Basteln mit dem Lexikaliker (12)

14. Januar 2012

Stammleser dieses Weblogs wissen von meiner ausdauernden Suche nach dem idealen Bleistiftständer. Sie ist noch längst nicht abgeschlossen, denn die meisten Exemplare sind zwar nütz­lich und dekorativ, aber für kurze und sehr kur­ze Stifte nicht oder nur einge­schränkt geeignet. Einen Vorschlag zur Behebung dieses Übelstands zeigt meine heutige schnelle Bastelei.

Neben gewöhnlichem, in jedem gut sortierten Bastelhaushalt vorhandenen Material und Werkzeug benötigen wir zwei Holzleisten 40 × 15 mm, 10 und 18 cm lang, sowie zwei maxi­mal 40 mm breite Stücke Drahtgewebe mit 10 mm und 2 mm Maschenweite, 18 und 22 cm lang (ich beziehe Derartiges gerne von Modulor). Besondere Kenntnisse und Fähig­keiten sind nicht notwendig.

Bleistiftständer

Wir kleben die beiden Leisten wie gezeigt zusammen; wer mag, verstärkt die Verbindung durch eine Schraube.

Bleistiftständer

Das grobe Drahtgewebe – es hält die Stifte – biegen wir so zurecht, dass die Enden flach auf den Stirnseiten aufliegen, und das feine kommt auf die Oberseite des unteren Teils; es verhindert das Wegrutschen der Bleistifte.

Bleistiftständer

Über die Befestigung der Gewebe habe ich mir keine großen Gedanken gemacht, sondern kurzerhand das feine mit einigen Tropfen Pattex und das grobe mit zwei Reißzwecken fixiert.

Bleistiftständer

Von links: Chung Hwa 6151, Mitsubishi uni Penmanship Pencil, LAMY plus, Mitsubishi uni 4563, STAEDTLER Cadet, STAEDTLER mark-2B, Caran d’Ache Grafwood, Mitsubishi uni Nano Dia, STAEDTLER tradition, Johann Faber Berthelt, Tombow Mark Sheet, STAEDTLER Noris Club maxi, Mitsubishi uni Arterase Color, STAEDTLER Noris, Faber-Castell 9000

Diese Konstruktion gewinnt natürlich keinen Design-Preis, stellt aber eine Lösung für die praktische Aufbewahrung von Bleistiften aller Längen dar.

Nachtrag vom 15.1.12:

Beim Aufräumen der Bastelbude kamen mir noch ein paar Gedanken, die auf die Schnelle umgesetzt so aussehen:

Bleistiftständer

Das grobe Geflecht bildet nun auch die Senkrechte und steckt in der Basis (hier: MDF). Noch schräger darf es allerdings nicht sein, da sonst die Öffnungen im Gitter zu klein wer­den. Zudem müssen die Spitzen der Stifte nicht im feinen Geflecht stehen, sondern kön­nen auch auf Filz ruhen. – Wer ein Verkratzen der Stifte fürchtet, mindert das Risiko mit einer Schicht Klarlack.

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Freistil

11. Januar 2012

Ein ungewöhnlicher Vertreter seiner Gattung ist der Notizblock „TidbiT Free Cut Memo” von Kokuyo aus Japan.

Freistil

Die 80 Blatt des in den Formaten A7, B7 und A6 erhältlichen Blocks haben keine Lineatur, sondern sind mikroperforiert und lassen sich fein zerteilen.

Freistil

Eine Tasche im Deckkarton, den man dank der Falze komplett umschlagen kann, bietet Platz für die Schnipsel.

Freistil

Dieses Produkt mag wie eine Lösung auf der Suche nach einem Problem aussehen, aber mir gefallen die Idee und die Umsetzung.

Freistil

Das „TidbiT Free Cut Memo” gibt es liniert und kariert – falls man das noch so nennen kann – und kostet zwischen 300 und 380 Yen (etwa 3,– bis 3,90 Euro).

Freistil

Ich bin immer wieder überrascht, auf welche Ideen man in Japan kommt!

Ende einer Ära

10. Januar 2012

Das Tonwerk der Stadt Klingenberg am Main, Lieferant für Spezialtone und ein wichtiger Name in der Bleistiftwelt, wurde geschlossen. Als am 16. Dezember 2011 zum letzten Mal Bergleute in den Schacht einfuhren, ging eine 270 Jahre andauernde Ära zu Ende. Der sehr hochwertige Klingenberger Ton wurde u.a. nach Südamerika, Afrika und Asien expor­tiert und stand auch schon in diesem Blog schon im Mittelpunkt. – Hier und da gibt es zwei kurze Beiträge des Bayerischen Fernsehens zur Schließung des Werks.

Danke an Kai für den Hinweis!

Schöne Stummel

9. Januar 2012

Gesammelte Bleistiftstummel: Pencil Collections.

Ecken und Kanten

8. Januar 2012

Ein rundgerubbelter Radierer arbeitet ungenau, und diesem Übelstand setzt der japa­nische Hersteller Kokuyo seinen Kadokeshi entgegen.

Ecken und Kanten

Der in drei Größen und drei Farben erhältliche Radierer hat 28 Ecken und ebenso viele Kan­ten und damit das Zeug für ein Präzisionswerkzeug.

Ecken und Kanten

Hier mit einem Tombow KM-KMSC.

