Zweck und Zentrum

20. Februar 2010

Im Mittelpunkt meiner heutigen Betrachtung steht – besser: liegt und steckt – ein kleines Zeichenzubehör, und zwar die Zentrierzwecke.

Zentrierzwecken Haff Nr. 160 (links) und STAEDTLER Japan (rechts)

Der Zweck des hier in gleich zwei Varianten gezeigten Helferleins ist schnell beschrieben: Das wiederholte Einstechen einer Zirkelspitze an derselben Stelle weitet den Einstichpunkt unnötig aus, was die Zeichengenauigkeit verringert und obendrein das Beschreibmaterial strapaziert; eine Zentrierzwecke hilft da zweifach.

Zentrierzwecke Nr. 160 von Haff

Die metallene, unten mit einer feinen Nadel und oben mit einer ebensolchen Vertiefung versehene Zentrierzwecke (hier die Nr. 160 von Haff, angeboten für 3 Euro „zur Schonung des Mittelpunktes einer Zeichnung”) vermeidet beides – einmal positioniert hält sie den Zirkel zuverlässig am Platz und reduziert zudem die Beanspruchung des Materials.

Die knapp 1,6 mm hohe Zwecke aus Leichtmetall (wohl Aluminium) hat die Form eines Kegelstumpfes, einen Durchmesser von 10 mm und ist an der Unterseite angefast, damit sie sich leichter lösen lässt; eine kleine Hülse hält die 2,4 mm weit hinausstehende und 0,5 mm dicke Nadel mittels Presspassung im Zentrum.

Zentrierzwecke 553G von STAEDTLER Japan

Wo der Einstich nicht erwünscht oder gar unmöglich ist, kommt die zweite Zentrierzwecke zum Einsatz (im Bild oben der Artikel 553G von STAEDTLER Japan, ca. 1,20 Euro). Sie wird durch einen Gummiring an ihrer Unterseite sicher in Position gehalten; ein Fadenkreuz im transparenten Inneren erleichtert die Platzierung.

Das 3,4 mm starke und aus hartem, transparentem Kunststoff gefertigte Utensil mit einem Durchmesser von gut 16 mm verfügt an seiner Oberseite über eine Riffelung, damit die Finger nicht abrutschen, denn im Gegensatz zu der Zwecke von Haff arbeitet diese nicht mit Form-, sondern mit Kraftschluss. Ebenso wie erstere trägt sie keine Kennzeichnung.

Zentrierzwecke des Reißzeugs „Präcision” IX.P von Otto Richter

Obiges Foto zeigt die Zentrierzwecke des Reißzeugs „Präcision” IX.P. von Otto Richter (65 oder mehr Jahre alt), und untenstehende Abbildung habe ich der 20. Ausgabe des Haupt-Katalogs der Gebrüder Wichmann (Berlin) von 1940 entnommen. – Ein dem Produkt von STAEDTLER sehr ähnliche Zwecke findet sich unter der Nummer 52 im Zubehörprogramm der Reißzeugfabrig Seelig GmbH & Co. KG.

Zentrierzwecke Nr. 827 aus dem Lieferprogramm der Gebrüder Wichmann

Mit der DIN 58529 (letzte Fassung vom 1. März 1971, zurückgezogen im November 1996) gab es überdies eine Norm für – so ihr Titel – „Zentrierzwecken und Zentrierscheiben für Reißzeuge” (”Center tacks, horn centres for drawing instruments”; eine englische Fassung hat es nicht gegeben). Die dort spezifizierte Zentrierscheibe mit einem Durchmesser von 16±1 mm besteht aus einem Metallring, der eine glasklare Kunststoffscheibe umschließt und mit drei Nadeln ausgestattet ist. Zu ihr merkt die DIN an:

Die Zentrierscheiben dienen dazu, das Zeichenpapier zu schonen, wenn um das gleiche Zentrum viele Kreise mit dem Zirkel gezogen werden sollen. In diesen Fällen wird die Zentrierscheibe so über das zu schützende Zentrum gesetzt, daß dieses gut durch die Scheibe sichtbar ist. Der Zirkel wird dann in die Kunststoffscheibe genau über dem Zentrum eingesetzt.

