Farbenspiel

4. Februar 2017

Einen farbenfrohen Auftritt hatte die Schwan-Bleistift-Fabrik A.G. Nürnberg im Jahr 1944 mit dieser Anzeige.

Farbenspiel

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Die als Beileger ausgeführte Anzeige ist beidseitig bedruckt und misst 24 × 16,3 cm; das Papier ist mit gefühlten 70 g/m² vergleichsweise dünn.

Farbenspiel

Der Name „Stabilo” geht zurück auf die hohe Stabilität des 1925 von Schwan vorgestellten Dünn­kernfarbstifts und wurde 1939 eingetragen. – Im gleichen Jahr kam der Schwan auf die Tauchkappe; dieses sog. „Schwan-Auge” ziert die Stifte noch heute.

Farbenspiel

Unnötig zu sagen, dass ich die Gestaltung sehr reizvoll finde.

Farbenspiel

Nachtrag vom 6.2.17: Diese Anzeige lag im Dezember 1944 der Sonderausgabe „Der Eu­ropäische Mensch” der Wochenzeitung „Illustrirte Zeitung Leipzig” bei, die im J.J. Weber Verlag Leipzig erschien. Von dieser Zeitung gab es von 1843 bis in den September 1944 hinein wöchentlich eine Ausgabe. Kriegbedingt wurde der Druck mit der letzten regulären Ausgabe im September 1944 eingestellt; danach erschien nur noch die erwähnte Sonder­ausgabe. Nach dem Krieg wurde die Arbeit an dieser Zeitung nicht wieder aufgenommen.

Ein besonderer Pollux

30. Januar 2017

Beim bewundernden Blick auf die von Joshua Thacker gravierte „Granate” dachte ich: Wie wäre es mit der Gravur eines Pollux? Es stellte sich heraus, dass Joshua von dieser Idee ebenso angetan war wie ich, und so dauerte es nicht lange, bis er mir den ersten Entwurf des Designs zeigte. Als das Stück schließlich eintraf, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ein besonderer Pollux

Bei der Gestaltung hat sich Joshua an Art Deco orientiert, und so ziert die Enden des Spit­zers ein für diesen Stil typisches Muster, das an Sonnenstrahlen erinnert.

Ein besonderer Pollux

Die Bleistiftspitzen finde ich besonders pfiffig: Durch die Bauform des Pollux bekommen sie die konkave Form, die der Spitzer schneidet. Zudem wechseln sich runde und hexagonale Bleistifte ab.

Ein besonderer Pollux

Der Spitzer ist ein Unikat; Joshua sagte mir, dass es keinen zweiten mit diesem Design ge­ben würde.

Ein besonderer Pollux

Bezahlt habe ich den – wie ich finde – sehr moderaten Preis von 53 Euro inklusive Versand und ohne Spitzer.

Vielen Dank an Joshua Thacker für dieses Kunstwerk!

Hunde im Nebel

11. Dezember 2016

Hunde im Nebel

Von links: Kisho, Karlchen und Filou.

Hunde im Nebel

Aufregung um Bleistifte

6. Dezember 2016

Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Sänger postet Wahlzettel-Foto – und halb Italien dis­kutiert über Bleistifte”. Das Referendum in Italien hat zur Aufregung um Bleistifte geführt, nachdem der italienische Sänger Piero Pelù auf Facebook Fotos von seinen Wahlunterlagen und den Stiften gezeigt hat. Bei seinem Test hatte er nämlich festgestellt, dass sich das Kreuz ausradieren ließ, und so eine Diskussion über die Stifte und das Papier in den Wahl­lokalen ausgelöst. Schließlich meldete sich auch das Innenministerium zu Wort und teilte mit, dass seit mindestens fünf Jahren bei Wahlen Kopierstifte von Faber-Castell zum Einsatz kämen. Warum Pelù und andere das Kreuz zumindest teilweise ausradieren konnten, bleibt indes unklar.

„Die Entstehung des Bleistiftes”

29. November 2016

Die Broschüre „Die Entstehung des Bleistiftes” von Eberhard Faber, Neumarkt bei Nürn­berg, stellt „Wissenswertes über die Herstellung von Blei-, Kopier- und Farbstiften” in Wort und Bild dar. Ich finde sie nicht nur wegen der Titelseite sehr ansprechend.

„Die Entstehung des Bleistiftes”

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Der zwölfseitige Druck im Format DIN A4 enthält Details, die man als Endkunde auch heute nicht so einfach erfährt; dies und einige Formulierungen sprechen dafür, dass sich Eberhard Faber damit an Händler richtete. Im Mittelpunkt stehen Stifte und Radierer der Marke VAN DYKE, die erstmals 1931 eingetragen wurde1. Angesichts der Gestaltung vermute ich, dass die Broschüre aus den 1940er Jahren stammt.

„Die Entstehung des Bleistiftes”

Bereits die Einleitung ist reizvoll:

Wer sieht es wohl einem Bleistift an, daß zu seiner Herstellung Hunderte von Arbeitsgänge auf sinnreich konstruierten Maschinen und eine unendliche Erfah­rung notwendig sind? Welch große Bedeutung kommt doch diesem unschein­baren Schreibgerät auf allen Gebieten des menschlichen Lebens zu! Für viele Menschen ist der Bleistift unentbehrlicher Freund und ständiger Begleiter.

Auf die Bestandteile geht man gleich zu Beginn ein. So heißt es, dass der in der Bleistiftin­dustrie verwendete Ton aus Unterfranken kommt; ich gehe davon aus, dass man sich hier auf das Tonwerk der Stadt Klingenberg bezieht.

