Nr. 231

13. März 2012

Kleiner Spitzer ganz groß: Der Nr. 231 von Möbius+Ruppert. Das genaue Alter dieses Mag­nesium-Spitzers kenne ich nicht, doch da das Logo auf seiner Rückseite bis 1992 genutzt wurde, ist er mindestens 20 Jahre alt; die Klinge stammt wohl aus aktueller Produktion. – Unnötig zu sagen, dass mir seine Form sehr gut gefällt.

Nr. 231

Nr. 231

Nr. 231

Nr. 231

Nr. 231

Nachtrag vom 16.3.12: Ich habe erfahren, dass es sich bei diesem Spitzer um ein Muster vom Anfang der 80er Jahre handelt. Der 231 wurde mit dem Ziel eines möglichst geringen Materialverbrauchs konzipiert, ging aber nie in Serie.

WOPEX + 2

11. März 2012

Auf der Paperworld 2012 im Januar vorgestellt und jetzt hier: Der schwarze STAEDTLER WOPEX mit Spitzer und Radierer.

WOPEX + 2

Die für 4,10 Euro angebotene Blisterpackung enthält drei Stifte, einen schwarzen Kunst­stoff-Spitzer und einen ebensolchen Radierer.

WOPEX + 2

Das Schwarz steht dem vor zweieinhalb Jahren markteingeführten und hier bereits bespro­chenen WOPEX in meinen Augen außerordentlich gut, erst recht zusammen mit dem pas­senden Zubehör.

WOPEX + 2

Der knapp 8 mm dicke WOPEX ist werkseitig gespitzt und hat ein offenes, gerades Ende und eine gut 2 mm starke Mine1. Verglichen mit einem graublauen WOPEX aus aktueller Produktion ist seine Oberfläche nicht ganz so griffig2, also etwas glatter, was mir gut ge­fällt. Sein Aufdruck ist fast unverändert: Herstellungsort, Hersteller, Name und Härtegrad wurden im Folienprägedruck aufgebracht und reflektieren stark3; neu ist die zusätzliche in­vertierte „2″. Die Rückseite trägt den Strichcode, die GTIN, die Artikelnummer, das Siegel des PEFC und eine Blindprägung als Chargenkennzeichnung (nicht im Bild). Diese Angaben sind hell und leicht reflektierend, was im Fall des Strichcodes so manchem Codeleser Pro­bleme bereiten könnte. Für den Schriftzug „WOPEX” hat man die Eurostile Extended Bold und für den Rest (ausgenommen „STAEDTLER”) die Frutiger genutzt. Das Design und die Verarbeitungsqualität des Stifts sind hervorragend.

WOPEX + 2

Der Radierer im Set ist ein schwarzer rasoplast in der kleinsten Variante (11 × 15 × 32 mm³) mit Pappmanschette, zusätzlich verpackt in Transparentfolie.

WOPEX + 2

Während Stift und Radierer in Deutschland gefertigt wurden, kommt der Spitzer aus China. Er ist wie das in rot, gelb und blau erhältliche Modell (Art.-Nr. 510 50) keilförmig, von schlichter Ausführung und hat ein Messer mit zwei Einkerbungen an den kurzen Seiten, die (ebenso wie die Form des Messers) einen Austausch gegen ein anderes unmöglich macht. Der Spitzwinkel beträgt 23°.

WOPEX + 2

Seine Unterseite trägt das Herstellungsland, eine Ziffer (vermutlich die Chargenbezeich­nung) sowie ein „W”, das diesem Kommentar zufolge auf eine Optimierung für den WOPEX hindeutet4. Im Vergleich mit dem Messer der „Granate” von Möbius+Ruppert fällt auf, dass das des STAEDTLER-Spitzers einen kleineren Keilwinkel aufweist (ich wüsste gerne, ob das zur Optimierung gehört und was man noch angepasst hat).

WOPEX + 2

Der Spitzer schneidet den WOPEX sauber, doch der dabei entstehende Span ist mir mit durchschnittlich 0,42 mm5 viel zu dick (sparsame Spitzer kommen auf etwa die Hälfte).

