Archiv des Stichworts „Farbstifte”

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Blei- und Rotstifte von Shinwa

Sonntag, 24. September 2017

Heute ein kurzer Blick auf Blei- und Rotstifte von Shinwa, einem japanischen Anbieter von Messgeräten.

Blei- und Rotstifte von Shinwa

Die Stifte haben die übliche Länge von 17,5 cm, den Durchmesser von 7,7 mm und Minen in den Stärken 2,5 mm (Bleistift) bzw. 3 mm (Rotstift). Neben den englischen Kennzeich­nungen finden sich „工事用鉛筆 PRO” (etwa „Konstruktionsbleistift PRO”) sowie das Logo und der Name „シンワ” des Herstellers. Die Tauchkappe des Bleistifts trägt „HB” und die des Rotstifts „〈赤〉ふつう”, grob übersetzt „Rot normal”. Ich nehme an, dass diese Stifte für den Gebrauch z. B. in der Werkstatt gedacht sind, und so sei das an die 1980er Jahre erin­nernde Design verziehen.

Blei- und Rotstifte von Shinwa

Die Verarbeitungsqualität der Stifte könnte etwas besser sein. Der dünne Lack hat einige Unregelmäßigkeiten und an manchen Kappen gibt es rote und blaue Flecken; zudem ist ein Rotstift leicht verzogen.

Blei- und Rotstifte von Shinwa

Gespitzt mit dem Kurbelspitzer CARL Decade DE-100 …

Die Qualität von Holz und Mine ist jedoch erfreulich. Beide Stifte machen im Kurbel- und im Handspitzer eine gute Figur, sind recht bruchfest und haben eine saubere Abgabe. Der Bleistift, dessen subjektive Härte etwa der des STAEDTLER Mars Lu­mograph B entspricht, gleitet und schwärzt gut, und der Rotstift, der wischfester ist als der Bleistift, hat eine or­dentliche Sättigung und ist vergleichsweise weich. Erwartungsgemäß lässt sich nur der Blei­stift radieren. – Beim Holz dürfte es sich um Weihrauch-Zeder handeln.

Blei- und Rotstifte von Shinwa

… und dem Pollux von Möbius+Ruppert

Gekauft habe ich diese Stifte beim deutschen Versender Dieter Schmidt, wo sie im Dreier­pack zu 1,95 Euro (Bleistift) und 2,45 Euro (Rotstift) angeboten werden. Den Bleistift gibt es in H und HB und den Rotstift in Hart und Mittel. – Vermutlich wurden diese Stifte von einem OEM für Shinwa gefertigt, doch wer das ist, konnte ich nicht herausfinden.

Blei- und Rotstifte von Shinwa

Koh-I-Noor Duo

Montag, 4. September 2017

Ein besonderes Exemplar des zweifarbigen holzgefassten Stifts ist der Duo von Koh-I-Noor aus Tschechien.

Koh-I-Noor Duo

Den als Zimmermansstift ausgeführten Duo gibt es in Graphit/Rot und Graphit/Blau; beide Varianten werden zusammen im Set angeboten1. Er ist 17,5 cm lang, hat einen Quer­schnitt von 8 × 12 mm2 mit abgerundeten Breitseiten und eine 2 × 5 mm dicke Mine. Au­ßer den hier zu sehenden gibt es keine weiteren Kennzeichnungen.

Koh-I-Noor Duo

Die Graphitmine macht 60% der Länge aus und hat eine etwa dem STAEDTLER Mars Lu­mograph 2B entsprechende Härte, schreibt aber rauher und nicht so sauber. Beide Farb­minen sind vergleichsweise fest und ein wenig kreidig. – Farbe, Maserung und Aroma des Holzes lassen mich auf Weymouth-Kiefer schließen.

Koh-I-Noor Duo

Die Verarbeitung des Duo ist mittelmäßig, denn im dünnen Lack gibt es einige Unregel­mäßigkeiten und zwischen den Holzhälften einen feinen Spalt. Der Prägedruck indes ist be­merkenswert gleichmäßig und konturenscharf.

Koh-I-Noor Duo

Der Koh-I-Noor Duo hat die Artikelnummer 1536; für das Set habe ich auf eBay 4,30 Euro bezahlt.

