücke zum Einsatz.

Die folgenden HDR-Bilder werden beim Anklicken vergrößert angezeigt (mehr dazu unter „Schon gewusst?”).

Museum für Druckkunst Leipzig

Links: Komplettgießmaschine, H. Berthold AG, Berlin, 1. Hälfte des 20. Jh.;
rechts: Komplettgießmaschine, Leningrader Werk für Polygraphische Maschinen, St. Petersburg, Russland, 1967

Museum für Druckkunst Leipzig

Satzregal

Museum für Druckkunst Leipzig

Druck- und Setzmaschinensaal

Museum für Druckkunst Leipzig

Rechts: Stoppzylinder-Druckmaschine, Vereinigte Maschinenfabrik Augsburg und Maschinengesellschaft Nürnberg AG, Werk Augsburg, 1906

Museum für Druckkunst Leipzig

Weniger ein Museum als vielmehr eine Druckwerkstatt

Museum für Druckkunst Leipzig

Zeilensetz- und -gießmaschine „Rossia 7 H”, Leningrader Werk für Polygraphische Maschinen,
St. Petersburg, Russland, 1967

Museum für Druckkunst Leipzig

„Linotype”-Großkegel-Setzmaschine, Modell 20 „Universa”, Berliner Maschinenbau AG, Berlin, 1969

Museum für Druckkunst Leipzig

Links: Zeilensetz- und -gießmaschine „Intertype Modell C”, Intertype Corp., Brooklyn,
New York, USA, um 1927

Museum für Druckkunst Leipzig

Lochband-Perforator „Lino-Quick-Perforator”, Linotype GmbH, Berlin und Frankfurt/Main, 1966

Zusätzlich zur ständigen gibt es wechselnde Ausstellungen sowie Vorträge und Symposien, und ein kleiner Laden bietet Bücher, Plakate, Postkarten, Bleilettern und einiges mehr an (darunter auch zahlreiche Titel des Verlages Hermann Schmidt in Mainz, den ich sehr schät­ze).

Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit großem Einsatz und hoher Fachkompetenz ein außergewöhnliches und sehr hinteressantes Museum ge­schaffen haben. Ich freue mich darauf, bei meinem nächsten Aufenthalt in Leipzig diese einzigartige Sammlung erneut bewundern zu können!

Museum für Druckkunst
Nonnenstraße 38
04229 Leipzig
Tel. 0341-23162-0
Website
Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 10–17 Uhr
So. 11–17 Uhr

Wer nicht nach Leipzig kommt, aber Interesse an dieser Thematik und zudem Darm­stadt in erreichbarer Nähe hat, dem empfehle ich einen Besuch der ebenfalls sehr sehenswerten Außenstelle Schriftguss, Satz & Druckverfahren des Hessischen Landesmuseums Darmstadt.


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