Archiv des Stichworts „Museum”

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Markiges Marketing (12)

Mittwoch, den 18. November 2009

Bleistifte von Brevillier & Urban

Dem österreichischen Bleistifthersteller Brevillier & Urban einen modern-schlichten Auftritt verschaffte diese 30 × 45 mm² große und durch wenige, stark kontrastierende Farben sowie klare Linien geprägte Reklamemarke, in deren Mittelpunkt ein großer, gelber Bleistift – offenbar schon damals ein Archetyp – steht. Die an den Jugendstil erinnernde Schrift könnte auf ein Alter der Marke von vielleicht 100 Jahren und die Adresse „Wien VI. Schraubenhof” auf die 1823 durch Carl Wilhelm von Brevillier gegründete Schraubenfabrik hindeuten. – Mehr zur Geschichte des Unternehmen gibt es hier.

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Elephanten

Dienstag, den 17. November 2009

Diese kräftigen Kerle schaffen es auch immer wieder, sich in den Vordergrund zu drängeln, doch wer kann und will sich ihnen schon entgegenstellen? Ich jedenfalls nicht – ganz im Gegenteil: Als großer Freund der gemütlichen und liebenswürdigen Schwergewichte habe ich sie hier bereits einige Male auftreten lassen, und so mache ihnen heute gerne erneut die Bühne frei, besonders dann, wenn sie in einer solch prächtigen Form daherkommen.

J.S. STAEDTLER 6089 ELEPHANT

Über den 6089 ELEPHANT von J.S. STAEDTLER weiß ich leider fast gar nichts, selbst das Alter der gezeigten Stifte nicht; ich vermute, dass es bei etwa 40 bis 50 Jahren liegt.

J.S. STAEDTLER 6089 ELEPHANT

Wenn ich richtig informiert bin, gab es diesen in meinen Augen sehr schönen Bleistift nur im Härtegrad HB, dafür aber mit sechs unterschiedlichen Lackierungen, wobei diese aus den hier zu sehenden Farben bestanden.

J.S. STAEDTLER 6089 ELEPHANT

Neben dem kleinen Elefanten und dem Namen des Bleistifts in einem dekorativen Font zeigt der goldfarbene, recht sauber aufgebrachte Prägedruck den typischen Viertelmond und macht die üblichen Angaben. Zum Ursprung der Wortmarke „ELEPHANT” habe ich nichts finden können, und es sieht so aus, als sei sie inzwischen nur noch bei STAEDTLER Australia im Gebrauch (der letzte hierzulande erhältliche Bleistift dieses Namens war meines Wissens der Kiddi Black Elefant).

J.S. STAEDTLER 6089 ELEPHANT

Wie der ELEPHANT schreibt und sich spitzen lässt? Nun, das zu testen konnte ich nicht übers Herz bringen, denn noch sind mir diese beiden Exemplare viel zu kostbar.

J.S. STAEDTLER 6089 ELEPHANT

Schmuckstück

Dienstag, den 10. November 2009

Nach den Tanzkartenbleistiften von J.J. Rehbach hier ein Ballbleistift von J.S. STAEDTLER, den der Hersteller 1901 in mehreren Farben in das Programm nahm und zum selben Zweck anbot.

Ballbleistift von J.S. STAEDTLER

Das runde, nur 63 mm kurze und knapp 6 mm dünne Stiftchen (im Bild ein Exemplar aus dem Jahr 1907) trägt an seiner Metallkapsel eine doppelte, farblich auf den weißen Lack abgestimmte Schnur, die in einer dekorativen Quaste endet und zur Befestigung des winzigen Stifts an der Tanzkarte diente.

Ballbleistift von J.S. STAEDTLER

Die Lackierung, auf dem ein silbern glänzender Prägedruck den Viertelmond zeigt sowie den Markennamen und das Herstellungsland nennt, hat keine Risse und damit die gut hundert Jahre bestens überstanden; auch die gut sitzende Kapsel weist nur geringe Spuren der Alterung auf. Ein kleines Juwel!

J.S. Staedtler 1919 (2)

Samstag, den 7. November 2009

Einer der ungewöhnlichen, im Katalog von J.S. Staedtler des Jahres 1919 präsentierten Artikel war der „Straßenbahn-Patentstift mit beweglicher Kopiermine”, den es in zwei Varianten gab.

Straßenbahn-Patentstift

Kleiner Exkurs: Der „Patentstift” bestand aus einer meist hölzernen Hülse, an deren einem Ende eine Schraubklemmung die Mine hielt. Auch Faber-Castell bot solche Schreibgeräte in zahlreichen Ausführungen und im Katalog von 1902 mit 32 (!) verschiedenen Minenstärken an. Da die Minen noch nicht genormt waren, halfen sog. „Bleilehren” mit unterschiedlichen Drähten und Stäben bei der Bestimmung des korrekten Durchmessers (Faber-Castell hatte damals gleich drei solcher Lehren im Sortiment).

