Frühjahrsputz

10. März 2008

Einweichportal bei TopWash in Rüsselsheim

Aber bitte nicht drängeln – es darf sich jeder mal drunterstellen.

Dixon Ticonderoga

9. März 2008

Dixon Ticonderoga

Auf den ersten Blick sehen diese beiden alltäglich wirkenden Schreibgeräte fast gleich aus, doch bei näherer Betrachtung offenbaren sie ihre erheblichen Unterschiede.

Dixon Ticonderoga

Beide Bleistifte, deren seit langem etablierter Name von der Festung Ticonderoga aus dem Staat New York des 18. Jahrhunderts stammt, kommen vom 1913 gegründeten US-ameri­kanischen Hersteller Dixon und sind mit einem ordentlich funktionierenden Radierer ausge­stattet – damit sind ihre Gemeinsamkeiten jedoch bereits erschöpft.

Dixon Ticonderoga 13882

Während es sich bei dem einen um einen holzgefassten Bleistift mit der Typenbezeichnung 13882 und der Härte HB handelt, steckt im Kunststoffgehäuse des anderen, dem „Sense­Matic”, eine Einfachstmechanik, die beim Druck auf die schwarze Schreibspitze eine 0,7 mm dicke Mine vorschiebt. Dank dieser Automatik, die den Stift geringfügig dicker als sein höl­zernes Pendant macht, entfällt das bei mechanischen Bleistiften ansonsten übliche Drü­cken. – Dem SenseMatic recht ähnlich ist übrigens der EFAmatic von Eberhard Faber.

Dixon Ticonderoga SenseMatic

Allerdings hat diesess Prinzip zwei kleine Nachteile: Systembedingt sitzt die Kunststoffspitze beim Schreiben ständig auf dem Papier, was für ein etwas anderes Schreibgefühl sorgt. Und kommt die Mine durch unsachgemäße Bedienung mal weiter heraus als nötig, so gibt es kein Zurück – die Mine muss vorne komplett heraus und hinten wieder hinein.

Dixon Ticonderoga SenseMatic

Der SenseMatic ist nachfüllbar, doch der Radierer lässt sich leider nicht austauschen. Eine kleine Verbesserung bringt der „SenseMatic Plus”, der mit einem zweiten Endstück ausgeliefert wird.

Mit 1,98 USD für zwei SenseMatic und 4 USD für ein Dutzend 13882 sind diese Bleistifte im Niedrigpreissegment angesiedelt, doch ihre Qualität kann sich durchaus sehen lassen. Lack und Aufdruck des in China gefertigten 13882 sind gleichmäßig, die Zwinge ist sauber angebracht (übrigens ring-angepresst, was erheblich besser aussieht als punkt-angedrückt) und das Holz lässt sich gut spitzen; die Mine gleitet ohne zu kratzen über das Papier. (Nicht alle von Dixon angebotenen Bleistifte kommen so gut an, wie der Artikel „World's Best Pencil - Guatanteed” bei Pencil Talk und die Kommentare dazu zeigen.) Die Mechanik des aus Taiwan stammenden SenseMatic arbeitet zuverlässig, wobei mich die beiden oben genannten Nachteile nicht stören; die Qualität der mitgelieferten und mit gut 122 mm ungewöhnlich langen Mine ist passabel.

Beide Ticonderogas sind empfehlenswert und bieten viel fürs Geld, nur beim Spitzen sollte man aufpassen … ;-)

Warnhinweis

Vielen Dank an Stephen von pencil talk für diese Stifte!

Links:
Dixon Ticonderoga / Dixon Ticonderoga SenseMatic (Herstellerinformationen)
SenseMatic und SenseMatic Plus im Virtuellen Mäppchen

Wundersame Welt der Waren (5)

7. März 2008

Schweres Gerät fährt mein Lieblings-Discounter Plus seit vergangenem Montag für all jene auf, die an der Genuss-Premiere teilnehmen und sich das doppelte Schoko-Erlebnis schmecken lassen wollen.

Weckt die 3-stufige Kaskade mit 2 Förderschnecken zunächst des Heimwerkers Hoff­nungen, endlich mit dem eigenen Kohlebergbau beginnen zu können, so zeigt der genaue Blick in den Prospekt, dass die angegebenen 230 Watt allein dem Schmelzen der schmack­haften Fondue-Schokolade dient. Während letztere dann langsam in die Edelstahl-Auffangschale tropft und dort zum genüsslichen Verzehr vorgehalten wird, wacht ein Thermostat mit Überhitzungsschutz über den Apparat, um unappetitliche Überra­schungen zu verhindern.

