Archiv des Stichworts „Spitzer”

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Minfix 50/65

Dienstag, 19. Mai 2009

Ein kleines Relikt aus vergangenen Tagen: Der Doppel-Minenspitzer Minfix 50/65 von Faber-Castell.

Minfix 50/65

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Der gut 25 mm lange und knapp 16 g schwere, aus Messing gefertigte Minfix 50/65 kam 1956 auf den Markt und kostete 65 Pfennig; die „L”-Ausführung im Lederetui wurde für 85 Pfennig angeboten. Seine beiden Spitzöffnungen für Minen mit den Durchmessern 2 und 3,15 mm lagen gegenüber, so dass das beidseitig angeschliffene Messer gewendet und doppelt ausgenutzt werden konnte. – Wie dieser Katalogausschnitt bei Leadholder zeigt, gab es noch zwei weitere Varianten dieses Spitzers: Während beim Minfix 50/61 die Öffnungen versetzt gegenüber lagen, hatte die sog. „Lyra-Form” (50/50) beide am selben Ende.

Minfix 50/65

Der im Jahr 1952 eingeführte Name „Minfix” für die Minenspitzer-Serie verschwand 1978 wieder aus den Katalogen, auch wenn das Modell 50/65 zunächst im Programm blieb; 1985 erhielt es die neue Artikel-Nummer 186500. – Beim aktuell erhältlichen TK-Minenspitzer 186600 von Faber-Castell für Minen mit Durchmessern von 2 und 3,15 mm handelt es sich um eine Behältervariante aus Kunststoff mit transparentem Deckel.

Minfix 50/65

Links: Koh-I-Noor Versatil 5205, rechts: Koh-I-Noor 5219

Dahle 133

Freitag, 8. Mai 2009

Die meisten auf dem Markt erhältlichen manuellen Spitzmaschinen packen den Stift mit blanken, manchmal sogar gezackten Metallbacken und hinterlassen dabei unschöne Spuren am Schaft; selbst die sehr teuren Maschinen von El Casco greifen so zu (wenn auch mit geringeren, aber noch gut sichtbaren Schäden). Eine löbliche Ausnahme sind die beiden Geräte von Carl, deren Klemmungen mit Gummiauflagen versehen sind und den Stift daher nicht beschädigen. Sie eigen sich jedoch nur für Stifte mit einem Durchmesser von maximal 8 Millimetern und sind hierzulande leider nicht erhältlich.

Dahle 133

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Bisher entgangen war mir die Dahle 133, auf die mich kürzlich Pencil Anna hinwies. Diese Maschine verfügt über (so der Hersteller) „stift-schonende Soft-Klemmbacken”, hält den Stift also ebenfalls gummigepolstert. Sie spitzt Blei- und Farbstifte mit einem Durchmesser von bis zu 11,5 Millimetern (!), erlaubt die stufenlose Verstellung der Spitzenform, bietet einen automatischen Spitzstopp und kommt mit einer Tischzwinge. Mit den Geräten von Carl teilt sie eine Besonderheit: Die Stiftaufnahme wird beim Herausziehen arretiert und beim Beginn des Spitzvorgangs automatisch entriegelt, was die Handhabung vereinfacht.

Dahle 133

STABILO GREENgraph, Eberhard Faber Tricki Dicki, Caran d'Ache Grafwood, LYRA Super FERBY DUO, STAEDTLER Noris 120, LYRA Super FERBY Graphit, LYRA Schreiblernstift, ITO-YA-Bleistift

Die Verarbeitung der insgesamt etwas klapprig, aber nicht unzuverlässig wirkenden Dahle 133 steht hinter der des gut doppelt so teuren Carl Decade DE-100 zurück; zudem ist der Spänebehälter ziemlich klein. Trotz dieser kleinen Schwächen und dem nicht sonderlich peppigen Design halte ich die Dahle 133 jedoch für eine durchaus empfehlenswerte und mit knapp 5 Euro obendrein günstige Maschine, die ihren Zweck sehr gut erfüllt.

