J.S. Staedtler Mars-Lumograph 2390 HB
Samstag, 18. Mai 2013Die Zwinge: Hexagonal und sauber auf den bearbeiteten Bleistift aufgebracht. Klasse!
Vielen Dank an Sean von Contrapuntalism für den Lumograph 2390!
| « Ältere Beiträge |
Die Zwinge: Hexagonal und sauber auf den bearbeiteten Bleistift aufgebracht. Klasse!
Vielen Dank an Sean von Contrapuntalism für den Lumograph 2390!
Nicht nur Schwan hatte Techniker-Etuis im Sortiment, sondern auch J.S. Staedtler, wie dieser Ausschnitt aus dem Katalog von 1919 zeigt.
(Bilder zum Vergrößern anklicken)
Die Pappschachtel, deren Gestaltung mich an das Krokier-Etui Nr. 3144 von Johann Faber erinnert, enthielt zehn kurze, runde Farbstifte, die wahlweise unbehandelt oder poliert waren. (Mit „poliert” bezeichnete damals lackierte Stifte, denn diese wurden oft noch von Hand mit einem Tuch poliert.)
Wie man auf die Länge von 11 cm kam, ist mir unklar (auch die Herkunft der Standardlänge von 17,5 mm kenne ich bis heute nicht).
Die Gestaltung sowohl des Etuis als auch des Katalogs finde ich ansprechend. Für den Mengensatz kam die Behrens Antiqua von Peter Behrens und für die Überschriften die Fette Bernhard-Antiqua von Prof. Lucian Bernhard zum Einsatz; beide Schriftarten gefallen mir. – Ich halte es für möglich, dass der Rahmenschmuck des Etiketts ebenfalls von Peter Behrens stammt
Die Lücken in der Nummerierung dürften darauf zurückzuführen sein, dass die Stifte dieses Etuis ein Teil des kompletten Sortiments waren.
Wie bei den Landkartenstiften zeigten Abbildungen die Verwendung des Inhalts – für mich ein weiteres reizvolles Detail.
Der kleine Mond, diesmal recht ernst, durfte natürlich nicht fehlen.
« Katalogtitel | J.S. Staedtler 1919
Neu in der Rubrik „Brauch' ich zwar nicht, muss ich aber haben”: Ein alter Aschenbecher von STAEDTLER.
Das 150 mm breite, 38 mm hohe und gut 400 g schwere Stück ist vermutlich aus glasiertem Steingut und trägt keine Kennzeichnungen. Ich denke, dass es 80 bis 90 Jahre alt ist, werde aber versuchen, mehr herauszufinden.
Natürlich wird es bei mir nie mit Asche in Berührung kommen1, sondern mich anderweitig erfreuen. So könnte es z. B. als dekorative Ablage für Bleistiftstummeln dienen.
Außer der in meinen Augen sehr schönen Gestaltung gefällt mir, dass der Aschenbecher und der Bleistift den Ton gemeinsam haben.
Nein, nicht meiner, sondern der der Firma J.S. Staedtler.
Mit „Wiener Methode” bezeichnete man das Mischen des Graphits mit Ton, denn manchen Quellen zufolge hat der Österreicher Josef Hardtmuth bereits 1790 und damit vor Nicolas-Jacques Conté die keramische Mine erdacht. Henry Petroski schreibt dazu in seinem Buch „Der Bleistift”: „Hardtmuth selbst behauptete, das Verfahren – die sogenannte ‚Wiener Methode’ – erst im Jahr 1798 erfunden zu haben, also drei Jahre nach Contés Patent. Andere Quellen berichten aber, dass das neue Verfahren in Wien erst viel später zur Anwendung kam, als es nämlich von Contés Schwiegersohn Arnould Humblot dort eingeführt wurde.”
Den Stammbaum habe ich dem Buch „Das Wirtschaftsleben der Stadt Nürnberg von 1050 bis 1950″ von Karl Seiler entnommen.
STAEDTLER hatte einen der größten Stände auf der Paperworld und eine Menge zu zeigen.
Passend zu der Ende 1900 angemeldeten Marke „MARS” gibt es nun Mars, den jugendlichen „Herrn der Farben”, der noch vor der Paperworld in einem Browserspiel seinen ersten Auftritt hatte.
Auf der Messe begleitete Mars die Produkte für Kinder und Jugendliche, und auf einem großformatigen Bildschirm wurde seine Entstehungsgeschichte präsentiert (wer hier an „Star Wars” denkt, liegt richtig – man hörte auch die Titelmusik des Science-Fiction-Klassikers).
An der Wand hinter der Theke (nicht im Bild) konnte man den 1908 als Markenzeichen registrierten Mars-Kopf im Wandel der Zeit sehen1.
Doch auch die Kleinsten kommen nicht zu kurz, denn für sie wurden „Mars & Marsy” geschaffen; sie gibt es u. a. in Malbüchern und als Anstecker.
