A. W. Faber 1915

9. Juli 2008

Kopierstiften habe ich bisher recht wenig Beachtung geschenkt, doch dann weckten ein paar zum Teil mehrere Jahrzehnte alte Zufallsfunde und einige sehr informative Beiträge auf pencil talk mein Interesse (zuletzt „The hidden life of copying pencils”). So fiel mir auch kürzlich eine Anzeige des Herstellers A. W. Faber aus dem Jahr 1915 auf, in der neben der Minenfarbe der Stifte auch die manchmal abweichende Kopierfarbe aufgeführt ist (Bild zum Vergrößern anklicken).

Anzeige von A. W. Faber aus dem Jahr 1915

Aus: Illustrirte Zeitung Nr. 3780 (Weihnachtsnummer, Kriegsnummer 71),
145. Band, 9. Dezember 1915

Interessant ist hier unter anderem, dass der rote, heute noch erhältliche Kopierstift von Faber-Castell die gleiche Nummer wie damals trägt (nämlich 9609), und die Bezeichnung des schwarzen lediglich um den Zusatz „½” ergänzt wurde.

Wortwolken

9. Juli 2008

Wordle ist ein nettes und interessantes Spielzeug zur grafischen Darstellung der Verteilungshäufigkeit von Worten in einem Text oder einem Feed, wobei zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten zum Experimentieren einladen und damit einen ganz anderen Blick auf den Inhalt bieten. Und so sieht’s gerade hier aus:

Lexikaliker-Wortwolke

Leipzig, Gasometer

9. Juli 2008

Leipzig, Gasometer

Leipzig, Gasometer

Das erste Leipziger Gaswerk, erbaut in nur einem Jahr und 1838 in Betrieb genommen. Der Begriff „Gasometer” bezeichnet strenggenommen nur das außen angebrachte Messgerät, welches den Füllstand und damit auch den Druck im Gasbehälter anzeigt.

Stielaugen

8. Juli 2008

Überwachungskameras an der Autobahnraststätte Eichelborn-Süd

Leipzig, Olbrichtstraße

8. Juli 2008

Nach ein paar herrlichen Tagen in Sachsens bunter Metropole Leipzig gibt es hier in der nächsten Zeit einige Schnappschüsse zu sehen. – Die meisten Fotos liegen auch in einer größeren Version vor, die beim Klick aufs Bild angezeigt wird.

Los geht’s mit den ehemaligen Kasernengebäuden und Offizierswohnungen in der Olbrichtstraße im Stadtteil Gohlis, erbaut ab 1895; die von einem Fernmeldebatallion sowie privat genutzten Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.

Leipzig, Olbrichtstraße (ehemalige Kaserne)

Leipzig, Olbrichtstraße (ehemalige Kaserne)

Leipzig, Olbrichtstraße (ehemalige Offizierswohnungen)

Leipzig, Olbrichtstraße (ehemalige Offizierswohnungen)

Leipzig, Olbrichtstraße (ehemalige Offizierswohnungen)

Speziell spitzen

30. Juni 2008

Selbst spitzer Spitzende möchten es hin und wieder etwas weniger spitz, so z. B. bei bruchgefährdeten Farb- oder sehr weichen Bleistiften, deren empfindlichere Minen einen stumpfen Spitzkonus mit deutlich höherer Druckstabilität belohnen. Dieses nachvollziehbare Bedürfnis aus der täglichen Praxis, manchmal nicht ganz so spitz zu spitzen, erfüllt der Fünffach-Behälterspitzer T’GAAL des japanischen Herstellers Kutsuwa auf besondere Weise.

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T'GAAL

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T’GAAL

Dieser spezielle Spitzer für Stifte mit einem Standarddurchmesser von 8 Millimetern bietet die Möglichkeit, den Anstellwinkel der Klinge und damit den Winkel des Spitzkonus in fünf Stufen zu variieren. Dazu drückt der erste auf der Rückseite des Einstellrades angebrachte Exzenter auf die federnd gelagerte Klinge; ein zweiter verschließt in der sechsten Position (”Close”) die Öffnung für den Stift.

