Archiv des Stichworts „Faber-Castell”

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Paperworld 2018

Donnerstag, 8. Februar 2018

Vor gut einer Woche gingen in Frankfurt/Main die Paperworld und die zeitgleich stattfin­dende Creativeworld zu Ende; hier ein paar subjektive Notizen1. – Gerne besucht hätte ich Brunnen, Carl, Conté à Paris, Doms, Lamy, Ohto, Pilot, Sakura, Schwan-Stabilo, Staedtler, Tombow und uniball, aber diese Firmen waren diesmal leider nicht vertreten.

Möbius+Ruppert

Mein erstes Ziel war der Stand von Möbius+Ruppert, dem Erlanger Hersteller von Spitzern, Zeichengeräten und Schneidemaschinen. Dort gab diesmal zwar keine Neuigkeiten, doch die Gespräche und die geschmackvolle Präsentation nicht nur der Messingspitzer waren ei­ne Freude.

Paperworld 2018

Steinhöringer Werkstätten

Diese Einrichtung mit Hauptsitz in München fördert und begleitet Menschen mit Behinde­rungen. Präsentiert wurden Produkte aus Holz, die in den Werkstätten gefertigt werden, darunter ein Klebebandabroller in Form einer Schnecke, ein immerwährender Kalender und Stiftköcher sowie -ablagen, die sehr gelungen sind und obendrein zu attraktiven Preisen angeboten werden. Ein Foto durfte ich leider nicht machen, aber eine Übersicht der Pro­dukte gibt es hier.

Chameleon

Während die meisten Hersteller zweifarbiger Stifte kontrastierende oder Komplementär­farben kombinieren, vereinen die holzgefassten Farbstifte von Chameleon ähnliche Töne, um das Erstellen von Übergängen zu erleichtern. – Die Stifte werden in Österreich gefer­tigt.

Paperworld 2018

KUM

Den Stand von KUM habe ich nur wegen einer Reklamation aufgesucht, denn ein in der Schublade aufbewahrter Masterpiece-Spitzer hatte sich unschön verändert, und vom Ser­vice von KUM kam keine Antwort auf meine E-Mail. Ich hatte das Glück, mit dem Ge­schäftsführer sprechen zu können; er gab mir einen neuen Masterpiece und kündigte an, nach der Ursache für die Veränderung am Spitzer schauen und mich informieren zu lassen.

KACO

Bei KACO, einem chinesischen Hersteller von Füllhaltern, Kugelschreibern, Gelrollern und Zubehör haben mich das Design und die Qualität der Produkte sowie die Gestaltung des Auftritts sehr angenehm überrascht; auch der Katalog hat mich beeindruckt.

Paperworld 2018

Brevi Madu Trade

Brevi Manu Trade mit Sitz in Bielefeld vertreibt seit 2010 u. a. die Produkte von California Cedar und Papier des japanischen Herstellers LIFE. Letzteres finde ich interessant, und so habe ich mich gefreut, dass es einen deutschen Vertrieb gibt. Wie immer habe ich mich korrekt als Endkunde zu erkennen gegeben, und auf Bezugsquellen angesprochen, nannte mir ein Mitarbeiter Manufactum. Als ich sagte, dass ich Manufactum nicht mag und ihn frag­te, welche Händler er noch beliefere, antwortete er: „Warum soll ich ihnen das sagen? Ich kenne sie doch gar nicht.” Ich war auch neugierig, wie das LIFE-Papier im Vergleich zum Tomoe River ist, worauf der Mitarbeiter sagte, dass das Tomoe River wesentlich schlechter sei, weil fast alle Tinten durchschlagen würden (was ich nicht bestätigen kann). Er ging, um ein Blatt eines 26-Gramm-Papiers von LIFE zu holen, kam aber nicht mehr zurück.

