Archiv des Stichworts „Druckbleistifte”

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Pentel orenz

Donnerstag, 24. April 2014

Mit dem orenz1 hat Pentel Japan seit Mitte Januar2 wieder einen 0,2-mm-Druckbleistift im Sortiment.

Pentel orenz

0,2 Millimeter? Bricht da nicht die Mine beim geringsten Schreibdruck ab? Nein, denn im orenz wird die Mine durch ein Führungsröhrchen geschützt, das beim Schreiben nachgibt und in den Stift hineingleitet („lead support system”, wie es auf dem Schaft heißt und durch die Gestaltung des „o” im Produktnamen symbolisch dargestellt wird).

Pentel orenz

Mit einem STAEDTLER Mars Lumograph 100

Im Gegensatz zu anderen Druckbleistiften (und der Darstellung im obigen Bild) darf die Mi­ne des orenz während des Gebrauchs nicht aus dem Führungsröhrchen herausragen, son­dern muss bündig mit ihm abschließen. Ist die Mine heruntergeschrieben und das Röhrchen nahe an oder gar in der Spitze, schiebt ein einziger Druck auf das andere Ende des Stifts Mine und Röhrchen wieder heraus.

Pentel orenz

Die Illustrationen auf dem Beileger3 der Blisterverpackung verdeutlichen dies auch denen, die – so wie ich – kein Japanisch können (lediglich ノック 1回だけ, wörtlich „drücken einmal nur”, unten rechts, erschließt sich den Sprachunkundigen nicht)4. Der Vorteil der so vor Bruch geschützten Mine wird allerdings mit dem Nachteil erkauft, dass das Minenführungs­röhrchen beim Schreiben ständig auf dem Papier gleitet. Durch die Verrundung der Röhrchenkante ist die Reibung jedoch – wie ich finde – vertretbar, erst recht auf glattem Beschreibmaterial und bei leichtem Anpressdruck.

Pentel orenz

Der 145 mm lange und gut 10 g leichte orenz hat eine etwa 45 lange Griffzone, deren Durchmesser sich von 8,5 auf 7,5 mm verringert. Mir gefällt, dass die Eindrehungen in der Griffzone mit denen in der Spitze korrespondieren und die Spitze mal keine geraden, sondern geschwungene Konturen hat. Der Clip sitzt verdrehsicher und ist abnehmbar; einen Härtegradindikator gibt es nicht. Alle Teile sind sauber und passgenau verarbeitet. – Zusätzlich zum Radierer unter der Kappe war ein zweiter in einem kleinen Beutel mit einem Hinweis außen an der Verpackung angebracht. Dieser hat einen dünnen Draht zum Reini­gen der metallenen, dreiteiligen Zwinge und des Minenführungsröhrchen; die in Form eines vierblättrigen Kleeblatts verdrehte Stelle soll vermutlich die Handhabung erleichtern5.

Pentel orenz

Im Vergleich zum Ende der 1970er Jahre eingeführten und inzwischen nicht mehr erhältli­chen Pentel PG2-AD6 zeigen sich vor allem beim Minenführungsröhrchen deutliche Unter­schiede7. Während es beim PG2-AD 4 mm herausschaut und nur 2 mm nachgibt, also nie ganz verschwindet, so geht das 3 mm lange des orenz vollständig in die Spitze zurück. Damit kann man mit dem orenz länger schreiben, ohne erneut drücken zu müssen; zudem macht es ihn hemdtaschenfreundlich. Beide Röhrchen haben einen Außendurchmesser von 6 mm, doch das des orenz hat stärker verrundete Kanten, die es leichter gleiten lassen.

Pentel orenz

PG2-AD und orenz mit ausgefahrenem …

Pentel orenz

… und eingefahrenem Minenführungsröhrchen

Der Pentel orenz ist in fünf Schaftfarben erhältlich, hat die Artikelnummer PP502 und kos­tet in Japan 500 Yen (gut 3,50 Euro).

Pentel orenz

Zusammen mit dem orenz hat Pentel auch passende Minen aus der Reihe Ain STEIN in den Härtegraden HB und B auf den Markt gebracht8. Ein Döschen mit zehn 60 mm langen Minen wird in Japan für 200 Yen (etwa 1,40 Euro) angeboten.

Pentel orenz

Der zurzeit einzigartige Pentel orenz ist ein verbesserter Nachfolger des PG2-AD und eine interessante Bereicherung der Druckbleistiftwelt. Er bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und einen hohen Gebrauchswert; ich hoffe, dass dieser Stift und die dazugehö­rigen Minen auch in das Sortiment von Pentel Deutschland aufgenommen werden.

