Archiv des Stichworts „Brevillier Urban & Sachs”

Bleistifthölzer

Samstag, 9. Mai 2015

Wenn im Zusammenhang mit Bleistiften von Zeder gesprochen wird, so ist damit meist die Kalifornische Bleistiftzeder (auch Weihrauch-Zeder, Calocedrus decurrens, engl. incense cedar) gemeint, die vor etwa 100 Jahren die Virginische Bleistiftzeder (Juniperus virginiana, engl. red cedar) abgelöst hat. Die Kalifornische Bleistiftzeder muss imprägniert werden, um die gewünschten Eigenschaften zu erhalten, und wird dabei auch manchmal rot gefärbt, damit sie der Virginischen Bleistiftzeder ähnlich sieht. Als Ersatz kamen und kommen jedoch immer wieder andere Hölzer zum Einsatz; hier die meines Wissens zurzeit am häufigsten genutzten.

Bleistifthölzer

(zum Vergrößern anklicken)

Im Bild:

Erhard Sattmann nennt in „Vom Faustkeil zum Bleistift” (1953) zudem Espe, Pappel, Ahorn sowie Föhre, und Henry Petroski erwähnt in „Der Bleistift” (1995) die brasilianische Pinie, die dort von Faber-Castell angebaut wird. Auch Erle hat man früher eingesetzt, doch die ist sehr hart und lässt sich nur schwer spitzen.

Einen Blick auf die Geschichte der Zeder als Bleistiftholz gibt es im zweiten Teil, und „Von der Linde zum Bleistift” berichtet von einem Projekt um die Linde als Bleistiftholz.

Kurz notiert

Mittwoch, 8. April 2015
  • Ein sehr ungewöhnlicher Spitzer ist der Tsunago von Nakajima Jukyudo1, denn er dient auch der Verlängerung von Bleistiftstummeln. – Danke an Andreas Weinberger und Viola Voß für den Hinweis!
  • In meinen Augen pfiffig und geschmackvoll ist der Pencil Shaving Desk Tidy, ein Kick­starter-Projekt von Clive Roddy. – Danke an boomerang für den Hinweis!
  • Nicht mehr neu, aber immer noch schön anzuschauen ist das historische Reklame- und Verpackungsmaterial unter „Pencil Points”.
  • Brevillier Urban & Sachs in Österreich wirbt damit, dass der Öko-Schulstift von JOLLY aus heimischer Weymouth-Kiefer gefertigt wird, und ein Fachhändler in meiner Nähe konnte von einem Vertriebsmitarbeiter erfahren, dass das Holz aus dem Odenwald kommt. Ich habe dabei gleich an das Sägewerk Monnheimer in Grasellenbach gedacht und Brevillier Urban & Sachs darauf angesprochen, aber leider keine Antwort bekom­men. Es wäre zwar schön gewesen, mal einen Bleistift mit lokalem Bezug zu nutzen, doch angesichts der leider schlechten Mine des Öko-Schulstifts verzichte ich gerne darauf.
  • Apropos Qualität: Auch auf die Gefahr, ein Querulant zu sein, habe ich Caran d'Ache auf die Qualitätsmängel der GRAFIK-Bleistifte angesprochen. Leider blieb diese Anfrage ebenfalls ohne Reaktion.
  1. Wer sich auf der Website von Nakajima Jukyudo umschaut und die bestimmt nicht ohne Grund unscharfen Fotos in der Rubrik „OEM” betrachtet, findet u. a. einen Spitzer, der dem Kutsuwa T’GAAL bemerkenswert ähnlich sieht.

Markiges Marketing (14)

Montag, 7. Dezember 2009

Bleistifte von Brevillier & Urban

Als gut bestückten Fahnenmast weit über den Globus hinausragen ließ Brevillier & Urban einen klassisch-gelben Bleistift und stellte ihn auf dieser gut 90 Jahre alten und 45 × 30 mm großen Reklamemarke aus der Vogelperspektive dar. Ein farbenfrohes und in meinen Augen grafisch reizvolles Stück Gebrauchsgrafik!

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Markiges Marketing (12)

Mittwoch, 18. November 2009

Bleistifte von Brevillier & Urban

Dem österreichischen Bleistifthersteller Brevillier & Urban einen modern-schlichten Auftritt verschaffte diese 30 × 45 mm große und durch wenige, stark kontrastierende Farben sowie klare Linien geprägte Reklamemarke, in deren Mittelpunkt ein großer, gelber Bleistift – offenbar schon damals ein Archetyp – steht. Die an den Jugendstil erinnernde Schrift könnte auf ein Alter der Marke von vielleicht 100 Jahren und die Adresse „Wien VI. Schraubenhof” auf die 1823 durch Carl Wilhelm von Brevillier gegründete Schraubenfabrik hindeuten. – Mehr zur Geschichte des Unternehmen gibt es hier.

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Markiges Marketing (8)

Donnerstag, 24. September 2009

„Cullinan”-Bleistifte von Brevillier & Urban

Vom Betrachter ab- und einem gelben Bleistift zugewandt zeigt der reife, untersetzte Herr mit Brille, gerötetem Gesicht und vornehmer, auf die Stifte in seiner Brusttasche farblich abgestimmter Kleidung deutlich seine Prioritäten: Sein Kennerblick durch die runden Gläser gilt nur dem Cullinan-Bleistift von Brevillier & Urban, den er jedem anderen vorzieht.

Die österreichische Schreibwarenfabrik Brevillier & Urban (heute Brevillier Urban & Sachs GmbH & Co. KG, Wien) entstand im Jahr 1925, als die 1800 von Ignaz Urban eröffnete Schmiede und die 1823 durch Carl Wilhelm von Brevillier gegründete Schraubenfabrik die ehemaligen Zeus-Werke in Graz übernahmen. 1983 kam Brevillier-Urban in die Kirchdorfer-Gruppe, die 2006 die Kirchdorfer Schreibwarenholding mit Brevillier-Urban sowie deren Toch­terfirmen Jolly Arts & Crafts (China) und HemusMark (Bulgarien) gründete; 2007 erwarb Koh-I-Noor den Mehrheitsanteil an letzterer. Die bekannteste Marke von Brevillier-Urban, „Jolly” aus dem Jahr 1965, ist seit 2007 Teil von Imarco, zu der auch die Heinrich Sachs KG, die Österreichische Kuvertindustrie und Cretacolor gehören. Brevillier Urban & Sachs fertigt in Graz und Hirm.

Wann es den Bleistift gab, für den diese 34 × 37 mm große Reklamemarke geworben hat, weiß ich nicht. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist vielleicht noch, dass der größte jemals gefundene Rohdiamant „Cullinan” hieß. War Entscheidung des Herstellers, seine Bleistifte nach diesem zu benennen, vielleicht eine Reaktion auf L. & C. Hardtmuth, deren Produkte den Namen des bekanntesten Diamanten „Koh-I-Noor” trugen?

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