Nachtrag vom 11.5.09: Bei der Dahle 133 handelt es sich um ein Importmodell, das in gleicher Bauform, aber anderen und für mich wesentlich attraktiveren Farbgebungen auch von Möbius+Ruppert unter den Artikel-Nummern 0981 0000 (rot/schwarz) und 0981 0090 (schwarz) vertrieben wird.

M+R 0981 0000

Zum Lieferumfang dieser Spitzmaschinen gehört ein kleines Faltblatt, das ungewöhnlich detailreich informiert (zum Vergrößern anklicken):

Faltblatt zur M+R 0981 0000

Faltblatt zur M+R 0981 0000

Faltblatt zur M+R 0981 0000

Danke an Möbius+Ruppert für die freundliche Genehmigung zur Reproduktion des Faltblatts!

Nachtrag vom 13.5.09: Mir ist aufgefallen, dass die vier schwarzen Gummifüße sowohl der Dahle 133 als auch der M+R 0981 auf hellem Untergrund Spuren hinterlassen; wer da empfindlich ist, sollte die Füße, die sich leicht lösen lassen, durch Filzgleiter ersetzen.

Nachtrag vom 10.6.09: Heute hatte ich zum wiederholten Mal das Problem, dass die Dahle 133 plötzlich nicht mehr axialsymmetrisch spitzen wollte, wobei die Abweichung vom Ideal sehr deutlich auffiel; mich würde nicht überraschen, wenn das doch recht große vertikale Spiel zwischen Klemmung und Gehäuse dafür verantwortlich wäre. Das Drehen des Bleistiftes in der Klemmung hat dabei so wenig geholfen wie das Abbrechen der Spitze und das anschließende neue Anspitzen; erst ein paar Umdrehungen im Carl Decade DE-100 konnten das Problem lösen.

Spitzen und inspizieren

Dienstag, 5. Mai 2009

Angeregt durch zahlreiche Beobachtungen und den Artikel „Two Woodcase Pencils” bei Dave's Mechanical Pencils setze ich heute mal die Messschraube an die Spitzerspäne an. Welches Modell ist gefräßig und welches glänzt als Sparschäler?

Spitzen und inspizieren

Die Testkandidaten (zum Vergrößern anklicken)

Dem kurzen Vergleichstest stellen sich (links hinten nach rechts vorne): Kutsuwa T'GAAL, PAPER and more (genaue Typenbezeichnung unbekannt), Tombow KSA-121, M+R 604 („Granate”), KUM 400, DUX DX4112 und Faber-Castell UFO. Als Spänelieferant dient mir ein Bleistift unbekannter Herkunft, dessen homogenes Holz sich glatt spitzen lässt; pro Spitzer messe ich fünfmal und bestimme den Mittelwert. – Die Ergebnisse dieses einfachen Tests können natürlich nur Anhaltswerte darstellen und der groben Orientierung dienen, da ich einige Faktoren nicht berücksichtige, so z. B. den Einfluss der Holzart und die Kraft, mit der der Stift in den Spitzer gedrückt wird (diese von Hand exakt zu reproduzieren dürfte wohl unmöglich sein).

min. (mm) max. (mm) ø (mm) Platz
DUX DX4112 0,21 0,23 0,22 1
M+R 604 („Granate”) 0,22 0,29 0,25 2
Kutsuwa T'GAAL 0,24 0,29 0,26 3
Faber-Castell UFO 0,26 0,33 0,30 4
KUM 400 0,35 0,43 0,39 5
PAPER and more 0,37 0,44 0,40 6
Tombow KSA-121 0,40 0,55 0,48 7

Die Messergebnisse sind überraschend breit gestreut. Während die Langkonus-Modelle von KUM, Paper and more und Tombow herzhaft zubeißen und im Vergleich zum Testsieger die 1,8- bis 2,2-fache Dicke abnagen, zeigt sich der DUX DX4112 eindeutig als Sparschäler; dicht darauf folgen der M+R 604 und der Kutsuwa T'GAAL. – Dachte ich zunächst, die Streuung der Werte eines Spitzers läge bei Kunststoffmodellen höher, da dort das Material leicht nachgeben und so die Führung des Stifts stärker variieren kann, so bestätigt die Messung dies nicht.