Wer bis hierhin durchgehalten hat, bekommt noch eine etymologische Zugabe: Das Wort „Zwecke”, die weibliche Form von „Zweck”, geht zurück auf das alt- und mittelhochdeutsche „zwec”, das „Nagel”, „Pflock” und vor allem „Pflock in der Mitte der Zielscheibe” bedeutete. Daraus wurde im 15. Jahrhundert „Ziel”, wobei die ursprüngliche Bedeutung als „Zwecke” erhalten blieb. Abgeleitet davon sind u. a. „bezwecken” und „verzwickt” (also eigentlich „vernagelt”). – Quelle: Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002.

STAEDTLER WOPEX 2B

17. Februar 2010

Nach seiner Vorstellung auf der Paperworld 2009 bekam der aus einem Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff coextrudierte und bisher nur in der Härte HB erhältliche Bleistift WOPEX von STAEDTLER in diesem Jahr die Grade 2H und 2B zur Seite; letzteren möchte ich kurz unter die Lupe nehmen und mit dem Mars Lumograph 100 2B aus gleichem Hause, den ich hier als Referenz heranziehe, vergleichen.

STAEDTLER WOPEX 2B

Der hexagonale, in einem dunklen Lachsrot gehaltene Bleistift, dessen Kanten recht stark verrundet sind, hat die gewohnten Maße, mit gut 8 Gramm aber mehr als das doppelte Gewicht seiner holzgefassten Pendants. Der silbern glänzende Prägedruck auf der samtig-griffigen Deckschicht des werksseitig gespitzten Bleistifts nennt Herkunftsland, Hersteller, Produktbezeichnung und Härte, während ein schwarzer Druck auf der gegenüberliegenden Fläche Strichcode, EAN, Artikelnummer, Produktionscode sowie das PEFC-Logo umfasst.

STAEDTLER WOPEX 2B

Ein Griff an die Spitzen der beiden Stifte überrascht, färbt doch die Mine des WOPEX die Finger erheblich weniger als die des Lumograph. Beim ersten Kontakt mit dem Papier und – je nach Kraft des Andrucks – auch noch eine Weile danach gibt die frische Spitze des WOPEX etwas mehr Minenmaterial als nötig und als der Lumograph ab, überzeugt dann aber durch eine sehr saubere und fast krümelfreie Abgabe. Es fällt sofort und positiv auf, dass die Mine des WOPEX ebenso leicht über das Papier gleitet wie die im Lumograph. Ob man das geringfügig Wachsige des WOPEX mag, ist eine Frage persönlicher Vorlieben; dem Schreibkomfort tut es wohl keinen Abbruch.

Beim Schreiben hatte ich den Eindruck, dass der WOPEX sparsamer im Gebrauch ist, ohne dies jedoch quantitativ erfassen zu können. Damit kann ich eine weitere der beworbenen Eigenschaften bestätigen. – Die Spuren des WOPEX sind erfreulich wischfest, womit er sich vom Lumograph abhebt. Die Reflexion des Abstrichs beider Minen ist nahezu gleich, doch bei der Schwärzung liegt der Lumograph deutlich vorne.

STAEDTLER WOPEX 2B

Den größten Unterschied zwischen dem WOPEX und dem Lumograph 2B konnte ich beim Radieren feststellen. Ließ sich die Schrift des Lumograph beinahe vollständig entfernen, so wollte mir dies beim WOPEX 2B auch mit anerkannt guten Radierern (STAEDTLER Mars plastic, Tombow Mono, uni Boxy, Läufer PLAST-0140) nicht gelingen. Natürlich hängt das auch von Andruck und Beschreibmaterial ab, und so fiel das Radierergebnis auf glatten Papier besser aus.

