Archiv des Stichworts „KUM”

Paperworld 2010 (1)

Donnerstag, den 4. Februar 2010

Am Dienstag schloss die diesjährige „Paperworld” in Frankfurt/Main ihre Pforten; hier ein paar kurze und selbstverständlich sehr subjektive Notizen zu einigen der Eindrücke, die ich bei meinem Besuch sammeln konnte. – Die Kürze meines zweiteiligen Berichts bitte ich zu entschuldigen; mir fehlt zur Zeit die Muße für detalliertere Ausführungen.

Diesmal nicht vertreten waren Pentel, Mitsubishi/uniball und Schwan-STABILO – drei Unternehmen, deren aktuelle Palette ich mir gerne angeschaut hätte (bei letzterem wären sicher die 1,4-mm-Varianten des EASYergo zu sehen gewesen).

Holzgefasste Farbstifte von LAMY

Eine Überraschung gab es bei LAMY, denn der für hochwertiges Schreibgerät bekannte Hersteller hat ab Mitte April auch holzgefasste Farb- und Bleistifte im Sortiment. Die für Kinder ab 3 Jahren gedachte Serie „3plus” hat einen quadratischen Querschnitt, eine 10 mm dicke Mine und wird in sechs Farben erhältlich sein, während es die dreiflächigen Stifte der Serie „4plus” in zwölf Farben und 6,25 mm starker Mine geben soll; die Serie „plus” umfasst 24 Farben sowie – ebenso wie „4plus” – einen Bleistift. Der matte Lack der in meinen Augen geschmackvoll gestalteten Stifte fühlt sich angenehm an, und bei einem schnellen Test vor Ort machten sowohl die Minen als auch die Verarbeitung einen sehr guten Eindruck.

Bei Carl fiel mir Kurbelspitzmaschine CP-100 auf; sie ist baugleich zur DE-100, wird aber in sechs verschiedenen Farben angeboten. Interessant ist, dass Carl die Produkte auch direkt verkauft und weltweit verschickt.

Bleistiftzubehör von Standardgraph

Jetzt noch mehr Bleistiftzubehör bietet Standardgraph an, darunter farbenfrohe, weiche Griffe und zwei Ausführungen eines Verlängerers. – Weitere Utensilien zeigte der Anbieter KUM, der mit dem „PenCut”, einer Schere im Stift-Format, ein weiteres Produkt von Raymay vertreibt (im letzten Jahr wurde der Zirkel „PenPass” präsentiert). Hinzu kamen außerdem „Scribble”, eine Kappe mit integriertem und verschließbarem Spitzer, und der ergonomisch geformte „Sattler Grip”.

Karte mit abtrennbarem Bleistift

Seine pfiffige Idee, eine 85 × 80 mm² große Karte mit abtrennbarem Bleistift, präsentierte der Erfinder Karl-Heinz Bosch. Im unteren Teil seiner „snap-note” befindet sich eine knapp 1,5 mm lange und 0,9 mm dicke Mine, die sich durch den gefalteten Karton recht gut halten und für eine kurze Notiz nutzen lässt.

Faber-Castell stellte radierbare und in zwei Durchmessern erhältliche Farbkreiden im „Grip”-Design vor, bot aber bedauerlicherweise keine Testmöglichkeit. Eberhard Faber, seit 1. Januar Teil von Faber-Castell, kündigte die „WINNER”-Reihe an, zu denen neben Farbstiften auch der dicke „Tri-Winner” gehört; dieser ist einer der Nachfolger des „Tricki Dicki”.

Eberhard Faber „WINNER”

Im zweiten Teil gibt es Neuigkeiten von STAEDTLER und LYRA.

Spitzen und inspizieren

Dienstag, den 5. Mai 2009

Angeregt durch zahlreiche Beobachtungen und den Artikel „Two Woodcase Pencils” bei Dave’s Mechanical Pencils setze ich heute mal die Messschraube an die Spitzerspäne an. Welches Modell ist gefräßig und welches glänzt als Sparschäler?