Vielen Dank an isu von the uncomfortable chair für den Pentel orenz und die Minen!

  1. Ich wüsste ja zu gerne, wie man auf diesen Namen gekommen ist.
  2. Auch im Pentel-Blog wurde er vorgestellt.
  3. Weitere Erklärungen gibt es beim Pentel Customer Service.
  4. In der obersten Abbildung gibt es ein interessantes Detail. Während wir und viele andere Teile der westlichen Welt den Haken (✓) für „OK” oder „Ja” und das Kreuz (✗) für „Nicht OK” oder „Nein” verwenden, benutzt man in Japan den Kreis (◯) für „OK” und nicht nur (wie hier) das Kreuz (✗), sondern zuweilen auch den Haken (✓) für „Nicht OK”. Letzterer wäre auf Produk­ten, die exportiert werden, natürlich ungünstig.
  5. Auch dabei hilft der Pentel Customer Service.
  6. Mit dem Pentel PS1042 gab es mindestens noch einen weiteren Druckbleistift für 0,2-mm-Minen. – Die Schrift des Patents „Mechanical pencil for fine leads” (1971) zum gleitenden Minenführungsröhrchen gibt es bei Espacenet.
  7. Der PG2-AD hatte außerdem einen Härtegradindikator und einen abnehmbaren Clip.
  8. Wenn ich richtig informiert bin, gab es zu Zeiten des PG2-AD nur HB-Minen.

Sonderanfertigung

Dienstag, 15. April 2014

Fachmann im Umbau von Fallminen- und Druckbleistiften ist isu von the uncomfortable chair, und so dachte ich sofort an ihn, als ich mein Wunschmodell, einen Druckbleistift mit Holzschaft und 0,4-mm-Mine, nicht im Handel finden konnte.

Sonderanfertigung

Von links: Pilot S20 (0,3 mm), Pilot S10 (0,4 mm)

Er schlug vor, die Zwinge eines Pilot S20 (0,3 mm) etwas zu weiten und dessen Spitze und Drücker gegen die entsprechenden und erfreulicherweise kompatiblen Teile des Pilot S10 (0,4 mm) auszutauschen. Da mir die Form und das Holz1 des roten S20 sehr gut ge­fallen, habe ich isus Vorschlag ebenso gerne angenommen wie sein Angebot, mir diese Stif­te in Japan zu beschaffen.

Sonderanfertigung

Spitzen und Drücker entfernt

Einen 0,4 mm dünnen Bohrer hatte ich bereits, und als die beiden Stifte am vergangenen Wochenende eintrafen, konnte es losgehen. – Tipp: Lässt sich die Spitze nicht mit der bloßen Hand abschrauben, kann ein Stück Fahrradschlauch helfen, sie besser zu greifen.

Sonderanfertigung

Weiten der Zwinge des S20

Beim Weiten der Zwinge muss man aufpassen, dass man nicht zu großzügig vorgeht, denn sonst wird die 0,4-mm-Mine nicht mehr gehalten.

Sonderanfertigung

Rechts die unbearbeitete 0,3-mm-Zwinge des S20 mit einer 0,4-mm-Mine

Hier sieht man beide Zwingen mit einer 0,4-mm-Mine: Links die des S10 (0,4 mm) und rechts die noch unbearbeitete des S20 (0,3 mm). Doch warum muss man die Zwinge überhaupt weiten? Nun, wenn die für 0,3 mm ausgelegte Zwinge eine 0,4 mm dicke Mine greift, schließt sie beim Loslassen des Drückers früher und schaut weiter aus dem Klemm­ring heraus. Dies aber reduziert den Hub und damit den Minenvorschub auf ein unprak­tisches Maß2.

Sonderanfertigung

Die bearbeitete Zwinge des S20 geht schon etwas weiter in den Klemmring hinein

Es empfiehlt sich, die Zwinge so zu weiten, dass sie im geschlossenen Zustand mit Mine etwa so tief im Klemmring sitzt wie die des S10, aber die Mine noch zuverlässig hält (die Zwinge im obigen Bild geht bereits weiter in den Ring hinein als vor der Bearbeitung, aber noch nicht weit genug). Wer ganz sicher gehen will, setzt die Teile zwischendurch probe­weise zusammen und testet kurz.

Sonderanfertigung

Ein besonderer S20

Ist die richtige Weitung erreicht, montiert man Spitze und Drücker des S10. Fertig!

