Archiv des Stichworts „A.W. Faber”

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„Janus”

Donnerstag, 28. April 2016

„Janus”

Werbemotiv 1910/1920

Danke an Faber-Castell für den Scan!

Granate 1903–1908

Mittwoch, 30. März 2016

Auch im Archiv von Faber-Castell findet sich der Handspitzer „Granate”.

Granate 1903–1908

(zum Vergrößern anklicken)

In den Warenkatalogen von A.W. Faber Berlin wurden von 1903 bis 1907 unter dem Pro­duktnamen „Granate” der Bleistiftspitzer No. 1903 und der Farbstiftspitzer No. 1696 sowie Ersatzmesser angeboten. – Der höhere Preis für den Farbstiftspitzer lässt mich vermuten, dass er ähnlich dieser Variante von Möller & Breitscheid für dickere Stifte ausgelegt und da­her größer war.

Granate 1903–1908

(zum Vergrößern anklicken)

1908 bewarb ein französischer Warenkatalog von A.W. Faber auf Seite 232 (!) die „Gra­nate”, diesmal mit der Artikelnummer 4001.

Über den (oder die) Hersteller dieser Spitzer hat das Archiv von Faber-Castell keine Infor­mationen. – Bereits ein paar Mal bin ich auf die 1953 gegründete Fabrik für Feinmechanik und Elektrotechnik Hermann Mellert (heute: Mellert SLT GmbH & Co. KG) aufmerksam geworden. Dieses Unternehmen hat in den 1950er Jahren Messingspitzer gefertigt und könnte daher auch die (spätere) „Granate” hergestellt haben, doch leider gibt es im Unter­nehmen keine Dokumente zur Spitzerfertigung mehr.

Granate 1903–1908

Es fällt übrigens die bemerkenswerte Ähnlichkeit der beiden Abbildungen auf (man be­achte u. a. die Darstellung der Reflexionen auf Rändelschraube und Messer); ich gehe da­von aus, dass beiden Katalogeinträgen dieselbe Illustration zu Grunde lag.

Hier noch die Titel der zitierten Kataloge:

Granate 1903–1908

Granate 1903–1908

Danke an Faber-Castell für die Scans!

Minimalismus

Dienstag, 23. Juni 2015

Minimalismus

Minimalistisch: Eine nur 61 × 103 mm kleine und in meinen Augen grafisch sehr reizvolle Anzeige von A.W. Faber aus dem Jahr 1929.

A.W. Faber Ingenieur-Stifte

Freitag, 19. Dezember 2014

Über dieses Set mit zwölf kurzen Farbstiften, die eine recht harte, 4 mm dicke Mine haben, weiß ich nichts, und so gibt es nur Fotos.

A.W. Faber Ingenieur-Stifte

A.W. Faber Ingenieur-Stifte

A.W. Faber Ingenieur-Stifte

A.W. Faber Ingenieur-Stifte

A.W. Faber Ingenieur-Stifte

A.W. Faber Ingenieur-Stifte

Das Fabermännchen

Dienstag, 16. Dezember 2014

Bei einer Recherche bin ich kürzlich auf die Marke „Fabermännchen” von A.W. Faber-Castell gestoßen. Bleistifte mit diesem Namen kannte ich bereits, doch dass es sogar eine Figur dieses Namens gab, war mir neu.

Das Fabermännchen

Titel eines Faltblatts (1955)

Diese Werbefigur stammt von dem Grafiker und Karikaturisten Gerhard Brinkmann (1913– 1990, „G.Bri”), der dazu den Bergmann aus dem Wappen der Familien Faber und Faber-Castell entlehnt und dieses „Bergmännchen” zum „Fabermännchen” umgestaltet hat. In den 1950er Jahren warb der kleine Herr mit der spitzen Bleistiftnase für Schulbedarfsartikel von Faber-Castell und war auf Stundenplänen, Lesezeichen, Verpackungen und Aufstellern zu sehen.

