Archiv des Stichworts „Dahle”

Zeitzeuge

Donnerstag, 26. November 2009

Hundertprozentig sicher bin ich mir nicht, doch es sieht so aus, als trage dieser Dosenpitzer von Dahle Spuren der deutschen Wiedervereinigung, die sich kürzlich zum 20. Mal jährte.

Dosenpitzer Dahle 53463

Der genaue Blick auf den Boden des transparenten Teils zeigt eine kleine Auffälligkeit bei der in die Spritzgussform eingebrachten Angabe des Herkunftslandes:

Dosenpitzer Dahle 53463 (Unterseite)

Ich vermute, dass man den West-Teil des Schriftzugs (”W”) aus dem Werkzeug entfernt hat und daher an dieser Stelle nur noch ein flaches Quadrat sieht (und somit die alte Form im vereinten Land weiterbenutzen kann). – Der Spitzer selbst ist ist übrigens sehr gut und mit 0,26 mm auch recht sparsam.

Dahle 133

Freitag, 8. Mai 2009

Die meisten auf dem Markt erhältlichen manuellen Spitzmaschinen packen den Stift mit blanken, manchmal sogar gezackten Metallbacken und hinterlassen dabei unschöne Spuren am Schaft; selbst die sehr teuren Maschinen von El Casco greifen so zu (wenn auch mit geringeren, aber noch gut sichtbaren Schäden). Eine löbliche Ausnahme sind die beiden Geräte von Carl, deren Klemmungen mit Gummiauflagen versehen sind und den Stift daher nicht beschädigen. Sie eigen sich jedoch nur für Stifte mit einem Durchmesser von maximal 8 Millimetern und sind hierzulande leider nicht erhältlich.

Dahle 133

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Bisher entgangen war mir die Dahle 133, auf die mich kürzlich Pencil Anna hinwies. Diese Maschine verfügt über (so der Hersteller) „stift-schonende Soft-Klemmbacken”, hält den Stift also ebenfalls gummigepolstert. Sie spitzt Blei- und Farbstifte mit einem Durchmesser von bis zu 11,5 Millimetern (!), erlaubt die stufenlose Verstellung der Spitzenform, bietet einen automatischen Spitzstopp und kommt mit einer Tischzwinge. Mit den Geräten von Carl teilt sie eine Besonderheit: Die Stiftaufnahme wird beim Herausziehen arretiert und beim Beginn des Spitzvorgangs automatisch entriegelt, was die Handhabung vereinfacht.

Dahle 133

STABILO GREENgraph, Eberhard Faber Tricki Dicki, Caran d'Ache Grafwood, LYRA Super FERBY DUO, STAEDTLER Noris 120, LYRA Super FERBY Graphit, LYRA Schreiblernstift, ITO-YA-Bleistift

Die Verarbeitung der insgesamt etwas klapprig, aber nicht unzuverlässig wirkenden Dahle 133 steht hinter der des gut doppelt so teuren Carl Decade DE-100 zurück; zudem ist der Spänebehälter ziemlich klein. Trotz dieser kleinen Schwächen und dem nicht sonderlich peppigen Design halte ich die Dahle 133 jedoch für eine durchaus empfehlenswerte und mit knapp 5 Euro obendrein günstige Maschine, die ihren Zweck sehr gut erfüllt.

Nachtrag vom 11.5.09: Bei der Dahle 133 handelt es sich um ein Importmodell, das in gleicher Bauform, aber anderen und für mich wesentlich attraktiveren Farbgebungen auch von Möbius+Ruppert unter den Artikel-Nummern 0981 0000 (rot/schwarz) und 0981 0090 (schwarz) vertrieben wird.

M+R 0981 0000

Zum Lieferumfang dieser Spitzmaschinen gehört ein kleines Faltblatt, das ungewöhnlich detailreich informiert (zum Vergrößern anklicken):

Faltblatt zur M+R 0981 0000

Faltblatt zur M+R 0981 0000

Faltblatt zur M+R 0981 0000

Danke an Möbius+Ruppert für die freundliche Genehmigung zur Reproduktion des Faltblatts!

Nachtrag vom 13.5.09: Mir ist aufgefallen, dass die vier schwarzen Gummifüße sowohl der Dahle 133 als auch der M+R 0981 auf hellem Untergrund Spuren hinterlassen; wer da empfindlich ist, sollte die Füße, die sich leicht lösen lassen, durch Filzgleiter ersetzen.