Die zu dieser Hardware passende Software – hochwertige, zartschmelzende Schoko­lade, leicht zu portionieren – gibt es in handlichen 600-g-Einheiten im selben Hause. Da die Maschine die gleichzeitige Verarbeitung von zwei verschiedenen Schokoladen-Sorten ermöglicht, empfiehlt sich der Griff sowohl zur Vollmilch- als auch zur Zartbitter-Variante des Schmelzguts, um die ganze Systemleistung auszukosten.

Der Edelstahl-Schokoladenbrunnen ist etwa 40 cm hoch und kommt für 29,99 Euro auf den heimischen Schlemmertisch.

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Klein aber fein

5. März 2008

Wie ein Relikt aus alten Tagen mutet der kleine Präzisionsmaßstab 6½ 10 des in Stuttgart ansässigen Herstellers RUMOLD an, denn im Gegensatz zu den heute üblichen Linealen und Maßstäben aus Metall oder Kunststoff ist er aus dem Holz des Birnbaums gefertigt.

Klein aber fein

Die Skalen wurden in die Zelluloidfacetten geritzt und anschließend mit schwarzem Hart­wachs eingefärbt. Durch den hohen Kontrast ist die Ablesbarkeit sehr gut, und außerdem entfällt die bei Kunststoff-Linealen für das Einbringen der Skala notwendige Erwärmung des Materials, die die Genauigkeit beeinträchtigen kann. (Zeichenhilfen mit direkt in das Holz geritzter Skala bestanden früher oft aus Buchsbaumholz, das wegen seiner Härte und der kurzen Fasern beim Ritzen nicht abriss.)

Klein aber fein

Der 9 g leichte und in der Mitte 5 mm dicke Maßstab verfügt über eine Millimeter- und eine Halbmillimeter-Teilung, wodurch er auch kniffligeren Aufgaben gewachsen ist. Die mit 10 Zentimetern recht kurzen Skalen setzen den Einsatzmöglichkeiten zwar gewisse Grenzen, doch dafür passt das hochwertige Stück mit einer Gesamtlänge von 13 Zentimetern nicht nur in das kleinste Mäppchen, sondern auch in die Hemdtasche.

Der polierte Präzisionsmaßstab wird in einer transparenten Schutzhülle ausgeliefert und ist im Fachhandel für etwa 12 Euro erhältlich.

Nachtrag vom 6.2.12: Dieses Lineal wurde inzwischen – ebenso wie die anderen Modelle mit Celluloid-Facetten – wegen zu hoher Fertigungskosten aus dem Sortiment genommen. Es gibt jedoch noch Restbestände dieses sowie der 20 und 40 cm langen Lineale, die der Fachhandel bei Rumold bestellen kann.

Stille Beobachter (1)

24. Februar 2008

Schienenplatte auf einer als Zaunpfahl umfunktionierten Bahnschwelle

Um weiteren (Offline-)Fragen vorzubeugen: Das obige Bild zeigt eine Schienenplatte auf einer als Zaunpfahl umfunktionierten Bahnschwelle. Das Metallstück wirkt in meinen Augen wie ein Gesicht, was durch die Schatten an der Unterseite der Vierkantschrauben noch verstärkt wird.

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Fragen über Fragen

10. Februar 2008

Dialogannahme in Eberstadt

Was ist denn eine Dialogannahme? Nimmt man sich dort meiner Dialoge an, die ich mal geführt habe und jetzt nicht mehr brauche? Oder müsste ich dazu eine Dialogabgabe aufsuchen? Was passiert dann mit meinen alten Dialogen, die ich dort abgebe? Manche Dialoge klingen mir doch sehr vertraut, so dass ich argwöhne, dass die entsorgten Dialoge auf geheimnisvolle Weise zurückgeschleust werden oder man gar die ollen Dinger in einem unbewachten Augenblick wieder untergejubelt bekommt. Oder gibt es vielleicht sogar eine Dialogausgabe, an der sich womöglich wildfremde Menschen meine Dialoge abholen können? Wer steckt dahinter? Und wo kümmert man sich eigentlich um meine Monologe?

Wundersame Welt der Waren (4)

9. Februar 2008

Als passionierter Verbraucher halte ich ständig Ausschau nach ungewöhnlichen Produkten und entdecke dabei immer wieder Bemerkenswertes, was einen zweiten Blick verdient (siehe hier, da und dort). Mein näheres Umfeld leidet unter weiß von meinen abseitigen Neigungen nicht ganz alltäglichen Interessen und gibt mir gelegentlich einen wertvollen Hinweis – so wie den auf einen Kaffee ungewöhnlichen Namens.