STAEDTLER WOPEX 2B

Der für das Spitzen des WOPEX im Handspitzer (hier der einfache und gute Dahle 53455) benötigte Kraftaufwand entspricht etwa dem für Holzbleistifte, doch meine mit einem Fräser arbeitende Kurbelspitzmaschine Carl Decade DE-100 stellte der extrudierte Bleistift arg auf die Probe. Ich vermute, dass sich das dichte und zähe Material des WOPEX leichter schälen als fräsen lässt und rate daher zur Verwendung eines Handspitzers.

Der WOPEX stellt zweifellos eine sehr bedeutende Entwicklung dar und bietet interessante Leistungsmerkmale in hervorragender Verarbeitung, womit er die Welt des Bleischreibens bereichert, doch auch wenn er mir im weichen 2B noch mehr zusagt als in HB, so bringt er mich nicht dazu, dem altmodischen, holzgefassten Bleistift untreu zu werden.

Die neuen Härtegrade des STAEDTLER WOPEX sind ab März/April einzeln und zusammen mit der HB-Variante auf zwei verschiedenen Blisterkarten erhältlich; die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 0,90 Euro für den einzelnen Stift.

Palimpsest

17. Februar 2010

Online seit über einem Jahr, doch für mich eine Neuentdeckung: Das äußerst interessante Weblog „Palimpsest – On Writing Instruments” der Schriftstellerin und Historikerin Lito Apostolakou aus England. Ihre Themen sind so vielfältig wie spannend: Anton Tschechow und der zensierende Rotstift, die Umbenennung des „Mikado” nach „Mirado”, ein Bleistift mit versteckter Landkarte für Kriegsgefangene, der gelbe Lack des Koh-I-Noor und mehr – eine lebendige und bereichernde Mischung! Gefunden habe ich das Blog übrigens bei der Suche nach Informationen über die im Jahr 1885 durch den Franzosen Jean-Pierre Alibert entdeckten und von Johann Faber erworbenen Graphitmine im Berg Batugol bei Irkutsk im Süden Sibiriens.

Sehr sympathisch sind auch die Worte von Charles Dickens, die das Weblog zieren:

There is something very comfortable in having plenty of stationery.

Recht hatte er!

Pentel 1968

15. Februar 2010

Nach der Anzeige von Yasutomo & Co. aus dem Jahr 1967 hier ein weiteres Dokument aus der Frühzeit des Feinminenstifts, und zwar eine Werbung der Pentel of America Ltd. von 1968*. – Die Herkunft des Ausschnitts kenne ich leider nicht, doch da seine Rückseite Informationen über Türen und Fenster von Caradco zeigt, könnte er aus einem Magazin für Architekten stammen.

Pentel 1968

In den besten Kreisen anzutreffen waren der „CPA Sharp 5″, zweifellos ein Vorgänger des P200, sowie der „Graph”, den es in leicht veränderter Form auch heute noch gibt; beide wurden mit einem Minendurchmesser von 0,5 mm und mit Minen der Grade HB und härter angeboten. Hier überrascht mich, dass der mit Clip und Radierer besser ausgestattete „Sharp 5″ deutlich günstiger war als der „Graph”. – Den „continuous feed” des letzteren interpretiere ich nicht als automatische Minennachführung, denn diese Technik kam meines Wissens erst Ende der 1970er Jahre mit den „alpha-matic”- und „TK-matic”-Modellen von Faber-Castell auf den Markt.

* Beim Alter muss ich mich auch diesmal auf den Anbieter verlassen, denn der Ausschnitt selber trägt keine Jahreszahl in Klartext.

Nachtrag vom 6.3.10: Der Anbieter dieser Anzeige hat mir mitgeteilt, dass er sie der Zeitschrift „Progressive Architecture” entnommen hat; das Kürzel „PA-1268″ unten rechts könnte demnach für den Dezember 1968 stehen.