Nachtrag vom 10.6.09: Heute hatte ich zum wiederholten Mal das Problem, dass die Dahle 133 plötzlich nicht mehr axialsymmetrisch spitzen wollte, wobei die Abweichung vom Ideal sehr deutlich auffiel; mich würde nicht überraschen, wenn das doch recht große vertikale Spiel zwischen Klemmung und Gehäuse dafür verantwortlich wäre. Das Drehen des Bleistiftes in der Klemmung hat dabei so wenig geholfen wie das Abbrechen der Spitze und das anschließende neue Anspitzen; erst ein paar Umdrehungen im Carl Decade DE-100 konnten das Problem lösen.

Spitzer spitzen (2)

Dienstag, 9. September 2008

Als Liebhaber des langen Konus und Jäger der spitzeren Spitze habe ich mich sehr über den Gehäusespitzer von Tombow gefreut, mit dem mich kürzlich Stephen von pencil talk überrascht hat.

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Der Tombow-Spitzer trägt auf der Rückseite die Kennzeichnungen „SM-200WN” sowie „MADE IN JAPAN”, wobei die Zahl „200″ eingerahmt ist und damit an die in Japan wohl übliche Preisangabe erinnert. Er misst 42 × 32 × 24 Millimeter, wiegt 11 Gramm und liegt gut in der Hand; die Klingen schneiden sehr sauber und der Deckel schließt zuverlässig. Die Form des Spitzers ist ungewöhnlich, erinnern seine Seiten doch an ein Parallelogramm.

Beschriftung auf dem Deckel des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Beschriftung auf dem Deckel des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Ich kann leider nicht den ganzen Text auf dem Deckel des Spitzers lesen – lediglich えんぴつ (enpitsu), Bleistift –, vermute aber, dass er sich auf den Einsatz der zwei verschiedenen Spitzkonen bezieht. Dank dieser ist er für Blei- und Farbstifte gleichermaßen geeignet, wobei man die bruchempfindlicheren Minen der Farb- und der sehr weichen Bleistifte zweckmäßigerweise mit der kürzeren Klinge in Form bringt.

Die beiden Spitzkonen des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Die beiden Spitzkonen des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (Rasterweite 5 mm)

Das Maß aller Langkonus-Dinge sind für mich die „Long Point”-Spitzer des fränkischen Herstellers KUM, ganz besonders das Modell 400 (”Metal Stenograph”).

KUM Long Point 400, Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

KUM Long Point 400 (intensiv genutzt), Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Eine Gegenüberstellung zeigt deutlich, dass der Gehäusespitzer von Tombow fast an den KUM Long Point 400 herankommt:

Spitzkonen des KUM Long Point 400 (links) und des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (rechts)

Spitzkonen des KUM Long Point 400 (links) und des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (rechts)

Auch im Vergleich mit anderen wie z. B. der Elektro-Spitzmaschine Dahle 230 oder dem hervorragenden Tisch-Spitzer Carl Decade DE-100 schneidet das Modell von Tombow sehr gut ab.

Spitzkonen (von links nach rechts): Tombow-Gehäusespitzer, KUM Long Point 400, Dahle 230, Carl Decade DE-100

Spitzkonen (von links nach rechts): Tombow-Gehäusespitzer, KUM Long Point 400, Dahle 230,
Carl Decade DE-100 (man beachte das außergewöhnlich axialsymmetrische und leicht konkave Spitzergebnis des letzteren)

Ich konnte nicht herausfinden, ob dieser Spitzer oder Ersatzklingen für ihn noch erhältlich ist, und bin daher für sachdienliche Hinweise sehr dankbar.

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow
(hier deutlich zu sehen: die parallelogrammförmigen Seiten)

Vielen Dank an Stephen von pencil talk für den Tombow-Spitzer sowie an isu von the uncomfortable chair, der diesen Spitzer fast zeitgleich zu mir auf die Reise geschickt hat, doch dieses Exemplar ist bedauerlicherweise unterwegs verlorengegangen.

Nachtrag: Der Tombow-Katalog 2008 führt diesen Spitzer mit der Artikelbezeichnung KSA-121 in der Rubrik „Children's Stationery & Character” auf; erhältlich ist er in vier Farben (schwarz, blau rot und im hier gezeigten rosa) für jeweils 210 Yen. – いろ (iro) steht hier für „Farbe”, und so ist der rechte Spitzkonus tatsächlich für Farbstifte gedacht.