LYRA

Das 1806 in Nürnberg gegründete Unternehmen LYRA gehört seit 2008 zum italienischen FILA-Konzern, der einiges in China fertigen lässt, so auch die Blei- und Farbstifte der neuen „Graduate”-Serie. Die Gestaltung der Blei- und Farbstifte finde ich ansprechend, doch ihre Qualität enttäuschend: Ihr Äußeres ist ungleichmäßig, ja stellenweise sogar rauh, und die Minen der Bleistifte, die ich getestet habe, schrieben nicht glatt.

Paperworld 2018

Super5

Am Stand des Vertriebs Aratrum wurden die Füllhalter und Tinten von Super5 prä­sentiert. Die Rezeptur der wasserfesten Super5-Tinte hat man vor kurzem verbessert; zudem gibt es die Tinten jetzt auch in Patronen. – Ebenfalls zu sehen war ein zylindrisches Glas, in dem sich ein zusammengerolltes und mit Super5-Tinte beschriftetes Papier befand2; dies de­monstrierte die Wasserfestigkeit der Tinte auf beeindruckende Weise.

Paperworld 2018

Tokyo Kinzoku Industry Co. Ltd.

Bei der Tokyo Kinzoku Industry Co. sind mir die Clips mit Profilen von Shibas aufgefallen, und so musste ich unbedingt um ein Muster bitten, natürlich nicht ohne unseren Kisho zu erwähnen.

Paperworld 2018

Leuchtturm1917

Leuchtturm1917, Anbieter von Notizbüchern und Kalendern, hat jetzt auch holzgefasste Blei­stifte im Sortiment. Sie sind in 17 auf die Papierprodukte abgestimmten Farben, aber nur im Härtegrad HB erhältlich und werden in Portugal hergestellt.

Paperworld 2018

Faber-Castell

Bereits auf der Insights X im letzten Oktober hat Faber-Castell die „Goldfaber”-Farbstifte vorgestellt. Es gibt sie in einer permanenten (rund) und einer wasservermalbaren Variante (sechsflächig) und in 48 Farben; ihre Mine ist 3,3 mm dick. Mit einer unverbindlichen Preis­empfehlung von 13 Euro für das 12er-Set sind diese in Deutschland hergestellten Stifte vergleichsweise günstig, doch man sieht die Einsparungen: Bei einigen sechsflächigen Exemplaren fiel mir auf, dass der Lack der Tauchkappe an den Kanten recht dünn ist und das Grau des Schafts durchscheint. Zudem werden die Farbstifte aus Gmelina ge­fertigt.

Paperworld 2018

Den auf Farbstifte abgestimmten Radierer CP-10 von SEED hatte ich zufällig dabei; auch beim Goldfaber hat er überzeugt.

Paperworld 2018

Viarco

Der portugiesische Hersteller Viarco ist mir ans Herz gewachsen, und so war ich gleich mehr­mals am Stand. Neben Retro-Motiven hatten es mir vor allem das an ein Hemd erinnerndes Mäppchen und die Umhängetasche für bis zu 60 Stifte, Zubehör und einen Block angetan.

Paperworld 2018

Paperworld 2018

Sehr erfreulich waren auch die anregenden Gespräche, in denen ich viel über das Unter­nehmen und die Produkte erfahren konnte.

Paperworld 2018

Paperworld 2018

Awagami

Bei Awagami aus Japan gab es nicht nur geschmackvoll bedrucktes Papier zu sehen, sondern auch Produkte von Washida-Daigaku. Die Postkarte, die ich ergattern konnte, ist wie die anderen in dieser Reihe aus Baumwolle hergestellt und zeigt Tokugawa Tsuna­yoshi, einen Shōgun des späten 17. Jahrhunderts, der sich sehr für die Rechte und den Schutz der Tiere eingesetzt hat, aber besonders für Hunde, und daher auch als „Hunde-Shōgun” bekannt war. Natürlich gefallen mir diese Motive wegen des Shibas besonders gut!

Paperworld 2018

Caran d'Ache

Der Schweizer Hersteller Caran d'Ache hat dieses Jahr nur wenig neues gezeigt. Zudem fiel auf, dass ein großer Teil des Stands, der im vergangenen Jahr noch der Präsentation vor allem des Künstlersortiments diente, nur mit Tischen und Stühlen bestückt war.

