Archiv des Stichworts „KUM”

 Ältere Beiträge

Paperworld 2016 (1)

Freitag, 5. Februar 2016

Vor wenigen Tagen gingen die Paperworld und die zeitgleich stattfindende Creativeworld in Frankfurt/Main zu Ende; hier der erste Teil meiner kurzen und nicht repräsentativen Noti­zen. – Diesmal nicht vertreten waren u. a. Atoma, Brunnen, Dahle, Haff, Herlitz, Koh- I-Noor, LAMY, Pilot, Plus, Schneider und Schwan-Stabilo.

Der Auftritt von STAEDTLER stand ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums von FIMO. Es gab auch einen Aufsteller mit Bleistiften, darunter der Mars Lumograph, doch zu meiner großen Überraschung wurde nicht dessen erweitertes Sortiment präsentiert. – Bei Faber-Castell und Eberhard Faber sind mir keine Neuheiten aufgefallen, ebenso wenig bei KUM.

Paperworld 2016 (1)

Neu vom Schweizer Hersteller Caran d'Ache ist der Bleistift GENIUS 353 mit Touch­screen-Tip, den es mit schwarzem und weißem Lack, aber nur in HB gibt. – Der Tip ist nicht abnehmbar.

Paperworld 2016 (1)

Zu sehen war auch das im vergangenen August eingeführte Geschenkset SWISS WOOD mit einem Bleistift aus Jura-Buche und einem aus Arve nebst Radierer und Magnesium-Spitzer. Letzterer trug außer „Made in Germany” auf dem Messer keine Kennzeichnung; ich vermute, dass er im Gegensatz zu den Spitzern anderer Sets von Caran d'Ache nicht von Eisen stammt.

Paperworld 2016 (1)

Paperworld 2016 (1)

Bei zwei der vier Bleistifte eines Sets der GRAFIK-Serie fielen mir außermittig sitzende Minen auf.

Paperworld 2016 (1)

Vorgestellt wurden zudem zwei Sonderausführungen des im Jahr 1930 erstmals erhältli­chen Fixpencil, mit dem der Schweizer Architekt Mario Botta gewürdigt wird. Die Sets mit Fixpencil, Graphitmine in B und vier wasservermalbaren Farbminen sind ab April erhältlich.

Paperworld 2016 (1)

Die wohl ungewöhnlichsten Bleistifte der diesjährigen Paperworld kommen vom Start-Up Manaomea.

Paperworld 2016 (1)

Das Münchener Unternehmen fertigt sie nach eigenem patentierten Verfahren aus Jute, Flachs und anderen Naturfasern sowie Biopolymeren. Die Materialien für die beiden Bleistif­te und das Mäppchen stammen meist aus Entwicklungsländern und immer aus Bio-Anbau, und beim gesamten Herstellungsprozess wird auf Fairness und Umweltverträglichkeit ge­achtet. Die verwendete Technik bietet große Gestaltungsfreiheiten, und so lassen sich Stifte in unterschiedlichen Profilen, Farben und Oberflächen fertigen.

Paperworld 2016 (1)

Bei Pentel konnte ich erfahren, dass die Verfügbarkeit der Metallvariante des 0,2-mm-Druckbleistifts Pentel orenz in Deutschland davon abhängt, wie gut die anderen Ausfüh­rungen ankommen.

Paperworld 2016 (1)

Die großartigen Ecoline-Wasserfarben des niederländischen Anbieters Royal Talens gibt es ab sofort auch als Pinselstift. – Interessantes Detail: Die Farbe in den Pinselstiften ist etwas konzentrierter als die im Glas, damit die Farben zueinander passen. Würde man den Pin­selstift nachfüllen (was möglich ist), wäre der Abstrich zu hell.

Paperworld 2016 (1)

Im zweiten Teil geht es um DOMS, Viarco und CARL.

