Aufgeschnappt
Samstag, den 3. Juli 2010In einer Gaststätte:
Gast (am Tisch sitzend): Ein Fass vom Pils!
Bedienung: Zum hier Trinken?
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In einer Gaststätte:
Gast (am Tisch sitzend): Ein Fass vom Pils!
Bedienung: Zum hier Trinken?
Zir|pus, der; -, -se: der Zirkus, den die Grillen machen, wenn sie an einem Sommerabend so richtig laut zirpen.
Ab und zu denke ich nach (ja, am Anfang hat mich das auch überrascht, aber inzwischen konnte ich mich daran gewöhnen). So habe ich heute früh mal wieder besonders gründlich nachgedacht und mich gefragt: Gibt es ein Wort für die Wörter, die es nicht gibt?
Meines Wissens gibt es keinen Imperativ von „wollen” (wozu auch). Die Formulierung „du musst jetzt wollen” zeigt den fragwürdigen Sinn dieses Wortes, das man jedoch zweifellos so erschaffen könnte, dass es formalen Ansprüchen genügt und im Wörterbuch nicht auffällt. Wer noch mehr nachdenkt als ich, findet sicher schnell weitere, nicht existierende Wörter, die ähnliche Eigenschaften aufweisen und für die ich einen Oberbegriff suche. – Soweit ich weiß, handelt es sich hier nicht um die sog. „lexikalische Lücke”*, denn im genannten Beispiel fehlt ja nicht die Umschreibung eines Konzepts, sondern lediglich ein Modus eines Verbs (aber da lasse ich mich gerne von linguistisch Kundigen aufschlauen).
Sollte es allerdings für die Wörter, die es nicht gibt, kein Wort geben, so wäre das wohl eine Rekursion und damit weitaus kniffliger als mir lieb ist.
Wer hat einen passenden Sammelbegriff parat?
* nicht zu verwechseln mit des Lexikalikers (Zahn-)Lücke
Anlässlich des Weltfinanzgipfels sprach Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) von den angestrebten Regulierungen für den Finanzmarkt als „Leitplanken für die Irrationalität” (Quelle: hr2, 14.11.08, 8-Uhr-Nachrichten).
Leitplanke (für Autos, nicht für die Irrationalität)
„Leitplanken für die Irrationalität”? Mich und meinen fahrbaren Untersatz hat’s ja fast aus der Kurve gehauen, als mir diese Sprachkonstruktion aus dem Autoradio entgegenkam. Ich bin ja auch gerne hin und wieder abseits der Spurrillen unterwegs, doch angesichts der verschlungenen Pfade dieser sprachlichen Offroader kann ich nur noch staunen.
So, genug scherzgetextet – ich spitze jetzt Ohren und Bleistift für die nächsten Zieleinläufe unserer Wortsportler in Berlin.
„Ich”, sagt die erste der drei Figuren, „helfe den Menschen immer dann, wenn sie besonders eindringlich wirken oder Wichtiges betonen wollen.” „Und wenn jemand weniger schreiben oder etwas lediglich andeuten möchte, dann bin ich zur Stelle”, erwidert die zweite, doch die dritte schmunzelt nur. „Mich gibt’s sogar im Weltall, und entdeckt hat man mich dort bereits vor über vierhundert Jahren.”
Welchen Namen haben diese drei Figuren gemein? Wer als erste(r) einen Kommentar mit der richtigen Lösung und einer funktionierenden E-Mail-Adresse hinterlässt, bekommt – nein, nicht schon wieder einen Lexikaliker-Bleistift, sondern den sehr hochwertigen und in Deutschland nicht erhältlichen Stangen-Radierer „Mono one” des bekannten japanischen Herstellers Tombow (selbstverständlich frei Haus).
Am Montag um die gleiche Zeit löse ich das Rätsel auf, sollte es bis dahin kein anderer getan haben.

Mit dieser bemerkenswerten Aufstellung seiner pflegenden Leistungen wirbt ein „Beauty & Wellness”-Anbieter aus meiner näheren Umgebung, jedoch nicht ohne mich rätseln zu lassen. Welche Behandlung wird denn mir und meinem Körper in der Saftquelle zuteil, nachdem meine Haare dauerhaft entfernt, meine Haut verjüngt und meine Falten reduziert wurden? Darf ich darin planschen, um wieder feucht hinter den Ohren zu werden, oder muss ich davon trinken? Oder ergießen sich dort gar Körpersäfte? Wenn ja, wessen? Wie auch immer – Neugierde hält jung, und so wirkt die Saftquelle bereits aus der Ferne auf mich. Ich muss da wohl mal mit einem Probierglas vorstellig werden, um meinen Wissensdurst zu stillen.