Spitzen und inspizieren

Die ersten drei Plätze (DUX DX4112, M+R 604, Kutsuwa T'GAAL), das Testequipment und die Reste

Da der Kutsuwa T'GAAL hierzulande leider nicht erhältlich ist, empfehle ich sparsamen oder Nutzern von teure(re)n Bleistiften den DX4112 von DUX und die „Granate” von Mö­bius+Ruppert.

Granate

Donnerstag, 30. April 2009

Hier oft zu sehen, noch öfter im Einsatz und nicht nur als Design-Klassiker heute mal auf dem roten Teppich: Der als die „Granate” bekannte Handspitzer des fränkischen Herstellers Möbius+Ruppert.

Granate

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Gefertigt aus massivem Messing, knapp 23 g schwer, 25 mm lang und 15 mm dick bringt dieser hochwertige Handspitzer Bleistifte mit einem Durchmesser von bis zu 8 mm sauber und zuverlässig in Form, wobei das gut 0,5 mm starke und fast 24 mm lange Messer aus gehärtetem Stahl nur soviel Material abträgt wie nötig; sein gerändeltes Äußeres bietet dabei eine sichere Handhabung.

Granate

Zur Geschichte der „Granate” informiert die „Kleine Anspitzer-Fibel” von Leonhard Ding­werth: Bereits am 14. April 1847 erhielt der Franzose de Thierry sein Patent auf diesen Spitzer, der seitdem nahezu unverändert produziert wird. Neben der Variante für Bleistifte gab es noch eine mit größerer Stiftaufnahme für dickere Farbstifte sowie eine Ausführung mit Holzgriff, der das Verschmutzen der Finger verhindern sollte.

Dieser ansprechende, qualitätsvolle und sehr nützliche Gebrauchsgegenstand kommt unter der Artikel-Nummer 604 in den Handel und für gut 2 Euro auf den Schreibtisch.

P.S.: Dies ist der 250. Beitrag in diesem Weblog.

Nachtrag vom 10.10.11: Die neuen Messer der „Granate” gibt es hier zu sehen.

Nachtrag vom 23.3.15: Die „Granate” stammt nicht von Constant de Thierry des Esti­vaux; Details zu seiner Erfindung gibt es hier.

Spitzer spitzen (3)

Dienstag, 21. April 2009

Mit einem sehr interessanten Hinweis auf einen bei toom erhältlichen Langkonusspitzer überraschte mich kürzlich Pencil Anna per E-Mail. Ein Blitz-Ausflug in die nächstgelegene Filiale zeigte, dass es sich bei besagtem Modell um einen Doppel-Gehäusespitzer handelt, der unter der REWE-Hausmarke „PAPER and more” für 1,99 Euro angeboten wird.

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”

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Der unspektakulär blisterverpackte Spitzer ist in verschiedenen Farben erhältlich, wobei die Tönung des transparenten Deckels mit der Farbe des Unterteils korrespondiert (ein nettes Detail). Er misst 44 × 26 × 30 mm, wiegt knapp 13 g und trägt die Kennzeichnungen „TIKO” auf der Innen- sowie „P.R.C. DESIGN NO. 99327980.5″ auf der Rückseite. Das laut Verpackungsaufdruck in China hergestellte Utensil hat den Recyclingcode 07/O, der keinen Rückschluss auf die verwendeten Kunststoffe zulässt.

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”

Verblüffend ist die Ähnlichkeit dieses Spitzers zum Tombow KSA-121 (hier die schwarze Variante des letzteren):

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”, Tombow KSA-121

Der genaue Blick zeigt jedoch deutliche Unterschiede, so z. B. bei den Abmessungen der Deckel, die sich nicht untereinander austauschen lassen oder bei den Bohrungen für die Schrauben der Klingen (die Dicken der letzteren unterscheiden sich übrigens um gut 0,1 mm, wobei der Tombow die etwas stärkeren Klingen hat).