KUM Masterpiece

Samstag, 28. März 2015

Vor gut einem Jahr hier erwähnt und seit kurzem erhältlich: Der neue Langkonus-Spitzer „Masterpiece”1 von KUM.

KUM Masterpiece

Der 9,25 Euro teure Spitzer ist in einer Neoprenhülle und einer transparenten Kunststoff­box verpackt.

KUM Masterpiece

Über den QR-Code auf der Unterseite der Box gelangt man zur Masterpiece-Produktseite.

KUM Masterpiece

Der Spitzer ist aus Magnesium, Kunststoff2 und Edelstahl gefertigt3 und 35 × 27 × 12 mm groß.

KUM Masterpiece

Die Verarbeitungsqualität des Magnesiumteils überzeugt mich nicht. Warum hat man ihm – erst recht angesichts des hohen Preises – nicht die gleiche Oberflächenbehandlung wie dem aktuellen KUM 400-5L gegönnt? Auch die Kanten hätte man besser entgraten kön­nen. Auf der Produktseite heißt es, der KUM Masterpiece durchlaufe acht Qualitätsprüfun­gen. Wie ging dieses Finish durch? – Die Aussicht auf eine Messingversion dürfte übrigens sehr gering sein, denn KUM hat schon von einigen Jahren die Fertigung der Messingspitzer eingestellt.

KUM Masterpiece

Der erste Stifteinlass hat einen Durchmesser von 8,5 mm und nimmt so auch geringfügig dickere Bleistifte auf, was bei älteren und vielen Stiften aus Japan nützlich ist; der zweite misst 6,8 mm. – Das Kunststoffteil ist mittels Nut und Feder befestigt. Es sitzt fest genug, um sich nicht von selbst zu lösen, lässt sich aber gut verschieben und ganz abnehmen.

KUM Masterpiece

In dem Kunststoffteil finden zwei Ersatzmesser Platz.

KUM Masterpiece

Das Spitzen mit dem Masterpiece ist großartig: Der Kraftaufwand ist gering, der Span mit durchschnittlich 0,21 mm4 sehr dünn, die Holzoberfläche sauber und der Bleistift nadelspitz (!). Bei keinem meiner zahlreichen Versuche ist das Holz gesplittert oder die Spitze abge­brochen, selbst bei weichen5 und Farbstiften nicht. Ab und zu kam es vor, dass der zweite Stifteinlass einen Ring in das Holz gedrückt hat, doch diesen konnte ich durch ein kurzes Nachspitzen auf Stufe 1 entfernen.

KUM Masterpiece

Beim Pentel Black Polymer 999 H bleibt eine hauchdünne Holzschicht auf der Mine; ver­mutlich ist letztere etwas dünner als der Standard, für den der Spitzer ausgelegt ist6. Diese Schicht kann man leicht durch ein etwas verkantetes Spitzen im ersten Loch ablösen, was jedoch nicht nötig ist, da sie im zweiten Spitzvorgang entfernt wird.

KUM Masterpiece

Von links: CARL Decade DE-100, CARL Angel-5, KUM 400-5L, KUM Masterpiece.

Der Vergleich zeigt die deutlich längere und sehr feine Spitze, die der Masterpiece schnei­det. Mit meinen bescheidenen Mitteln habe ich den beeindruckenden Spitzenwinkel von 16° gemessen (der KUM Long Point Automatic und der KUM 400-5L kommen auf 19°; Standard sind 22°).

KUM Masterpiece

Da sich das die Minenlänge begrenzende Vorderteil verschieben lässt, kann man die Mine auch weiter freilegen.

KUM Masterpiece

Beim genauen Blick ist mir aufgefallen, dass die Messer leicht konisch sind und die Schnei­den nicht parallel zur Stiftachse verlaufen; dies habe ich noch bei keinem anderen Hand­spitzer gesehen. Welchen Sinn das hat, weiß ich allerdings nicht. Schneidet das Messer dadurch vielleicht sauberer?