Ich mag das pfiffige Kerlchen, das mit seiner Körpergröße, der Glatze und dem Laborkittel eher das Gegenteil eines Superhelden ist, aber dafür mit Humor und Fachwissen zu über­zeugen weiß. – In der Unternehmens- und Familiengeschichte „Since 1761″ ist das Faber­männchen bedauerlicherweise nicht vertreten.

Hier nun einige Auftritte des Fabermännchens aus den Jahren 1951 bis 1953.

Das Fabermännchen

Aufsteller (1952)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Aufsteller (1953, Ausschnitt)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Aufsteller (1953, Ausschnitt)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Aufsteller (1953, Ausschnitt)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Mein Favorit, auch wegen des Reims: Ein Lesezeichen aus dem Jahr 1951.

Das Fabermännchen

Vielen Dank an Faber-Castell für die Scans und die Details!

A.W. Faber Janus 7300

Freitag, 12. Dezember 2014

Unter der 1905 eingetragenen Wortmarke „Janus”1 führte A.W. Faber u. a. Blei- und Kopierstifte sowie Spitzer. Einer der Bleistifte war der 7300.

A.W. Faber Janus 7300

Die stabile Klappschachtel trägt den Namen des Herstellers, den Janus-Kopf, die Waage und die Wortmarke, die auch auf dem Bleistift in unkonventionellen Anführungszeichen eingeschlossen wurde.

A.W. Faber Janus 7300

A.W. Faber Janus 7300

Gestaltung und Ausführung der Klappschachtel sind recht aufwändig, wobei vor allem das Glänzen der goldenen Farbe auf dem Deckel und das Etikett im Innern auffallen.

A.W. Faber Janus 7300

Das Alter der Stifte und der Schachtel kenne ich noch nicht, doch ich schätze es auf 75 bis 80 Jahre.

A.W. Faber Janus 7300

Mit der Waage in zwei Varianten.

Die werkseitig ungespitzen Bleistifte mit offenem Ende und vergleichsweise scharfen Kan­ten sind gelborange lackiert und goldfarben gestempelt. Die Stempelung ist ordentlich, doch die Details des Janus-Kopfes gingen leider verloren2. Es fällt auf, dass der Janus 2B nicht nur heller, sondern auch ungleichmäßig lackiert und dünner bedruckt ist; zudem fehlt bei ihm die Waage.

A.W. Faber Janus 7300

Die Stifte lassen sich mit Hand- und Kurbelspitzer gut spitzen3, aber nicht im Janus 4048; in diesem brechen ihre Minen reproduzierbar ab. Die Schnittflächen des fein gemaserten Hol­zes (Zeder?) sind glatt und gleichmäßig. Bei den Minen zeigen sich weitere Unterschiede: Im Gegensatz zur Mine des HB ist die des 2B ziemlich grob und bruchempfindlicher; außer­dem gleitet sie nicht so gut und hat eine etwas unsaubere Abgabe. Erwartungsgemäß ist der Abstrich des 2B weniger wischfest, aber beide lassen sich gleichermaßen gut radieren4 und haben eine gute Schwärzung. – Ich halte es für möglich, dass die Bleistifte nicht gleich alt sind und nach unterschiedlichen Standards gefertigt wurden.

A.W. Faber Janus 7300

Hier der Janus 7300 HB mit dem Spitzer Janus 4046, der von 1935 bis Anfang der 1940er Jahre und nach dem Krieg bis 1965 erhältlich war; ihm folgte der Janus 40485.

Vielen Dank an Sola von pencilsandotherthings für die Bleistifte und die Schachtel!

  1. Genaugenommen „JANUS”, aber zur besseren Lesbarkeit wähle ich die gemischte Schreib­weise.
  2. Auch die Turnierritter auf dem aktuellen Faber-Castell 9000 finde ich für diese Drucktechnik zu komplex.
  3. Gestet mit dem Möbius+Ruppert 604 und dem CARL Decade DE-100.
  4. Getestet mit dem Hinodewashi Matomaru-kun und dem Pentel Ain Soft.
  5. Die Lücke zwischen den Artikelnummern des Janus 4046 und des 4048 füllte übrigens ein Set Ersatzmesser für den 4046 mit der Nummer 4047.