Sonderanfertigung

Der S20 an der Lederhülle des Hobonichi Techo

Und wozu der Aufwand? Zum einen habe ich festgestellt, dass bei meiner Schriftgröße der Minendurchmesser von 0,4 mm sehr gut zum 4-mm-Raster des Hobonichi Techo passt, und zum anderen wollte ich einen Schaft, der mehr mit der Lederhülle harmoniert als einer aus Metall oder Kunststoff. – Übrigens habe ich mit den Eno Neox-Minen3 von Pilot in der Härte 2B die besten Erfahrungen auf dem mit 52 g/m² sehr dünnen Tomoe River-Papier des Techo gemacht.

Sonderanfertigung

Der Drücker des S10 auf dem S20

Danke an isu für seine Hilfe!

Nachtrag vom 29.5.16: Offenbar geht es auch einfacher: „Modifying Pilot S20 pencils to non standard lead sizes”.

  1. Pilot gibt an, dass es sich dabei um Kirschholz von der Insel Hokkaidō handelt.
  2. Ich komme mit etwa 5 mm bei zehnmaligem Drücken, also 0,5 mm pro Druck, am besten klar.
  3. Leider sind diese Minen nicht mehr erhältlich. – Mit den neuen Neox Graphite konnte ich sie noch nicht vergleichen; gut möglich, dass sie würdige Nachfolger sind.

Kleine Kreise

Mittwoch, 2. April 2014

Aus der Rubrik „Gerät von gestern”: Ein Fallnullenzirkel von STAEDTLER aus den 1990er Jahren zum Zeichnen von Kreisen und Kreisbögen mit Radien bis 10 mm.

Kleine Kreise

Der 125 mm lange, aus Metall und in Nürnberg gefertigte Zirkel hat eine um 11 mm in der Führung verschiebbare und außergewöhnliche spitze Nadel und im Schenkel ein Gewinde zur Aufnahme von Tuschefüllern und Druckstifteinsätzen (im Bild: ein 2-mm-Fallminenstift). Sein Gebrauch ist einfach: Radius über die seitliche Rändelschraube einstellen, Schenkel an­heben, Nadel im Zentrum einstechen, Zirkel am Kopf halten, Schenkel absenken und Stift mit Hilfe des gerändelten Zylinders rotieren.

Kleine Kreise

Der Zirkel mit 0,5-mm-Druckstifteinsatz hat mich bei eBay 3 Euro gekostet. Ob ich ihn brau­che? Nein, aber er gefällt mir zu gut, als dass ich auf den Kauf hätte verzichten können.

Nachtrag vom 25.4.14: Der Fallnullenzirkel hatte die Artikelnummer 556-58 und war von den frühen 1980er bis Mitte der 1990er Jahre erhältlich. Den Fallminenstift-Einsatz aus der CIRCOFIX-Reihe mit der Artikelnummer 556-92 gab es zur gleichen Zeit.

Mini-Mechanik

Freitag, 21. März 2014

Die kleinste mir bekannte Druckbleistiftmechanik kommt von STAEDTLER Japan und wird als Einsatz für Zirkel angeboten.

Mini-Mechanik

Das Teil ist knapp 52 mm lang, hat an der dicksten Stelle einen Durchmesser von 6 mm und wiegt gut 5 Gramm. Zur Aufnahme in den Zirkel dient ein geschlitzter 4-mm-Zapfen. Ein dreiteiliges Klemmfutter als Metall hält die Mine, und hat sich ein Minenrest darin verirrt, lässt sich das Vorderteil mit dem Minenführungsröhrchen abschrauben. Um einen verse­hentlichen Minenvorschub zu verhindern, kann die Mechanik durch Verdrehen gegen den Zapfen arretiert werden. Nachgefüllt wird der Druckstifteinsatz durch die Öffnung am ge­schlitzten Ende. – Material- und Verarbeitungsqualität machen auf mich einen sehr guten Eindruck. Oberfläche, Kanten und Aufdruck sind sauber und die Mechanik hat nur geringes Spiel.

Mini-Mechanik

Den Einsatz gibt es in den Normstrichstärken 0,3 mm, 0,5 mm und 0,7 mm; er hat die Ar­tikelnummer 956 0x (x = 3, 5 oder 7) und kostet 700 Yen (knapp 5 Euro). Außer der ge­zeigten Variante führt STAEDTLER Japan eine weitere mit 3,5-mm-Zapfen in den gleichen Strichstärken (möglicherweise ist diese sogar noch etwas kleiner).