Beim Graphit wird zwischen dem günstigen, amorphem aus Österreich, Korea und Mexiko und dem höherwertigen, kristallinen aus Bayern („in der Nähe von Passau”), Ceylon und Madagaskar unterschieden. – Mit dem bayerischen Graphit ist zweifellos der von Kropfmühl in Hauzenberg gemeint.

Auch beim Holz ist man recht ausführlich. Neben der Florida- oder Rot-Zeder2 und der kali­formischen Zeder führt man Erle, Linde und Föhre auf. (Linde und Nadelhölzer – vor allem die Kolorado-Tanne und die Weymouth-Kiefer – nutzt man immer noch, die Erle wegen ih­rer Härte indes nicht mehr.)

Als „Politur”3 wird Zelluloselack genannt, doch von diesem ist man aufgrund gesundheit­licher Risiken bei der Verarbeitung und schwieriger Entsorgung schon vor einiger Zeit abge­kommen.

„Die Entstehung des Bleistiftes”

Bemerkenswert sind die Materialien, mit denen die Stifte „gestempelt” wurden: Damals waren es Echtgold-, Goldbronze- und Aluminiumbronzefolien.

Bei der Bearbeitung des Graphits ist von „chemisch zerkleinert” und „chemisch verfeinert” die Rede; was es damit auf sich hat, verrät die Broschüre jedoch nicht.

„Die Entstehung des Bleistiftes”

Auch auf Bestandteile und die Herstellung von Kopier-, Farbkopier- und Farbminen wird eingegangen. Alle enthalten u. a. das pflanzliche Verdickungsmittel Traganth, das heute haupt­sächlich für Lebensmittel verwendet wird.

In der Auflistung der Spezialstifte fielen mir mattschreibende Kopierstifte auf, die bei künst­lichem Licht die Augen schonen sollen.

„Die Entstehung des Bleistiftes”

Gegen Ende finden sich Handreichungen zum Verkauf:

Es genügt nicht, dem Kunden kurzerhand einen Stift zu reichen. Zeigen Sie ihm vielmehr alle Muster der auf Lager befindlichen Sorten auf einer hübschen Samt­karte aufgemacht!

Und:

Auch der kleine unscheinbare Bleistift muß mit Lust und Liebe verkauft wer­den, denn jeder Kunde freut sich, wenn er auch bei einem kleinen Einkauf vom Ver­käufer aufmerksam bedient wird.

Natürlich darf der Radierer nicht unerwähnt bleiben, und so erfährt der Leser, dass man „den weltbekannten VAN-DYKE-Radiergummi von Grund auf in eigener Fabrik erzeugt” und dass „Eberhard Faber als erster Bleistifte kombiniert mit Radiergummi herstellte”4.

„Die Entstehung des Bleistiftes”

Eine Übersicht der Härtegrade und der „Werdegang des Bleistifts” schließen die Broschüre ab.

Für mich ein schönes Stück Bleistiftgeschichte!

  1. So ganz klar sind mir die Einträge des DPMA nicht, denn es gibt sowohl „Van Dyke” (mit Anfüh­rungszeichen und in Gemischtschreibung, eingetragen am 9.3.26) als auch VAN DYKE (ohne Anführungszeichen und in Versalien, eingetragen 5.11.1940).
  2. Die Erwähnung der Rot-Zeder überrascht mich, denn ich dachte bisher, dass diese bereits vor etwa 100 Jahren durch die kalifornische Zeder (Weihrauch-Zeder) abgelöst wurde.
  3. Der Begriff „Politur” geht zurück auf die Zeit vor 1900, als die Spitzenbleistifte einen Schellack­überzug mit Schwermetall-Farben erhielten und von Hand poliert wurden.
  4. Das in diesem Zusammenhang oft genannte Patent von Hyman Lipman aus dem Jahr 1858 beschrieb einen Bleistift, der auf etwa einem Drittel der Länge statt der Graphitmine einen Ra­dierkern enthielt. Dieses Patent wurde später jedoch für ungültig erklärt mit der Begründung, dass Bleistift und Radierer bereits vorher existiert hätten und durch die Kombination von bei­dem nichts Neues entstanden sei. Am 11.8.1891 erhielt Eberhard Faber das Patent auf die Befestigung eines Radierers an einen Bleistift mithilfe einer Zwinge.

Schnell aufgetischt

27. November 2016

Wer sich am Nachmittag des gestrigen Samstag das Fernsehprogramm des WDR zugeführt hat, sah gegen 16.55 Uhr einen Glastisch, dessen Platte auf zahlreichen STAEDTLER Noris 122 ruhte.

Schnell aufgetischt

Schnell aufgetischt

Man beachte den Spitzer in der Mitte. – Der Tisch steht im Museum der Designerin Rossa­na Orlandi in Mailand. Die Sendung „2 für 300: Tamina in Mailand” ist noch bis zum 2.12.16 abrufbar; der Noris-Tisch hat seinen sehr kurzen Auftritt bei etwa 8:20.

Durchsage

24. November 2016

Ab sofort sind der Pollux von Möbius+Ruppert und Ersatzmesser beim Papierlabor erhältlich. Der Spitzer kostet 23,50 Euro und das 3er-Set Messer 8,50 Euro; hinzu kommen die Ver­sandkosten.

Der Pollux im Papierlabor

Der Klick aufs Bild führt zum Angebot. – Nein, ich bekomme keine Provision.

Morgenstimmung

24. November 2016

Morgenstimmung

Dramatische Himmelsfärbung beim morgendlichen Spaziergang mit Kisho


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