Pentel P205 mit Pep

24. November 2009

Zum Klassiker Pentel P205, der schon fast den Archetyp des Druckbleistifts darstellt, muss man wohl nichts mehr sagen – dieses solide Arbeitsgerät ist seit ein paar Jahrzehnten auf dem Markt und erfreut sich zu Recht größter Beliebtheit. Wer sich jedoch bisher von den nicht gerade spektakulären Farben dieses Stifts vom Kauf abhalten ließ und auch nicht zu Umbauten wie z. B. dem edelhölzernen von „Turn of the Century” greifen wollte, könnte Gefallen an der „Limited Edition” finden.

Pentel P205 Limited Edition

In rot, blau, grün und schwarz marmoriert erhältlich sorgt der P205M für eine wohltuende, flotte Alternative zum Einerlei nicht nur auf dem Schreibtisch und bietet mit 6,30 USD (ca. 4,20 Euro) ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. – Ob es diesen Druckbleistift noch mit anderen Minendurchmessern und vielleicht sogar hierzulande geben wird, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Danke an Jeremy von Pencils 11 für seine Hilfe bei der Beschaffung des P205M Limited Edition!

Ein kleines Kamel

24. November 2009

Ja, sind wir denn hier im Zoo? Erst ein Krokodil, dann einen Drachen (von wegen „es gibt keine Drachen”), danach ein paar Elefanten und jetzt ein Kamel – na, ich will mal nicht so sein und auch dieses noch durchs Nadelöhr Weblog trampeln lassen, begegnet man einem solchen Prachtexemplar doch wirklich nicht alle Tage.

STAEDTLER 1255 CAMEL

Aber genug der Albernheiten und stattdessen ein paar Worte zu dem alten Bleistift 1255 von STAEDTLER, den ich natürlich hauptsächlich wegen des kleinen Kamels zeige.

STAEDTLER 1255 CAMEL

Schlicht und mittels eines goldfarbenen Prägedrucks nur mit den nötigsten Informationen versehen erfreut der Bleistift außer durch das kleine Kamel mit einer zweifarbigen, auf die dunkelgrüne Lackierung des Stifts hervorragend abgestimmten Tauchkappe, die, wie ein genauer Blick mit einer Fünffach-Lupe zeigt, abschließend mit Klarlack überzogen wurde, einem qualitätstiftenden und auch heute noch bei STAEDTLER üblichen Verfahren. – NB: Der Viertelmond wurde 1887 als Markenzeichen eingetragen und bis in die 1950er Jahre benutzt; wie lange das kleine Kamel hierzulande anzutreffen war, weiß ich leider nicht.

STAEDTLER 1255 CAMEL

Trotz der sicher vielen Jahrzehnte, die der „CAMEL” auf den Höckern hat, befindet sich der Bleistift in einem sehr guten Zustand. Er ist gerade, sein Lack ohne Abplatzungen und der Aufdruck mit dem kleinen Kamel zeigt keine Spur der Alterung. – Die 1935 angemeldete Wortmarke wird meines Wissens nur noch beim gleichnamigen Bleistift von STAEDTLER Thailand genutzt, ebenfalls mit einem kleinen Kamel; wie sich die beiden Tiere im Detail unterscheiden, konnte ich mangels des thailändischen Stifts bis jetzt leider nicht ermitteln.

STAEDTLER 1255 CAMEL

Habe ich eigentlich schon das kleine Kamel erwähnt?

Kurz notiert

23. November 2009

Unter dem schlichten Titel „Bleistift” ist vor wenigen Tagen ein neues Weblog über Blei- und andere Stifte angetreten, die an Schreibgeräten Interessierten in der virtuellen Welt mit Informationen und Erfahrungen zu versorgen. Der erste Beitrag beschäftigt sich mit dem ungewöhnlichen Druckbleistift Kuru Toga von Mitsubishi/uni und geht dabei nicht nur detailliert auf den Stift selbst ein, sondern auch auf seine Verpackung und – besonders interessant – dessen Gebrauch mit dem westlichen Schriftsystem. Ein bemerkenswerter Auftakt, und ich bin sehr gespannt auf das, was noch kommt!