Geschichte

Die Idee, Holz und Mine getrennt zu spitzen, ist nicht neu. Bereits 1931 hat sich Mö­bius+Ruppert einen zweigeteilten Spitzer patentieren7 lassen (DE561385), dessen Vorder­teil gedreht werden konnte und so drei verschiedene Spitzenformen möglich machte. Dieser Spitzer war in den 1930er Jahren unter dem Namen Artena Nr. 64 erhältlich8.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Bleistiftspitzer” (DE561385, 1931)

In den 1940er Jahren hat man im Erlanger Unternehmen A. Klebes & Co. KG (später KUM) erkannt, dass das zweistufige Spitzen die Qualität des Spitzergebnisses verbessert, und sich 1948 einen Spitzer mit – wie es später heißen sollte – „Anschlag zur Begrenzung der freien Minenlänge” patentieren lassen (das Originalpatent liegt mir nicht vor, aber GB665048 und US2642044 verweisen darauf).

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Improvements in or relating to a pencil sharpener” (GB665048, 1949)

Diese Form, die es meines Wissens erstmals 1950 von Hadinor und wenige Jahre später auch als Behälterspitzer gab, lebt bis heute im KUM Automatic Long Point weiter9.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Improvements in or relating to a pencil sharpener” (GB665048, 1949)

1958 gab es eine Weiterentwicklung dieses Spitzers, wie das Patent DE1042427 belegt.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Schreibstiftspitzer mit Anschlag zur Begrenzung der freien Minenlänge” (DE1042427, 1958)

Motivation für die Trennung von Spitzer und Anschlag waren das Bemühen, die Fertigung zu vereinfachen, sowie der Wunsch, auch einen längeren Minenabschnitt freilegen zu kön­nen. Bei allen in der Patentschrift gezeigten Varianten greifen die beiden Teile mit Nut und Feder zusammen. Abbildung 5 zeigt die Ausführung, die es später als KUM Automatic 3 gab und heute als Masterpiece anzutreffen ist.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Schreibstiftspitzer mit Anschlag zur Begrenzung der freien Minenlänge” (DE1042427, 1958)

An die Unterbringung von Ersatzmessern im verschiebbaren Anschlag hat man damals ebenso gedacht wie an die Sicherung des Anschlags mit einem Stift (ob jedoch letztere jemals umgesetzt wurde, weiß ich nicht). – Angaben zu den Spitzenwinkeln der älteren Mo­delle konnte ich bis jetzt leider nicht finden.

KUM Masterpiece

Fazit: Der einzigartige KUM Masterpiece spitzt hervorragend und liefert grandiose Ergebnis­se, verdient aber meiner Meinung nach ein besseres Finish (z. B. durch Gleitspanen). – Vielen Dank an KUM für das Muster!

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist ein sog. Tenugui, ein traditionelles japanisches Hand­tuch, mit dem sog. Sei-gai-ha-Muster (青海波), dessen Geschichte bis in die späte Jō­mon-Zeit (1200–300 v. Chr.) zurückreicht. In Japan gelten diese symbolisierten endlosen Wellen als Glücksbringer.

Nachtrag vom 29.3.15: Mein Leser Wowter hat mich darauf hingewiesen, dass das er­wähnte erste Patent vom 1.10.1948 umgeschrieben wurde und jetzt unter DE1640996U vorliegt. Ich bin zwar auch auf dieses Patent gestoßen, habe es aber aufgrund des Datums auf dem Deckblatt (17.7.1952) nicht für das erste gehalten. Die bibliografischen Daten beim DPMA nennen jedoch den 1.10.1948 als Anmeldedatum und weisen es damit als das erste Patent für den Doppelspitzer aus, eingetragen auf die A. Klebes & Co. KG. Hier die Zeichnungen daraus, die sich natürlich nur unwesentlich von der in GB665048 unterschei­det, aber der Vollständigkeit halber wiedergegeben sei:

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Bleistiftspitzer” (DE1640996U, 1948)

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Bleistiftspitzer” (DE1640996U, 1948)

Dieses Patent erwähnt zudem den Vorteil, dass man für beide Spitzvorrichtungen die glei­chen Messer benutzen und sie so austauschen kann; einen weiteren sah man darin, den Minenspitzkegel etwas spitzer als den Holzspitzkegel ausführen zu können. – Danke an Wowter für den Hinweis auf die Patentumschreibung!