Bleistifte und Musik

14. Februar 2010

Das noch recht neue Weblog mit dem Titel „pencils and music” verwöhnt seine Besucher mit exzellenten Fotos und gehaltvollen Texten in einem stilvollen Layout. Für mich eine wahre Freude und uneingeschränkt empfehlenswert!

Yasutomo & Co. 1967

9. Februar 2010

Hierzulande wohl weitgehend unbekannt ist Yasutomo & Company, gegründet 1954 in San Francisco von Ben Yasutomo mit der Absicht, japanische Schreibwaren in den USA und amerikanische Süßigkeiten in Japan anzubieten. Im Jahrzehnt darauf brachte Yasutomo & Co. den Faserschreiber „Sign Pen” von Pentel erfolgreich auf den amerikanischen Markt und startete später mit NIJI und Y & C eigene Marken, unter denen auch Druckbleistifte geführt wurden.

Anzeige für den Druckbleistift „DEMI-.5” von Yasutomo & Co.

Mit der Interesse weckenden Überschrift „Zum Spitzen hier drücken” und obendrein als automatischen Bleistift mit der Welt dünnster Mine pries Yasutomo & Co. den „DEMI-.5″ in dieser etwa 86 × 124 mm² großen Anzeige aus dem Jahr 1967 an, wobei man die angesprochenen professionellen Anwender fachmännisch mit einer Toleranz von 1/1000 mm beim Minendurchmesser zu beeindrucken versuchte. Doch die Vorteile lagen – und liegen – ganz klar auf der Hand, und so unterscheidet sich der typische, funktionelle Druckbleistift von heute nur unwesentlich von seinem über vierzig Jahre alten Vorgänger. – Zum Ursprung des beworbenen Stifts kann ich leider nichts sagen; ein Modell aus den 1970er Jahren gibt es bei Leadholder zu sehen.

Nachtrag vom 6.3.10: Vom Anbieter dieser Anzeige konnte ich erfahren, dass sie aus der Zeitschrift „Progressive Architecture” stammt.

Paperworld 2010 (2)

5. Februar 2010

Das seit einiger Zeit zum italienischen Hersteller FILA gehörende Unternehmen LYRA hat die „GROOVE”-Reihe um die dünneren und ebenfalls dreiflächigen „GROOVE slim”-Stifte erweitert.

LYRA „GROOVE slim”

Der „GROOVE slim” hat eine 3,3 mm starke Farbmine und ist in 24 Farben sowie als Bleistift („Graphite”) verfügbar; passende Kunststoffspitzer in mehreren Farben werden als Teil der Sets und separat angeboten.

LYRA „Temagraph”

Bei FILA schon lange im Programm sind die Bleistifte „Temagraph” und „Studium”, die nun unter dem Namen LYRA auch hierzulande erhältlich sein werden. Ersteren wird es in sechs Härtegraden von 2H bis 3B, letzteren in fünf von 2H bis 2B und beide mit Radierer in HB geben, doch während der „Studium” eher schlicht daherkommt, ist der „Temagraph” vergleichsweise aufwändig gestaltet: Angabe des Härtegrads auf allen sechs Seitenflächen und Codierung über eine farbige Tauchkappe, umlaufende, grün-metallische Folienprägung und Radierer mit ring-angepresster Zwinge – solche Details sprechen mich an. – Zu den Stiften von LYRA, die eine Änderung erfahren haben, gehören die Rot-Blau-Stifte. Statt des „Rembrandt” und des dickeren „DUO” gibt es nun letzteren in drei Durchmessern von 6,8 bis 10 mm. Neu ist obendrein der ovale Universalschreiber „All Graphite”.

LYRA „Temagraph”

STAEDTLER wartete auch in diesem Jahr mit interessanten Neuheiten auf.