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”, Tombow KSA-121

Bei der Verarbeitungsqualität und den Gebrauchseigenschaften konnte ich jedoch keine signifikanten Unterschiede feststellen, und so ist das Modell von „PAPER und more” eine empfehlenswerte Alternative zum hierzulande leider nicht erhältlichen Tombow KSA-121.

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”, Tombow KSA-121

Test der beiden Doppelspitzer am STAEDTLER Noris 120

Danke an Pencil Anna für den Hinweis auf diesen Spitzer!

Nachtrag vom 23.4.09: Ein weiteres Foto der Ergebnisse, das die geringen Unterschiede verdeutlicht. Nach mehrfacher Nutzung beider Spitzer habe ich jedoch den Eindruck, dass der Tombow KSA-121 unterm Strich etwas gleichmäßiger spitzt.

Doppel-Gehäusespitzer von „PAPER and more”, Tombow KSA-121

Test der beiden Doppelspitzer am STAEDTLER Noris 120 (links „PAPER and more”, rechts Tombow)

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Spitzen anno dazumal

Dienstag, 3. März 2009

Bereits vor einiger Zeit stieß ich bei einem gründlichen Tauchgang in der Elektrobucht auf dieses Trio historischer Spitzer, deren Alter ich auf 70 bis 80 Jahre schätze.

Spitzen anno dazumal

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Alle drei arbeiten mit Rasierklingen, die vielleicht bereits ausgetauscht wurden, und weisen nur geringfügige konstruktive Unterschiede auf. Die recht großen Öffnungen erlauben das Spitzen von Stiften mit Durchmessern bis 12 mm; mit etwa 45 × 35 × 20 mm und 29 bis 34 Gramm sind sie vergleichsweise groß und schwer.

Spitzen anno dazumal

Das Modell „Norola” ist mit „D.R.G.M.” (Deutsches Reichs-Gebrauchsmuster), „D.R.W.” (Deutsches Registriertes Warenzeichen) sowie „B. B.” gekennzeichnet und stammt somit wohl aus Deutschland, während es sich bei der enthaltenen Klinge um eine Gilette 2351 mit englischem Aufdruck handelt.

Spitzen anno dazumal

„Made in Switzerland” und „Patented” ist der „UNICUM”, in dessen Innern sich eine in Deutschland hergestellte Klinge mit dem unterhaltsamen Namen „Servus Extra” verbirgt. Auffällig ist hier der Einsatz, der den zu spitzenden Stift führen soll und so gut verriegelt ist, dass er sich heute nicht mehr lösen lässt.

Spitzen anno dazumal

Von der Produktbezeichnung her mein Favorit ist „SPETSO”, der dritte in der Runde. Eine schnelle Suche hat „spets” als schwedisches Wort für „spitz” hervorgebracht, und so wäre womöglich „Spitzo” eine passende Übersetzung des Produktnamens (gäbe es ein so benanntes Modell auch heute noch, würde ich es umgehend kaufen). Für den Schnitt verantwortlich ist die Klinge „GUNNARS BLÅ”, „SVENSK TILLVERKNING”, also ein Produkt aus Schweden. – Das Design ähnelt sehr dem des „UNICUM”, sogar der Schriftzug wirkt wie aus gleichem Hause.

Spitzen anno dazumal

Was diese drei Spitzer (falls man sie überhaupt als solche bezeichnen darf) mit den Bleistiften anstellen, ist jedoch überhaupt nicht lustig – die Ergebnisse lassen den Erfolg des Spitzmessers in einem ganz neuen Licht und die aktuellen Spitzer als Wunderwerke der Technik erscheinen. Leider werkeln diese Schredder auch mit neuen Rasierklingen nicht besser, und so kann ich kaum glauben, dass sie jemals ihren Zweck richtig erfüllt haben. Aus heutiger Sicht gehen sie sicher eher als Fehlkonstruktionen durch, doch als Sammel- und historische Anschauungsobjekte eignen sie sich allemal.