Zwei unterschiedliche Spitzkegel? Da lohnt der erneute Blick:

KUM Masterpiece

Lege ich die Spitzen auf eine gerade Fläche und schaue gegen das Licht, habe ich bei den meisten den Eindruck, als gäbe es einen kleinen Spalt in der Nähe des Übergangs vom Holz zur Mine; dies könnte – ebenso wie das Foto – dafür sprechen, dass auch der Masterpiece mit zwei leicht unter­schiedlichen Spitzenwinkeln arbeitet.

Nachtrag vom 31.3.15: Noch nicht eingangen bin ich auf mögliche Unterschiede zwi­schen dem Automatic 3 und dem Masterpiece. Da ich ersteren leider nicht kenne (und noch nicht einmal weiß, wann er auf dem Markt war), kann ich nur spekulieren: Möglich wären kleinere Spitzenwinkel, aber auch Verbesserungen an den Messern wie z. B. eine an­dere Legierung, eine höhere Härte (aktuell: 62 hrc), eine andere Geometrie (man denke nur an den Winkel zwischen Schneide und Messerachse) und ein anderer Schliff. Auf der Pro­duktseite heißt es außerdem „Die Spanabnahme ist auf ein TC-System eingestellt (Thin Cut)”, und so ist es denkbar, dass der Span des Automatic 3 dicker war. – Die von KUM auch beim Masterpiece beworbene Technik „Dynamic Torsion Action” beschreibt die Krüm­mung des Messer nach oben, also gegen die Kraft der Schraube, die, so KUM, ein Aus­brechen der Stiftspitze verhindert. Dass es diese Technik bereits beim Automatic 3 gab, halte ich für fraglich (die Wortmarke wurde erst 1998 eingetragen, aber das muss nichts heißen).

Nachtrag vom 13.4.15: KUM hat mir bestätigt, dass der Masterpiece tatsächlich mit zwei unterschiedlichen Spitzenwinkeln arbeitet, wobei der für die zweite Stufe kleiner ist. Ich konnte auch erfahren, dass der Automatic 3 einen Spitzenwinkel von 20° hatte.

  1. Auf dem Spitzer steht „The Masterpiece”, doch ich wähle den einfacheren Namen.
  2. Welcher Kunststoff das ist, weiß ich leider nicht.
  3. Das Material der Schrauben kenne ich nicht.
  4. Gemessen an Bleistiften aus Weihrauch-Zeder, Weymouth-Kiefer, Kolorado-Tanne und Jelutong.
  5. Getestet bis STAEDTLER Mars Lumograph 4B. – Für den STAEDTLER WOPEX und den STAEDTLER Noris eco eignet sich der Masterpiece übrigens nicht, denn für diese Bleistifte braucht man einen Spitzer, der einen dickeren Span abnimmt.
  6. Mit dem Koh-I-Noor № 1000 gab es einen zweistufigen Spitzer, dessen erstes Messer durch ein Langloch verschoben und so an die Minendicke angepasst werden konnte.
  7. Ich kann nicht in allen Fällen sicher unterscheiden, ob es sich um ein Patent oder um ein Gebrauchsmuster handelt und spreche daher immer von einem Patent.
  8. Der heute noch erhältliche M+R 207 arbeitet anders, produziert aber ähnliche Spitzen.
  9. Mit dem Hadinor Universal 63 ließen sich auch Minen unterschiedlicher Stärke spitzen; er war wohl der Vorgänger des heutigen KUM Automatic Long Point AS2M.