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T'GAAL

Hier gut zu sehen: Die beiden Exzenter auf der Rückseite des Einstellrades und die Lagerung der Klinge

Wirkt der 25 Gramm leichte und 65 × 50 × 28 Millimeter große Spitzer aufgrund seiner Ausführung aus Kunststoff zunächst etwas billig, so überrascht er beim Gebrauch: Die sehr scharfe Klinge schneidet Holz und Mine des im Test verwendeten STAEDTLER Mars Lumograph 100 B sauber, und das Einstellrad bleibt in der gewählten Position. – Woher jedoch die leichten Eindrehungen an den Spitzen bei den Stufen 3 bis 5 kommen, konnte ich leider nicht herausfinden.

Die fünf Spitzkonen des Kutsuwa T'GAAL

Die fünf Spitzkonen des Kutsuwa T’GAAL (links:1, rechts: 5; Rasterweite: 5 mm)

Wie der Vergleich zeigt, unterscheiden sich die Konen des T’GAAL bei Stufe 5 und des KUM Long Point deutlich – was die Länge des Konus angeht, so hat letzterer die Nase Spitze immer noch ganz vorne, dicht gefolgt vom Elektrospitzer Dahle 0230.

Die Spitzkonen im Vergleich (von links): Kutsuwa T’GAAL (Stufe 5), KUM Long Point, Dahle 0230

Die Spitzkonen im Vergleich (von links): Kutsuwa T’GAAL (Stufe 5), KUM Long Point, Dahle 0230

Der Verschluss schließt die Öffnung für den Stift recht gut, auch wenn er trotzdem noch ein wenig Graphitstaub ausdringen lässt. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn der Deckel des Behälters etwas fester säße und die Gefahr des versehentlichen Entleerens dadurch geringer wäre.

Die Verpackung des Kutsuwa T'GAAL (Vorderseite)    Die Verpackung des Kutsuwa T'GAAL (Rückseite)

Verpackung des Kutsuwa T’GAAL (zum Vergrößern anklicken)

Zur Haltbarkeit dieses Spitzers kann ich noch nichts sagen, da ich ihn erst seit ein paar Tagen habe; ich hoffe jedoch, dass die Klinge recht lange scharf bleibt, da ich bis jetzt keinen Anbieter für Ersatzklingen kenne. Trotz der kleinen Schwächen halte ich den T’GAAL für sehr empfehlenswert, weiß ich doch von keinem anderen Spitzer mit dieser ungewöhnlichen und praktischen Funktion. – Der T’GAAL ist bei Bundoki in grau, blau und rosa für 525 Yen (knapp 3,20 Euro) erhältlich.

Vielen Dank an isu von the uncomfortable chair für den Kutsuwa T’GAAL!

Nachtrag: Bundoki bietet einen exzellenten Service und verschickt weltweit; der Bestellvorgang ist hier beschrieben.

Fünf freche Freitags-Fehlerfresser

27. Juni 2008

Fünf freche Freitags-Fehlerfresser

Raumaufteilung

26. Juni 2008

Rüsselsheim, Darmstädter Straße, 25. Juni 2008, 22.12 Uhr

Rüsselsheim, Darmstädter Straße, 25. Juni 2008, 22.12 Uhr (HDR-Aufnahme)

Sparautomat für Butterbrotpapier

23. Juni 2008

Mit einem Automaten der nicht alltäglichen, nämlich der sparenden Art überraschte mich vor wenigen Tagen mein vielseitiger und ungewöhnlichen Dingen gegenüber sehr aufgeschlossener Kollege D. Während er den „Sparautomat für Butterbrotpapier” zur praktischen Aufbewahrung seiner Mal- und Zeichengeräte nutzt, offerierte ihn (den Sparautomaten, nicht den Kollegen) der Hersteller Melitta vor mehr als 30 Jahren für die sichere und kontrollierte Teilung jenes Papiers, das die schmackhaften Stärkungen für unterwegs schützt.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier (geschlossen)