STAEDTLER „WOPEX” in 2B, HB und 2H

Der auf der letzten Paperworld vorgestellte Bleistift „WOPEX” kommt nun in zwei weiteren Härtegraden, und zwar 2B und 2H, in den Handel. Ich konnte ein Dreier-Set bekommen und hoffe, die neuen hier in Kürze detailliert zeigen zu können. Besonders auf 2B bin ich gespannt! – Bei dieser Gelegenheit weise ich gerne auf die exzellente Besprechung des „WOPEX” bei pencil talk hin.

STAEDTLER „triplus 776”

Zuwachs gab es auch bei den Druckbleistiften, wobei der einfache „triplus 776″ im unteren Preissegment angesiedelt ist. Über einen seitlichen Drücker verfügt der „graphite 762″, und richtig bunt sind die fünf neuen Varianten des „Mars micro”, mit deren Trend-Farben und weißen Griffstücken man sich an das Design der populären Unterhaltungselektronik aus Cupertino, Kalifornien, anlehnt.

STAEDTLER „graphite 762”   STAEDTLER „Mars micro”

STAEDTLER

In neuem Erscheinungsbild zeigten sich die ehemals unter der inzwischen verkauften Marke „Eberhard Faber” geführten Produkte. Den „Tricki Dicki” – ich gebe gerne zu, ein großer Fan dieses Bleistifts zu sein – wird es zukünftig in zwei Ausführungen geben (beim Modell für den internationalen Markt verzichtet man auf den alten Namen).

STAEDTLER Jubiläums-Dosen

Zum 175-jährigen Bestehen des Unternehmens werden dekorative Bleistift-Dosen und passende Radierer angeboten, deren Äußeres die Dampflokomotive „Adler” ziert; diese fuhr im Gründungsjahr von Nürnberg, dem Sitz der Firma, nach Fürth und gilt als erste Eisenbahn Deutschlands. – Schachteln aus Metall hätten mir zwar etwas besser gefallen, aber mich fragt ja keiner ;-) Am Rande: Auch der „Lumograph” (ehemals 2886, heute 100) hat dieses Jahr ein Jubiläum, denn er kam am 1. August 1930, also vor 80 Jahren auf den Markt.

STAEDTLER Digitalstift

Ein sehr bemerkenswertes Produkt, das den Bogen vom Papier zum Computer spannt, ist der neue „Digitalstift”. Er besteht aus einem Stift mit Kugelschreibermine und einem etwa feuerzeuggroßen Empfänger mit Display, der mittels eines Clips an der Schreibunterlage befestigt wird. Dieser Empfänger erfasst die Bewegungen des Stifts und sendet sie per USB-Anschluss an den PC; zudem ist es möglich, bis zu 100 Seiten zwischenzuspeichern. Die so erstellte digitale Notiz liegt dann als Grafikdatei im PC vor, kann aber auch über die mitgelieferte OCR-Software in bearbeitbaren Text umgewandelt werden. Darüber hinaus erlaubt die Software des Digitalstifts seinen Gebrauch als Maus, wozu eine Dummy-, d. h. nicht-schreibende Mine zur Verfügung steht. Eine Erkennung des Drucks, wie es z. B. bei Grafiktabletts üblich ist, bot das gezeigte Modell jedoch (noch?) nicht. – Der hochwertig wirkende Digitalstift nutzt die üblichen Kurzminen und soll ab dem zweiten Quartal für 60 bis 100 Euro erhältlich sein.

Paperworld 2010 (1)

4. Februar 2010

Am Dienstag schloss die diesjährige „Paperworld” in Frankfurt/Main ihre Pforten; hier ein paar kurze und selbstverständlich sehr subjektive Notizen zu einigen der Eindrücke, die ich bei meinem Besuch sammeln konnte. – Die Kürze meines zweiteiligen Berichts bitte ich zu entschuldigen; mir fehlt zur Zeit die Muße für detalliertere Ausführungen.