Spitzer spitzen (7¾)

Mittwoch, 18. März 2015

Neu von KUM: Der Langkonus-Spitzer Masterpiece. – Sobald ich ein Exemplar habe und et­was Zeit finde, stelle ich es hier vor.

Paperworld 2015

Montag, 9. Februar 2015

Vor einer Woche ging die Paperworld 2015 in Frankfurt/Main zu Ende; hier ein paar No­tizen.

Paperworld 2015

Schon gewusst? Der Frankfurter Messeturm wird im Volksmund „Bleistift” genannt.

Ich kann nicht verhehlen, dass sich bei mir über die Jahre eine gewisse Sättigung einge­stellt hat. Hinzu kommt eine Verlagerung von der Breite in die Tiefe, d. h. während ich mir früher gerne möglichst viel angesehen habe, schaue ich heute lieber bei ausgewählten Themen genauer hin. So habe ich diesmal eine enge Auswahl getroffen.

Nicht dabei waren u. a. Brunnen, LAMY und Schwan-STABILO, doch letztere werden auf der erstmals im Oktober stattfindenden PBS1-Messe Insights X2 in Nürnberg vertreten sein.

CARL, leider immer noch ohne deutschen Vertrieb, zeigte einen neuen Kurbelspitzer im Design eines kleinen Bahnhofs. Er soll eine konkave Spitze produzieren, doch das kann ich nicht bestätigen. – Tombow bietet in Deutschland nach wie vor nur eine kleine Auswahl des im Heimatland Japan erhältlichen Sortiments an, und im Gespräch hatte ich nicht den Eindruck, als würde sich das in absehbarer Zeit ändern.

Bei Faber-Castell, KUM und LYRA konnte ich keine Neuigkeiten entdecken. Faber-Castell hatte das Buch „Since 1761″ ausliegen, was mich überrascht hat, wurde es doch bisher nicht beworben (auch auf der Website wird es nicht erwähnt). – Am Stand von Schnei­der hat mich der sehr fein, leicht und sauber schreibende Slider Basic F beeindruckt3.

Atoma hat immer noch keinen Vertrieb für Deutschland, aber einzelne Händler bestellen direkt in Belgien und können so eine Auswahl der Produkte anbieten. Die Mitarbeiterin, von der ich das erfahren konnte, hat mir in kürzester Zeit so viel wie möglich mitzuteilen versucht und mich dann mit „Gute Besserung” verabschiedet. Das fand ich bemerkens­wert.

Die meiste Zeit habe ich bei Viarco, Möbius+Ruppert, STAEDTLER und Caran d'Ache verbracht.

Viarco

Der portugiesische Hersteller mit über 100-jähriger Geschichte imponiert mir immer wieder, vor allem durch die Gestaltung seiner Produkte und ihrer Verpackungen.

Paperworld 2015

Am kleinen, aber feinen Stand gab es Ungewöhnliches zu sehen wie z. B. das „Tablet”, eine Lochplatte mit variablen Gummiband, auf dem Schreib- und Werkzeug gehalten wer­den können.

Paperworld 2015

Interessant finde ich die „Artgraf Twins” mit zwei 22 cm langen Bleistiften mit 4 mm dicker Mine, von denen der eine den Härtegrad B hat und der andere wasservermalbar ist. – Mit im Bild der ArtGraf XL.

Paperworld 2015

Für erwähnenswert halte ich auch die Farbstifte mit den Symbolen des ColorAdd-Systems, das Menschen mit Farbsehschwächen die korrekte Identifikation von Farben vorwiegend im öffentlichen Raum ermöglicht. – In der Welt des Bleistifts könnte es gerne noch mehr klei­ne Unternehmen wie Viarco geben, die unkonventionelle Ideen haben und umsetzen!

Möbius+Ruppert

Dem traditionsreichen Unternehmen mit Sitz in Erlangen bin ich schon lange zugeneigt, da mich dessen Produkte immer überzeugt haben.