Butterbrotpapier, Folie und anderes gerolltes Verpackungsmaterial für den Haushalt kam zur damaligen Zeit meist ohne integrierte Abreißhilfe in den Handel, so dass der Verbraucher entweder zur Schere greifen oder die benötigten Stücke z. B. an einer Tischkante abtrennen musste. Misslang letzteres – riss also das Material schräg ein oder trennte man gar zuviel ab –, ging etwas verloren. Hier setzte der Sparautomat an; wir wollen nun schauen, ob er hält, was sein Name verspricht.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier (geöffnet)

Der rollenförmige, in den für den Hersteller auch heute noch typischen Farben Rot und Grün gehaltene Sparautomat besteht aus einem harten, splitteranfälligen Kunststoff mit einer Stärke von etwas über 2,5 Millimetern an den dicksten Stellen. Er ist 26 Zentimeter lang, hat einen Durchmesser von knapp 7 Zentimetern und wiegt gut 100 Gramm; zwei Rastungen halten Ober- und Unterseite zusammen. Die heute üblichen und zuweilen inflationär eingesetzten Kennzeichnungen für Materialart, Entsorgung, Lebensmitteltauglichkeit usw. fehlen beim Sparautomaten völlig, und so ist die fast über die ganze Länge gehende Bezeichnung neben dem Namenszug des Herstellers die einzige Aufschrift des Automaten.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier (Detail)

Bei der Suche nach dem für den Test notwendigen Butterbrotpapier war ich überrascht darüber, dass einige Hersteller dieses auch heute noch in einer lediglich mit einer Banderole verpacken Rolle anbieten – der Sparautomat hätte also nach wie vor seine Berechtigung.

Zum Test des Sparautomaten habe ich mich für das Butterbrotpapier aus der Reihe „Fresh-Line” (Art.-Nr. 14305) des hauptsächlich durch Einweg-Geschirr bekannten Herstellers Pap*Star entschieden. Der Pergament-Ersatz mit einer Materialstärke von 40g/m2 misst 18 m × 25 cm, ist fettdicht und (für mich eigentlich unnötig) chlorfrei gebleicht. Die fast übereinstimmenden Maße von altem Sparautomat und neuer Rolle lassen auf einen Standard schließen.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier mit Butterbrotpapier 'Fresh-Line' von Pap*Star

Das Befüllen des Sparautomaten mit dem Butterbrotpapier ging erwartungsgemäß problemlos, und gleich beim Schließen fiel mir ein weiteres Leistungsmerkmal sehr positiv auf: Drückt man beide Hälften des Sparautomaten zusammen, wird das Papier eingeklemmt, so dass es beim Abreißen nicht weiter herausrutscht.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier mit eingelegter Butterbrotpapier-Rolle

Nun konnte es losgehen, doch gleich der erste Test missglückte, da ich das Papier zu behutsam abriss:

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier (missglückter Abriss)

Zum Greifen des Endes musste ich den Automaten leicht öffnen, was zwar etwas lästig, aber wohl nicht zu vermeiden ist, wird doch das Butterbrotpapier direkt an der Kante abgerissen und schaut dann nicht mehr heraus. Bei den nächsten Versuchen konnte der Sparautomat seine Stärken zeigen: Riss ich das Papier mit etwas Schwung und mehr in Richtung des Oberteils ab, lieferte er sauber getrennte Abschnitte jeder Größe.

Melitta Sparautomat für Butterbrotpapier (geglückter Abriss)

Ich bezweifle, dass sich die Ausgabe für den Sparautomaten (dessen damaligen Preis ich leider nicht kenne) allein im Hinblick auf den Verlust durch ungünstig abgerissenes Papier lohnte, zumal auch er nicht verhindern konnte, dass man aufgrund unzulänglichen Augenmaßes ein zu großes Stück abtrennte. Doch da er zudem Handhabung und Aufbewahrung des Butterbrotpapiers erheblich vereinfachte, hätte ich die Anschaffung dieses pfiffigen Küchenhelfers uneingeschränkt empfohlen.

Ich danke meinem Kollegen D. für die freundliche Leihgabe des Sparautomaten.

Sonntag

22. Juni 2008

Russische Kapelle auf der Mathildenhöhe in Darmstadt

Russische Kapelle auf der Mathildenhöhe in Darmstadt (HDR-Aufnahme)

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