WOPEX + 2

Im Gegensatz zum holzgefassten Bleistift bleiben beim Spitzen des WOPEX Minen- und Schaftmaterial aneinander hängen, sogar dann, wenn der Span dünner ist als z. B. bei der „Granate”.

WOPEX + 2

Im Gebrauch fällt auf, das die feine, frische Spitze rasch abbricht, sich der WOPEX danach aber nur langsam herunterschreibt. Er gleitet nicht so leicht über das Papier wie der Mars Lumograph HB, was mich aber nicht stört (andere extrudierte Bleistifte haben den Nachteil des Haftens, was beim WOPEX nicht auftritt.) Die Schwärzung ist ordentlich, erreicht je­doch nicht die des Lumograph. Verglichen mit letzterem reflektiert die Schrift des WOPEX deutlich weniger und ist wischfester. Interessant ist zudem, dass sich seine Spur nur ge­ringfügig auf andere Seiten überträgt, was vor allem im Notizbuch sehr von Vorteil ist.

WOPEX + 2

Der schwarze rasoplast, der etwas härter als der Mars plastic wirkt, radiert den WOPEX sehr gut, ohne dabei allzu sehr zu krümeln. Da sich die Mine des WOPEX ein wenig schlechter radieren lässt als die keramikgebundener Bleistifte, entfernt der rasoplast die Schrift des WOPEX nicht ganz rückstandsfrei6, wenn man beim Schreiben fester aufgedrückt hat. Die verbleibenden Spuren sind jedoch minimal und vertretbar. – Im Test aufgefallen und auch in obigem Bild sichtbar sind geringe schwarzen Spuren im Material des Schaftes. Mich hat das zunächst gestört, doch dann hatte ich eine Idee: Wie wäre es mit Zusätzen, die die Schnittfläche des WOPEX bunt oder meliert machen? Das könnte reizvoll aussehen und junges Publikum ansprechen.

WOPEX + 2

Der WOPEX und der rasoplast sind erste Wahl, doch der in China gefertigte Spitzer passt überhaupt nicht dazu. Für mich qualitativ entsprechend wäre z. B. der Magnesium-Hand­spitzer M+R 0200 (im Bild7). Man könnte diesen schwarz lackieren, aber auch das Metallene wäre stimmig (weil mit dem reflektierenden Aufdruck korrespondierend). Damit kämen alle drei Produkte aus einem Umkreis von noch nicht einmal 25 km, und der Aufdruck „Made in Germany” auf der Blisterpackung hätte seine volle Berechtigung. Der Knüller wäre allerdings ein eigens für den WOPEX gefertigter Spitzer in einem besonderen Design – dieser außer­gewöhnliche Bleistift hätte es verdient!

WOPEX + 2

Vielen Dank an STAEDTLER für das WOPEX-Set!

Nachtrag vom 12.3.12: Mein Kollege deh hat mich darauf hingewiesen, dass es sich bei dem für „WOPEX” verwendeten Font nicht um die (unveränderte) Eurostile Extended Bold handeln kann. Und er hat recht:

Font-Vergleich

Auch mit nichtproportionalem Stauchen und Strecken (was man mit Schriften ohnehin nicht machen sollte) ist es hier wohl nicht getan. – Ich werde mir das nochmal in Ruhe an­schauen.

Nachtrag vom 4.4.12: Einiges zur Geschichte des extrudierten Bleistifts und seiner Tech­nik gibt es unter „Der EPCON-Bleistift”.

