Reise in den Stift

19. Dezember 2011

Die Mine eines Bleistifts kennt jeder, doch wie sieht es in ihrem Inneren aus? Diese Aufnah­men des Rasterelektronenmikroskops LEO 1530 VP lassen uns in eine verborgene Welt schauen.

Reise in den Stift

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Hier die Mine eines STAEDTLER Mars Lumograph 100 HB in unterschiedlichen Vergröße­rungen.

Reise in den Stift

Die mäandernde Struktur der Graphit-Ton-Matrix ergibt sich durch den Formgebungspro­zess.

Reise in den Stift

Das letzte Bild zeigt eine einzelne Graphitflocke und die schichtenförmige Anordnung der he­xagonalen Graphitplättchen.

Reise in den Stift

Vielen Dank an STAEDTLER und das Zentrum für Werkstoffanalytik Lauf für die Aufnahmen und die Genehmigung zur Veröffentlichung!

Anm.: STAEDTLER möge mir nachsehen, dass ich mich mit „Reise in den Stift” bei dem Titel des her­vorragenden und schon oft gezeigten Exponats bedient habe.

Eberhard Faber Mongol Stenographic 596

11. Dezember 2011

Es passiert nur sehr selten, dass man eine über 110 Jahre alte Anzeige zeigt und wenig später den darin beworbenen Bleistift in der Hand hält. Dieses Glück hatte ich dank Sean von The Blackwing Pages, der mich auf die Auktion des halben Dutzend Mongol Steno­graphic 596 von Eberhard Faber USA hingewiesen und mir bei der Beschaffung dieser Rarität geholfen hat1.

Eberhard Faber Mongol Stenographic 596

Die in Silber, Blau und Weiß gehaltene Schiebeschachtel ist recht aufwändig gestaltet. Alle Außenseiten sind bedruckt, ohne dass es überladen wirkt, und auch das Innenteil hat man farblich passend ausgeführt.

Eberhard Faber Mongol Stenographic 596

Die silberne Farbe findet sich im Prägedruck des Bleistifts wieder und passt gut zum rot­braunen, etwas unregelmäßigen Lack, der in einem reizvollen Kontrast zum Blau des Kar­tons steht.

Eberhard Faber Mongol Stenographic 596

Der runde, mit 6,5 mm vergleichsweise dünne und ab Werk beidseitig angespitzte Steno­graphic 596 hat eine Mine normalen Durchmessers und der Härte HB bis B. Ein kurzer Test hat gezeigt, dass sie von hoher Qualität ist.

Eberhard Faber Mongol Stenographic 596

„12 fine points”, „slender grip”, „firm lead for speed and long wear” – der Stenographic 596 hält diese Versprechen auch heute noch.

Eberhard Faber Mongol Stenographic 596

Danke an Sean für seine Bemühungen!

  1. Ich gehe jedoch davon aus, dass diese Exemplare nicht ganz so alt sind, sondern aus den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts stammen.

Goldstück

4. Dezember 2011

Auf dem Höhepunkt des kalifornischen Goldrausches im Jahre 1849 begann Eberhard Fa­ber in den USA mit dem Verkauf von Bleistiften und anderen Schreibwaren. 1861 eröffne­te er in New York an der Stelle, wo heute das UNO-Gebäude steht, die erste Bleistiftfabrik der USA.

Goldstück

Zum 100-jährigen Jubiläum gab es dann auch ein passendes Geschenk für die Freunde und Partner des Unternehmens, nämlich die Nachbildung eines Nuggets in einem 58 mm × 50 mm × 15 mm großen Stück Gießharz.

Goldstück

Mit im Karton war ein Faltblatt, dessen Innenseite auch im Katalog des selben Jahres zu sehen war und wohl den Ursprung des bekannten goldfarbenen Rings auf der Zwinge des Mongol-Bleistifts erklärt.

Goldstück

Goldstück

Die Prägung auf der Rückseite des kleinen Quaders informiert noch einmal über den Zusammenhang.

Goldstück

Für mich ein interessantes Stück Bleistift-Geschichte! – Danke an Sean von The Blackwing Pages, der mich auf die Auktion dieser Kostbarkeit hingewiesen hat.

Goldstück

Camouflage

27. November 2011

Nicht mehr neu, aber immer noch sehens- und zeigenswert ist dieser – ja, was ist das eigentlich?

Camouflage

Der nähere Blick bestätigt den Eindruck eines Holzklotzes.

Camouflage

Doch mit den Fingern sieht man mehr – es ein Notizblock.

