Kirschblüte

28. April 2017

Die Kirschblüte hat in der japanischen Kultur eine besondere Bedeutung. Sie ist ein natio­nales Symbol und steht für Schönheit, Freundlichkeit und Sanftmut, aber auch für Ver­gänglichkeit.

Kirschblüte

Basierend auf einer Idee des Grafikdesigners Hiroaki Doi, der sich durch die Kurzlebigkeit sowohl der Kirschblüte als auch des Bleistifts anregen ließ, hat der japanische Hersteller Sun-Star bereits im Oktober letzten Jahres einen außergewöhnlichen Bleistift auf den Markt gebracht.

Kirschblüte

Das Besondere an diesem Bleistift, dessen Entwicklung eineinhalb Jahre gedauert haben soll, ist sein Profil, das die Form einer Kirschblüte hat. Spitzt man diesen Stift (was ich mich jedoch noch nicht getraut habe), fallen Späne in Gestalt von Blütenblättern an.

Kirschblüte

Der Schriftzug さくらさく („Kirschblüte”) ist auch eine Metapher für den Erfolg in Prüfungen, denn im April, wenn die Kirsche blüht, finden in den japanischen Schulen die Aufnahme­zeremonien statt. – Im Zusammenhang mit der fünfblättrigen Kirschblüte ist vielleicht noch erwähnenswert, dass die japanischen Wörter für „Erfolg in der Prüfung” (合格, goukaku) und „Fünfeck” (五角, gokaku) recht ähnlich klingen; dadurch ist letzteres positiv konno­tiert1.

Kirschblüte

Den in Japan gefertigten und in meinen Augen sehr schönen Bleistift gibt es außer im gezeigten hellen auch noch in einem dunklen Rosa. – Der Stift und die geschmackvolle Einzelverpackung werden durch eine transparente Umverpackung geschützt.

Vielen Dank an Yumiko für den Bleistift, Ekaterina für das Foto der Kirschblüten sowie apriori00 und isu für die Details zu den japanischen Schriftzeichen und zum kulturellen Hin­tergrund!

  1. Dies hat auch zu einem fünfflächigen Bleistift geführt.

Kurz notiert

23. April 2017

Hoch hinaus

8. März 2017

Hoch hinaus

Kisho nutzt jede Gelegenheit zu klettern. Ob es an seiner Herkunft aus den Bergen Japans liegt?

„Dieser kleine niedliche Apparat”

18. Februar 2017

Schon einmal habe ich vermutet, dass die Erfindung des kegelförmig gebohrten Bleistift­spitzers dem Londoner Ableger der französischen Firma A. Marion & Co. gebührt, konnte aber keine verlässlichen Informationen finden – bis heute, als ich im Polytechnischen Jour­nal gestöbert und einen Beitrag aus dem Schweizerischen Gewerbeblatt des Jahres 1852 gefunden habe: „Vorrichtung zum Spitzen von Bleistiften, von Marion in London.”

Dieser kleine niedliche Apparat, für England registrirt, ist, wie mehrmonatlicher Gebrauch beweist, sehr gut geeignet, um eine immer gleichmäßige Zuschärfung des Holzes und Graphitstiftes, eine feine runde Spitze des letztern zu erhalten, und sehr angenehm im Gebrauch, weil die Finger von anhängendem Graphit­staub nicht beschmutzt werden.

„Dieser kleine niedliche Apparat”

a ist ein kurzer Elfenbeingriff mit Messingzwinge und an der Spitze mit Schraube zum Einsetzen und Abnehmen von b;

b ein massives Stück Messing, am vordern Theil höher und breiter als hinten. Darin ist c eine conisch zulaufende Höhlung angebracht. Diese hat einen Schlitz gegen die Seite d ihrer ganzen Länge nach;

d, d ein Stahlplättchen mit einer Schneide, die in dem hohlen Conus c liegt und wie ein Hobeleisen dienen muß. Dieses linealartige Stahlstück wird auf dem Messingstück b und zwar auf der rechten schrägen Seite f desselben mit der Schraube e, welche durch einen Schlitz in d geht, festgehalten, so daß aber der Schlitz verschiedene Stellungen von d, ein tieferes oder weniger tiefes Eingreifen in den Conus c möglich macht.