  1. Auf das hohe Gewicht des WOPEX von 8,5 g bin ich bereits in einem älteren Beitrag einge­gangen, und die mit dem dichten Werkstoff verbundene Problematik beim Gebrauch eines Kurbelspitzers habe ich in einem Kommentar erwähnt.
  2. Der Unterschied ist jedoch gering und ginge vielleicht noch als Fertigungstoleranz durch.
  3. Eine Anmerkung zum Fotografieren dieser reflektierenden Oberflächen: Zunächst habe ich mit weißen Papier aufgehellt, doch der reflektierende Aufdruck wurde dabei ebenfalls weiß (wen wundert’s). Nach ein paar Tests mit anderen Materialien habe ich schließlich leicht zerknitterte Aluminiumfolie benutzt, was zu der für mich besten Wiedergabe des Prägedrucks geführt hat (zu starke Reflexionen sollte man jedoch vermeiden, da diese ausgefressene Lichter zur Folge haben können). – Die in den Fotos sichtbaren Unregelmäßigkeiten kommen also von der Folie, nicht vom Druck; dieser ist sehr gleichmäßig.
  4. Bei den Spitzdosen von STAEDTLER ist diese Kennzeichnung nicht sichtbar.
  5. Bei einem Mars Lumograph kam dieser Spitzer auf eine Spanstärke von 0,37 mm.
  6. Dies im Foto darzustellen wollte mir leider nicht gelingen.
  7. Hier in der gestrahlten Variante; die glänzende würde sich bestimmt noch besser machen.

Flottes Duo

9. März 2012

Flottes Duo

Zurzeit habe ich den schwarzen WOPEX von STAEDTLER unter der Lupe. In wenigen Ta­gen folgt ein ausführlicher Beitrag zum Set, das neben drei Stiften noch einen schwarzen Ra­dierer und einen ebensolchen Kunststoff-Spitzer enthält; bis dahin ein Foto des WOPEX mit dem Magnesium-Handspitzer M+R 0200, weil mir diese Kombination so gut gefällt.

Der Bleistift als Beweisstück

9. März 2012

Es gibt einige Geschichten, in denen der Bleistift eine wichtige Rolle spielt, doch so detail­liert wie in Arthur Conan Doyles „Die drei Studenten”1 wird er wohl nur selten beschrieben. Auf seiner Suche nach einem Studenten, der eine Abschrift der geheimen Unterlagen für eine am nächsten Tag stattfindenden Prüfung angefertigt haben soll, findet Sherlock Hol­mes einige Splitter, die beim Spitzen mit einen Messer angefallen sind, und begutachtet diese.

„Er arbeitete jedenfalls mit solcher Hast, daß die Spitze seines Bleistifts abbrach und er ihn neu anspitzen mußte, wie sie ja schon bemerkt haben. Sehen Sie sich das an, Watson. Das ist kein gewöhnlicher Bleistift. Größer als üblich, mit weicher Mine, außen dunkelblau, der Name des Herstellers in silbernen Lettern aufgedruckt, und das Stück, das ihm übrigblieb, ist nur noch etwa vier Zentime­ter lang. Suchen Sie so einen Bleistiftstummel, Mr. Soames, und Sie haben den Schuldigen gefunden. Wenn ich Ihnen noch verrate, daß er ein großes und ziemlich stumpfes Messer besitzt, haben Sie noch einen Anhaltspunkt.”

Die Fülle dieser Informationen überwältigte Mr. Soames sichtlich. „In den an­deren Punkten kann ich Ihnen folgen”, sagte er, „aber woher wissen Sie, wie lang …”

Holmes hielt uns einen Splitter entgegen, auf dem die Buchstaben NN standen, dahinter war noch etwas unbedruckte Fläche zu sehen. „Klar?”

„Ich fürchte, ich sehe immer noch nicht …”

„Watson, ich war wohl doch ungerecht zu Ihnen. Es gibt noch mehr. Also, was könnte dieses NN denn heißen? Jedenfalls steht es am Ende eines Wortes. Ihnen dürfte bekannt sein, daß der größte Hersteller von Bleistiften Johann Faber ist. Dann ist von diesem Bleistift jetzt höchstens noch so viel übrig, wie hinter dem ‚Johann’ kommt.” Er blickte flach über die Tischfläche. „Ich hatte gehofft, er hätte auf so dünnes Papier geschrieben, daß sich ein Teil auf die polierte Tischfläche durchdrückte. Aber ich sehe nichts dergleichen.