Spitzen und inspizieren

Die Testkandidaten (zum Vergrößern anklicken)

Dem kurzen Vergleichstest stellen sich (links hinten nach rechts vorne): Kutsuwa T'GAAL, PAPER and more (genaue Typenbezeichnung unbekannt), Tombow KSA-121, M+R 604 (“Granate”), KUM 400, DUX DX4112 und Faber-Castell UFO. Als Spänelieferant dient mir ein Bleistift unbekannter Herkunft, dessen homogenes Holz sich glatt spitzen lässt; pro Spitzer messe ich fünfmal und bestimme den Mittelwert. – Die Ergebnisse dieses einfachen Tests können natürlich nur Anhaltswerte darstellen und der groben Orientierung dienen, da ich einige Faktoren nicht berücksichtige, so z. B. den Einfluss der Holzart und die Kraft, mit der der Stift in den Spitzer gedrückt wird (diese von Hand exakt zu reproduzieren dürfte wohl unmöglich sein).

min. (mm) max. (mm) ø (mm) Platz
DUX DX4112 0,21 0,23 0,22 1
M+R 604 (“Granate”) 0,22 0,29 0,25 2
Kutsuwa T'GAAL 0,24 0,29 0,26 3
Faber-Castell UFO 0,26 0,33 0,30 4
KUM 400 0,35 0,43 0,39 5
PAPER and more 0,37 0,44 0,40 6
Tombow KSA-121 0,40 0,55 0,48 7

Die Messergebnisse sind überraschend breit gestreut. Während die Langkonus-Modelle von KUM, Paper and more und Tombow herzhaft zubeißen und im Vergleich zum Testsieger die 1,8- bis 2,2-fache Dicke abnagen, zeigt sich der DUX DX4112 eindeutig als Sparschäler; dicht darauf folgen der M+R 604 und der Kutsuwa T'GAAL. – Dachte ich zunächst, die Streuung der Werte eines Spitzers läge bei Kunststoffmodellen höher, da dort das Material leicht nachgeben und so die Führung des Stifts stärker variieren kann, so bestätigt die Messung dies nicht.

Spitzen und inspizieren

Die ersten drei Plätze (DUX DX4112, M+R 604, Kutsuwa T'GAAL), das Testequipment und die Reste

Da der Kutsuwa T'GAAL hierzulande leider nicht erhältlich ist, empfehle ich sparsamen oder Nutzern von teureren Bleistiften den DX4112 von DUX und die „Granate” von Möbius + Ruppert.

Paperworld 2009 (2)

Dienstag, den 3. Februar 2009

Um mir die Wartezeit bis zum April – denn erst dann kommt der LYRA COLORSTRIPE in den Handel – etwas zu verkürzen, habe ich am Stand des Herstellers noch einmal ganz genau hingeschaut. Neben 16 Einzelfarben gibt es fünf im Design abgestimmte Dosenspitzer sowie Kartonetuis mit 8 und (nicht im Bild) 16 Farben; beide Sets enthalten einen Spitzer aus Kunststoff.

Paperworld 2009

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Mit meiner Bitte um Muster hatte ich Erfolg, und so gibt es hier demnächst mehr zu diesem ungewöhnlichen Farbstift, der den diesjährigen iF Product Design Award erhielt und ebenso wie der GROOVE von formidable gestaltet wurde. – Eine Graphitvariante ist übrigens nicht im Sortiment.

KUM hat den Vertrieb des Penpass übernommen, doch zu meiner großen Verwunderung gibt es hier lediglich das Modell mit Klemmvorrichtung für eine Mine; die in meinen Augen erheblich bessere Druckbleistift-Ausführung ist in Deutschland leider nicht erhältlich.

Faber-Castell offeriert Schreibgeräte mit Pferdestärken, nämlich einen Füllfederhalter, dessen Schaft zum Teil aus geflochtenem Rosshaar besteht.

Paperworld 2009

Wer ein eigenes Ross hat und diesem einen 2 bis 3 cm dicken und 30 bis 40 cm langen Haarbüschel abzwackt, kann sich den „Pen of the Year 2009″ individuell anfertigen lassen. Die Erfüllung dieses speziellen Wunsches dauert 9 bis 12 Monate und schlägt mit etwa 5000 Euro zu Buche.

