Archiv des Stichworts „STAEDTLER”

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J.S. Staedtler 1919 (6)

Montag, 6. Februar 2012

„Nicht schon wieder Landkartenstifte”, werden meine Leser seufzen. „Doch”, sage ich da nur und mache es kurz.

Krokier-Stifte

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Enthalten im Katalog von J.S. Staedtler des Jahres 1919 waren diese Krokier-Stifte, die in vier verschiedenen Sets für kartografische Skizzen angeboten wurden. – „Kro­kier” stammt vom französischen „croquis” (Skizze, Entwurfszeichnung); eine einfache Geländezeichnung wird im Deutschen auch „Kroki” genannt.

Krokier-Stifte

Interessant ist hier u. a. die detaillierte Auflistung der Farben und der Nummern, deren Lücken die Vermutung nahelegen, dass die Stifte (oder zumindest die Farben) zu einem größeren Set gehörten.

Krokier-Stifte

Bemerkenswert finde ich auch die Schriftarten. Während mich die fetten Überschriften an Zwischentitel aus Stummfilmen erinnern, …

Krokier-Stifte

… verblüfft mich der für den Text genutzte Font, dessen Besonderheiten gerade im Fett­druck auffallen:

Krokier-Stifte

Der lange und bis unter die Grundlinie verlaufende Stamm des F, die kurze Schulter des a, die oben geschlossene ch-Ligatur, die gedrungene Schlinge des g, die kleine Diagonale des N – aber das nur am Rande.

Nachtrag: Ich habe diese Schriftart im Forum von Typografie.info zur Diskussion gestellt. Die kundigen Teilnehmer dort haben noch eine oben geschlossene ch-Ligatur entdeckt und die Schrift als die Behrens Antiqua identifiziert.

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Paperworld 2012 (3)

Montag, 6. Februar 2012

Eberhard Faber, 1978 bis 2009 Teil von STAEDTLER und seit 2010 bei Faber-Castell, war auf der parallel zur Paperworld stattfindenden Creative World vertreten.

Paperworld 2012 (3)

Neuigkeiten fielen mir nicht auf, dafür aber der Umstand, dass sehr vieles in China herge­stellt wird. – Für sein vielfältiges Programm bekannt ist Standardgraph. Am Stand des im bayerischen Geretsried ansässigen Unternehmens zu sehen war ein Klassiker im neuen (besser: transparenten) Gewand.

Paperworld 2012 (3)

Der ebenso einfache wie elegante Gedess-Minenspitzer besteht aus nur vier Teilen und wurde bereits in den 1930ern patentiert; ich freue mich, dass er nun in zwei Varianten erhältlich ist.

Paperworld 2012 (3)

Der DUX DX4260 ist eine dekorativ erweiterte Variante des sparsamen und hier schon gezeigten DX4112.

Paperworld 2012 (3)

Selbstverständlich war ich auch bei Brunnen, habe ich doch immer wieder Freude an den Produkten dieses Hauses. Im umfangreichen und interessanten Sortiment aufgefallen sind mir u. a. das A7-Notizbuch der „Kompagnon”-Reihe und die farbenfrohen Radierer.

Paperworld 2012 (3)

Ein Besuch bei RUMOLD, dem traditionsreichen Anbieter von Zeichengerät und -zubehör, stand ebenfalls auf meinem Plan.

Paperworld 2012 (3)

Im Gespräch konnte ich einiges zu den Produkten und ihrer Herstellung erfahren, aber lei­der auch, dass die Lineale mit Zelluloid-Facette nicht mehr gefertigt werden (darunter die­ses kleine, aber feine Exemplar). Es gibt jedoch noch Restbestände in den Längen 10, 20 und 40 cm, die der Fachhandel bestellen kann. – Unten im Bild eine Tuchelle, die zudem in einer kalibrierten Ausführung verfügbar ist.

Paperworld 2012 (3)

Der Auftritt von Möbius+Ruppert stand im Zeichen des 90-jährigen Firmenjubiläums, und so gab es auch historische Spitzer zu bestaunen.

Paperworld 2012 (3)

Viele Spitzer von M+R sind Klassiker und immer noch in der gewohnt hohen Qualität zu ha­ben (die „Granate” dürfte jedem Bleistift-Liebhaber vertraut sein).

Paperworld 2012 (3)

Neben den „Black Line” wurde der Dosenspitzer M+R 950 in vier neuen Farbkombinationen vorgestellt. Letzterer hat es mir besonders angetan, so dass er demnächst ausführlicher zu sehen sein wird.

Paperworld 2012 (3)

Am Stand von STAEDTLER auf der Creative World zeigte ein überdimensionaler Block FIMO Soft einen Schwerpunkt des diesjährigen Auftritts.