Balance Pencil

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Das von 1875 bis 1993, also 118 Jahre lang verwendete Warenzeichen „Waage” von A.W. Faber wurde auch im Ausland genutzt. Dazu ließ sich man sich 1928 die Wortmarke „Ba­lance” eintragen; die Markeneintragung im Ausland folgte 1931. Hier eine Banderole und ein Werbeetikett, die um 1930 entstanden sind und mir ausgemacht gut gefallen.

Balance Pencil

Balance Pencil

Danke an Sean für den Hinweis auf den „Balance Pencil” und an Faber-Castell für die Scans!

Die Waage

Freitag, 28. November 2014

Eines der bekanntesten Warenzeichen aus der Welt der Bleistifte ist die Waage, die viele Jahrzehnte die Produkte von A.W. Faber zierte und auch auf dem Bleistift Castell 9000 an­zutreffen war. Doch welche Geschichte hat sie?

Die Waage

Bleistift Castell 9000 (1983)

Die Waage war ursprünglich das Markenzeichen der Bleistiftfabrik J.W. Guttknecht in Stein bei Nürnberg, die 1907 von A.W. Faber übernommen wurde1.

J. W. Guttknecht

Firmengründer war Johann Andreas Guttknecht aus Frankfurt, der sich in Stein als Schrei­nermeister niederließ und 1769 erstmalig als Bleistiftmacher urkundlich erwähnt wurde. Im Jahr 1828 übernahm sein Sohn Johann Wilhelm Guttknecht die Firma und gab ihr seinen Namen. Er blieb Junggeselle und verkaufte er das Unternehmen 1865 an die Kaufleute Elßmann und Haase, doch diese hatten nicht viel Glück – 1893 war die Firma völlig ver­schuldet, und Haas beging im selben Jahr Selbstmord. Eigentümer waren anschließend die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank und danach die Kaufleute Jakob, Eckert und Betz; letzterer wurde 1899 Alleinbesitzer und verkaufte das Unternehmen 1907 an Ale­xander Graf von Faber-Castell und dessen Frau Ottilie2.

Die Waage

Titel des Warenkatalogs der Bleistiftfabrik J.W. Guttknecht (19073)

Unklar bleibt für mich, woher die Jahreszahl 1750 stammt. – Wie die Unterlagen im Deutschen Patent- und Markenamt in München belegen, wurde die Waage im Mai 1875 als Warenzeichen für zahlreiche Produkte4 von J.W. Guttknecht eingetragen.

Die Waage

Quelle: Nachweisung der im Deutschen Reiche gesetzlich geschützten Waarenzeichen, 1. Band5. –
Die Lücke in der Waage ist auch im Original.

Doch warum eine Waage? Welchen Bezug zum Handwerk des Bleistiftmachers hat sie? Ich weiß es nicht, habe aber eine Vermutung. Wie Dr. Gustav Schwanhäußer in seiner 1895 als Buch veröffentlichten Dissertation „Die Nürnberger Bleistiftindustrie und ihre Arbeiter in Vergangenheit und Gegenwart” schreibt, stand bis 1708 noch nicht fest, mit welchen Warenzeichen die Bleistiftmacher ihre Fabrikate versahen und versehen mussten. Abhilfe schaffte das Rugsamt, die damalige Handwerksaufsichtsbehörde, mit der Festlegung von zwölf Zeichen im selben Jahr.

Die Waage

Quelle: Dr. Gustav Schwanhäußer, Die Nürnberger Bleistiftindustrie und ihre Arbeiter
in Vergangenheit und Gegenwart. Schrag-Verlag, Nürnberg 1895.

Die beiden letzten Zeichen standen noch bis 1730 zur Verfügung der Schreiner, gingen aber im darauffolgenden Jahr in den Besitz der Bleistiftmacher über. Ich halte es für denk­bar, dass die damaligen Bleistiftmacher beliebige Zeichen ohne oder mit nur wenig Bezug zum Gewerbe genutzt haben und diese Praxis bis in das 19. Jahrhundert weiter bestand. – Den heute üblichen Markenschutz gab es damals noch nicht. Als die Produkte von A.W. Faber aufgrund ihres großen Erfolges imitiert wurden, reichte Lothar von Faber Anfang der 1870er Jahre eine Petition zum Schutz des Markenartikels beim Deutschen Reichstag ein. Diese führte dazu, dass 1875 ein Gesetz zum Markenschutz in Kraft trat6; aus diesem ent­stand unserer heutiger Markenschutz.