Nachtrag vom 21.4.09: Eine Alternative zum hierzulande nicht erhältlichen KSA-121 ist der Doppelspitzer von „PAPER and more”.

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Speziell spitzen

Montag, 30. Juni 2008

Selbst spitzer Spitzende möchten es hin und wieder etwas weniger spitz, so z. B. bei bruchgefährdeten Farb- oder sehr weichen Bleistiften, deren empfindlichere Minen einen stumpfen Spitzkonus mit deutlich höherer Druckstabilität belohnen. Dieses nachvollziehbare Bedürfnis aus der täglichen Praxis, manchmal nicht ganz so spitz zu spitzen, erfüllt der Fünf­fach-Behälterspitzer T'GAAL des japanischen Herstellers Kutsuwa auf besondere Weise.

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T'GAAL

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T'GAAL

Dieser spezielle Spitzer für Stifte mit einem Standarddurchmesser von 8 Millimetern bietet die Möglichkeit, den Anstellwinkel der Klinge und damit den Winkel des Spitzkonus in fünf Stufen zu variieren. Dazu drückt der erste auf der Rückseite des Einstellrades angebrachte Exzenter auf die federnd gelagerte Klinge; ein zweiter verschließt in der sechsten Position („Close”) die Öffnung für den Stift.

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T'GAAL

Hier gut zu sehen: Die beiden Exzenter auf der Rückseite des Einstellrades und die Lagerung der Klinge

Wirkt der 25 Gramm leichte und 65 × 50 × 28 Millimeter große Spitzer aufgrund seiner Ausführung aus Kunststoff zunächst etwas billig, so überrascht er beim Gebrauch: Die sehr scharfe Klinge schneidet Holz und Mine des im Test verwendeten STAEDTLER Mars Lumograph 100 B sauber, und das Einstellrad bleibt in der gewählten Position. – Woher jedoch die leichten Eindrehungen an den Spitzen bei den Stufen 3 bis 5 kommen, konnte ich leider nicht herausfinden.

Die fünf Spitzkonen des Kutsuwa T'GAAL

Die fünf Spitzkonen des Kutsuwa T'GAAL (links: 1, rechts: 5; Rasterweite: 5 mm)

Wie der Vergleich zeigt, unterscheiden sich die Konen des T’GAAL bei Stufe 5 und des KUM Long Point deutlich – was die Länge des Konus angeht, so hat letzterer die Nase Spitze immer noch ganz vorne, dicht gefolgt vom Elektrospitzer Dahle 0230.

Die Spitzkonen im Vergleich (von links): Kutsuwa T’GAAL (Stufe 5), KUM Long Point, Dahle 0230

Die Spitzkonen im Vergleich (von links): Kutsuwa T'GAAL (Stufe 5), KUM Long Point, Dahle 0230

Der Verschluss schließt die Öffnung für den Stift recht gut, auch wenn er trotzdem noch ein wenig Graphitstaub ausdringen lässt. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn der Deckel des Behälters etwas fester säße und die Gefahr des versehentlichen Entleerens dadurch geringer wäre.

Die Verpackung des Kutsuwa T'GAAL (Vorderseite)    Die Verpackung des Kutsuwa T'GAAL (Rückseite)

Verpackung des Kutsuwa T'GAAL (zum Vergrößern anklicken)

Zur Haltbarkeit dieses Spitzers kann ich noch nichts sagen, da ich ihn erst seit ein paar Tagen habe; ich hoffe jedoch, dass die Klinge recht lange scharf bleibt, da ich bis jetzt keinen Anbieter für Ersatzklingen kenne. Trotz der kleinen Schwächen halte ich den T'GAAL für sehr empfehlenswert, weiß ich doch von keinem anderen Spitzer mit dieser ungewöhnlichen und praktischen Funktion. – Der T'GAAL ist bei Bundoki in grau, blau und rosa für 525 Yen (knapp 3,20 Euro) erhältlich.

Vielen Dank an isu von the uncomfortable chair für den Kutsuwa T'GAAL!

Nachtrag: Bundoki bietet einen exzellenten Service und verschickt weltweit; der Be­stellvorgang ist hier beschrieben.