Paperworld 2009

Danke an Stephen für den Hinweis auf dieses äußerst ungewöhnliche Produkt – ich wäre ansonsten daran vorbeigaloppiert.

Der für sehr hochwertige und preiswerte Spitzer bekannte Hersteller M+R (Möbius & Ruppert) aus dem fränkischen Erlangen hat seine Palette deutlich vergrößert. Mit dabei ist jetzt auch ein farbenfroher Dreifach-Dosenspitzer für Blei-, Bunt- und Jumbostifte, den ich am liebsten gleich mitgenommen hätte.

Als sehr zufriedener Benutzer einer klappbaren Schere von Fiskars habe ich auch den Stand dieses Herstellers besucht. Die Vielfalt war beeindruckend und die Präsentation freundlich – ich gebe zu, dass ich unter solchen Umständen gerne der Werbung zum Opfer falle und mich bei der nächsten anzuschaffenden Schere zuerst im Sortiment von Fiskars umschaue.

In Kürze gibt es noch etwas zum erweiterten Druckbleistift-Programm von STAEDTLER, das jetzt auch zwei hochwertige Modelle umfasst, die es bisher nur in Japan gab.

Mitarbeiter des Monats

Donnerstag, den 27. November 2008

Mitarbeiter des Monats

(zum Vergrößern anklicken)

Mitarbeiter des Monats ist der sehr hochwertige Bleistift Cretacolor 150 H aus Österreich, der mich lange Zeit in meiner Werkzeugkiste begleitet und mir stets treue und nützliche Dienste geleistet hat. Auf dem gelbbraunen Lack des ACMI-zertifizierten Stifts aus Zedernholz gerade noch erkennbar ist ein kleiner Rest des inzwischen umgestalteten „Austria”-Gütezeichens von Quality Austria. – Mit einem geeigneten Verlängerer wie z. B. dem hervorragenden STAEDTLER 900 25 aus Japan könnte man jedoch auch diesen Stummel, der zuletzt mit dem KUM Modell 400 in Form gebracht wurde, noch komfortabel weiterverwenden.

Spitzerzeichen

Sonntag, den 12. Oktober 2008

Allen bleischreibenden Leseratten, die nicht nur den Gebrauchswert, sondern auch die Ästhetik ihrer bevorzugten Schreibgeräte und deren Drumherum schätzen, dient der japanische Versender Bundoki das passende Lesezeichen an.

Spitzerzeichen

Zu der aufwändigen Verpackung gehören außerdem eine schützende Folie und ein Pappschuber.

Am Ende des 123 mm langen, 6 mm breiten und mit einer Dicke von 0,5 mm buchfreundlichen Edelstahlstreifens sitzt ein 15 mm breiter Spitzer, dessen kleine Klinge tatsächlich geschliffen und verschraubt ist. (Zum Gebrauch eignet er sich jedoch nur bedingt, wie ein kurzer Test an der 3,1-mm-Mine des STABILO ’s move easy ergo gezeigt hat, aber diesen Anspruch erhebt das Schmuckstück ja auch nicht.)

Spitzerzeichen

Zum Größenvergleich: Der Langkonus-Spitzer KUM 400

Das sehr sauber verarbeitete, aufwändig verpackte und – wie ich finde – geschmackvolle Stück, das noch in sechs weiteren Varianten erhältlich ist, kostet 1050 Yen (knapp 8 Euro).

Spitzer spitzen (2)

Dienstag, den 9. September 2008

Als Liebhaber des langen Konus und Jäger der spitzeren Spitze habe ich mich sehr über den Gehäusespitzer von Tombow gefreut, mit dem mich kürzlich Stephen von pencil talk überrascht hat.