Nachtrag vom 19.3.09: Die „Kleine Anspitzer-Fibel” von Leonhard Dingwerth führt sowohl den „Norola” als auch den „Unicum” auf. Ersterer wurde 1931 von der Firma Fusor GmbH, Berlin, auf den Markt gebracht, und letzterer stammt von der Injecta AG in Teufenthal in der Schweiz, die ihn Anfang der 30er Jahre bis in die 50er Jahre hinein produziert hat.

Paperworld 2009 (1)

Montag, 2. Februar 2009

Ein kleiner Ausflug nach Frankfurt/Main führte mich zur Paperworld 2009, die – so der Veranstalter – „internationale Leitmesse für alle Handelsformen der Bürowirtschaft”. Hier ein paar Notizen.

LAMY und Herlitz waren überraschenderweise nicht vertreten, dafür aber bekannte Namen aus Japan wie z. B. OHTO, Uchida und Platinum, die jedoch (noch?) keinen deutschen Vertrieb für ihre sehr interessanten Produkte haben. Verwundert hat mich auch die Antwort, die ich am Stand des Herstellers PLUS aus Japan auf meine Frage nach dem äußerst praktischen Schnellhefter, dessen Dicke sich an den Inhalt anpassen lässt, erhielt: „For some reason we don’t display it.” Selbstverständlich war Koh-I-Noor ebenfalls vertreten, wenn auch plötzlich “very busy”, als ich mich als “end-user” zu erkennen gab – sehr schade, erst recht angesichts des Umstands, dass ich auf meine Anfragen beim Hauptsitz nach Bezugsquellen keine Antwort bekam.

War es bisher ziemlich schwierig, den pfiffigen Minenspitzer von Gedess hierzulande zu bekommen, so ist das Problem nun gelöst, denn Standardgraph vertreibt ihn jetzt. Nahezu magisch angezogen hat mich der „Showroom” von uni, in dem ich von außen eine Präsentation der neuen Druckbleistift-Minen der „Nano Dia”-Serie erspähen konnte. Bedauerlicherweise ließ man mich nicht hinein, tröstete mich jedoch mit einem Kuru Toga. Pentel bietet nun auch in Deutschland den Graph 600 und den Graph 1000 an; neu im Programm sind u. a. Stiftradierer mit Druckmechanik und dreieckigem sowie quadratischem Querschnitt.

Paperworld 2009

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Einen sehr guten Eindruck machte auf mich eine futuristisch gestaltete Spitzmaschine von Westcott, die mit Bleistiften sehr unterschiedlicher Dicken umgehen kann. Sie ist mit zwei Fräsern und einem Saugnapf ausgestattet; zum einfachen Leeren des Behälters kann das Oberteil entriegelt und abgenommen werden. Die Befestigung mit dem Saugnapf ist notwendig, da man den zu spitzenden Stift hineindrücken muss und daher keine Hand zum Halten des Spitzers mehr frei hat. Diese ungewöhnliche Maschine, die nicht nur wegen ihrer an eine Wählscheibe erinnernden Front ein echter Hingucker ist, muss unbedingt auf meinen Schreibtisch!

Paperworld 2009

Auch hatte ich Gelegenheit, die etwa 300 Euro teure Spitzmaschine El Casco M-430 CN näher zu betrachten. Diese wird ebenfalls mit einem Saugnapf am Tisch befestigt, was aber kein Extra, sondern (wie beim Gerät von Westcott) nötig ist, da es keinen Vorschub für den Bleistift gibt. Eine dreiteilige, gefederte Metallklammer zentriert den Stift und hinterlässt dabei nur geringfügige Spuren.

Paperworld 2009

Die Schublade, so sagte man mir, sei etwas krumm, da sie aus einem Stück Metall getrieben würde; dies mache es auch unmöglich, sie bei Verlust einfach auszutauschen. Sollte die Schublade einmal verlorengehen, so müsse die ganze Maschine eingeschickt und eine neue eingepasst werden.

Paperworld 2009

Das verstellbare Werk bietet vier Einstellungen, wobei die feinste eine äußert lange und konkave Spitze produziert. Doch so schön das Ergebnis auch sein mag: Mich erinnert der Spitzer eher an die Maschinen von Rube Goldberg und William Heath Robinson als an ein Gerät des täglichen Gebrauchs.