In Zusammenarbeit mit Nestlé entstand eine limitierte Variante des Kugelschreibers 849, dessen Schaft aus wiederverwendeten Nespresso-Kapseln hergestellt wird.

Paperworld 2018

Vorgestellt wurde das „Bullet Journal Starter Set”, das den holzgefassten Graphit/High­lighter-Stift Graphicolor 370.240 enthält. Er kam zusammen mit dem Graphit/Rot-Stift Grap­hicolor 370.070 auf den Markt und hat ebenso wie dieser eine 3 mm starke Mine; beide sind auch einzeln erhältlich. – Letzterer unterscheidet sich vom „Editor” nur durch seine Kennzeichnung.

Paperworld 2018

Paperworld 2018

Ab März im Handel ist ein weiterer Bleistift der „Swiss Wood”-Reihe3. Er ist aus Waldkiefer gefertigt und wird nicht einzeln, sondern nur zusammen mit den Bleistiften aus Jura-Buche und Zirbe angeboten. – Der aktuelle Katalog führt übrigens einen „Edelweiss”-Bleistift auf, der ebenfalls aus Schweizer Waldkiefer gefertigt ist (Art.-Nr. 341.282), doch von Caran d'Cache konnte ich erfahren, dass dieser nicht in Deutschland erhältlich sein wird.

Paperworld 2018

Das war's! Die nächste Paperworld beginnt am 26. Januar 2019.

  1. Ich war auch im vergangenen Jahr dort und habe einiges gesehen, hatte aber keine Lust, darüber zu schreiben.
  2. Die sehr ansprechende Schrift auf dem Papier stammte von der Kalligrafin Elke Wunsch.
  3. Die Abkürzung „COBS” auf dem Bleistift steht für „Certificat d'origine bois Suisse”, d. h. das Holz dieses Bleistifts kommt aus der Schweiz.

Faber-Castell Magicus

Samstag, 18. November 2017

Kaum bekannt und mit langer Geschichte: Der Magicus von Faber-Castell.

Faber-Castell Magicus

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Mit seinem anthrazitfarbenen Schaft, der dunkelgrauen Tauchkappe und dem silbernen Prägedruck gibt der als Wirtestift angebotene Magicus eine elegante Erscheinung ab, und er passt gut zu der oft in Schwarz, Grau und Weiß gehaltenen Berufsbekleidung der Gas­tronomie.

Faber-Castell Magicus

Seine Kennzeichnung ist schlicht: Neben den üblichen Angaben1 trägt das Zeichen für das Securalverfahren, eine Blindprägung (hier: „h7″2) und „GERMANY”. Letzteres lässt mich vermuten, dass der Magicus nicht in Deutschland gefertigt wird, denn ansonsten würde ich wie beim hierzulande hergestellten Faber-Castell 9000 „Made in Germany” erwarten. – Ab­gesehen von den nicht ganz geraden Kanten der Tauchkappen ist die Verarbeitungs­qualität sehr gut. Farbe und Maserung des Holzes sowie die sehr gute Spitzbarkeit des Magicus sprechen für Weihrauch-Zeder.

Faber-Castell Magicus

Die Mine ist 3,2 mm dick und hat eine subjektive Härte, die der des STAEDTLER Mars Lumograph 3B entspricht. Sie schreibt etwas wachsig und gleitet dadurch nicht ganz so leicht, doch ihre Abgabe ist sauber. Der Magicus wird damit beworben, dass er auf fast allen glatten und auch nassen Oberflächen schreibt, und das kann ich nach ein paar schnel­len Tests bestätigen.

Faber-Castell Magicus

Die Schwärzung des Magicus auf Papier ist etwa wie bei einem Bleistift in HB bis B, doch sein Strich glänzt weniger, ist wischfester und lässt sich schlechter radieren. Die Mine ist allerdings nicht allzu bruchfest und schreibt sich auf nassem Papier schnell ab.