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Der Tombow-Spitzer trägt auf der Rückseite die Kennzeichnungen „SM-200WN” sowie „MADE IN JAPAN”, wobei die Zahl „200″ eingerahmt ist und damit an die in Japan wohl übliche Preisangabe erinnert. Er misst 42 × 32 × 24 Millimeter, wiegt 11 Gramm und liegt gut in der Hand; die Klingen schneiden sehr sauber und der Deckel schließt zuverlässig. Die Form des Spitzers ist ungewöhnlich, erinnern seine Seiten doch an ein Parallelogramm.

Beschriftung auf dem Deckel des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Beschriftung auf dem Deckel des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Ich kann leider nicht den ganzen Text auf dem Deckel des Spitzers lesen – lediglich えんぴつ (enpitsu), Bleistift –, vermute aber, dass er sich auf den Einsatz der zwei verschiedenen Spitzkonen bezieht. Dank dieser ist er für Blei- und Farbstifte gleichermaßen geeignet, wobei man die bruchempfindlicheren Minen der Farb- und der sehr weichen Bleistifte zweckmäßigerweise mit der kürzeren Klinge in Form bringt.

Die beiden Spitzkonen des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Die beiden Spitzkonen des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (Rasterweite 5 mm)

Das Maß aller Langkonus-Dinge sind für mich die „Long Point”-Spitzer des fränkischen Herstellers KUM, ganz besonders das Modell 400 (”Metal Stenograph”).

KUM Long Point 400, Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

KUM Long Point 400 (intensiv genutzt), Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Eine Gegenüberstellung zeigt deutlich, dass der Gehäusespitzer von Tombow fast an den KUM Long Point 400 herankommt:

Spitzkonen des KUM Long Point 400 (links) und des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (rechts)

Spitzkonen des KUM Long Point 400 (links) und des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (rechts)

Auch im Vergleich mit anderen wie z. B. der Elektro-Spitzmaschine Dahle 230 oder dem hervorragenden Tisch-Spitzer Carl Decade DE-100 schneidet das Modell von Tombow sehr gut ab.

Spitzkonen (von links nach rechts): Tombow-Gehäusespitzer, KUM Long Point 400, Dahle 230, Carl Decade DE-100

Spitzkonen (von links nach rechts): Tombow-Gehäusespitzer, KUM Long Point 400, Dahle 230,
Carl Decade DE-100 (man beachte das außergewöhnlich axialsymmetrische und leicht konkave Spitzergebnis des letzteren)

Ich konnte nicht herausfinden, ob dieser Spitzer oder Ersatzklingen für ihn noch erhältlich ist, und bin daher für sachdienliche Hinweise sehr dankbar.

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow
(hier deutlich zu sehen: die parallelogrammförmigen Seiten)

Vielen Dank an Stephen von pencil talk für den Tombow-Spitzer sowie an isu von the uncomfortable chair, der diesen Spitzer fast zeitgleich zu mir auf die Reise geschickt hat, doch dieses Exemplar ist bedauerlicherweise unterwegs verlorengegangen.

Nachtrag: Der Tombow-Katalog 2008 führt diesen Spitzer mit der Artikelbezeichnung KSA-121 in der Rubrik „Children’s Stationery & Character” auf; erhältlich ist er in vier Farben (schwarz, blau rot und im hier gezeigten rosa) für jeweils 210 Yen. – いろ (iro) steht hier für „Farbe”, und so ist der rechte Spitzkonus tatsächlich für Farbstifte gedacht.

Nachtrag vom 21.4.09: Eine Alternative zum hierzulande nicht erhältlichen KSA-121 ist der Doppelspitzer von „PAPER and more”.

Speziell spitzen

Montag, den 30. Juni 2008

Selbst spitzer Spitzende möchten es hin und wieder etwas weniger spitz, so z. B. bei bruchgefährdeten Farb- oder sehr weichen Bleistiften, deren empfindlichere Minen einen stumpfen Spitzkonus mit deutlich höherer Druckstabilität belohnen. Dieses nachvollziehbare Bedürfnis aus der täglichen Praxis, manchmal nicht ganz so spitz zu spitzen, erfüllt der Fünffach-Behälterspitzer T’GAAL des japanischen Herstellers Kutsuwa auf besondere Weise.