Danke an Thomas H für seinen Hinweis auf diese Geschichte!

  1. Arthur Conan Doyle: Die drei Studenten (The Adventure of the Three Students, erschienen 1904 als Einzelerzählung und 1905 im Band „The Return of Sherlock Holmes”).

Schneidwerk

8. März 2012

Schneidwerk

Es ist schon bemerkenswert, was die „Granate” von Möbius+Ruppert aus dem schwarzen STAEDTLER WOPEX macht.

Unter der Lupe

4. März 2012

Hin und wieder kommen hier kleine Dinge groß raus, so auch heute ein Stück dünnes Pa­pier des Bürogeräteherstellers F. Soennecken.

Unter der Lupe

Friedrich Soennecken, der sein Unternehmen 1875 gründete, erfand die Gleichzugfeder, deren einheitliche Strichstärke eine wichtige Voraussetzung für die bis heute üblichen Aus­gangsschriften war. – Alter und Zweck dieses nur 22 mm kleinen Drucks kenne ich nicht; gut möglich, dass man ihn zur Reklame nutzte.

Magic Writer

3. März 2012

Eine kleine Besonderheit ist der Magic Writer aus dem Programm von Pacific Music Papers, Glasser Printing & Lithography, in Reseda, Kalifornien (USA).

Magic Writer

(Die Bleistifte sind gleich lang, wurden aber aus einem ungünstigen Winkel fotografiert.)

Mit dem Magic Writer richtet sich der Anbieter, der auch Notenblätter führt, an Musiker, die für Notizen auf (teuren) Noten einen leicht schreibenden und ebenso radierbaren Bleistift bevorzugen.

Magic Writer

Der knapp 18 mm lange und 7,5 mm dicke Stift runden Querschnitts hat eine 2,5 mm starke Mine. Er wird ungespitzt und mit einem durch etwas Klebstoff fixierten Aufsteck­radierer in unterschiedlichen Farben angeboten. Dieser krümelt zwar, radiert jedoch gut.

Magic Writer

Im Hand- und im Kurbelspitzer macht der Magic Writer eine gute Figur. Der DUX DX4112 trägt sein helles Holz, das zu identifizieren mir schwerfällt (es könnte Zeder sein), perfekt ab.

Magic Writer

Die Abgabe der bruchstabilen Mine, deren Härte ich zwischen B und 2B einordne, ist spar­sam und sauber. Sie schreibt glatt, schwärzt gut und hat einen normalen Glanz; ihre Wisch­festigkeit ist durchschnittlich, aber ihre Radierbarkeit sehr gut. Unterm Strich ist der Magic Writer ein angenehmer Bleistift, den zu benutzen Freude bereitet, doch ob er den ange­strebten Zweck erfüllt, hängt wohl auch noch vom Papier der Noten ab. – Sicher gibt es noch viele andere Bleistifte, die das Geforderte ebenfalls können, doch wer würde nicht gerne mit einem Bleistift schreiben, der den Namen „Magic Writer” trägt?

Magic Writer

Hersteller, Bezugsquelle(n) und Preis des Magic Writer kenne ich nicht, denn meine beiden Exemplare waren ein Geschenk.

Magic Writer

Danke an Sean von The Blackwing Pages für den Magic Writer!

Eine besondere Spezies

2. März 2012

Elefanten sind hier wohlgelitten, und so freue ich mich heute über den Auftritt des farben­frohen Kiddifant, dem Werbe- und Sympathieträger des gleichnamigen Kinder-Sortiments von STAEDTLER. Ta-tam!

Eine besondere Spezies

Wann der Kiddifant in die Welt trat, weiß ich nicht, doch es sieht so aus, als wäre er immer noch aktiv, denn auf dem Tag der offenen Tür bei STAEDTLER konnten Kinder jeden Al­ters diesen Stift-Aufstecker bekommen.

Eine besondere Spezies

Hier gibt’s weitere graphitophile Dickhäuter:

Der Kiddifant grüßt den Besucher vom Mars!