Stilecht bechern

23. November 2009

Da ich nicht alle Tassen noch Platz im Schrank habe, konnte ich diesen äußerst dekorativen Henkelbecher mit Deckel unmöglich in der Elektrobucht an mir vorbeischwimmen lassen.

Henkelbecher mit Deckel von Marks & Spencer

Das in China für die englische Warenhauskette Marks & Spencer hergestellte Trinkgefäß ist achteckig, ohne Deckel 90 mm hoch, spülmaschinenfest, mikrowellengeeignet und fasst 260 ml Kaffee, Tee oder einer anderen leckeren Flüssigkeit.

Henkelbecher mit Deckel von Marks & Spencer

Ich werde diesen ebenso praktischen wie attraktiven Gegenstand des täglichen Gebrauchs jetzt mit einem schmackhaften Heißgetränk auf Basis der bei Kaffee Wacker feilgehaltenen Bohnen füllen und mit diesem muntergemacht in die neue Woche durchstarten.

Henkelbecher mit Deckel von Marks & Spencer

Ein besserer Bleistift

22. November 2009

Die interessante Geschichte der Schreibgeräte und ihres Gebrauchs aus dem Blickwinkel der digitalen Revolution präsentiert Dennis Baron in seinem Buch „A Better Pencil: Readers, Writers, and the Digital Revolution”, erschienen vor wenigen Wochen bei Oxford University Press.

Parallel zur technischen Entwicklung von den Anfängen der Schrift bis hin zur schriftlichen Kommunikation über das Internet beschreibt Baron auch die Ängste und Widerstände, die jede Neuerung begleitet haben, selbst wenn sie so klein waren wie z. B. der Radiergummi am Ende des Bleistifts. So warnte Plato 500 v. Chr. davor, dass die Verschriftlichung das Erinnerungsvermögen beeinträchtigt, der als „Unabomber” bekannte Ted Kaczynski sorgte 18 Jahre lang für Terror gegen diejenigen, die er für die von ihm verhasste, technisierte Welt verantwortlich hielt, und der Neo-Luddit Kirkpatrick Sale zertrümmerte 1995 in bester Tradition vor großem Publikum einen Computer. Plato jedoch betrachtete die Schrift nur als Merkhilfe, nicht als Mittel der Verständigung, und Ted Kaczynski ließ sein Manifest durch eine große Zeitung verkünden und bediente sich somit dessen, was er bekämpfte.

Teilnehmer eines Kurses des Autors schrieben in Knetmasse und konnten so die Arbeit derjenigen nachempfinden, die 4000 Jahre zuvor ihre Zeichen in Lehm einbrachten; die dabei auftretenden Probleme sowie die (nicht nur hier angesprochene) Wechselwirkungen zwischen Werkzeug, Form und Inhalt legt Baron ebenso lebendig dar wie die wechselvolle und sehr holprige Entwicklung der computergestützten Textverarbeitung, bei der man erst recht spät an den Nutzer als Schreiber dachte.

Das Kapitel über den Bleistift hält u. a. bemerkenswerte Details über Henry David Thoreau parat, und ein anderes schaut auf unsere Mittel und Wege, erst handschriftlichem, dann gedrucktem und schließlich computergeneriertem Text zu vertrauen. – Die negative, gar apokalyptische Sicht auf E-Mail, Instant Messaging, Facebook und ähnlichem teilt der Autor nicht, ist sich aber der problematischen Aspekte dieser Techniken durchaus bewusst. Der Befürchtung, diese würden das Ende der Sprache, der Kommunikationskünste, der sozialen Beziehungen und damit letztendlich das der Zivilisation bedeuten, hält er Entwicklungen wie solche, die zu einer „Netiquette” führten, entgegen.

Der analytische und humorvolle Stil des sehr kundigen Autors, der immer wieder plausible Argumente gegen den romantisierenden, verklärenden Umgang mit alter Technik anführt, gefällt mir ausgemacht gut, auch wenn ich als zuweilen irrationaler Bleistift-Nutzer, Freund des Transzendenten und latenter Luddit seine Ansichten nicht durchgehend teile.

Das gebundene Buch enthält zahlreiche, z. T. ungewöhnliche Schwarzweiß-Abbildungen, ein umfangreiches Literaturverzeichnis sowie ein Register und kostet knapp 18 Euro.

Danke an Viola für den Hinweis auf „A Better Pencil”!

Licht und Farbe (1)

21. November 2009

Den Zeichenfarbstift MARS-LUMOCHROM bewarb diese gut 50 Jahre alte Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. in Hackensack, New Jersey (USA). Die aufgeführten Eigenschaften des in 24 Farben erhältlichen Stifts beeindrucken: Er ist lichtecht, wisch- und wasserfest, sehr gut radierbar, hat eine bruchstabile Spitze und ist perfekt reproduzierbar (letzteres bezog sich wohl auf die für Lichtpausen idealerweise hohe Lichtabsorption; auch die Illustration spricht dafür).

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc.

An dem Stift im alten Design mit Viertelmond, dem Symbol für den Planeten Mars und seine beiden Monde fällt sofort die aus heutiger Sicht sehr ungewöhnliche Spitze auf, die möglicherweise mit dem hier auch genannten “Draftsman’s Pencil Sharpener” angebracht wurde (eine andere Anzeige aus der gleichen Zeit lässt vermuten, dass diese Spitzenform damals keine Besonderheit war). Merkwürdig zumindest in meinen Augen ist die Abkürzung „DRP”, denn sie verweist auf eine Eintragung beim Reichspatentamt, das jedoch bereits 1945 seine Tätigkeit eingestellt hat. – Die Richtung des Aufdrucks wurde übrigens 1963 geändert und läuft seitdem von der Spitze zur Tauchkappe.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc.

Wie lange es den MARS-LUMOCHROM, dessen Name von 1953 bis 2003 geschützt war, gab, weiß ich nicht. Außer der holzgefassten Variante waren später auch 2-mm-Farbminen mit diesem Namen im Programm des Herstellers, doch sind diese inzwischen ebenfalls fast verschwunden und nur noch selten als Restbestände anzutreffen. – Gerne hätte ich mal eine mit dem MARS-LUMOCHROM erstellte Zeichnung gesehen oder gar diesen Farbstift selber benutzt.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc.

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Ein kleiner Stummel auf großer Reise

20. November 2009

Der Künstler Paul Hutchinson aus Neuseeland schafft unter anderem kleine Werke von ganz alltäglichen Dingen und zeigt dabei auch solche, die nur selten beachtet werden, wie z. B. abgebrannte Streichhölzer, eine verwelkte Tomatenranke oder Bleistiftstummel. Das gefällt mir, ebenso sein Stil, sie in Öl und Wasserfarben festzuhalten, und als ich in einem sehr netten Kontakt per E-Mail erfahren konnte, dass er auch Aufträge annimmt, musste ich erst gar nicht nachdenken und freue mich nun auf das Kunstpäckchen vom anderen Ende der Welt.

Danke an Henrik für den Hinweis auf diesen Künstler!

Innenansicht

20. November 2009

Nach einem kurzen virtuellen Abstecher zu einer Quelle des Graphits, ein paar Worten zu seiner Verarbeitung und den in einer Auswahl historischer Patente genannten Zusätzen zur Verbesserung bestimmter Eigenschaften der fertigen Bleistiftmine heute ein kleiner Blick in das Innere dieses faszinierenden Stoffes.

Gemahlener Naturgraphit unter dem Rasterelektronenmikroskop

Das mit dem Rasterelektronenmikroskop LEO 1525 aufgenommene Bild von gemahlenem Naturgraphit zeigt einen Bereich von etwa 22 × 16 µm², also 0,022 × 0,016 mm² (zum Vergleich: ein menschliches Haar ist ungefähr 0,1 mm dick). Deutlich sichtbar ist hier die Plättchenstruktur, die dem Graphit die hohe Gleitfähigkeit verleiht.

Vielen Dank an Faber-Castell für diese Aufnahme und die Genehmigung zur Reproduktion!

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