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T'GAAL

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T’GAAL

Dieser spezielle Spitzer für Stifte mit einem Standarddurchmesser von 8 Millimetern bietet die Möglichkeit, den Anstellwinkel der Klinge und damit den Winkel des Spitzkonus in fünf Stufen zu variieren. Dazu drückt der erste auf der Rückseite des Einstellrades angebrachte Exzenter auf die federnd gelagerte Klinge; ein zweiter verschließt in der sechsten Position (”Close”) die Öffnung für den Stift.

Der Fünffach-Behälterspitzer Kutsuwa T'GAAL

Hier gut zu sehen: Die beiden Exzenter auf der Rückseite des Einstellrades und die Lagerung der Klinge

Wirkt der 25 Gramm leichte und 65 × 50 × 28 Millimeter große Spitzer aufgrund seiner Ausführung aus Kunststoff zunächst etwas billig, so überrascht er beim Gebrauch: Die sehr scharfe Klinge schneidet Holz und Mine des im Test verwendeten STAEDTLER Mars Lumograph 100 B sauber, und das Einstellrad bleibt in der gewählten Position. – Woher jedoch die leichten Eindrehungen an den Spitzen bei den Stufen 3 bis 5 kommen, konnte ich leider nicht herausfinden.

Die fünf Spitzkonen des Kutsuwa T'GAAL

Die fünf Spitzkonen des Kutsuwa T’GAAL (links:1, rechts: 5; Rasterweite: 5 mm)

Wie der Vergleich zeigt, unterscheiden sich die Konen des T’GAAL bei Stufe 5 und des KUM Long Point deutlich – was die Länge des Konus angeht, so hat letzterer die Nase Spitze immer noch ganz vorne, dicht gefolgt vom Elektrospitzer Dahle 0230.

Die Spitzkonen im Vergleich (von links): Kutsuwa T’GAAL (Stufe 5), KUM Long Point, Dahle 0230

Die Spitzkonen im Vergleich (von links): Kutsuwa T’GAAL (Stufe 5), KUM Long Point, Dahle 0230

Der Verschluss schließt die Öffnung für den Stift recht gut, auch wenn er trotzdem noch ein wenig Graphitstaub ausdringen lässt. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn der Deckel des Behälters etwas fester säße und die Gefahr des versehentlichen Entleerens dadurch geringer wäre.

Die Verpackung des Kutsuwa T'GAAL (Vorderseite)    Die Verpackung des Kutsuwa T'GAAL (Rückseite)

Verpackung des Kutsuwa T’GAAL (zum Vergrößern anklicken)

Zur Haltbarkeit dieses Spitzers kann ich noch nichts sagen, da ich ihn erst seit ein paar Tagen habe; ich hoffe jedoch, dass die Klinge recht lange scharf bleibt, da ich bis jetzt keinen Anbieter für Ersatzklingen kenne. Trotz der kleinen Schwächen halte ich den T’GAAL für sehr empfehlenswert, weiß ich doch von keinem anderen Spitzer mit dieser ungewöhnlichen und praktischen Funktion. – Der T’GAAL ist bei Bundoki in grau, blau und rosa für 525 Yen (knapp 3,20 Euro) erhältlich.

Vielen Dank an isu von the uncomfortable chair für den Kutsuwa T’GAAL!

Nachtrag: Bundoki bietet einen exzellenten Service und verschickt weltweit; der Bestellvorgang ist hier beschrieben.

Spitzer spitzen

Dienstag, den 13. Mai 2008

Als mir vor recht langer Zeit in alten US-amerikanischen Spielfilmen Bleistifte aufgefallen sind, die spitzer angespitzt waren als unsere einheimischen, habe ich mich nach dem dafür notwendigen Utensil umgesehen. Dies war jedoch kein ganz leichtes Unterfangen, denn als Reaktion auf meinen Wunsch „Ich hätte gerne einen Spitzer, der spitzer spitzt als andere Spitzer” hatte ich Fragen wie „Möchten sie ein Glas Wasser?” oder „Soll ich einen Arzt rufen?” befürchtet, aber glücklicherweise blieb mir derartiges erspart.