Die Kopiermine, hier gehalten von einer aufwändig gestalteten Spitze aus Nickel, enthielt den Anilinfarbstoff Methylviolett, dessen Synthese gut 50 Jahre zuvor erstmals gelang. Im Gegensatz zum Graphit gehen die Substanzen der Kopiermine eine unlösbare Verbindung mit dem Papier ein, was die spurlose Entfernung ihrer Schrift fast unmöglich und die Mine damit dokumentenecht macht. Der Kugelschreiber sollte erst 20 Jahre später erfunden werden und Tinte war für den mobilen Gebrauch meist nicht handlich genug, so dass der Kopierstift lange konkurrenzlos war und daher (wie hier) eben auch Straßenbahnschaffnern zum Markieren von Fahrkarten angedient wurde.

Straßenbahn-Patentstift

Als eine sehr frühe Form des mechanischen Stifts kam der Patentstift ohne Spitzer aus, was ihm einige Vorzüge gegenüber den holzgefassten Schreibgeräten verlieh. – Zur Dicke der Kopierminen, die in Schachteln mit ¼ Gros (36 Stück) bereitgehalten wurden, macht der Katalog keine Angabe.

Eine Version des runden Straßenbahn-Patentstifts war mit einem (hier perspektivisch nicht ganz korrekt dargestellten) Gummiring versehen, der ähnlich einem Blattwender – in seiner klassisch-dunkelgrünen Igelform eine Büro-Ikone – das Lösen der Fahrscheine vom Block erleichterte.

Straßenbahn-Patentstift

Der Zeichner der Produktabbildung spendierte dem Viertelmond, dem knapp zwanzig Jahre vor Erscheinen dieses Hauskatalogs beim Nürnberger Amtsgericht angemeldeten und damit ältesten Markenzeichen des Unternehmens, eine gewaltige Nase und eine recht ernste Mine, was mir außerordentlich gut gefällt. – Bei „hiezu” handelt es sich übrigens nicht um einen Druckfehler, sondern um die damals in Süddeutschland übliche und heute veraltete Form von „hierzu”.

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Neues vom Mars

Donnerstag, den 5. November 2009

Schlank wie das beworbene Produkt war diese etwa 25,5 cm hohe Anzeige, mit der die J.S. STAEDTLER Inc. in Hackensack, New Jersey (USA) in den 1950er Jahren das neue Leistungsmerkmal des Fallminenstifts „1001 Mars Technico” bewarb und dabei auch mit dem Markennamen spielte.

Neues vom Mars

Die Neuigkeit war der in den Drücker des Stifts integrierte Minenspitzer, der ein separates Gerät entbehrlich machte und in dieser sicher an technisch orientierte Nutzer gerichteten Anzeige in einer gleichermaßen informativen wie dekorativen Schnittdarstellung zu sehen war. – Es fällt auf, dass hier ein Foto des Stifts zum Einsatz kam, während andere Anzeigen aus der gleichen Zeit noch Zeichnungen enthielten.

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Markiges Marketing (11)

Samstag, den 31. Oktober 2009

LYRA-ORLOW Zeichen- und Copierstifte

„Zeichen- und Copierstifte” des Fabrikats LYRA-ORLOW bewarb diese 42 × 56 mm² große Reklamemarke gut 100 Jahre nach der Gründung des Unternehmens im Jahr 1806. Etwa vier Jahrzehnte zuvor ließ sich der Hersteller die Lyra als Warenzeichen eingetragen, doch warum man sich ausgerechnet für das antike Zupfinstrument als Sinnbild entschieden hat, ist laut der 1956 erschienenen Schrift „Meilensteine – 150 Jahre Lyra-Orlow” nicht ganz klar. Viele Gesangsvereine der damaligen Zeit trugen jedoch ebenfalls diesen Namen, und man nimmt an, dass Mitglieder eines solchen Vereins, die oft auch im gesellschaftlichen Leben ihrer Stadt eine Rolle spielten, zu dieser Entscheidung beigetragen haben. – Die blau gewandete Dame mit Kranz, die das Instrument eindrucksvoll in die Sonne hält, wird flankiert von zwei Stiften mit den Bezeichnungen „HB 2 ORLOW LYRA BLEISTIFT-FABRIK NÜRNBERG” und „LYRA COPYING INK PENCIL Compressed Lead”.

Neben dem Koh-I-Noor und dem Cullinan ist der Orlow ein weiterer berühmter Diamant, dessen Name Schreibgeräte schmückte, und mit den holzgefassten Universalschreibern hat LYRA auch heute noch Artikel dieses Namens im Programm.

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J.S. Staedtler 1919 (1)

Freitag, den 30. Oktober 2009

J.S. Staedtler 1919 (1)

Dies ist die Vorder- und ein Ausschnitt der Rückseite des Hauskataloges der J.S. Staedtler Mars-Bleistift-Fabrik aus dem Jahr 1919, der auf 108 Seiten mit mehr als 500 Abbildungen über zahlreiche und aus heutiger Sicht zuweilen ungewöhnliche Produkte informiert hat: Telefonstifte, Ballstifte, Bleistiftkappen mit Schreibfeder, Brieftaschen-Stifte mit Scheiben- und Kugelknöpfen, Straßenbahn-Patentstifte, Stifte mit Messing-Gewinde und vieles mehr. Ich freue mich sehr darauf, einiges davon hier in den nächsten Wochen zeigen zu können.

J.S. Staedtler 1919 (1)

Danke an STAEDTLER für die Genehmigung zur Reproduktion!

J.S. Staedtler 1919 | Straßenbahn-Patentstift »

Im Dienst der Ordnung

Dienstag, den 27. Oktober 2009

Reklamemarke der Leitz-Ordner-Fabrik

Als der 1848 geborene Handwerker Louis L. Leitz 1871 in Stuttgart-Feuerbach eine kleine Werkstatt gründete und dort mit nur zwei Mitarbeitern die Fertigung von Metallteilen für Ordnungsmittel aufnahm, ahnte er noch nicht, welche Revolution er ein Vierteljahrhundert später auslösen sollte, denn seine Suche nach einer Alternative zur damals üblichen starren Ablage von Schriftstücken führte im Jahr 1896 zur Erfindung des – patentamtlich korrekt formuliert – „Briefordners mit Hebelmechanismus”. Dieser nach wie vor äußerst populäre „Leitz-Ordner” mit den beiden Bügeln und der Klemmspange mit Drücker erlaubte erstmals die flexible Ablage von Papieren, die nun buchähnlich aufbewahrt, sauber umgelegt sowie an beliebiger Stelle eingelegt und entnommen werden konnten. Ab 1901 trug der Rücken der zunächst nur in schwarz-grau angebotenen Ordnungshilfe den Namen seines Schöpfers in der klassischen und inzwischen verschwundenen „Pinselschrift”, und 1911 erfuhr das praktische Büro-Utensil seine wohl größte Änderung: Ein metallgefasstes Griffloch machte fortan die komfortable Entnahme des Leitz-Ordners aus dem Regal möglich. Eine weitere Verbesserung wurde dem Inbild der Ablage durch eine Idee Erich Krauts zuteil, der, seiner Erblindung im Ersten Weltkrieg zum Trotz, die Ordnerfabrik ELBA in Wuppertal aufbaute. Er brachte in den Deckel des Ordners zwei ebenfalls mit Metall eingefasste Löcher ein, durch die die Bügel herausragen konnten und ihn somit kompakter und standfester machten. – Die gezeigte, 60 × 45 mm² große Reklamemarke stammt wahrscheinlich noch aus der Zeit vor Einführung des Grifflochs.

Ein Dutzend STAEDTLER MARS LUMOGRAPH 2886 B

Mittwoch, den 21. Oktober 2009

Ein Dutzend STAEDTLER MARS LUMOGRAPH 2886 B

Ein Dutzend STAEDTLER MARS LUMOGRAPH 2886 B

Ein Dutzend STAEDTLER MARS LUMOGRAPH 2886 B

Ein Dutzend STAEDTLER MARS LUMOGRAPH 2886 B

Ein Dutzend STAEDTLER MARS LUMOGRAPH 2886 B

Rüssel und Radierer (1)

Dienstag, den 20. Oktober 2009

Ob klein und schwarz oder grau und groß, als schlanker Schattenspender oder kultureller Stützpfeiler – den liebenswürdigen und in zahlreichen Varianten auftretenden Rüsseltieren fühle ich mich nicht nur als langjähriger Bürger Rüsselsheims aufs Engste verbunden, und so ist es mir ein sehr großes Vergnügen, hier und heute gleich drei weiteren gemütlichen, gedächtnisstarken und zudem gegen den Graphit antretenden Dickhäutern sowohl Auslauf als auch die verdiente Aufmerksamkeit verschaffen zu dürfen.

Radiergummi 300/40 von Koh-I-Noor

Aus dem Gehege des traditionsreichen und in Tschechien ansässigen Herstellers Koh-I-Noor stammt der erste aus dem Trio. Schlicht mit „300/40″ benannt macht er dem Graphit den Garaus, und was dem mit 8 × 23 × 37 mm³ recht kleinen Kerl an körperlicher Größe fehlt, gleicht er durch den Einsatz des ihm beigegebenen Schleifmittels mehr als aus.

Reklamemarke von Ferd. Marx & Co.

Groß und weich war der Radiergummi „Elefant”, für den sein Erzeuger Ferd. Marx & Co. in Hannover vor etwa 90 Jahren mit dieser attraktiven Reklamemarke warb. Eine imposante Gestalt, mit der ich mich selbst als harter Bleistift nur äußerst ungern angelegt hätte!

Beweglicher Elefanten-Radierer von Brunnen

Dieser elastische, 35 mm große Akrobat schwingt im Rahmen der Aktion „Fans of Earth” des Anbieters Brunnen seine Hufe und nimmt mit seiner hohen Gelenkigkeit zweifellos eine Sonderstellung unter den gerüsselten Radierern ein. Woher jedoch sein überraschter Blick herrührt, wollte er mir bisher nicht verraten.

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