Diesmal nicht vertreten waren Pentel, Mitsubishi/uniball und Schwan-STABILO – drei Unternehmen, deren aktuelle Palette ich mir gerne angeschaut hätte (bei letzterem wären sicher die 1,4-mm-Varianten des EASYergo zu sehen gewesen).

Holzgefasste Farbstifte von LAMY

Eine Überraschung gab es bei LAMY, denn der für hochwertiges Schreibgerät bekannte Hersteller hat ab Mitte April auch holzgefasste Farb- und Bleistifte im Sortiment. Die für Kinder ab 3 Jahren gedachte Serie „3plus” hat einen quadratischen Querschnitt, eine 10 mm dicke Mine und wird in sechs Farben erhältlich sein, während es die dreiflächigen Stifte der Serie „4plus” in zwölf Farben und 6,25 mm starker Mine geben soll; die Serie „plus” umfasst 24 Farben sowie – ebenso wie „4plus” – einen Bleistift. Der matte Lack der in meinen Augen geschmackvoll gestalteten Stifte fühlt sich angenehm an, und bei einem schnellen Test vor Ort machten sowohl die Minen als auch die Verarbeitung einen sehr guten Eindruck.

Bei Carl fiel mir Kurbelspitzmaschine CP-100 auf; sie ist baugleich zur DE-100, wird aber in sechs verschiedenen Farben angeboten. Interessant ist, dass Carl die Produkte auch direkt verkauft und weltweit verschickt.

Bleistiftzubehör von Standardgraph

Jetzt noch mehr Bleistiftzubehör bietet Standardgraph an, darunter farbenfrohe, weiche Griffe und zwei Ausführungen eines Verlängerers. – Weitere Utensilien zeigte der Anbieter KUM, der mit dem „PenCut”, einer Schere im Stift-Format, ein weiteres Produkt von Raymay vertreibt (im letzten Jahr wurde der Zirkel „PenPass” präsentiert). Hinzu kamen außerdem „Scribble”, eine Kappe mit integriertem und verschließbarem Spitzer, und der ergonomisch geformte „Sattler Grip”.

Karte mit abtrennbarem Bleistift

Seine pfiffige Idee, eine 85 × 80 mm² große Karte mit abtrennbarem Bleistift, präsentierte der Erfinder Karl-Heinz Bosch. Im unteren Teil seiner „snap-note” befindet sich eine knapp 1,5 mm lange und 0,9 mm dicke Mine, die sich durch den gefalteten Karton recht gut halten und für eine kurze Notiz nutzen lässt.

Faber-Castell stellte radierbare und in zwei Durchmessern erhältliche Farbkreiden im „Grip”-Design vor, bot aber bedauerlicherweise keine Testmöglichkeit. Eberhard Faber, seit 1. Januar Teil von Faber-Castell, kündigte die „WINNER”-Reihe an, zu denen neben Farbstiften auch der dicke „Tri-Winner” gehört; dieser ist einer der Nachfolger des „Tricki Dicki”.

Eberhard Faber „WINNER”

Im zweiten Teil gibt es Neuigkeiten von STAEDTLER und LYRA.

Markiges Marketing (15)

28. Januar 2010

Reklamemarke für Winckler's Ideal-Bleistift

Bei dieser vergleichsweise schlichten Reklamemarke kann ich mich sehr kurz fassen, denn ich weiß überhaupt nichts über sie und das beworbene Unternehmen. Hat vielleicht meine geschätzte Leserschaft einen sachdienlichen Hinweis zu dem 37 × 52 mm² kleinen Stück Bleistiftgeschichte?

« vorherige | nächste »

22400 Radierer …

28. Januar 2010

… und damit wohl mehr als jedes Fachgeschäft hat Emese Kocsis aus Ungarn, noch dazu in einer Ordnung, die ihresgleichen sucht (und zumindest bei mir sicher nicht findet). Äußerst bemerkenswert!