Paperworld 2015

Zu den Neuigkeiten gehören ein Behälter-Doppelspitzer im ausgefallenen Design und ein Aufsteckspitzer.

Paperworld 2015

Der unscheinbar wirkende Aufsteckspitzer hat es mir angetan. Die beiden sauber verarbei­teten Komponenten des Spitzers sitzen sicher ineinander und lassen sich gut verdrehen; im geschlossenen Zustand rastet das innere Teil ein. Für den Halt auf dem Stift sorgt ein O-Ring, der jedoch drehbar gelagert ist, so dass sich der Stift beim Spitzen leicht drehen lässt. Bei einem schnellen Test hat das eingegossene Messer einen etwa 0,25 mm dicken Span abgenommen.

STAEDTLER

Auch die Produkte von STAEDTLER haben mich nie enttäuscht, und so galt dem Stand dieses Unternehmens ein eingehender Besuch.

Paperworld 2015

Der Radierer Mars plastic feiert in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum. Passend dazu gibt es bereits seit Januar die Spitzer 510 10 und 510 20 in einer goldfarbenen Ausführung.

Paperworld 2015

Die vor zwei Jahren eingeführte Initium-Kollektion wurde um die Metallum-Schreibgeräte – Füllhalter, Tintenroller, Kugelschreiber und Drehbleistift – mit einem Schaft aus eloxiertem Aluminium erweitert.

Paperworld 2015

Den pigment liner 308 gibt es nun auch in den Strichstärken 1,0 und 1,2 mm sowie mit Keilspitze, wobei ich letztere am interessantesten finde.

Paperworld 2015

Zu dem 2013 vorgestellten dreiflächigen Bleistift mit Stylus-Funktion für Schreibanfänger kam mit dem Noris stylus pencil eine hexagonale Variante mit Standarddurchmesser. Er ist in blau, gelb und schwarz erhältlich.

Paperworld 2015

Seit Januar ist der 2013 gezeigte Noris color verfügbar. Der durch Coextrusion aus WOPEX-Material gefertigte Farbstift, der jetzt „Noris colour”4 heißt, wird in 24 Farben angeboten. – Im Gegensatz zum Noris eco, bei dem drei von sechs Flächen schwarz sind, hat der Noris colour das echte Noris-Design mit zwei gegenüberlie­genden schwarzen Flächen und zwei gegenüberliegenden schwarzen Kantenstrei­fen.

Paperworld 2015

Den Noris colour konnte ich noch vor Ort testen; seine Eigenschaften haben mich sehr beeindruckt.

Caran d'Ache

Der Auftritt von Caran d'Ache stand im Zeichen des 100-jährigen Firmenjubiläums.

Paperworld 2015

Selbstverständlich habe ich gleich meine Gedanken zum Holz der „Les Crayon de la Maison Caran d'Ache”-Sets ausgesprochen. Der Mitarbeiter, mit dem ich sprach, machte den Ein­druck, als wisse er genau, wovon ich spreche, und reagierte sehr diplomatisch. Seiner Ant­wort konnte ich nicht nur entnehmen, dass meine Vermutungen zum Material richtig sind, sondern auch, dass er die Unklarheit etwas bedauert. – Neben dem großen Sortiment, das durch die Farbstifte beherrscht wurde, gab es einige Jubiläums-Sets zu sehen, darunter eines mit dem Bleistift Technograph 777 und ein anderes mit einem Fixpencil.

Paperworld 2015

Das Technograph-Set5 enthält vier Bleistifte in den Härtegraden HB, B, 2B und 3B und ei­nen Einfachst-Magnesiumspitzer von Eisen. Verglichen mit dem alten Technograph hatten die Bleistifte im Set einen vergleichsweise rauhen und ungleichmäßigen Lack; darauf ange­sprochen sagte mir ein Mitarbeiter, dass man auf Wasserlack umgestellt habe. Ebenso wie die Lackierung der Bleistifte finde ich den Magnesiumspitzer des Jubiläums nicht würdig, und da es sich bei dem Inhalt des Sets um reguläre Artikel handelt, halte ich den Preis von 22 Euro für zu hoch6.