Spitzer spitzen

Dienstag, 13. Mai 2008

Als mir vor recht langer Zeit in alten US-amerikanischen Spielfilmen Bleistifte aufgefallen sind, die spitzer angespitzt waren als unsere einheimischen, habe ich mich nach dem dafür notwendigen Utensil umgesehen. Dies war jedoch kein ganz leichtes Unterfangen, denn als Reaktion auf meinen Wunsch „Ich hätte gerne einen Spitzer, der spitzer spitzt als andere Spitzer” hatte ich Fragen wie „Möchten sie ein Glas Wasser?” oder „Soll ich einen Arzt rufen?” befürchtet, aber glücklicherweise blieb mir derartiges erspart.

Bei meiner Suche habe ich mich auch direkt an KUM gewandt, einen in Franken ansässigen Hersteller, der im nächsten Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert. Dort hatte man ein offenes Ohr für mich, und kaum hatte ich mein Anliegen nebst einer eingescannten Skizze per E-Mail vorgebracht, wurde mir auch schon geholfen. So zählen nun schon seit einigen Jahren die Lang-Konus-Spitzer von KUM zu meinen Favoriten, ganz besonders das Modell 400 aus einer Magnesiumlegierung. Letzteres möchte ich hier kurz vorstellen.

Lang-Konus-Spitzer 202 und 400 von KUM

Lang-Konus-Spitzer von KUM
Links: Modell 202 („Stenograph”), 1998; rechts: Modell 400 („Metal Stenograph”), 2007

Der in Deutschland hergestellte und mit 9 g vergleichsweise leichte Metall-Spitzer, der sich durch seine sog. „Bettstattform” sehr gut halten lässt, misst 41 × 15 × 17 mm und ist für Bleistifte mit einem Standard-Durchmesser von 8 mm ausgelegt. Sein auffälligstes Merkmal ist die große Klinge aus gehärtetem Stahl, die fast 20% länger ist als z. B. die des klassisch-keilförmigen und ebenso hochwertigen M+R 0600 aus Messing (das muss sie auch sein, ist doch die Schnittfläche bei einem kleineren Winkel in der Spitze größer).

KUM Long Point 400 (links) und M+R 0600 (rechts)

KUM Long Point 400 (links) und M+R 0600 (rechts)

Die Unterschiede der resultierenden Spitzenformen sind deutlich sichtbar. – Zur Ehren­rettung des M+R 0600 muss ich an dieser Stelle sagen, dass die Klinge meines Stücks nicht mehr ganz scharf ist und die Schnittfläche daher rauher ausfiel; ein neues Exemplar spitzt selbstverständlich besser.

Spitzergebnis des M+R 0600 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Spitzergebnis des M+R 0600 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Der KUM 400 sorgt für eine 23 mm lange Spitze (M+R 0600: 17 mm), wobei etwa 5 mm der Graphitkerns freigelegt werden (M+R 0600: 3 mm). Daher unterscheidet sich auch der Spitzabfall: Während die Dicken der Abfälle nahezu gleich sind, nimmt der Land-Konus-Spitzer aufgrund der größeren Schnittfläche mehr Holz weg.

Spitzabfälle des KUM Long Point 400 (links) und des M+R 0600 (rechts) vom Tombow Mono J

Spitzabfälle des KUM Long Point 400 (links) und des M+R 0600 (rechts) vom Tombow Mono J

Eine Spitze mit vergleichbarer Geometrie formt die Elektro-Spitzmaschine Dahle 230, doch da diese mit einem Fräser arbeitet, ist die Holzfläche etwas glatter und der Übergang vom Holz zur Mine sauberer.

Spitzergebnis des Dahle 230 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Spitzergebnis des Dahle 230 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Der KUM Long Point 400 aus Magnesium kostet etwa einen Euro und ist für Bleistifte der Handspitzer meiner Wahl. – Ein Dreierpack Ersatzklingen wird für gut zwei Euro angeboten.

KUM Long Point 202, ursprüngliches Modell (Herstellungsjahr unbekannt)

KUM Long Point 202, ursprüngliches Modell (Herstellungsjahr unbekannt)

Obiges Bild zeigt das (soweit ich informiert bin) ursprüngliche Modell des KUM Long Point 202. Ich habe ihn um 1998 herum bekommen, vermute jedoch, dass er deutlich älter ist. Kann meine geschätzte Leserschaft etwas zum Alter dieses Exemplars sagen?

Nachtrag vom 30.6.08: Wer nicht immer, sondern nur manchmal spitzer spitzen möchte, findet in diesem speziellen Spitzer vielleicht eine Alternative zum KUM Long Point.

Nachtrag vom 22.2.14: Der 400-5L, wie der Magnesiumspitzer korrekt heißt, wurde überarbeitet.

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