Paperworld 2009

Ein Highlight bei LYRA war neben dem GROOVE die COLORSTRIPE-Serie, bei der die Mine nicht zentriert im Stift sitzt, sondern bis an eine der drei Kanten des Stifts geht.

Paperworld 2009

STABILO hat mit dem EASYgraph und den EASYcolors nun auch Blei- und Farbstifte mit Griffmulden wie beim LYRA GROOVE im Programm; diese sollen Ende des Jahres in die Läden kommen. Die Pressemitteilungen „STABILO EASYcolors und STABILO EASYgraph: Beste Bedingungen für einen leichten Schulstart” sowie „Ergonomische Einschätzung des STABILO EASYcolors” informieren über die Ergonomie der unterschiedlichen, durch farbige Enden gekennzeichneten Versionen für Links- und Rechtshänder. Ebenfalls neu auf dem deutschen Markt ist die komplette „Exam Grade”-Reihe, die neben dem Bleistift „micro 288″ in den Härtegraden HB und 2B einen Dosenspitzer sowie einen sehr guten schwarzen Radierer in zwei Größen umfasst.

Eine echte Sensation zeigte STAEDTLER mit dem WOPEX (Wood Pencil Extrusion), einem Bleistift, der aus drei Sorten Granulat für Mine, Korpus und Oberfläche im Extruder gefertigt wird.

Paperworld 2009

Das Material für den Korpus besteht zu 70% aus einheimischer Fichte zertifizierter, nachhaltig bewirtschafteter Wälder und ist sehr dicht, was sich in einem höheren Gewicht des Bleistifts ausdrückt. Das besondere Herstellungsverfahren sorgt zudem für eine homogene Struktur, die das Spitzen einfacher machen soll.

Paperworld 2009

Die rutschfeste Oberfläche des lösungsmittelfrei produzierten WOPEX fühlt sich samtig und im Gegensatz zu anderen Stiften mit ähnlicher Beschichtung nicht klebrig an.

Paperworld 2009

Die Mine hat eine saubere Abgabe und das Schreibgefühl ist sehr gut. – Leider kommt dieser interessante Bleistift erst im vierten Quartal des Jahres in die Läden, und so wurden die wenigen Vorzeige- und Testexemplare aufs schärfste bewacht. Im Interesse meines Wohlbefindens habe ich auch darauf verzichtet, einen Spitzer zu zücken und ihn am WOPEX anzusetzen ;-)

Nachtrag vom 7.2.09: WoodChuck vom Timberlines-Blog konnte mit dem Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von STAEDTLER sprechen und weiß zu berichten, dass es den WOPEX, der holzgefasste Bleistifte nicht ersetzen, sondern ergänzen soll, in den Härtegraden H, HB und B geben wird.

Spitzerzeichen

Sonntag, 12. Oktober 2008

Allen bleischreibenden Leseratten, die nicht nur den Gebrauchswert, sondern auch die Äs­thetik ihrer bevorzugten Schreibgeräte und deren Drumherum schätzen, dient der japa­nische Versender Bundoki das passende Lesezeichen an.

Spitzerzeichen

Zu der aufwändigen Verpackung gehören außerdem eine schützende Folie und ein Pappschuber.

Am Ende des 123 mm langen, 6 mm breiten und mit einer Dicke von 0,5 mm buch­freundlichen Edelstahlstreifens sitzt ein 15 mm breiter Spitzer, dessen kleine Klinge tat­sächlich geschliffen und verschraubt ist. (Zum Gebrauch eignet er sich jedoch nur bedingt, wie ein kurzer Test an der 3,1-mm-Mine des STABILO 's move easy ergo gezeigt hat, aber diesen Anspruch erhebt das Schmuckstück ja auch nicht.)

Spitzerzeichen

Zum Größenvergleich: Der Langkonus-Spitzer KUM 400

Das sehr sauber verarbeitete, aufwändig verpackte und – wie ich finde – geschmackvolle Stück, das noch in sechs weiteren Varianten erhältlich ist, kostet 1050 Yen (knapp 8 Euro).


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