  1. Meines Wissens sind sie nicht einzeln erhältlich.
  2. Maße des konturumschließenden Rechtecks.

Pensan Dual Pencil

Sonntag, 27. August 2017

Nach dem LV-KEV von Tombow und „The Editor” von Caran d'Ache und CWPE hier ein weiterer Graphit-Rot-Stift, nämlich der Dual Pencil des türkischen Herstellers Pensan.

Pensan Dual Pencil

Der 17,5 mm lange, dreiflächige Dual Pencil ist 9,5 mm dick1, hat eine 3 mm starke Mine und offene Enden. Neben den üblichen Kennzeichnungen wie die GTIN finden sich das Kürzel „SB” und der Schriftzug „FATIH”, die mir beide nichts sagen2.

Pensan Dual Pencil

Gespitzt mit der iPoint Classact von Westcott.

Die subjektive Härte der Graphitmine entspricht etwa der des STAEDTLER Mars Lumograph B, und so passt die Angabe des Härtegrads. Sie schreibt etwas rauh und ist gut radierbar3. Die rote Mine hat eine für mich angenehme Schreibhärte, aber einen leichten Blaustich; wie zu erwarten, lässt sie sich nicht so gut radieren. Beide Minen haben eine saubere Ab­gabe und sind bruchstabil. – Beim Holz tippe ich wegen der Poren und der dunklen Ein­schlüsse auf Gmelina.

Pensan Dual Pencil

Die Minen sind zentrisch und die Verleimung ist sehr gut, so dass es außer einigen Unregel­mäßigkeiten im Lack nichts auszusetzen gibt. – Der Ladenpreis des Dual Pencil in der Türkei beträgt umgerechnet etwa 42 Eurocent.

Pensan Dual Pencil

Danke an Özgür für seine Hilfe bei der Beschaffung des Pensan Dual Pencil!

  1. Durchmesser des Umkreises.
  2. „SB” könnte für das stehen, was STAEDTLER als „Sicherheitsverleimung” bezeichnet, nämlich die Verwendung zweier unterschiedlicher Leime für Holz/Mine und Holz/Holz.
  3. Getestet mit dem Tombow MONO.

Schwan Kartothello

Sonntag, 2. Juli 2017

Aus dem Museumskeller dieses Weblogs: Das Landkartenschreiber-Etui „Kartothello” Nr. 1411 von Schwan im Set mit Zubehör.

Schwan Kartothello

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Im Vergleich zu ähnlichen Sets ist es reichhaltig ausgestattet: Neben fünf Farbstiften ent­hält es einen Spitzer, einen Radiergummi, einen kurzen Bleistift1, einen Verlängerer sowie einen Kilometermesser aus Metall. – Unnötig zu sagen, dass der Radiergummi seine beste Zeit lange hinter sich hat.

Schwan Kartothello

Die runden, werkseitig gespitzen Farbstifte haben offene Enden und 4 mm dicke Minen, die fest und kreidig sind; beim verwendeten Holz tippe ich auf Zeder2. – Man beachte die pfiffige Schreibweise des Firmennamens, der hier als „Schwan” und „Swan” gelesen wer­den kann und damit mehrsprachig wird.

Schwan Kartothello

Der hexagonale Bleistift der Marke „Othello” hat den Härtegrad 1 (= B) und schreibt be­merkenswert leicht und sauber.

Schwan Kartothello

Mit dem Kilometermesser ließen sich für vier verschiedene Kartenmaßstäbe die Strecken von der Karte ablesen und mithilfe der aufgedruckten Umrechungen daraus die Marsch­leistung, d. h. die pro Tag voraussichtlich zurückgelegte Strecke, ermitteln.

Schwan Kartothello

Wie diese Reklame aus dem Jahr 1938 belegt, handelte es sich bei den Produkten der Marke „Kartothello” um „[a]bwischbare Farbkreiden und -Stifte zur militärischen Karten­beschriftung”.

Schwan Kartothello

Es fällt auf, dass die Stifte in dieser Reklame lackiert und anders bedruckt sind. Sollten die­se Abbildungen korrekt sein, so könnten die hier gezeigten unlackierten späteren Datums sein.