Der Kadokeshi radiert sehr gut und erfreulich krümelarm, so dass ich ihn empfehlen kann. Die kleinste Variante – hier gezeigt – misst 14 × 14 × 35 mm³ und kostet im Doppelpack 150 Yen (gut 1,50 Euro). – Der pfiffige, von Hideo Kanbara gestaltete Radierer hat es auch in das Museum of Modern Art geschafft.

Ecken und Kanten

Weitere Radierer mit ähnlicher Zielsetzung sind der Mirikeshi aus gleichem Hause und der METAPHYS 44050 viss.

Graphit-Gebieter

3. Januar 2012

Skulpturen aus Bleistift-Stücken: „Lords of Graphite”.

Na und?

31. Dezember 2011

Das et aus der Cooper Black1 (1921) gefällt mir so gut, dass ich mir einen Gummistempel mit dieser Glyphe habe machen lassen.

Na und?

Wozu? Zum Ausleben der Freude, zur Dekoration und um zu vermeiden, dass dieses Jahr vernünftig ausklingt.

Ich wünsche meinen Lesern einen angenehmen Jahreswechsel und einen guten Start ins neue Jahr!

  1. Weitere Schnitte führt Wordshape: Italic, Hilite, Condensed und Swash Italic; Swash gibt es bei Linotype. – Literaturtipp dazu: „BIG Black & Beautiful” von Ward Nicolaas (BIS Publishers 2011).

Noch einer

26. Dezember 2011

Feiertage kann man nicht verlängern, wohl aber Bleistifte. Das nehme ich zum Anlass, um am heutigen zweiten Weihnachtsfeiertag ein weiteres dafür notwendiges Zubehör vorzu­stellen.

Noch einer

Dieses historische Utensil unbekannten Fabrikats und Alters dient nicht nur der Verlänge­rung eines Bleistiftrests, sondern auch dessen taschenfreundlichem Transport.

Noch einer

Die schützende Kappe, abgezogen und auf das Ende gesteckt, macht den Umsteckscho­ner länger und damit gut handhabbar.

Noch einer

Gleichzeitig schränkt sie jedoch die Länge des nutzbaren Bleistifts ein: Er muss mindestens 25 mm lang sein, um vom Überwurf noch zuverlässig geklemmt zu werden, darf aber 75 mm nicht überschreiten, da sonst die Kappe nicht mehr schließt.

Noch einer

Hier mit einem STABILO GREENgraph 6003.

Mich beeindruckt der Aufwand, der hier für einen kleinen Bleistift getrieben wurde.

Noch einer

Vielen Dank an Kai für dieses schöne Stück!

Verlängern mit ITO-YA

24. Dezember 2011

Ein besonders pfiffiger unter den Bleistift-Verlängerern ist dieser von ITO-YA, der Ei­genmarke des großen japanischen Anbieters gleichen Namens.

Verlängern mit ITO-YA

Der 105 mm lange, gut 9 mm dicke und mit 20 g federleichte Verlängerer besteht aus zwei Teilen, bei deren Verschrauben sich die dreigeteilte Klemme am inneren Teil schließt und den Bleistift greift. Wie manch andere seiner Art nimmt er den größten Teil des Stifts auf (hier: mehr als 100 mm) und lässt sich daher nicht nur mit Stummeln verwenden.

Verlängern mit ITO-YA

Das Gewinde ist auch außen sicht- und fühlbar und macht so das gummibeschichtete, aber angenehm anzufassende Äußere noch griffiger. – Eine Riffelung am Ende erleichtert die Hand­habung.

Verlängern mit ITO-YA

Außer in schwarz gibt es diesen Verlängerer in rot, weiß und grau; er kostet zwischen 3,70 (Bundoki) und 5,20 Euro (ITO-YA).

Verlängern mit ITO-YA

Hier mit einem Pentel Black Polymer 999 HB.

Für mich ein günstiges, praktisches und attraktives Zubehör. – Eine englische Besprechung dieses Verlängerers gibt es unter „Ito-ya pencil holder” bei pencil talk.

Allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!

e+m Endless 1156

21. Dezember 2011

Heute ein rascher Blick auf den Endless 1156, einen Bleistiftverlängerer der e+m Holz­produkte in Neumarkt nahe Nürnberg.

e+m Endless 1156

Der angenehm schlichte Endless hat einen zylindrischen Korpus aus Wildkirsche, der 80 mm lang und etwa 14 mm dick ist. Die viergeteilte Klemmung mit mattverchromtem, 11 mm starken Überwurf hält den Bleistift zuverlässig und bietet den Fingern auf einer Länge von knapp 30 mm Platz.

e+m Endless 1156

Hier mit dem Rest eines Mitsubishi Hi-uni HB.

Das geringe Gewicht des Verlängerers von 146 g kommt daher, dass er fast vollständig aus­gehöhlt ist und so auch 96 mm des Bleistifts aufnehmen kann; das ist sehr praktisch. Seine Handhabung ist gut, könnte aber noch angenehmer sein, wenn die Holzkante an der Klemmung etwas entschärft wäre. – Ein kleiner Wermutstropfen ist der nicht exakt zen­trische Sitz des Metallteils im Holz meines Exemplars, doch man hat mir angeboten, es um­zutauschen.

e+m Endless 1156

Der e+m Endless 1156 wird in einem schwarzen Pappkarton geliefert und kostet 16,50 Euro.