Faber-Castell Magicus

Die ältesten Belege zum damals „Schwarzstift unverwischlich” genannten Spezialstift finden sich in einem Rezeptbuch von A.W. Faber aus der Zeit von 1881–1890, das auch Wahlblei­stifte für London aufführt. 1921 wurde die Marke „Magicus” eingetragen, und im Waren­katalog3 dieses Jahres präsentierte man den verbesserten „Magicus”-Schwarzstift.

Faber-Castell Magicus

Warenkatalog von A.W. Faber (1921)

Der in drei Versionen und sechs Härtegraden erhältliche Magicus wurde als „Ersatz für Tinte und Feder als Schreibstift und auch als Durchschreibstift für Briefe, Listen, Tabellen, No­tizbücher, Unterschriften, sowie als Markierstift z. B. für Straßenbahn-Fahrscheine” bewor­ben. Besonders hervorgehoben wurde seine Glanzlosigkeit, die seinen Strich selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen, z. B. bei Lampenlicht im Bahnpostwagen, gut lesbar macht. Auch für das Schreiben auf glattem Papier, glänzenden Karton, Holz, Leder und Textilien war er geeignet.

Faber-Castell Magicus

Warenkatalog von A.W. Faber (1921)

Im Warenkatalog von 1927–30 fällt auf, dass der Magicus in Portefeuillestärke nicht mehr angeboten und der dicke Magicus 2858 mit einer Mine mit quadratischem Querschnitt dar­gestellt wird. Mit Gärtnern wird eine weitere Nutzergruppe genannt; Wirte sind noch nicht dabei.

Faber-Castell Magicus

Prospekt von A.W. Faber (1927–30)

Ende der 1950er Jahre wurde das Magicus-Sortiment um einen Fallminenstift erweitert; der holzgefasste Magicus hatte schon davor eine andere Gestaltung erhalten.

Faber-Castell Magicus

Warenkatalog von Faber-Castell (um 1960)

Mit dem CASTELL 9120 gab es jetzt nur noch einen Magicus-Bleistift. Die 3,15 mm dicken Minen für den Fallminenstift TK 9400 Magicus waren in Schwarz, Rot, Blau und Gelb erhält­lich und schrieben auf Papier, Glas, Porzellan, Metall und Kunststoff. 1961 wurde zudem ein Magicus-Kugelschreiber zum Schreiben auf glatten, nicht fetthaltigen Flächen angeboten, und Ende der 1960er Jahre kamen rote Magicus-Kreiden mit Papierummantelung auf den Markt.

1979 wurde erstmals die Gastronomie erwähnt, doch die Bezeichnung „Gaststättenstift” war nur auf der Verpackung des etwa 20 Jahre zuvor eingeführten 9120 zu finden und nicht auf dem Stift.

Faber-Castell Magicus

Warenkatalog von Faber-Castell (1979)

Wann der Magicus erneut umgestaltet und zum Wirtestift wurde, konnte ich noch nicht herausfinden. – Auf den Magicus bin ich durch Zufall aufmerksam geworden; für sechs Stifte habe ich bei Papiertiger Berlin knapp 10 Euro bezahlt.

Danke an Faber-Castell für die Details zur Geschichte des Magicus und die Scans!

Nachtrag vom 1.12.17: Ein Leser hat mir mitgeteilt, dass es auf der Kartonverpackung des Magicus „Made in Germany” heißt, der Stift also in Deutschland hergestellt wird.

  1. In der GTIN enthalten: Die Faber-Castell-Artikelnummer 215100.
  2. August 2017?
  3. In der Ich-Form schreibt hier Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen, später Alexander Graf von Faber-Castell, der damals das Unternehmen A.W. Faber leitete und 1905 den Bleistift Faber-Castell 9000 herausgebracht hat. – Danke an Sean von Contrapuntalism für den Hin­weis!

A.W. Faber „Polygrades” Jubiläums-Edition

Donnerstag, 22. Juni 2017

Zum 200. Geburtstag Lothar von Fabers am 12. Juni 2017 hat Faber-Castell eine auf 15.000 Exemplare limitierte Edition der „Polygrade”-Bleistifte von A.W. Faber herausge­geben1.