Bei meiner Suche habe ich mich auch direkt an KUM gewandt, einen in Franken ansässigen Hersteller, der im nächsten Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert. Dort hatte man ein offenes Ohr für mich, und kaum hatte ich mein Anliegen nebst einer eingescannten Skizze per E-Mail vorgebracht, wurde mir auch schon geholfen. So zählen nun schon seit einigen Jahren die Lang-Konus-Spitzer von KUM zu meinen Favoriten, ganz besonders das Modell 400 aus einer Magnesiumlegierung. Letzteres möchte ich hier kurz vorstellen.

Lang-Konus-Spitzer 202 und 400 von KUM

Lang-Konus-Spitzer von KUM
Links: Modell 202 (”Stenograph”), 1998; rechts: Modell 400 (”Metal Stenograph”), 2007

Der in Deutschland hergestellte und mit 9 g vergleichsweise leichte Metall-Spitzer, der sich durch seine sog. „Bettstattform” sehr gut halten lässt, misst 41 × 15 × 17 mm und ist für Bleistifte mit einem Standard-Durchmesser von 8 mm ausgelegt. Sein auffälligstes Merkmal ist die große Klinge aus gehärtetem Stahl, die fast 20% länger ist als z. B. die des klassisch-keilförmigen und ebenso hochwertigen M+R 0600 aus Messing (das muss sie auch sein, ist doch die Schnittfläche bei einem kleineren Winkel in der Spitze größer).

KUM Long Point 400 (links) und M+R 0600 (rechts)

KUM Long Point 400 (links) und M+R 0600 (rechts)

Die Unterschiede der resultierenden Spitzenformen sind deutlich sichtbar. – Zur Ehrenrettung des M+R 0600 muss ich an dieser Stelle sagen, dass die Klinge meines Stücks nicht mehr ganz scharf ist und die Schnittfläche daher rauher ausfiel; ein neues Exemplar spitzt selbstverständlich besser.

Spitzergebnis des M+R 0600 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Spitzergebnis des M+R 0600 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Der KUM 400 sorgt für eine 23 mm lange Spitze (M+R 0600: 17 mm), wobei etwa 5 mm der Graphitkerns freigelegt werden (M+R 0600: 3 mm). Daher unterscheidet sich auch der Spitzabfall: Während die Dicken der Abfälle nahezu gleich sind, nimmt der Land-Konus-Spitzer aufgrund der größeren Schnittfläche mehr Holz weg.

Spitzabfälle des KUM Long Point 400 (links) und des M+R 0600 (rechts) vom Tombow Mono J

Spitzabfälle des KUM Long Point 400 (links) und des M+R 0600 (rechts) vom Tombow Mono J

Eine Spitze mit vergleichbarer Geometrie formt die Elektro-Spitzmaschine Dahle 230, doch da diese mit einem Fräser arbeitet, ist die Holzfläche etwas glatter und der Übergang vom Holz zur Mine sauberer.

Spitzergebnis des Dahle 230 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Spitzergebnis des Dahle 230 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J

Der KUM Long Point 400 aus Magnesium kostet etwa einen Euro und ist für Bleistifte der Handspitzer meiner Wahl. – Ein Dreierpack Ersatzklingen wird für gut zwei Euro angeboten.

KUM Long Point 202, ursprüngliches Modell (Herstellungsjahr unbekannt)

KUM Long Point 202, ursprüngliches Modell (Herstellungsjahr unbekannt)

Obiges Bild zeigt das (soweit ich informiert bin) ursprüngliche Modell des KUM Long Point 202. Ich habe ihn um 1998 herum bekommen, vermute jedoch, dass er deutlich älter ist. Kann meine geschätzte Leserschaft etwas zum Alter dieses Exemplars sagen?

Nachtrag: Wer nicht immer, sondern nur manchmal spitzer spitzen möchte, findet in diesem speziellen Spitzer vielleicht eine Alternative zum KUM Long Point.