Schwan Kartothello

Neben dem Set mit Zubehör gab es noch eines nur mit Farbstiften. Die in meinem Exem­plar sind lackiert und tragen das zudem sog. „Schwan-Auge”3; ihre Minen sind weicher und mit 4,5 mm etwas dicker.

Schwan Kartothello

Die deutschen Etiketten auf dem Deckel und im Inneren wurden mit englischsprachigen überklebt4.

Schwan Kartothello

Für mich ein interessantes Stück Schreibwaren-Geschichte!

Anm.: Bei der topografischen Karte im Hintergrund handelt es sich auch diesmal um das Blatt Lauter­bach, bearbeitet durch das hessische Katasteramt 1909.

  1. Diese kurzen Stifte werden oft als „Halbstifte” bezeichnet.
  2. Genauer: Weihrauch-Zeder.
  3. In Anlehnung an den Namen des Firmengründers Gustav Adam Schwanhäuser wurde der Schwan 1875 als Bildmarke eingetragen.
  4. Die Nummer auf dem Produkt (1411) passt nicht zu der in der Reklame (1412).

J.S. Staedtler 3534 B Red & Blue Stork

Sonntag, 25. Juni 2017

Als großer Fan des Rot-Blau-Stifts musste ich bei einem besonders schönen Vertreter die­ser Gattung, dass sich gleich zweimal in einem Konvolut versteckte, sofort zugreifen1.

J.S. Staedtler 3534 B Red & Blue Stork

Der Stift hat mit 17,5 cm die Standardlänge und einen Durchmesser von 7,6 mm; die Mine ist 2,5 mm dick.

J.S. Staedtler 3534 B Red & Blue Stork

Zu Farbe und Qualität der Mine kann ich nichts sagen, denn ich werde dieses kostbare Stück nicht anspitzen2. – Das Alter des Stifts kenne ich leider nicht, und zur Marke „Stork” habe ich auch nichts parat (das DMPA führt sie nicht auf).

J.S. Staedtler 3534 B Red & Blue Stork

Der Storch und der Schriftzug haben natürlich einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass ich bei diesem Stift schwach wurde!

  1. Eine Medaille für Selbstbeherrschung werde ich nie bekommen.
  2. Auch nicht das zweite Exemplar – dafür sind mir beide zu schade.

J.S. Staedtler „Gladiator” 333S

Freitag, 23. Juni 2017

Heute nur ein schnelles Foto, und zwar vom blauen Farbstift J.S. Staedtler „Gladiator” 333S.

J.S. Staedtler „Gladiator” 333S

(zum Vergrößern anklicken)

Der „Gladiator” ist 11,7 mm dick und hat eine gut 4,5 mm starke Mine, die vergleichsweise hart, aber sehr sauber schreibt. Ich nehme an, dass er als sog. Magazinstift, also für das Markieren gedacht war. Sein Alter schätze ich auf 70 bis 80 Jahre.

Danke an Sean von Contrapuntalism für den „Gladiator”!

The Editor

Sonntag, 28. Mai 2017

Während es den Rot-Blau-Stift in diversen Varianten, von vielen Herstellern und schon sehr lange gibt1, sind Stifte mit Graphit- und roter Mine noch recht neu und nur selten anzu­treffen. Wenn ich richtig informiert bin, gab es den ersten dieser Art 1975 in Japan (von welchem Hersteller, weiß ich leider nicht). Im Februar 2004 brachte Tombow den LV-KEV auf den Markt, doch bedauerlicherweise wurde die Produktion 2013 eingestellt. Die beiden einzigen noch erhältlichen Stifte dieser Gattung sind meines Wissens der Perfetto von Lui­se Fili Ltd., hergestellt in Taiwan, und „The Editor”, der von Caran d'Ache in der Schweiz für CW Pencil Enter­prise gefertigt wird2. Um letzteren soll es heute gehen.