Paperworld 2015

Von ganz anderem Kaliber ist der mit 45 Euro zwar nicht billige, aber einzigartige Fixpencil, denn diese Variante mit einem Schaft aus gebürstetem Aluminium mit cm- und Inch-Skala ist nur in diesem Jubiläums-Set erhältlich. – Zur Geburtstagskollektion gehören außerdem der Prismalo-Aquarellstift, der Kugelschreiber 849 und der Kugelschreiber Ecridor.

Paperworld 2015

Ansprechend fand ich zudem die Bleistifte der GRAFIK-Serie, die es außer mit den Spielkar­ten-Symbolen auch noch in vier kontrastreichen Farbkombinationen mit unterschiedlich ge­formten Griffnoppen gibt.

Paperworld 2015

Auch Caran d'Ache bietet Luxus-Schreibgeräte an. Die auf 888 Stück limitierte Serie „Year of the Goat” hat einen Schaft mit Chinalack und Silber; der Kugelschreiber kostet 2300 Euro und der Füllhalter 2600 Euro.

Paperworld 2015

Solche Dinge mag und brauche ich nicht. Ich bleibe beim einfachen Bleistift und habe mich daher sehr über die zwei pfiffig gestalteten Jubiläums-Bleistifte gefreut, die wie die Schach­tel in den Schweizer Farben gehalten sind, wobei der weiße ein rotes und der rote ein weißes Käppchen hat. Ein in meinen Augen sehr geschmackvolles Werbegeschenk!7

Paperworld 2015

Das war's für dieses Mal – die nächste Paperworld öffnet am 30. Januar 2016 ihre Tore.

  1. Papier, Büro, Schreibwaren.
  2. Ich würde zu gerne wissen, wie man auf diesen beknackten Namen gekommen ist.
  3. So weit ist es gekommen – ich schaue mir einen Kugelschreiber an und finde den auch noch gut.
  4. Dem aufmerksamen Beobachter wird auffallen, dass die aus dem WOPEX-Material gefertigten Blei- und Farbstifte nicht mehr „WOPEX” heißen, sondern unter den Namen „Noris” laufen. Der Begriff „WOPEX” verschwindet von den Bleistiften und tritt nur noch als „WOPEX MATERIAL” mit eigenem Logo in Erscheinung.
  5. In der Beschreibung dieses Sets war bis gestern unter „Eigenschaften der Stifte” die Angabe „zehnschichtig” enthalten (in der englischen Variante hieß es „10 ply”), was mich an Sperrholz (plywood) hat denken lassen. Auf meine Anfrage hat mir Caran d'Ache mitgeteilt, dass „10 ply” die Schichtdicke angibt und „zehnschichtig” eine schlechte Übersetzung wäre (und dass der Technograph aus kalifornischer Zeder gefertigt würde). Heute fehlt dieses Detail, doch in der deutschen Beschreibung des dickeren Grafwood findet sich noch „8 plys” (englisch: „8 ply”).
  6. Der Technograph 777 kostet einzeln knapp 2 Euro.
  7. Wenn ich sehe, was Caran d'Ache zum 100-jährigen Jubiläum aufgefahren hat, wundere ich mich erneut darüber, dass es zum 250-jährigen von Faber-Castell nichts gab.