A.W. Faber „Polygrades” Jubiläums-Edition

Der „Polygrade” wurde 1837 in Paris vorgestellt2. Mit ihm kam zum ersten Mal ein Bleistift­sortiment auf den Markt, das mehrere Härtegrade in einem Set vereinte. Zudem wurde besonderen Wert auf die Gestaltung der Stifte und ihrer Verpackung gelegt, und an dieser hat man sich auch beim Jubiläumsset orientiert: Die zwölf Stifte in den Härten HHHHH bis BBBBB3 sind rund, schwarz lackiert, linksbündig goldfarben bedruckt und ungespitzt4. Den Deckel und die Innenseite der Schachtel zieren die Medaillen, die der „Polygrade” errungen hat5.

A.W. Faber „Polygrades” Jubiläums-Edition

Zum Jubiläumset gehört eine 52-seitige Broschüre, die in acht Sprachen über die Unter­nehmensgeschichte A.W. Fabers und den „Polygrade” informiert.

A.W. Faber „Polygrades” Jubiläums-Edition

Wie früher enthält die Innenseite des Deckels Details zu den Härtegraden und zur Verwen­dung der Bleistifte.

A.W. Faber „Polygrades”-Edition

Mir ist nicht so ganz klar, welches historische Original die Vorlage für dieses Jubiläumsset war. Mal abgesehen davon, dass es verschiedene Sets gab (siehe z. B. „A. W. Faber's Poly­grade Lead Pencils” bei pencil talk und „To Edith From Will” bei Contrapuntalism), kann das erste noch nicht mit den Medaillen geschmückt gewesen sein, mit denen es später ausge­zeichnet wurde.

A.W. Faber „Polygrades” Jubiläums-Edition

Die runden, ungespitzten Bleistifte haben einen Durchmesser von 7,3 mm und 2 mm dicke Minen (die der Grade 4B und 5B sind 3 mm dick). Der matte Lack ist glatt und regelmäßig und der goldfarbene Prägedruck6 sehr sauber; eine Blindprägung gibt es nicht. Ebenso wie die Stifte7 zeigen auch der Karton und die Broschüre eine sehr gute Verarbeitungsqualität. – Noch konnte ich mich nicht dazu durchringen, die Stifte anzuspitzen8 und zu testen; ich vermute allerdings, dass man die Minen des 9000 benutzt hat.

A.W. Faber „Polygrades” Jubiläums-Edition

Das „Polygrades”-Set kostet 25 Euro und kann bei Faber-Castell bestellt werden.

  1. Die Pressemitteilung gibt es hier.
  2. 1905 hat der Castell 9000 den „Polygrade” abgelöst.
  3. Diese Angabe der Härtegrade war damals üblich; auch STAEDTLER hat sie genutzt.
  4. Aus fertigungstechnischen Gründen haben sie jedoch keine viereckige, sondern eine runde Mine.
  5. Auf der Rückseite heißt es:
    Limited Edition 2017
    In Honour of Lothar von Faber's 200th Birthday
    Faber-Castell AG ⋅ 90546 Stein ⋅ Germany
  6. Ich wüsste gerne, ob das Zeichen zwischen Härtegrad und „A.W. Faber” nur Dekoration ist oder eine Bedeutung hat.
  7. Angesichts der Maserung gehe ich davon aus, dass sie aus Weihrauch-Zeder gefertigt wurden (alles andere wäre diesen Bleistiften auch nicht würdig).
  8. Wollte ich das historisch korrekt machen, so müsste ich ein Messer nehmen, denn Spitzer, wie wir sie heute kennen, gab es zur Zeit der „Polygrades” noch nicht.

