22400 Radierer …
28. Januar 2010… und damit wohl mehr als jedes Fachgeschäft hat Emese Kocsis aus Ungarn, noch dazu in einer Ordnung, die ihresgleichen sucht (und zumindest bei mir sicher nicht findet). Äußerst bemerkenswert!
… und damit wohl mehr als jedes Fachgeschäft hat Emese Kocsis aus Ungarn, noch dazu in einer Ordnung, die ihresgleichen sucht (und zumindest bei mir sicher nicht findet). Äußerst bemerkenswert!
Manche merkwürdigen Dinge verbergen sich ausgerechnet dort, wo man sie am wenigsten vermutet. So hat mir das praktische, im Betriebssystem „Windows” für den komfortablen Zugriff auf die über die Tastatur nicht ohne weiteres erreichbaren Symbole integrierte und „Zeichentabelle” benannte Hilfsmittel kürzlich ein „Dauerleerzeichen” präsentiert und mich mit diesem äußerst nachdenklich gestimmt.

Als ein an Typografie sehr Interessierter bin ich mit dem klassischen Leerzeichen recht gut vertraut und schätze seine Vorzüge, trägt es doch – besonders wenn in ausreichender Zahl und fachkundig verteilt – nicht unerheblich zur Lesbarkeit des umgebenden Textes bei. Auch sind mir die Gefahren dieses besonderen Zeichens, das ja strenggenommen keines ist, sondern elegant die Abwesenheit eines solchen verkörpert, durchaus bewusst. So sorgt sein Umfeld gelegentlich dafür, dass es sich in der Breite an dieses anpasst, um seinen Teil zum harmonischen Ganzen beizutragen, und manchmal drängeln sich sogar zwei an dem für ein einzelnes vorgesehenen Platz, was nur durch sehr sorgfältige Kontrolle, per Zufall oder gar nicht (!) entdeckt wird.
Habe ich bei den meisten der in der Zeichentabelle vorrätigen Charaktere überhaupt keine Berührungsängste und würde sie daher bedenkenlos in mein Werk übernehmen (falls es zielführend wäre), so hatte ich nicht den Mut, bei dem mir völlig fremden Dauerleerzeichen beherzt zuzugreifen.
Nimmt es etwa die ihm einmal zugewiesene Position auf Dauer ein und zerteilt später ein an dieselbe Stelle rückendes Wort unaufgefordert, skrupellos und sinnentstellend? Wenn ja, wie bekomme ich es wieder weg? Verbreitet es womöglich dauerhafte Leere? Bei den Texten, für die ich verantwortlich zeichne, könnte ich mir dies nun wirklich nicht erlauben, erst recht dann nicht, wenn dieser kritische Vorgang schleichend und zunächst unbemerkt stattfände. Oder verweilt es nur für eine ganz bestimmte Dauer am Ort, um anschließend, noch nicht mal eine Leerstelle hinterlassend, spurlos zu verschwinden? Dies würde das beträchtliche Risiko bergen, dass zwei bis dahin getrennte Worte plötzlich verschmelzen und mir das Dauerleerzeichen einen unerwünschten Neologismus hinterlässt, was mir selbst bei frei wählbarer Dauer des Verbleibs nicht genehm wäre (allerdings konnte ich bis jetzt nichts einer Zeitsteuerung ähnliches finden). Und: Käme es irgendwann wieder zurück?
Ab und zu probiere ich ja schon gerne etwas Neues, und es hat mir im Finger über der linken Maustaste gejuckt, das Dauerleerzeichen auszuwählen, es unverzagt in meine Arbeit einzubauen und seine Eignung für diese gründlich zu prüfen. In diesem Fall aber habe ich das Wagnis einfach nicht kalkulieren können, so dass ich – wenn auch schweren Herzens – weiterhin mit dem Standard-Leerzeichen vorlieb nehmen und damit wohl vorerst auf die Enträtselung des Dauerleerzeichens verzichten muss.
InhaberInnen einer Dauerkarte für diesen Zirkus sind mit meinen albernen Anwandlungen bestens vertraut und werden daher nicht überrascht sein, die unterhaltsame Verquickung von großem Tier und kleinem Gummi ein drittes Mal präsentiert zu bekommen. Manege frei!
Der Büste eines Prominenten gleich thront dieser Vertreter der seltsamen Spezies auf dem der schwarzen Spitze abgewandten Ende des Bleistifts und ist somit immer im Blick sowie zur Hand, wenn ein Fehler des Schreibenden die fachkundige Behandlung durch einen fähigen Kopf erfordert. Details zur Identität des imposanten Wesens und seines Schöpfers sucht man jedoch vergeblich, so dass beide unbekannt bleiben; lediglich der Schriftzug „Hong Kong” verrät etwas über die Herkunft des gelben Hauptes.
Auf den nur 32 × 47 Quadratmillimetern einer historischen Reklamemarke ziemlich groß machte sich das für den weichen Gummi des hier bereits genannten Herstellers Ferd. Marx & Co. aus Hannover auftretende Schwergewicht und verfehlte dank seines Kalibers wohl kaum die gewünschte und werbende Wirkung.
Weniger Ele- als vielmehr Mikrofant ist dieser winzige Kerl aus dem fernen Osten Asiens, der einen recht schüchternen und zurückhaltenden Eindruck macht, beinahe so, als traute er sich noch nicht einmal das Entfernen einer kleinen Menge Graphit zu. Seine Bedenken indes sind unnötig, hat er doch in mir einen verständnisvollen Halter, der ihn – wenn auch nicht ganz artgerecht – vor aufreibenden Einsätzen bewahrt und stattdessen seine kräftigeren Kollegen vorschickt.