The Editor

Der 17,5 cm lange und 7,5 dicke Editor hat eine 3 mm starke Mine. Der Graphit-Teil ist ver­gleichsweise hart; die subjektive Härte entspricht in etwa der des STAEDTLER Mars Lumo­graph H. Die Mine hat das für Caran d'Ache typische Gleiten, eine saubere Abgabe sowie eine dem Härtegrad entsprechende Schwärzung und Bruchfestigkeit. Sie ist wischfest und bei nicht allzu festem Schreibdruck gut radierbar. Die rote Mine ist nicht so weich wie die des typischen Buntstifts und schreibt ebenfalls sauber; ihr Farbton geht in Richtung Zinno­ber.

The Editor

Der Editor ist ordentlich verarbeitet – die Verleimung ist gut, der Lack3 ist sauber und der Prägedruck4 ohne Makel. Holz (höchstwahrscheinlich Weihrauchzeder) und Mine lassen sich sehr gut spitzen und kommen daher auch gut mit dem Pollux klar.

The Editor

Der Editor ist ein schöner Stift, doch ich hätte noch mehr Freude an ihm, wenn die Gra­phitmine ein wenig weicher und die rote Mine etwas härter wäre (wie z. B. der STAEDT­LER Mars Lumochrom oder der Mitsubishi 7700) . Er ist nur bei CW Pencil Enterprise zu bekommen und kostet 3 US-Dollar (knapp 2,70 Euro) pro Stück.

Nachtrag vom 27.7.17: Weitere noch erhältliche Rot/Graphit-Stifte sind der Dual Pencil von Pensan aus der Türkei, der Lápiz dúo von Dixon aus Mexiko und der Zimmermannsstift Duo von Koh-I-Noor aus Tschechien (letzteren gibt es zusammen mit einem Blau/Graphit-Stift). Danke an Stephen von pencil talk für die Hinweise!

  1. Ein in meinen Augen besonders schönes Exemplar ist der J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642.
  2. Wie kam der Editor zu CW Pencil Enterprise? In einem „Erasable”-Podcast erzählt Caroline Weaver, dass Caran d'Ache mit dem fertig gestalteten Stift an sie herangetreten ist und sie ihn unverändert in ihr Sortiment übernommen hat.
  3. Wer genau auf das schwarze Ende schaut, sieht, dass der Stift erst komplett rot und dann zur Hälfte schwarz lackiert wurde. – Bei einem Exemplar war der Lack auf zwei Zentimetern auf­gerissen. Dies war sicher ein Ausrutscher, und CWPE hat mir den Kaufpreis sofort erstattet.
  4. Der Schriftzug „CARAN d'ACHE” wurde zum 100-jährigen Jubiläum des Unternehmens im Jahr 2015 zu „CARAN D'ACHE” geändert.

Farbenspiel

Samstag, 4. Februar 2017

Einen farbenfrohen Auftritt hatte die Schwan-Bleistift-Fabrik A.G. Nürnberg im Jahr 1944 mit dieser Anzeige.

Farbenspiel

(zum Vergrößern anklicken)

Die als Beileger ausgeführte Anzeige ist beidseitig bedruckt und misst 24 × 16,3 cm; das Papier ist mit gefühlten 70 g/m² vergleichsweise dünn.

Farbenspiel

Der Name „Stabilo” geht zurück auf die hohe Stabilität des 1925 von Schwan vorgestellten Dünn­kernfarbstifts und wurde 1939 eingetragen. – Im gleichen Jahr kam der Schwan auf die Tauchkappe; dieses sog. „Schwan-Auge” ziert die Stifte noch heute.

Farbenspiel

Unnötig zu sagen, dass ich die Gestaltung sehr reizvoll finde.

Farbenspiel

Nachtrag vom 6.2.17: Diese Anzeige lag im Dezember 1944 der Sonderausgabe „Der Eu­ropäische Mensch” der Wochenzeitung „Illustrirte Zeitung Leipzig” bei, die im J.J. Weber Verlag Leipzig erschien. Von dieser Zeitung gab es von 1843 bis in den September 1944 hinein wöchentlich eine Ausgabe. Kriegbedingt wurde der Druck mit der letzten regulären Ausgabe im September 1944 eingestellt; danach erschien nur noch die erwähnte Sonder­ausgabe. Nach dem Krieg wurde die Arbeit an dieser Zeitung nicht wieder aufgenommen.

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