Kurz notiert

Mittwoch, 14. Juni 2017

Zum 200. Geburtstag Lothar von Fabers hat Faber-Castell eine limitierte Edition der „Poly­grade”-Bleistifte auf den Markt gebracht. Das Geschenketui enthält zwölf Stifte in 5H bis 5B, die wie das Original rund, schwarz lackiert, goldfarben bedruckt und ungespitzt sind1; bei der Gestaltung des Sets hat man sich an der alten Holzschachtel orientiert. Dazu gibt es eine 52-seitige Broschüre in acht Sprachen zur Unternehmensgeschichte A.W. Fabers und dem „Polygrade”, der 1837 in Paris auf den Markt kam und 1905 vom Castell 9000 abgelöst wurde. Das Set kostet 25 Euro und kann bei Faber-Castell bestellt werden.

  1. Aus fertigungstechnischen Gründen haben sie jedoch keine viereckige, sondern eine runde Mine.

Janus 1

Samstag, 13. Mai 2017

Ende September letzten Jahres ist bei Prestel das Buch „Schreibwaren. Die Rückkehr von Stift und Papier”1 erschienen. Es geht (so der Verlag) auf die „neue Schreibkultur” und die Rückkehr der „guten alten Schreibgeräte” ein und ist mit seinem eher ungewöhnlichen, aber breiten Spektrum auch für diejenigen interessant, die bereits mit diesem Thema ver­traut sind. Uneingeschränkt empfehlen kann ich es jedoch leider nicht, da manche Dinge meiner Ansicht nach nur oberflächlich abgehandelt werden und einiges auf mich wie Wer­bung wirkt. Die Fülle und die Qualität der Fotos sind allerdings beeindruckend, und auch die Gestaltung ist sehr ansprechend.

Janus 1

Zum Größenvergleich ein Tombow Mono 100.

Ich habe mit einem Kapitel über den als „Granate” bekannten Handspitzer zu diesem Buch beigetragen.

Janus 2

Bei der Lektüre bin ich auf Seite 49 über „Janus 1″ gestolpert.

Janus 3

„Janus 1″ stimmt natürlich nicht, denn der gezeigte Spitzer ist ein Janus 4048. Doch wa­rum hat er eine Torxschraube? Genau, weil es mein Exemplar ist, bei dem ich die originale Schlitzschraube überdreht und durch eine Torxschraube ersetzt habe.

Janus 4

Faber-Castell Janus 4048 und Möbius+Ruppert 604 („Granate”) aus „Top Two (2)”

Das verwendete Foto stammt aus meinem Beitrag „Top Two (2)”. Man hatte es sich we­gen der Granate geben lassen, dann aber nur den Janus 4048 benutzt – allerdings ohne dies anzusprechen, und so habe ich weder auf die Schraube hingewiesen noch ein Foto ei­nes originalen Janus 4048 angeboten (wahrscheinlich hätte dann auch die korrekte Be­zeichnung dieses Spitzers ins Buch gefunden).

Janus 5

Janus 1 (Original und Abbild)2

So können alle Leser dieses Buches meinen persönlichen Janus 4048 bewundern, den ich ab jetzt „Janus 1″ nennen werde3.

Janus 6

Janus 1 und Janus 4048 in trauter Zweisamkeit

Nicht jedem Spitzer wird eine solche Ehre zuteil!

  1. Luca Bendandi, John Z. Komurki: Schreibwaren. Die Rückkehr von Stift und Papier. Prestel 2016, ISBN 978-3-7913-8268-5.
    Luca Bendandi, John Z. Komurki: Stationery Fever. From Pencils to Paper Clips and Everything In Between. Prestel 2016, ISBN 978-3-7913-8272-2.
  2. Das Messer ist ein anderes, weil ich es inzwischen ausgetauscht habe. – Man beachte auch die beiden Spuren an den hinteren hohen Stellen; diese kommen vom Lederetui.
  3. Nein, ich mache mich nicht über diesen Fehler lustig (außerdem wäre er sehr leicht vermeidbar gewesen).