Eine ganz andere Sicht auf Bleistifte bietet dieser Artikel im Weblog von Bundoki. Pfiffig!
Für mich ein kleines Juwel ist dieses Werk des neuseeländischen Künstlers Paul Hutchinson, das ich vor gut sieben Wochen in Auftrag gegeben und mit großer Vorfreude erwartet habe. Seit gestern nun ziert das in meinen Augen sehr schöne Bild, noch nicht gerahmt und vorerst provisorisch aufgestellt, den Schreibtisch und wird mir täglich Freude bereiten.
Als Abhilfe für den Schwund der von mehreren Personen genutzten Schreibgeräte diente J.S. Staedtler im Katalog des Jahres 1919 seinen Kunden den „Telephonstift” an.
Ausgestattet mit einer Ringkapsel ließ sich der in zwei Ausführungen und dem Härtegrad 2 erhältliche Bleistift an einer Schnur oder Kette befestigen und so zumindest gegen das versehentliche Mitnehmen sichern.
Kleine Anmerkung am Rande: Der Eindruck, als handle es sich hier um eine frühe Form der heute grassierenden Apostrophitis, täuscht, denn nach meinem Wissen kam der Genetiv-Apostroph Anfang des 17. Jahrhunderts im Deutschen auf und blieb bis ins vergangene hinein üblich.
Auch wenn man damals mit der nicht nur in diesem Katalog zu findenden Produktvielfalt wohl zuweilen über das Ziel hinausschoss und damit vielleicht manche Kunden verwirrt hat, so spricht sie mich doch aufgrund der zahlreichen und sorgfältig ausgeführten Details, die zudem meist einen praktischen Nutzen hatten, sehr an.
« Umsteck-Schoner | J.S. Staedtler 1919
Der stets scharfsichtige zonebattler beweist erneut ein waches Auge für nützliche Technik mit außerordentlich hohem Gebrauchswert und präsentiert allen Freunden des gedruckten Wortes eine überaus komfortable Lösung zur raschen Abarbeitung des Stapels teil- und nicht gelesener Lektüre. Sensationell!
Manchmal bieten das Notizbuch und das Klemmbrett keine Halterung für den Bleistift, und nicht immer ist eine Nachrüstung möglich oder wünschenswert. Diese Lücke möchte ich mit einer kleinen Bastelei schließen, die lediglich eine 19 mm breite Foldback-Klammer und eine geringe Menge guten Klebstoff erfordert.
Zweckmäßigerweise klebt man die Klammer möglichst weit an das Ende des Bleistifts (der hier gezeigte ist übrigens ein Opera 285 von Schwan-STABILO).
Der mitdenkende Teil meiner sehr geschätzten Leserschaft wird jetzt bestimmt anmerken wollen, dass eine stoffschlüssige und dadurch nur mit Schäden lösbare Verbindung von verschleißendem Bleistift und wiederverwendbarer Klammer nicht ganz der wahre Jakob ist. Da dieser berechtigte Einwand vorhersehbar war, habe ich eine zweite Konstruktion vorbereitet; diese arbeitet mit einem kleinen Rest des Schlauchs, der beim Anfertigen der Spitzenschützer übriggeblieben ist.
Auch wenn diese Variante eine leichte und zerstörungsfreie Trennung von schreibender und haltender Komponente erlaubt, so hat sie doch zwei Schwächen: Das Schlauchstück schränkt die Auswahl der Stifte auf solche mit passendem Durchmesser ein und verringert zudem die Öffnung der Klammer (natürlich könnte man eine größere nehmen, aber diese würde unser Helferlein erheblich sperriger machen).
Die dritte und deutlich einfachere Lösung, die mir nach weiterem Wühlen in der mentalen Bastelkiste einfiel, nutzt die Kraft eines Gummibands, das sich obendrein an die Dicke des Schreibgeräts anpasst und ohne Klebung auskommt.
Trotz des Umstands, dass diese Ausführung den Stiftwechsel etwas aufwändiger macht, ist sie aufgrund ihrer praktischen Vorzüge mein klarer Favorit und daher bereits im täglichen Einsatz.
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Einen Bleistift im Dienste der Elektroakustik zeigt dieses Foto, das ich in dem Buch „275 Jahre Staedtler-Stifte 1662–1937″ finden konnte.
In dieser vermutlich zu Demonstrationszwecken gebauten Variante des von David Edward Hughes im Jahr 1878 erdachten Kohlemikrofons leistete ein beidseitig angespitzter Bleistift den bei auftreffendem Schall sich ändernden Widerstand und sorgte damit nicht für die Wandlung von Gedanken in Schrift, sondern von Gesprochenem in Schwankungen der an ihn angelegten Gleichspannung.
Einem Feuerwerk gleich präsentierte die J.S. Staedtler Inc. aus Hackensack, New Jersey (USA), in dieser attraktiven Anzeige vom Ende der 1950er Jahre die aus dem damaligen West-Deutschland importierten Produkte für das Zeichnen und Schreiben.
Neben dem Fallminenstift „Technico” und dem Bleistift-Klassiker „Lumograph”, der seinem 80-jährigen Jubiläum entgegensieht, waren hier inzwischen längst verschwundene Stifte zu sehen, darunter der „Omnigraph”, der „Irremovo” sowie der „Revisor”.
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