Mini-Mechanik

Druckstifteinsatz 956 05 im STAEDTLER Mars professional 555

Als ich mich vor etwa 30 Jahren im technischen Zeichnen versucht habe, hatte STAEDT­LER Deutschland Druckstifteinsätze aus Kunststoff im Sortiment, die mir im Zirkel Mars Technico 555 sehr gute Dienste geleistet haben (montiert wurden diese Einsätze über das Gewinde für die Tuschefülleraufnahme). Interessanterweise gab es diese nicht nur in den drei Normstrichstärken, sondern auch mit 2-mm-Fallminenmechanik.

Mini-Mechanik

Druckstifteinsatz aus Kunststoff im STAEDTLER Mars Technico 555

Wer die aktuellen Druckstifteinsätze für STAEDTLER Japan fertigt, weiß ich nicht; mich würde jedoch nicht wundern, wenn sie von OHHIRA kämen.

Vielen Dank an Helmut für das bemerkenswerte Stück!

Anm.: Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist der kompakte Zirkel Penpass von Ray­may, denn eine der beiden Varianten arbeitet ebenfalls mit einer kleinen 0,5-mm-Druck­stiftmechanik (qualitativ kommt diese jedoch nicht an die von STAEDTLER Japan heran). KUM, der deutsche Vertrieb, hat allerdings nur den Penpass mit geklemmter 2-mm-Mine im Sortiment.

Mini-Mechanik

Nachtrag vom 25.4.14: Der 0,5-mm-Druckstifteinsatz aus der CIRCOFIX-Reihe hatte die Artikelnummer 556-95 (0,3 mm: 556-93, 2 mm: 556-92) und war von den frühen 1980er bis Mitte der 1990er Jahre erhältlich.

Innere Mechanik der Füllbleistifte

Sonntag, 23. Februar 2014

Innere Mechanik der Füllbleistifte

Dr. Hermann Wildt, Arthur Guthke, Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert: Handbuch für den Büro­bedarfs- und Papierwarenhandel. Berlin: Max Schwabe Verlag 1939.

Tarnung

Mittwoch, 19. Februar 2014

Tarnung

Iiih! Ein Kugelschreiber!

Tarnung

Keine Panik – das ist ein Fallminenstift mit einem ungewöhnlichen Design.

Tarnung

Das Fabrikat kenne ich nicht, aber vielleicht können meine Leser etwas zu der Kennzeich­nung auf dem Clip sagen. – Vielen Dank an meinen Kollegen H. für dieses Stift!

„Der Universalstift”

Samstag, 15. Februar 2014

Heute gibt's schon wieder Scans, und zwar von einem beidseitig bedruckten Blatt im For­mat DIN A4, mit dem J.S. STAEDTLER vor allem seinen Mars Lumograph 2886 anpries. Es fällt mir schwer, dieses Blatt zu datieren; ich vermute, dass es aus den späten 1930er Jahren stammt.

„Der Universalstift”

Die Vorderseite hebt vor allem die „hervorragende Lichtpausfähigkeit” des Mars Lumograph hervor.

„Der Universalstift”

„Der Universalstift”

Wie auch bei diesem Faltblatt ist der Zeichnungsausschnitt aufgeklebt.

„Der Universalstift”

Soweit ich weiß, wurde dieses Logo nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr benutzt (eine andere Variante findet sich hier).

„Der Universalstift”

Auf der Rückseite werden fünf weitere Produkte vor allem für Künstler und Techniker de­tailliert vorgestellt.

„Der Universalstift”

In der Beschreibung des Lumograph fällt der Hinweis auf die rechteckige Mine und den runden Schaft des Härtegrads ExExB (heute 8B) auf.

„Der Universalstift”

„Der Universalstift”

Zu den Besonderheiten gehören der Künstlerstift 1018, der Vorläufer des 1019, der flachovale Lichtpaus-Langstrichstift 2888 mit einer Mine rechteckigen Querschnitts sowie der auf den 2888 abgestimmten Verlängerer.

„Der Universalstift”

Der Mars-Chromabella-Zeichenfarbstift war vermutlich der Vorgänger des Mars-Lumochrom.

„Der Universalstift”

Argument

Dienstag, 4. Februar 2014

Das Handbuch für Papier und Bürobedarf aus dem Jahr 1949 wurde durch viele Anzeigen mitfinanziert. Zu den für mich interessanten gehört diese für die Argument-Füllhalterfabrik Georg Karasch in Berlin.

Argument

Das Männchen ist natürlich nicht nur Füllhalter-, sondern auch Sympathieträger.

Argument

Auch die Schrift gefällt mir sehr gut. Sie erinnert mich an die Neuzeit Grotesk von Wilhelm Pischner aus dem Jahr 1929, doch ich konnte sie noch nicht identifizieren.

Argument

Eine reizvolle Anzeige!

Argument

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