Duo

Sonntag, 30. April 2017

Duo

Faber-Castell Janus 4048 und Pentel Black Polymer 999 HB

Paperworld 2016 (1)

Freitag, 5. Februar 2016

Vor wenigen Tagen gingen die Paperworld und die zeitgleich stattfindende Creativeworld in Frankfurt/Main zu Ende; hier der erste Teil meiner kurzen und nicht repräsentativen Noti­zen. – Diesmal nicht vertreten waren u. a. Atoma, Brunnen, Dahle, Haff, Herlitz, Koh- I-Noor, LAMY, Pilot, Plus, Schneider und Schwan-Stabilo.

Der Auftritt von STAEDTLER stand ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums von FIMO. Es gab auch einen Aufsteller mit Bleistiften, darunter der Mars Lumograph, doch zu meiner großen Überraschung wurde nicht dessen erweitertes Sortiment präsentiert. – Bei Faber-Castell und Eberhard Faber sind mir keine Neuheiten aufgefallen, ebenso wenig bei KUM.

Paperworld 2016 (1)

Neu vom Schweizer Hersteller Caran d'Ache ist der Bleistift GENIUS 353 mit Touch­screen-Tip, den es mit schwarzem und weißem Lack, aber nur in HB gibt. – Der Tip ist nicht abnehmbar.

Paperworld 2016 (1)

Zu sehen war auch das im vergangenen August eingeführte Geschenkset SWISS WOOD mit einem Bleistift aus Jura-Buche und einem aus Arve nebst Radierer und Magnesium-Spitzer. Letzterer trug außer „Made in Germany” auf dem Messer keine Kennzeichnung; ich vermute, dass er im Gegensatz zu den Spitzern anderer Sets von Caran d'Ache nicht von Eisen stammt.

Paperworld 2016 (1)

Paperworld 2016 (1)

Bei zwei der vier Bleistifte eines Sets der GRAFIK-Serie fielen mir außermittig sitzende Minen auf.

Paperworld 2016 (1)

Vorgestellt wurden zudem zwei Sonderausführungen des im Jahr 1930 erstmals erhältli­chen Fixpencil, mit dem der Schweizer Architekt Mario Botta gewürdigt wird. Die Sets mit Fixpencil, Graphitmine in B und vier wasservermalbaren Farbminen sind ab April erhältlich.

Paperworld 2016 (1)

Die wohl ungewöhnlichsten Bleistifte der diesjährigen Paperworld kommen vom Start-Up Manaomea.

Paperworld 2016 (1)

Das Münchener Unternehmen fertigt sie nach eigenem patentierten Verfahren aus Jute, Flachs und anderen Naturfasern sowie Biopolymeren. Die Materialien für die beiden Bleistif­te und das Mäppchen stammen meist aus Entwicklungsländern und immer aus Bio-Anbau, und beim gesamten Herstellungsprozess wird auf Fairness und Umweltverträglichkeit ge­achtet. Die verwendete Technik bietet große Gestaltungsfreiheiten, und so lassen sich Stifte in unterschiedlichen Profilen, Farben und Oberflächen fertigen.

Paperworld 2016 (1)

Bei Pentel konnte ich erfahren, dass die Verfügbarkeit der Metallvariante des 0,2-mm-Druckbleistifts Pentel orenz in Deutschland davon abhängt, wie gut die anderen Ausfüh­rungen ankommen.

Paperworld 2016 (1)

Die großartigen Ecoline-Wasserfarben des niederländischen Anbieters Royal Talens gibt es ab sofort auch als Pinselstift. – Interessantes Detail: Die Farbe in den Pinselstiften ist etwas konzentrierter als die im Glas, damit die Farben zueinander passen. Würde man den Pin­selstift nachfüllen (was möglich ist), wäre der Abstrich zu hell.

Paperworld 2016 (1)

Im zweiten Teil geht es um DOMS, Viarco und CARL.

„Two Knights to Remember”

Montag, 12. Oktober 2015

Sean von Contrapuntalism hat erneut Faber-Castell in Stein besucht; hier ist der erste Teil seines spannenden und wunderschön bebilderten Berichts: „Two Knights to Remember (I): Köln to Stein”.

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