Archiv des Stichworts „Museum”

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

Rüssel und Radierer (3)

Dienstag, 19. Januar 2010

Inhaber einer Dauerkarte für diesen Zirkus sind mit meinen albernen Anwandlungen bes­tens vertraut und werden daher nicht überrascht sein, die unterhaltsame Verquickung von großem Tier und kleinem Gummi ein drittes Mal präsentiert zu bekommen. Manege frei!

Aufsteckbarer Radierer aus Hong Kong

Der Büste eines Prominenten gleich thront dieser Vertreter der seltsamen Spezies auf dem der schwarzen Spitze abgewandten Ende des Bleistifts und ist somit immer im Blick sowie zur Hand, wenn ein Fehler des Schreibenden die fachkundige Behandlung durch einen fä­higen Kopf erfordert. Details zur Identität des imposanten Wesens und seines Schöpfers sucht man jedoch vergeblich, so dass beide unbekannt bleiben; lediglich der Schriftzug „Hong Kong” verrät etwas über die Herkunft des gelben Hauptes.

Reklamemarke von Ferd. Marx & Co. aus Hannover

Auf den nur 32 × 47 Quadratmillimetern einer historischen Reklamemarke ziemlich groß machte sich das für den weichen Gummi des hier bereits genannten Herstellers Ferd. Marx & Co. aus Hannover auftretende Schwergewicht und verfehlte dank seines Kalibers wohl kaum die gewünschte und werbende Wirkung.

Radierer aus China

Weniger Ele- als vielmehr Mikrofant ist dieser winzige Kerl aus dem fernen Osten Asiens, der einen recht schüchternen und zurückhaltenden Eindruck macht, beinahe so, als traute er sich noch nicht einmal das Entfernen einer kleinen Menge Graphit zu. Seine Bedenken indes sind unnötig, hat er doch in mir einen verständnisvollen Halter, der ihn – wenn auch nicht ganz artgerecht – vor aufreibenden Einsätzen bewahrt und stattdessen seine kräf­tigeren Kollegen vorschickt.

« vorherige | nächste »

J.S. Staedtler 1919 (5)

Dienstag, 12. Januar 2010

Als Abhilfe für den Schwund der von mehreren Personen genutzten Schreibgeräte diente J.S. Staedtler im Katalog des Jahres 1919 seinen Kunden den „Telephonstift” an.

Telephonstift

Ausgestattet mit einer Ringkapsel ließ sich der in zwei Ausführungen und dem Härtegrad 2 erhältliche Bleistift an einer Schnur oder Kette befestigen und so zumindest gegen das versehentliche Mitnehmen sichern.

Telephonstift

Kleine Anmerkung am Rande: Der Eindruck, als handle es sich hier um eine frühe Form der heute grassierenden Apostrophitis, täuscht, denn nach meinem Wissen kam der Genetiv-Apostroph Anfang des 17. Jahrhunderts im Deutschen auf und blieb bis ins vergangene hinein üblich.

Telephonstift

Auch wenn man damals mit der nicht nur in diesem Katalog zu findenden Produktvielfalt wohl zuweilen über das Ziel hinausschoss und damit vielleicht manche Kunden verwirrt hat, so spricht sie mich doch aufgrund der zahlreichen und sorgfältig ausgeführten Details, die zudem meist einen praktischen Nutzen hatten, sehr an.

Telephonstift

« Umsteck-Schoner | J.S. Staedtler 1919 | Krokier-Stifte »

Der Bleistift als Wandler

Mittwoch, 6. Januar 2010

Einen Bleistift im Dienste der Elektroakustik zeigt dieses Foto, das ich in dem Buch „275 Jahre Staedtler-Stifte 1662–1937″ finden konnte.

Kohlemikrofon mit Bleistift

In dieser vermutlich zu Demonstrationszwecken gebauten Variante des von David Edward Hughes im Jahr 1878 erdachten Kohlemikrofons leistete ein beidseitig angespitzter Bleistift den bei auftreffendem Schall sich ändernden Widerstand und sorgte damit nicht für die Wandlung von Gedanken in Schrift, sondern von Gesprochenem in Schwankungen der an ihn angelegten Gleichspannung.

Spitzenspiel

Dienstag, 5. Januar 2010

Einem Feuerwerk gleich präsentierte die J.S. Staedtler Inc. aus Hackensack, New Jersey (USA), in dieser attraktiven Anzeige vom Ende der 1950er Jahre die aus dem damaligen West-Deutschland importierten Produkte für das Zeichnen und Schreiben.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc.

Neben dem Fallminenstift „Technico” und dem Bleistift-Klassiker „Lumograph”, der seinem 80-jährigen Jubiläum entgegensieht, waren hier inzwischen längst verschwundene Stifte zu sehen, darunter der „Omnigraph”, der „Irremovo” sowie der „Revisor”.

« Gestaltungsmittel | Alte Anzeigen von STAEDTLER | Familienangelegenheit »

No. 1

Freitag, 1. Januar 2010

Zum Tag Nr. 1 des gerade begonnenen Jahres ein kleines Detail des kurzen Farbstifts № 1 aus einem etwa 50 Jahre alten und noch ausführlicher vorzustellenden 12er-Set der Serie „LUNA” von J.S. Staedtler.

Farbstift LUNA № 1 von J.S. Staedtler

Ich wünsche meiner geschätzten Leserschaft ein gutes neues Jahr!

Staedtler-Stifte in Indien

Montag, 28. Dezember 2009

Auf den Gebrauch von Staedtler-Stiften zu bestehen empfahlen die Alleinvertreter Messrs. Heman & Co. aus Bombay, Indien, in dieser Anzeige auf der Rückseite eines kleinen und inzwischen wohl um die 100 Jahre alten Briefumschlags.

Staedtler-Stifte in Indien

Stellvertretend für das mit „best and cheapest” beworbene Programm von J.S. Staedtler waren zwei in Deutschland hergestellte Bleistifte der Serien „Full Moon” und „Moon” sowie ein „Mars”-Tintenstift, allesamt rund und mit ungewöhnlicher Spitze, zu sehen; soweit ich weiß, war nur letzterer auch hierzulande erhältlich.

J.S. Staedtler 1919 (4)

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Eine flache, zweigeteilte Metallhülse, die einen kurzen Holzbleistift aufnahm und entweder diesen verlängerte oder die (Westen-)Tasche, in der er leicht Platz fand, vor dessen Spitze schützte, zeigte die Seite 75 des Katalogs von J.S. Staedtler aus dem Jahr 1919.

Umsteckschoner

Für den umzusteckenden Schoner, der sich nach Angaben des Herstellers besonders gut an das Reisepublikum verkaufen ließ, gab es gleich drei verschieden ausgeführte Blei- und einen Kopierstift, wobei letzterer als (mir unbekannt) „velourpoliert” beschrieben wurde; eine Variante war gar gerieft. – Welches Holz statt der Zeder zum Einsatz kam und was das „weiße Metall” war, konnte ich bis jetzt nicht herausfinden.

Ich möchte mich wieder einer (zugegebenermaßen redundanten) Montage bedienen, um das im Katalog nicht Gezeigte zu ergänzen:

Umsteckschoner (Montage)

Die Form der 62,5 mm langen und mit silberfarbenem Prägedruck versehenen Bleistifte ist aus heutiger Sicht ungewöhnlich, denn während ihr Profil an ein abgerundetes Rechteck und damit an Zimmermannsbleistifte erinnert, zeigt die untere Abbildung keine rechteckige wie in diesen, sondern eine runde (oder ovale). – Den Härtegrad nennt der Katalog nicht; auch fehlt der Hinweis auf einen geeigneten Spitzer.

Umsteckschoner

Das Funktionsprinzip dieses Umsteckschoners ähnelt dem der sog. „bullet pencils”, von denen man sagt, dass ihr Ursprung in den US-amerikanischen Bürgerkrieg zurückreiche; damals sollen Soldaten kurze Bleistifte in leere Patronenhülsen gesteckt haben, um sie besser verstauen zu können.

Umsteckschoner

« Taschen-Bleistift „Famulus” | J.S. Staedtler 1919 | Telephonstift »

Markiges Marketing (14)

Montag, 7. Dezember 2009

Bleistifte von Brevillier & Urban

Als gut bestückten Fahnenmast weit über den Globus hinausragen ließ Brevillier & Urban einen klassisch-gelben Bleistift und stellte ihn auf dieser gut 90 Jahre alten und 45 × 30 mm großen Reklamemarke aus der Vogelperspektive dar. Ein farbenfrohes und in meinen Augen grafisch reizvolles Stück Gebrauchsgrafik!

« vorherige | nächste »

 Vorherige 1 2 3 ...28 29 30 ...35 36 37 Nächste