Camouflage

Dieser von Kenjiro Sano für MR_Design gestaltete und einem Stück Holz nachempfundene „Kakuzai Memo Block”1 ist knapp 15 cm hoch und hat 1200 Blätter der Größe 6 cm × 6 cm. Jedes Blatt hat eine bedruckte und eine Blanko-Rückseite, so dass die Illusion auch bei angebrochenem Block gewahrt bleibt.

Camouflage

Das pfiffige und dekorative Produkt wurde von Mercros/nico vertrieben und war leider nur kurz erhältlich.

  1. Das Online-Wörterbuch Denshi Jisho übersetzt „kakuzai” mit „Vierkantholz”.

„Make your point and stay sharp!”

21. November 2011

Online seit einem Vierteljahr, doch für mich neu ist das Weblog „Make your point and stay sharp!”. Die Details zu Kurbelspitzmaschinen in Wort und Bild sind beeindruckend und ver­dienen volle Aufmerksamkeit – ich werde das Blog gespannt verfolgen.

Schwarzes Gold

20. November 2011

Heute mal ohne viele Worte: Eine Anzeige von A.W. Faber USA, erschienen in der „Pro­gressive Architecture” vom März 1958.

Schwarzes Gold

Schwarzes Gold

Schwarzes Gold

Schwarzes Gold

Zu den „jaws of the bulldog” gab es auch mal ein Logo.

Schwarzes Gold

Schwarzes Gold

Schwarzes Gold

Schwarzes Gold

Altmetall

18. November 2011

Mit was man sich so das Haus vollstopft! Etwa 60 × 31 cm² groß und knapp drei Kilogramm schwer ist dieses Blechschild aus den alten Tagen der Eberhard Faber KG in Neumarkt bei Nürnberg.

Altmetall

Zum Größenvergleich unten rechts ein Eberhard Faber Van Dyke 600 5H.

Thematisch passend wird es den Werkkeller zieren.

Altmetall

Das kleine c gefällt mir am besten.

Haste Töne?

5. November 2011

Eine ungewöhnliche Methode, die Qualität ihrer Bleistiftminen zu demonstrieren, zeigte die Eagle Pencil Company in einer Anzeige in der „Progressive Architecture” vom Oktober 1953.

Haste Töne?

Haste Töne?

Die Idee ist bemerkenswert, und so wie es aussieht, hat man sie tatsächlich umgesetzt.

Haste Töne?

Haste Töne?

Haste Töne?

Die Anzeige gefällt mir sehr gut, so dass ich gerne und wie schon so oft ein paar Details zeige.

Haste Töne?

Haste Töne?

MagnetPen

30. Oktober 2011

Nach dem PACATO penclip hier ein weiteres Zubehör, das einem Bleistift magnetischen Halt verschafft.

MagnetPen

Die „MagnetPen” getaufte1 Manschette von Art of Music ist 13 mm dick, 16 mm lang und hält auf Bleistiften mit einem Durchmesser von 6 bis knapp 8 mm.

MagnetPen

Den sicheren Halt auf dem Stift garantieren nach innen weisende Verdickungen sowie ein Ring des Gummis, der den MagnetPen umschließt. Dieser Gummi schützt zudem die Ober­flächen, an denen der MagnetPen hängt, und macht ihn zu einem rutschfesten Griff (mit seinem geringen Gewicht von nur 6 Gramm kann der Halter jedoch auch problemlos am Stiftende sitzen). – Die beiden Magnete im Innern sind kräftig.

MagnetPen

Der nützliche MagnetPen kostet inklusive einem Bleistift 3,90 Euro. – Danke an Viola für ihren Hinweis darauf!

  1. Ich halte die Benennung allerdings für etwas unglücklich (ist es doch eher ein „pencil magnet” als ein „magnet pen”), habe aber auch keinen besseren Vorschlag.

Kleiner Mond

23. Oktober 2011

Als eines der frühesten Warenzeichen für Bleistifte gilt der Halbmond, den J.S. Staedtler 1887 beim Amtsgericht Nürnberg angemeldet hat.

Kleiner Mond

Die Herkunft dieses Halbmondes ist unklar; man ver­mutet einen Zusammenhang mit dem Export in den Orient1. Das hier gezeigte Exemplar aus einer Anzeige in der „Progressive Architecture” vom April 1952 ist nur 15 × 15 mm² klein und zudem mit einem Slogan geschmückt. – Genutzt wurde der Halbmond, der strenggenommen ein Viertelmond ist, bis in die 1960er Jahre hinein.

  1. In englischsprachigen Katalogen nannte sich das Unternehmen zuweilen sogar „Moon Pencil Factory”.