Kurz angespitzt

Freitag, 6. Februar 2015

Kurz notiert

Samstag, 5. April 2014

Bereits vor einiger Zeit wurde das Gebrauchsmuster DE202012009430U1 für einen Loch­verschluss offengelegt. Für mich interessanter als dieser ist jedoch das in der Schrift ge­zeigte Beispiel für seine Verwendung:

Kurz notiert

Als Inhaber des Gebrauchsmusters wird Dr. Fritz Lüttgens in Erlangen genannt; ich nehme an, dass es sich bei ihm um den Geschäftsführer von KUM handelt. – Ein Vierfach-Behälter­spitzer, idealerweise mit Lang- und Kurzkonus für Stifte von 8 bis 11 mm Durchmesser? Das wäre etwas!

Spitzer spitzen (7½)

Mittwoch, 26. Februar 2014

KUM, der Hersteller u. a. des 400-5L, entwickelt einen neuen Langkonus-Spitzer. Hier die Spitze im Vergleich (oben: Neuentwicklung, unten: Automatic Long Point):

Spitzer spitzen (7½)

Deutlich zu erkennen ist die noch längere Spitze beim neuen Modell. Während der Auto­matic und der 400-5L einen Winkel von 19° schneiden, entnehme ich diesem Foto einen Winkel von knapp unter 17° – ein beeindruckender Wert! Auf die Markteinführung, deren Termin ich nicht kenne, sowie die Spandicke und die Qualität des neuen Spitzers bin ich gespannt.

Danke an KUM für das Foto!

Anm.: Das für einen solch kleinen Winkel notwendige Messer muss eine längere Schneid­kante haben und erfordert dadurch einen höheren Kraftaufwand. Vielleicht interessant in diesem Zusammenhang ist das im Juni 2010 von KUM Irland angemeldete Patent „Spitzer mit konturgeschliffenem Schälmesser” (DE102010031916), das ein Schälmesser mit „Wel­len-, Zacken- und/oder Sägeschliff” beschreibt. Laut Patentschrift reduziert sich durch den Konturschliff der Kraftaufwand zum Anspitzen des Stifts; zudem verringert sich die Gefahr, dass das Mantel- oder Minenmaterial beim Spitzvorgang splittert.

 vorherige

Spitzer spitzen (7)

Samstag, 22. Februar 2014

Der Langkonus-Spitzer KUM 400-5L war sehr früh mein Favorit, bis mir sein dicker Span auf­gefallen ist und ich von ihm abgekommen bin (Versuche, den Span durch eine Modifikation dünner zu machen, schlugen leider fehl). Im November jedoch hat der Schreibzeugkritiker dem 400-5L eine geringere Spandicke bescheinigt und mich neugierig gemacht. Seit kur­zem habe ich nun zwei Muster des aktuellen KUM 400-5L.

Spitzer spitzen (7)

Die Oberfläche dieser Exemplare ist seidenglänzend; ich vermute, sie wurde sand- oder glasperlengestrahlt (ein Fachmann sagte mir, dass dies auch die für das Magnesium typische Fleckenbildung beim Abbeizen verhindert). Zudem sind die Ecken und Kanten leicht ab­gerundet, was die Handhabung angenehmer macht. Dadurch wird der jetzige 400-5L in meinen Augen deutlich attraktiver.

Spitzer spitzen (7)

Und der Span? Ja, der ist tatsächlich dünner. Bei einem schnellen Test kam ich auf mittlere Spandicken von 0,21 mm (STAEDTLER Noris 120, Jelutong) und 0,24 mm (STAEDTLER Noris 120, Kolorado-Tanne), und das sind sehr ordentliche Werte. Kurios ist allerdings, dass ich mit meinen – zugegebenermaßen beschränkten – Mitteln keine konstruktiven Ände­run­gen feststellen konnte, auch nicht im direkten Vergleich mit einem älteren 400-5L; was den Span dünner macht, kann ich daher nicht sagen. Ich werde aber dranbleiben, und so­bald ich mehr weiß, folgt ein Nachtrag.

Vielen Dank an KUM für die beiden Muster!

Anm.: Das Messer des 400-5L hat die Rockwell-Härte 62.

 vorherige | nächste 

 1 2 3 Nächste

Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK