Spielwiese

20. November 2009

Meiner aufmerksamen Leserschaft wird sicher nicht entgangen sein, dass seit kurzem unter der Seitenleiste am rechten Rand ein kleiner schwarzer Würfel rumliegt.

Ein kleiner schwarzer Würfel

Als alter Spielratz ein an nützlichen Dingen interessierter Mensch bin ich stets um sinnvolle Erweiterungen meines Online-Angebots bemüht, und so gibt es nun die Möglichkeit, durch einen Mausklick auf diesen Würfel einen zufälligen Beitrag auswürfeln und anzeigen zu lassen. – Selbstverständlich wird dabei nicht aus sechs, sondern aus zur Zeit 410 Beiträgen ausgewählt, doch ein 410-seitiger Würfel stand mir zum Fotografieren bedauerlicherweise nicht zur Verfügung.

Delta

19. November 2009

In Anbetracht des geringen Deltas zum Wochenende heute ein schneller Blick auf einen älteren Bleistift mit dem dazu passenden Namen.

Eberhard Faber 1240 DELTA

Der in Deutschland gefertigte Eberhard Faber 1240 DELTA, dessen Alter ich auf etwa 40 Jahre schätze, hat die üblichen Maße und fällt durch seine metallic-grüne Lackierung sowie die vergleichsweise aufwändige Bedruckung auf, zu der auch eine dekorative Einfassung des Härtegrads gehört. Der Lack für die Tauchkappe wurde bei meinen Exemplaren des DELTA jedoch ziemlich großzügig aufgetragen, was sich als Verdickung zeigt. – Es ist deutlich zu erkennen, dass vor dem abschließenden ein orange-brauner Lack aufgebracht wurde.

Eberhard Faber 1240 DELTA

Wirkt das Holz des werkseitig gespitzten Stifts zunächst etwas grob gemasert, so sorgt die Spitzmaschine Carl Decade DE-100 für eine sehr glatte Schnittfläche und legt dabei eine Mine frei, die zwar eine recht saubere Abgabe mit sehr guter Schwärzung hat, aber auch eine leichte Rauhigkeit aufweist; doch trotz letzterer ist der DELTA ein guter Alltagsbleistift mit ansprechendem Äußeren.

Eberhard Faber 1240 DELTA

Nachtrag vom 20.3.10: Wie ich erfahren konnte, wurde der DELTA wohl erstmals 1954 produziert (der Katalog des Jahres 1951 nennt ihn noch nicht). Zu Beginn gab es ihn nur im Härtegrad 2 und ab ca. 1959 in drei Härtegraden, wobei die Härte 1 grün und die Härte 3 rot poliert war; die Härte 2 gab es in grün, blau und rot. Zur gleichen Zeit war passend zum Namen auch eine dreiflächige Variante im Härtegrad 2 erhältlich. – Danke an Herbert R. für diese Details!

Markiges Marketing (12)

18. November 2009

Bleistifte von Brevillier & Urban

Dem österreichischen Bleistifthersteller Brevillier & Urban einen modern-schlichten Auftritt verschaffte diese 30 × 45 mm² große und durch wenige, stark kontrastierende Farben sowie klare Linien geprägte Reklamemarke, in deren Mittelpunkt ein großer, gelber Bleistift – offenbar schon damals ein Archetyp – steht. Die an den Jugendstil erinnernde Schrift könnte auf ein Alter der Marke von vielleicht 100 Jahren und die Adresse „Wien VI. Schraubenhof” auf die 1823 durch Carl Wilhelm von Brevillier gegründete Schraubenfabrik hindeuten. – Mehr zur Geschichte des Unternehmen gibt es hier.

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Elephanten

17. November 2009

Diese kräftigen Kerle schaffen es auch immer wieder, sich in den Vordergrund zu drängeln, doch wer kann und will sich ihnen schon entgegenstellen? Ich jedenfalls nicht – ganz im Gegenteil: Als großer Freund der gemütlichen und liebenswürdigen Schwergewichte habe ich sie hier bereits einige Male auftreten lassen, und so mache ihnen heute gerne erneut die Bühne frei, besonders dann, wenn sie in einer solch prächtigen Form daherkommen.

J.S. STAEDTLER 6089 ELEPHANT

Über den 6089 ELEPHANT von J.S. STAEDTLER weiß ich leider fast gar nichts, selbst das Alter der gezeigten Stifte nicht; ich vermute, dass es bei etwa 40 bis 50 Jahren liegt.

J.S. STAEDTLER 6089 ELEPHANT

Wenn ich richtig informiert bin, gab es diesen in meinen Augen sehr schönen Bleistift nur im Härtegrad HB, dafür aber mit sechs unterschiedlichen Lackierungen, wobei diese aus den hier zu sehenden Farben bestanden.

J.S. STAEDTLER 6089 ELEPHANT

Neben dem kleinen Elefanten und dem Namen des Bleistifts in einem dekorativen Font zeigt der goldfarbene, recht sauber aufgebrachte Prägedruck den typischen Viertelmond und macht die üblichen Angaben. Zum Ursprung der Wortmarke „ELEPHANT” habe ich nichts finden können, und es sieht so aus, als sei sie inzwischen nur noch bei STAEDTLER Australia im Gebrauch (der letzte hierzulande erhältliche Bleistift dieses Namens war meines Wissens der Kiddi Black Elefant).

J.S. STAEDTLER 6089 ELEPHANT

Wie der ELEPHANT schreibt und sich spitzen lässt? Nun, das zu testen konnte ich nicht übers Herz bringen, denn noch sind mir diese beiden Exemplare viel zu kostbar.

J.S. STAEDTLER 6089 ELEPHANT

Bleistift des Tages

16. November 2009

Der LYRA GROOVE von Luis (8)

Den wachsenden Kenntnissen und Fähigkeiten des kleinen Luis (8) sichtbaren Ausdruck verleiht dieser bereits recht strapazierte LYRA GROOVE, dessen Länge und Spuren von seinem täglichen, durch eine immer sicherer werdende Hand geführten Einsatz in der großen Welt der Zahlen und Buchstaben zeugen.

Basteln mit dem Lexikaliker (7)

16. November 2009

Wie immer starten wir mit großem Elan in die neue Arbeitswoche und haben obendrein noch überschüssige Energie, die wir produktiv nutzen wollen.

Basteln mit dem Lexikaliker (7)

Wer gerne mit Bleistift schreibt, hat die zahlreichen dabei anfallenden Stummel getreu dem Motto „Da kann man noch was draus machen” nicht weggeworfen, sondern für zukünftige Verwendungen in der Schublade oder der Bastelkiste verwahrt. Doch wer hätte gedacht, dass dieser unscheinbare und meist gedankenlos entsorgte Rest schreiberischer Tätigkeit sogar zu einem attraktiven Schmuckstück avancieren kann, um das uns nicht nur Freunde und Kollegen beneiden?

Basteln mit dem Lexikaliker (7)

Bereits eine Broschennadel, etwas Klebstoff und haushaltsübliches Werkzeug reichen aus, um einen Stummel in wenigen Minuten zu einem schmucken Anstecker umzuarbeiten. Und so wird’s gemacht:

  1. Stummel in Form bringen und die später nach innen gewandte Fläche leicht aufrauen, damit der Klebstoff besser hält.
  2. Broschennadel in einer der Stummellänge angepassten Größe parat legen.
  3. Klebeflächen mit einem guten Klebstoff bestreichen (ich schätze den UHU-Alleskleber Super Strong & Safe).
  4. Stummel und Nadel fest zusammenpressen und Klebeverbindung trocknen lassen.

Fertig!

Basteln mit dem Lexikaliker (7)

Geschmackvoller kann man seinem Interesse an Bleistiften wohl kaum Ausdruck verleihen!

Tipp: Eine dünne Schicht Klarlack beugt der Beschmutzung des Kleidungsstücks durch die Bleistiftmine vor.

Nachtrag vom 17.11.09: Und noch einer, und zwar auf Basis des STAEDTLER Noris 120 HB, der so prominent ist, dass er sogar im tiefsten Odenwald den Weg weist und als Design-Klassiker eigentlich schon längst im Museum vertreten sein müsste (aber auf mich hört ja keiner).

Basteln mit dem Lexikaliker (7)

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Mine und Mischung

15. November 2009

Der zufällige Fund einer mehr als 60 Jahre alten Patentschrift über die Verringerung der Lichtdurchlässigkeit von Bleistiftminen zur Verbesserung ihrer Lichtpausfähigkeit hat mich neugierig gemacht und zu einer weiteren Suche motiviert.

Bereits während der Lektüre dieses Dokuments kam mir der Werbetext zum Bleistift LYRA ORLOW 6300, zitiert in der Jubiläumsschrift „Meilensteine. 150 Jahre Lyra-Orlow”, und der darin enthaltene Verweis auf das DRP (Deutsches Reichspatent) 746988 in den Sinn; zudem habe ich mich an einige Exemplare des orlow-techno 6300 HB mit dem Aufdruck „ELIOGRAPH”, die noch in meinem Fundus schlummern, erinnert.

Mine und Mischung

Das Deutsche Patent- und Markenamt in München bietet zahlreiche Möglichkeiten der kostenfreien Online-Recherche, so auch nach alten Patenten. Eine Abfrage des DEPATIS-Systems nach dem von LYRA genannten Patent liefert Details zu einem „Verfahren zur Herstellung von gebrannten Schreibkörpern, z. B. Bleistiftminen, Griffeln oder Kreiden, und bezweckt, die Farbkraft und Lichtabsorption dieser Schreibminen zu verbessern”, erdacht von einem Erfinder aus Nürnberg.