Wie die Registerauskunft des DPMA informiert, ließ sich A.W. Faber die Waage im April 1914 als Bildmarke eintragen.

Die Waage

Wann genau und auf welchem Produkt A.W. Faber sie zum ersten Mal genutzt hat, konnte ich allerdings noch nicht herausfinden.

Die Waage

Banderole der Polygrade Lead Pencils 1205 № 17

Ich finde es bemerkenswert, wie viele Varianten der Waage es über die Jahrzehnte gab. Waren die Änderungen beabsichtigt? Wenn ja, lassen sich mit ihrer Hilfe Produkte datie­ren? Oder ging man damals einfach lockerer damit um und achtete nicht immer auf eine einheitliche Gestaltung?

Die Waage

Briefpapier (1932)

Sicher machte auch die verwendete Drucktechnik Abwandlungen nötig, denn es lassen sich z. B. auf Briefpapier feine Details besser wiedergeben als im Prägedruck. – Hier noch ein paar Varianten der Waage aus meinem Fundus.

Die Waage

Verlängerer 45187

Die Waage

Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673 (1930er oder 1940er Jahre3)

Die Waage

Blauer Farbstift „Faber 6″ 2671 (1935–19403)

Die Gestaltung der Schalen und den abgesetzten Punkt auf dem Karton des blauen Farb­stifts 2671 finde ich sehr ungewöhnlich.

Die Waage

Prägung auf dem Titel der Firmenmonografie zur A.W. Faber Bleistiftfabrik (1934)

Die Waage

Bleiminen 2577 für Klemmstifte 25417

Wie der folgende Ausschnitt zeigt, waren zuweilen verschiedene Varianten nebeneinander zu sehen.

Die Waage

Aus dem Warenkatalog von 19613

Weitere bekannte Marken von A.W. Faber-Castell waren die Wortmarke „Castell” (1906, der spätere Namensteil), die Kombination mit stilisierter Burg (1906) und das querliegende Oval mit dem Wappen (1950). Die beiden mit Bleistiften kämpfenden Ritter wurden 1906 als Schutzmarke eingeführt8.

Die Waage

Blechdose Castell 9000 (vermutl. späte 1980er oder frühe 1990er Jahre)

Bei der Neuausrichtung des Unternehmens im Jahr 1993 trennte sich Faber-Castell von der Waage, die 118 Jahre lang nicht nur auf Bleistiften zu sehen war. Sie ist jedoch immer noch auf die Faber-Castell AG eingetragen.

Danke an Faber-Castell für den Scan des Guttknecht-Katalogtitels und das DPMA für den Scan des Warenzeicheneintrags aus dem Jahr 1875!

Nachtrag vom 2.7.15:

Die Waage

Von einer Banderole grüner Farbstifte

Die Waage

Von einer Banderole Goldfaber-Bleistifte

Die freischwebenden Waagschalen haben etwas, finde ich.

  1. Bis in die 1940er Jahre vertrieb A.W. Faber-Castell die billigen Bleistiftsorten unter dem Namen J.W. Guttknecht.
  2. Quelle: Gerhard Hirschmann, Stein bei Nürnberg – Geschichte eines Industrieortes. Franken­verlag Lorenz Spindler, Nürnberg 1962.
  3. Jahresangabe von Faber-Castell.
  4. Die Bedeutung des Begriffs „Farbkrene” in diesem Eintrag kenne ich nicht.
  5. Herausgegeben im Auftrag des Reichsamts des Innern. Aufgeführt werden Warenzeichen bis Ende 1886. – Ja, „Waarenzeichen”.
  6. Man beachte den Begriff „Schutz-Marke” unter der im selben Jahr eingetragenen Waage von Guttknecht.
  7. Das Alter kenne ich nicht.
  8. Quelle: „Faber-Castell since 1761″.
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