Zu den neuen Produkten gehört ein dicker, dreiflächiger Bleistift mit Stylus-Funktion für Schreibanfänger, zu dem eine Schreiblern-App für iOS angeboten wird.
Ebenfalls neu sind der schlanke „Organizer Pen” und sein Druckbleistift-Pendant, die in vier verschiedenen Schaftfarben und für jeweils 20 Euro erhältlich sein werden; das Notizbuch dazu gibt es in A4, A5 und A62.
Mit zwei neuen Produktlinien stößt STAEDTLER ins Luxus-Segment vor. Die Linie „Initium” umfasst Füllfederhalter, Kugelschreiber und Drehbleistifte (0,5 und 0,7 mm) mit Schäften aus Edelharz („Resina”), Holz („Lignum”) und Leder („Corium”). Bei den Modellen mit Holz kommt Pflaume und Ahorn zum Einsatz, und bei denen mit Leder bietet die für etwa 350 Euro erhältliche „Individuum”-Variante die Möglichkeit, sie mit einem Foto bedrucken zu lassen. Die dazu genutzte Technik und die Tinten, mit denen eine abriebfeste Bedruckung erzielt wird, sind Eigenentwicklungen.
Noch edler wird es mit der „Kollektion J.S. Staedtler”: Der Füllfederhalter „Princeps” hat einen Schaft aus palladiumbeschichtetem Metall und dem Holz der europäischen Schwarznuss und kommt für 1000 Euro in den Handel. – Zur „Princeps”-Linie gehören zudem ein Drehbleistift sowie ein Kugelschreiber.
Eine Hommage an den vor allem als Künstler bekannten Albrecht Dürer, der wie Johann Sebastian Staedtler aus Nürnberg stammt, stellt der Füllfederhalter „Albertus Durerus Noricus” mit bedrucktem Lederschaft für 2000 Euro dar. In Anlehnung an die Zahl der seit Dürers Geburt vergangenen Jahre wurden von diesem Schreibgerät nur 541 Exemplare gefertigt.
Das mit Abstand teuerste der gezeigten Produkte war der Füllfederhalter „Bavaria”, dessen Clip mit 48 Diamanten bestückt ist. Bei einem Preis von 18.000 Euro wird die Auflage von nur 48 Stück3 sicher nicht so schnell ausverkauft sein. Teil der Kollektion J.S. Staedtler ist auch der „Pen of the Season” mit einer Feder aus 18-karätigem Weißgold, von dem jährlich vier Varianten angeboten werden sollen. – Accessoires aus Leder4 ergänzen die durch drei unterschiedlich große Rechtecke auf dem Clip gekennzeichneten Schreibgeräte der Linien „Initium” und „J.S. Staedtler”.
Zuwachs gab es auch bei dem zur Paperworld 2009 eingeführten Bleistift WOPEX.
Neben den Ausführungen in sechs Neon-Farben gibt es den extrudierten Bleistift auch in dem vom holzgefassten Noris bekannten Streifendesign. Der schwarz-grüne Noris eco wird in HB und wahlweise mit Radiertip verfügbar sein. – Bei der Variante mit Radierer ist mir aufgefallen, dass die Zwinge nur rund- und nicht zusätzlich punktgepresst wurde; auf mich wirkt dies eleganter.
Der für mich größte Knüller unter den Exponaten war (und ist) jedoch der Farbstift Noris color in zwölf Farben, der wie der WOPEX durch Coextrusion hergestellt wird.
Seine Markteinführung ist für das zweite Quartal geplant; der Preis ist noch offen.
Doch damit nicht genug, denn als weitere Besonderheit wurde „The Pencil” vorgestellt, ein schwarz durchgefärbter WOPEX mit Stylus-Funktion und einem Aufsteck-Spitzer mit Radierer. Im Gegensatz zu den anderen WOPEX-Stiften ist er rund und hat sechs Rillen mit rechteckigem Querschnitt.
Die auf der Messe gezeigten Exemplare des Aufsteckspitzers waren Handmuster aus lackiertem Kunststoff; das fertige Produkt hat eine Hülle aus Metall. „The Pencil” soll zum Ende des zweiten Quartals als Set mit drei Stiften für 38 Euro in die Geschäfte kommen.
Angesichts der vielen Neuheiten kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als hätte es im Marketing von STAEDTLER größere Veränderungen gegeben, und so würde ich mich nicht wundern, wenn es gerade im gehobenen Preissegment zukünftig noch mehr gäbe. Ich hoffe aber sehr, dass dies dann nicht auf Kosten der günstigen Produkte (z. B. des einfachen Bleistifts 123 60) geschieht. Doch wie auch immer – ich habe die Präsentation von STAEDTLER als sehr ansprechend erlebt und hoffe, bald das eine oder andere neue Produkt in den Händen halten und hier zeigen zu können.