g, g sind zwei kleine Schräubchen, durch zwei Ansätze von b hindurchgehend, und dazu bestimmt, das Lineal d mehr am weitern oder am engern Theil des Kegels c einzuschieben, um es mehr auf den Stift oder das Holz wirken zu lassen.

h eine gegenüberliegende Schraube, welche das in b an einem durchbohrten Ansatz eingeschobene Stäbchen i festzuhalten bestimmt ist. An i sind die Flügel k, k, die verschiedene Stellungen zulassen, und dazu dienen, die Achse des Bleistiftes centrisch gegen den Conus zu stellen. Beim Gebrauch wird, wie es sich von selbst versteht, der Bleistift durch k in c eingeschoben, in der Richtung des Pfeiles mit der einen Hand gedreht, während die andere das Stäbchen a faßt.1

Damit dürfte belegt sein, dass die Urform des heutigen Handspitzers vor 165 Jahren in die Welt kam.

Und wie steht es dann um die oft anzutreffende Behauptung, Theo­dor Paul Möbius habe 1908 den kegelförmig gebohrten Bleistiftspitzer erfunden? Was zunächst wie ein Wider­spruch zu Obigem klingt, muss keiner sein, denn in der Beschreibung der Erfindung von A. Marion & Co. ist zwar von einem Konus, nicht aber von Bohren die Rede. Es kann außerdem möglich sein, dass sich Möbius' Erfindung auf die industrielle Fertigung der Spitzer bezog (Marions Apparat wurde wohl nicht in Serie hergestellt). Doch das sind nur Vermutungen, und so sind weitere Recherchen sicher spannend!

  1. Textquelle: Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin (CC-BY-NC-SA 3.0), Bildquelle: SLUB Dresden (CC-BY-NC-ND 3.0).

pencil talk 2.0

6. Februar 2017

Großartige Neuigkeiten: Das hervorragende Weblog pencil talk, das vor drei Jahren aufge­hört hat, ist wieder da!

pencil talk 2.0

Auf das Weblog pencil talk wurde ich Mitte 2007 aufmerksam, und seitdem hat es mich durch Qualität, Vielfalt und Detailreichtum begeistert. Erfreulich waren auch die meist kun­digen Kommentare und der Umstand, dass es dort nie Werbung oder den sog. „sponsored content” gab, den man heute leider oft antrifft. So freue ich mich sehr, dass es auf pencil talk weitergeht!

Ganz Ohr

6. Februar 2017

Ganz Ohr

Kisho (links) und Barney lauschen den Geräuschen, die aus einem Wasserrohr kommen.

„Wer schreibt, …

6. Februar 2017

… küsst besser” meint die Initiative Schreiben e.V. („Handschrift bist Du!”) und hat damit natürlich recht. – 3,6 Millionen dieser Flachbeutel1 kamen vergangenes Jahr in den Einzel­handel.

  1. Wieder ein neues Wort gelernt.

Stiftebecher des Monats

5. Februar 2017

Als Fan der Reihe „Pencil Pot Of The Month” bei Bleistift kann ich es mir nicht verkneifen, ab und zu etwas Ähnliches anzubieten, auch wenn ich weder mit der Qualität noch mit der Regelmäßigkeit mithalten kann.

Stiftebecher des Monats

Dieser Kandidat ist aus Kunststoff und beherbergt als Besonderheit eine Uhr mit Wecker und ein Thermometer; das Display wird auf Knopfdruck beleuchtet. Während sich diese Beleuchtung nach vier Sekunden selbsttätig abschaltet, tut einem das Wecksignal diesen Gefallen leider nicht. Die sieben wählbaren Melodien sind so grausig, dass man sofort die Batterien (3 × AAA) entnimmt, um sich dieser Qual kein zweites Mal aussetzen zu müssen. Dabei findet man auf der Innenseite des Batteriefachdeckels die Angabe „PATENT NUM­BER 201530007141.1″, zu der ich jedoch nichts in Erfahrung bringen konnte.


Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK