Archiv des Stichworts „Museum”

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SCALA № 1012

Freitag, 17. Juni 2011

Den Härtegrad eines Bleistifts findet man meist auf seinen Seitenflächen. Manche Hersteller ergänzen diese Kennzeichnung durch eine farbige Tauchkappe oder eine graue Fläche, de­ren Helligkeit mit der Härte korrespondiert; Beispiele dafür sind der Maped Black’Peps und der inzwischen nicht mehr erhältliche Pantone Graphite. Eine andere, mich sehr anspre­chende Gestaltung zur raschen Identifikation des Härtegrads wählten L. & C. Hardtmuth beim SCALA № 1012, den diese Anzeige im Jahr 1927 bewarb.

SCALA № 1012

(zum Vergrößern anklicken)

Die Politur in fünf abgestuften Rottönen – zweifellos eine ästhetische Palette – sollte den Griff zum gewünschten Härtegrad erleichtern. Da sie den Bleistift komplett überzog, war dieser in jeder Lage wiedererkennbar.

SCALA № 1012

L. & C. Hardtmuth konnten sich offenbar kaum bremsen, den Nutzen zu betonen. Doch war er wirklich so groß? Ich kann mir vorstellen, dass man einem einzigen Stift nicht sofort die Härte ansehen konnte, sondern nur im Vergleich mit allen anderen, und so auch mal den benachbarten Grad erwischte. Stärker kontrastierende Farben mit vertrauter Bedeu­tung sind vermutlich praktischer.

SCALA № 1012

Dennoch: Die Idee war gut, und ich bin mir sicher, dass ich ein Set des SCALA № 1012 gekauft hätte.

SCALA № 1012

Danke an Herbert R. für den Scan!

Anm.: Im dritten Bild fällt auf, dass das Attribut „eigenartig” im Gegensatz zu heute positiv konno­tiert war. Oder ist das vielleicht eine österreichische Besonderheit?

Ausgepact

Mittwoch, 15. Juni 2011

Ausgepact

Was beim Entrümpeln so alles auftaucht! Und dabei hatte ich nie eine Atari-Konsole …

Filou

Montag, 13. Juni 2011

Filou

Auf alten Verpackungen des italienischen Herstellers FILA anzutreffen: Der (sicher kluge, da FILA nutzende) Kopf mit einem Bleistift hinterm Ohr.

Das Beste für jeden Zweck

Samstag, 11. Juni 2011

Nicht viele Worte machten L. & C. Hardtmuth in dieser nur 109 × 48 mm² kleinen und gut 100 Jahre alten Anzeige.

Das Beste für jeden Zweck

Der grafische Aufwand indes war größer: Ein Bleistift durchdrang perspektivisch unmöglich die dreidimensionalen Buchstaben und erinnert heute an die Werke des niederländischen Künstlers M.C. Escher.

Das Beste für jeden Zweck

Der genaue Blick zeigt, dass hier alles von Hand gezeichnet wurde.

Das Beste für jeden Zweck

Für mich eine kleine Kostbarkeit!

Das Beste für jeden Zweck

Fingerzeig

Mittwoch, 8. Juni 2011

Bei einem Umzug findet man ja bekanntlich Dinge, die man in den zehn Jahren davor nicht vermisst hat. Als bekennender Poly-Sammler habe ich da eine große Auswahl, und so stieß ich kürzlich auf einen Karton mit alter Technik, darunter Taschenrechner mit Handbüchern sowie Handbücher ohne Taschenrechner. Unter ersteren befand sich auch der TI-59, in dessen Handbuch („Individuelles programmieren”, 1977/1979) mir dieses Symbol auffiel.

Fingerzeig

Es ist 14 × 14 mm² groß, kennzeichnet das Kapitel zur Programmierung und gefällt mir.

Rüssel und Radierer (4)

Dienstag, 7. Juni 2011

Offenbar hat es sich herumgetrötet, dass ich den gemütlichen Dickhäutern gewogen bin, vor allem dann, wenn sie als Radierer auftreten: Es hat nicht lange gedauert, bis vier wei­tere Vertreter dieser speziellen Gattung vorstellig wurden – Vorhang auf!

Elefanten-Radierer-Bausatz von IWAKO

Billy (links oder rechts) und sein Zwillingsbruder (rechts oder links)

Die weite Reise aus dem fernen Japan nicht gescheut hat dieser liebenswürdige Gefährte, der als Mitglied der großen Familie IWAKO eine kaum zu überschauende Zahl naher und entfernter Verwandter hinter sich weiß. In Kinderhand fühlt er sich am wohlsten, und da er vor sei­nem ersten Einsatz eine einfache Montage erfordert, nimmt er mir den Spitz­namen „Billy” sicher nicht übel.

Der Elefant aus der „Sendung mit der Maus”

Es ist mir eine außerordentliche Freude, ein echtes Schwergewicht des Showgeschäfts in unserer illustren Runde begrüßen zu dürfen. Der immer in blau, mit typischem Getöse und schlicht als „der Elefant” auftretende Star erfreut sich besonders bei Kindern jeden Alters größter Beliebtheit und weiß stets durch pfiffige Ideen und überraschende Aktionen zu überzeugen.

Wichmann AKA 1200/20 für Blei und Kohle

Der dritte Gast kann heute leider nicht persönlich anwesend sein und verweist stattdessen auf sein (zugegebenermaßen nicht mehr ganz so aktuelles) Konterfei in der 20. Ausgabe des Hauptkataloges der Gebrüder Wichmann aus dem Jahr 1940. Ich bedaure sehr, dass er verhindert ist und hoffe trotz seines etwas grimmigen Blicks auf ein Gespräch zu einem spä­teren Zeitpunkt.

Kantiges Kaliber unbekannter Provenienz

Kastenförmig und kompakt kommt dieser Kollege daher, dessen große blaue Ohren ebenso flach anliegen wie sein schlanker Rüssel. Eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten – das gefällt mir!

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Der Super-Bleistift

Freitag, 3. Juni 2011

Kurz und stumpf – zwei Nachteile des Bleistifts, die so mancher Unternehmer mit Erfinder­geist anging. Einer davon war Erwin Kreuzer, der mit seinem „BLIFT” (BLeistIFT) 1973 den Bleistiftmarkt beleben wollte1. Kreuzer war jedoch nicht nur unter eigenem Na­men aktiv, sondern auch als OEM, und so kam es zum „Ultra Pen”2 von Geha3.

Der Super-Bleistift

Der „Ultra Pen” wurde ebenso wie der BLIFT im Spritzguß gefertigt und bestand aus fünf Teilen: Gehäuse, Minenführung, Drahtspirale, Mine und Drehknopf.

Der Super-Bleistift

Dieses Muster-Set zeigt die Varianten des nur mit grünem Schaft erhältlichen Stifts. Neben den Härtegraden B, HB, H und 3H mit 0,5 mm dicker Mine und Metall-Minenführungs­röhrchen gab es noch eine einfachere Ausführung in HB mit 0,9-mm-Mine.

Der Super-Bleistift

Der empfohlene Verkaufspreis des „Ultra Pen” lag über dem des BLIFT, der für 60 Pfenni­ge auf den Markt kam.

Der Super-Bleistift

Die Mine wurde durch Drehen des farblich abgesetzten Knopfes transportiert und war nicht nachfüllbar. Drehte man den Knopf gegen den Uhrzeigersinn, ließ sich die Mine wie­der hineindrücken.

Der Super-Bleistift

Zielgruppe des „Ultra Pen”, dessen Prägedruck mich an Normschrift erinnert, waren tech­nisch orientierte Nutzer, was man auch auf dem funktionell gestalteten Etui hervorhob.

Der Super-Bleistift

Gerne hätte ich noch etwas zu den verwendeten Fonts gesagt, aber leider konnte ich sie nicht identifizieren.

Der Super-Bleistift

Wie lange es den „Ultra Pen” gab, weiß ich nicht, doch die Produktion des BLIFT wurde 1978 eingestellt. Als Roteck in Düren 1985 die Firma Kreuzer übernahm, gab es den BLIFT für kurze Zeit erneut, bis Pelikan 1987 Kreuzer kaufte und die Marke 1989 aufgab.

Der Super-Bleistift

  1. Ob ihm das tatsächlich gelungen ist, kann ich nicht sagen, doch zumindest mich hat der BLIFT anhaltend belebt.
  2. Warum man sich für „Pen” und nicht korrekterweise für „Pencil” entschieden hat, ist mir unklar.
  3. Geha war zu dieser Zeit noch selbständig in Hannover tätig; seit 1989 gehört das Unter­nehmen zu Pelikan.

Formsache

Montag, 30. Mai 2011

Heute ein rascher Blick auf alte Stifte mit ungewöhnlichen Formen.

Formsache

Farbstift von L. & C. Hardtmuth (Anf. 20. Jahrh.)

Formsache

Bleistifte von L. & C. Hardtmuth (Anf. 20. Jahrh.)

Formsache

Bleistifte von L. & C. Hardtmuth (Anf. 20. Jahrh.) – Der Bleistift rechts hieß „Spiral”.

Formsache

Bleistift von Johann Faber (Anf. 20. Jahrh.)

Formsache

Polygrades-Bleistift von Großberger & Kurz (1880; im Katalog als viereckig aufgeführt)

Formsache

Bleistift von Großberger & Kurz (Anf. 20. Jahrh.)

Formsache

Bleistift von Großberger & Kurz (Anf. 20. Jahrh.)

Formsache

Bleistift der Eagle Pencil Company (1894; zum Vergrößern anlicken)

Formsache

Bleistift der Eagle Pencil Company (1894; zum Vergrößern anlicken)

Fünfflächige Bleistifte aus aktueller japanischer Produktion gibt es hier zu sehen. – Vielen Dank an Herbert R. für die Scans!

Nachtrag vom 28.8.11: Einen zwölfflächigen Bleistift gibt es hier.

Nachtrag vom 1.10.11: Die große Formenvielfalt als geschmackvolles, zierendes Element genutzt hat L. & C. Hardtmuth auf dem Titel dieses Katalogs aus dem Jahr 1910.

Gut geplant

Samstag, 28. Mai 2011

Allen Bleistiftliebhabern vertraut sein dürfte der „Turquoise”-Bleistift, für den sein Herstel­ler, die Eagle Pencil Company, in der Zeitschrift „Progressive Architecture” vom April 1952 grafisch reizvoll warb.

Gut geplant

An Superlativen fehlte es nicht, doch was sich hinter „Electronic” verbarg, ließ man offen. Kann meine geschätzte Leserschaft vielleicht etwas dazu sagen?

Gut geplant

Gut geplant

Die Idee, die Buchstaben als Ausschnitte von Blaupausen zu zeigen und dann noch einen Bleistift durchzustecken, finde ich großartig.

Gut geplant

Als bekennender Typoholiker freue ich mich über die gelungene Auswahl der Fonts in die­ser Anzeige.

Gut geplant

Spitzer spitzen (5)

Freitag, 20. Mai 2011

Die früheste mir bekannte Erwähnung eines Spitzers, der spitzer spitzt als andere Spitzer1, findet sich im bereits genannten Katalog von Möbius + Ruppert aus dem Jahre 1938.

Spitzer spitzen (5)

Der „Artena Nr. 92″, gefertigt aus der mir noch unbekannten Pressmasse „Moritul”2, ähnelt mit seiner sog. Bettstattform dem Modell 400 von KUM, der einen vergleichbaren Spitzwin­kel produziert, aber auch dem M+R 202.

Spitzer spitzen (5)

Die vergleichende Illustration lässt das Herz aller Langkonus-Liebhaber höher schlagen (und über die etwas verunglückte Perspektive hinwegsehen).

Spitzer spitzen (5)

Auch wenn ich den Langkonus-Spitzer nicht mehr so oft und dafür die Kurbelspitzmaschine Carl Decade DE-100 um so öfter benutze: Den „Artena Nr. 92″ nähme ich sofort.

Nachtrag vom 27.5.11: Was verbirgt sich hinter „Moritul”?

„Moritul” ist ein Phantasie-Materialname von M+R. Das alte Logo dieses Herstellers hatte zwischen M und R zwei Geodreiecke und ein Spitzloch, wobei letzteres oft für ein „O” gehalten und das Logo so zu „MOR” wurde.

Altes Logo von Möbius + Ruppert

Eine bis in die 1950er Jahre übliche Bezeichnung für das heutige Polystyrol war „Trolitul”. Dieser Markenname der Dynamit Nobel AG lieferte die Zeichen „ITUL”, und so entstand der Name „Moritul” für das Material der damaligen Kunststoff-Spitzer von Möbius + Ruppert.

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  1. Siehe „Spitzer spitzen”.
  2. Nein, Herr Google, „morituri” meinte ich nicht.
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