Als wäre das Kaffeetrinken nicht ohnehin schon eine recht angenehme Angelegenheit, so macht J. J. Darboven mit seinem Kaffee „Parodie” auf mich den Eindruck, als wollte man noch eins draufsetzen und den Unterhaltungswert dieser Tätigkeit steigern.

Kaffee Parodie

Zunächst klingt das ja irgendwie gut und weckt durch die klangliche Ähnlichkeit z. B. zu „Harmonie” positive Assoziationen, doch der Gedanke, eine Nachahmung – denn um eine solche handelt es sich ja bei der Parodie – erst in der Tasse und dann in mir zu haben, will mir nicht so recht behagen. Auch stehe ich einer Satire auf Kaffee trotz breit gefächertem Interesse und prinzipiellem Wohlwollen eher zurückhaltend gegenüber.

Doch ich bin sehr neugierig auf die „sanfte Mischung aus naturmilden Bohnen” (so ein Werbetext), in der laut der Darboven-Website 135 Jahre umfassende Kaffee-Erfahrung steckt, und setze den Kaffeevollautomaten durch einen entschlossenen Knopfdruck in Betrieb. Nach mehreren interessanten Geräuschen läuft die frisch gemahlene und ebenso gebrühte „Parodie” aus der Maschine in meinen Becher von Wächtersbach. (Nein, das ist keine Schleichwerbung, weil a. mich Wächtersbach nicht dafür bezahlt und b. dieser Artikel aus der „Asia”-Reihe schon lange nicht mehr erhältlich ist.)

Becher aus der 'Asia'-Reihe von Wächtersbach

Der positive Eindruck beim Blick auf den dunklen Trank täuscht nicht: Die „Parodie” ist gar keine, sondern richtiger Kaffee, der prima aussieht und gut schmeckt, so dass ich den mit „Kaffee (schwarz)” beschrifteten Knopf des Automaten gleich noch einmal betätige und mich auf die nächste Tasse freue.

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Buntbüro

8. Februar 2008

Wenn auch nicht knallbunt, so doch wenigstens zweifarbig – und das zudem in stark kontrastierendem Rot und Blau – geht es zu, wenn der Bürofarbstift von Koh-I-Noor Hardtmuth zum Einsatz kommt.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift

Der zweigeteilte Stift mit hexagonalem Querschnitt, einer Länge von 175 mm und einer Dicke von 7 mm (also den für Blei- und Buntstifte typischen Abmessungen) trägt die Aufschrift »KOH-I-NOOR HARDTMUTH AG „Bürofarbstift” 62 SM« und in einer Art Logo »Austria«. Die für die Bezeichnung des Stifts genutzte fette Serifenschrift erinnert dabei an alte Tage, was durch den goldfarbenen Folienprägedruck noch verstärkt wird. Warum der Name des Stifts in Anführungszeichen gesetzt wurde, wird wohl ein Geheimnis des Herstellers bleiben. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass man sich damit auf die all­tagssprachliche Bezeichnung bezog oder eine solche schaffen wollte.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift

Die stabilen Minen des Bürofarbstifts, die auch bei etwas stärkerem Druck nicht abbrechen, gleiten ohne zu kratzen über das Papier. Seine gut aufeinander abgestimmten Farben, die hier nicht ganz korrekt wiedergegeben werden, empfinde ich als ansprechend. Sie lassen sich auch vergleichsweise ordentlich radieren, und so hinterlassen gute Radierer wie z. B. der Schaumradierer von Pilot und der Läufer PLAST-0140 nur äußerst geringe Spuren.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift - rot   KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift - blau

Das Holz des Stifts ist von hoher Qualität – ein hochwertiger Spitzer (hier: die „Granate” von Möbius+Ruppert) trägt das Material sehr sauber ab und hinterlässt eine glatte Schnittfläche. Bei genauem Blick auf das blaue Ende nach dem Spitzen erkennt man eine dünne rote Schicht unter der blauen, was vermuten lässt, dass der Stift zunächst komplett rot und danach halb blau lackiert wurde.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift mit Messing-Anspitzer „Granate”

Für den täglichen Gebrauch bevorzuge ich zwar Druckfarbstifte wie die Color Eno von Pilot oder die noch etwas besseren von uni/Mitsubishi, doch der Griff zum Bürofarbstift ist eine angenehme Abwechslung.

Er ist offiziell nicht mehr im Handel erhältlich, da sein österreichischer Hersteller von gut zehn Jahren in Konkurs ging; der neue Anbieter hat jedoch unter der Art.-Nr. 3423 einen ähnlichen Artikel im Programm (siehe Seite B22 im aktuellen Katalog). Restbestände des Bürofarbstifts sind aber hier und da noch anzutreffen.


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