Dieser Text bezieht sich auf vorhandene Kenntnisse über die Imprägnierung der Minen mit Farbkörpern sowie mit Stoffen, die ultraviolettes Licht absorbieren, damit jedoch nur die Ergebnisse bestimmter Kopierverfahren verbessern helfen. Man ging davon aus, dass die optisch wirksamen Zusatzstoffe hauptsächlich auf den Oberflächen der inneren Poren und Kapillaren der Mine verteilt sein müssen, um den Glanz des Abstrichs zu verringern und dessen Lichtabsorption zu erhören, und strebte ein Verfahren an, bei dem sich die mittels einer Imprägnierung zugeführten Substanzen durch eine Wärmebehandlung in chemisch andere Stoffe umwandeln. Diese Umsetzungsprodukte sollten sich in äußerst feiner Form in den Hohlräumen gleichmäßig ablagern und so eine optimale optische Wirkung erzielen; zum Einsatz kamen dabei organische Stoffe wie z. B. Kohlenhydrate, die beim Erhitzen unter Sauerstoffabschluss im Mineninneren amorphen Graphit bildeten. Die bloße Beigabe von letzterem zur Minenmasse (etwa in Form von Ruß) macht schon bei wenigen Prozenten die Mine rauher und mindert ihre Gleitfähigkeit, doch das genannte Verfahren bot den Vorteil, die Glätte des kristallinen Graphits und mit dieser die Schreibqualität des Bleistifts zu erhalten, den Abstrich schwärzer sowie matter zu machen und damit Schärfe und Kontrast von Lichtpausen zu steigern.

Unter den fünf entgegengehaltenen (so der Fachbegriff) Patentdokumenten findet sich auch eines von J.S. Staedtler aus dem Jahr 1936, das die Beigabe von lichtdichten Sudan-Farbstoffen beschreibt. Demnach sollen bereits 0,5 bis 1,5% Sudangelb oder Sudanviolett ermöglichen, „die Lichtdichte der Mine so zu steigern, daß sie Minenabstriche von hoher Schwarzwirkung liefert”. Wenige Jahre zuvor ging die Kalle & Co. AG aus Biebrich am Rhein den Übelstand* der lichtdurchlässigen Linien von Tusche- und Stiftzeichnungen durch den Zusatz von im Ultraviolett stark absorbierender Substanzen an.

Konzeptionell ganz anders ist das Patent 1504209 aus den USA, in dem der Erfinder den Ton mit Holzstaub und anderen kohlenstoffhaltigen Materialien mischte. Diese Stoffe sollten beim Brennen der Mine zu Kohle werden und so die Schwärzung des Abstrichs erhöhen; die dabei entstehenden und die Mine brüchig machenden Hohlräume wollte er mit Stearinsäure füllen.

Ob die für den ORLOW 6300 beworbenen Eigenschaften auch für den LYRA orlow-techno 6300 gelten, kann ich nicht sagen; ein schneller Vergleichstest mit aktuellen Bleistiften von STAEDTLER, Tombow, Pentel und STABILO zeigte zwar die hohe Qualität und die gute Schwärzung dieses Bleistifts, nicht aber eine erkennbar geringere Reflexion im für das bloße Auge sichtbaren Spektrum (mit Abstand am mattesten war der Abstrich des STABILO Micro 288). – Die Wortmarke „ELIOGRAPH” auf dem LYRA orlow-techno 6300 wurde 1963 eingetragen und 2003 gelöscht. Ihren Ursprung kenne ich nicht; vielleicht war es eine an „Heliografie” oder die italienische Übersetzung für „Lichtpause”, „eliografica”, angelehnte Wortschöpfung.

* Dieses schöne, mir bisher unbekannte Wort musste ich unbedingt aus der Patentschrift übernehmen.

Hausmitteilung

15. November 2009

Hin und wieder fasse ich ältere Beiträge an und nehme Korrekturen oder Ergänzungen vor. Da diese jedoch im Gegensatz zu neuen Artikeln nicht auf der Startseite angezeigt werden und somit auch die Aktualisierungen von Listen wie „Der Bleistift im Buch” nicht sichtbar sind, gibt es nun in der Seitenleiste die Rubrik „Aktualisiert”, die die zuletzt geänderten Beiträge aufführt und damit über diese Wartungsarbeiten, die ansonsten unter der Haube blieben, informiert. – Die Änderungen selber sind allerdings nicht im Detail hervorgehoben; dies bitte ich nachzusehen.

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