Paperworld 2012 (3)

Neu im Sortiment ist ein FIMO-Set mit einem Kugelschreiber und einem Füllhalter ohne Schaft, die mit Phantasie und der Ofenknete fertiggestellt werden können. Was bekannte FIMO-Künstler daraus gemacht haben, zeigten einige Exemplare, die man für einen guten Zweck versteigern wird.

Paperworld 2012 (3)

Als alter Bastler habe ich über den Klebstoff „100%” von Pattex1 gestaunt.

Paperworld 2012 (3)

Einige Merkmale dieses Klebstoffs zeigte ein hohles Ei, das mit diesem überzogen war: Man konnte es fallen lassen, ohne dass es zerbrach, und wenn man es eindrückte, so hielt der Kleber die Bruchstücke der Schale zusammen.

Paperworld 2012 (3)

Neues auch bei den Schreibgeräten: Den vor drei Jahren vorgestellten Bleistift WOPEX gibt es jetzt in Schwarz sowie in je zwei Lila- und Brauntönen.

Paperworld 2012 (3)

Passend zum schwarzen WOPEX werden ein schwarzer Spitzer und ein ebensolcher Radie­rer angeboten.

Paperworld 2012 (3)

In kräftigen Farben präsentierten sich der Druckbleistift triplus 776 und die auf ihn abge­stimmten Minenröhrchen; zudem bekommt man den graphite 779 nun auch in drei Braun­tönen.

Paperworld 2012 (3)

Das war’s für dieses Jahr – die nächste Paperworld öffnet am 26. Januar 2013 ihre Pforten.

  1. STAEDTLER ist seit Oktober 2009 Vertriebspartner der Henkel-Marken Pritt, Ponal und Pattex.

Das FIMO

Samstag, 28. Januar 2012

Wer die beliebte Ofenknete FIMO mag, muss schnellstens das FIMO kennenlernen. Erdacht vom hier bereits mehrfach erwähnten Künstler Dominik Hüfner hat das FIMO als Sidekick von Captain Staedtler 2.0 begonnen und es nun von der zwei- in die dreidimensionale Welt geschafft – grandios!

Top Two

Donnerstag, 19. Januar 2012

Hin und wieder werde ich gefragt, welchen Bleistift ich bevorzuge; hier eine kurze Ant­wort.

Top Two

Es sind zwei, nämlich der STAEDTLER Mars Lumograph B und der Pentel Black Polymer 999 HB. Der erste bedarf sicher keiner Worte, ist er doch schon seit über 80 Jahren erhältlich und weltweit für seine Qualität und sein Design bekannt1. Der zweite hingegen ist ein Exot, denn er hat als einziger mir bekannter holzgefasster Stift statt der keramik- eine poly­mergebundene Mine, wie man sie sonst nur wesentlich dünner für Druckbleistifte nutzt. Diese Mine ist äußerst bruchfest, sehr gut radierbar und hat eine saubere Abgabe2. – Der Black Polymer 999 kam im August 1987 auf den japanischen Markt; leider wurde die Pro­duktion im vergangenen Jahr eingestellt3 (meine kleine Reserve müsste noch eine Weile reichen).

Die Welt der Bleistifte ist jedoch zu facettenreich, als dass ich mich beim alltäglichen Schrei­ben auf diese beiden Exemplare beschränken könnte, und so greife ich manchmal nicht nur zu weiteren Härtegraden der genannten Stifte, sondern auch zu anderen Exemplaren und erfreue mich an der Vielfalt.

Und welche Bleistifte ziehen meine Leser vor?

  1. Am schönsten fand ich die Variante mit der weißen Beschriftung in Helvetica, zu sehen u. a. hier.
  2. Übrigens werden diese Polymerminen ebenfalls gebrannt, wobei ein Teil des Polymers karboni­siert wird und zur Schwärzung beiträgt.
  3. Pentel hat diesen Bleistift von einem OEM fertigen lassen; wer das war, weiß ich nicht. – Neben der schwarzen gab es noch eine türkis lackierte Variante, und auch der item 17 von Craft De­sign Technology hatte eine solche Mine.

Tschüss, Stenofix!

Montag, 16. Januar 2012

Die Produktion des Steno-Bleistifts STAEDTLER Mars stenofix wurde mit Beginn des neuen Jahres eingestellt.

Tschüss, Stenofix!

Der erste Mars Stenofix kam 1949 unter der Artikelnummer 2884 auf den Markt. Ende der 60er Jahre erhielt er die Nummer 101, und bis in die 80er hinein gab es ihn außer in HB noch in B und 2B.

Kleiner Mond

Sonntag, 23. Oktober 2011

Als eines der frühesten Warenzeichen für Bleistifte gilt der Halbmond, den J.S. Staedtler 1887 beim Amtsgericht Nürnberg angemeldet hat.

Kleiner Mond

Die Herkunft dieses Halbmondes ist unklar; man ver­mutet einen Zusammenhang mit dem Export in den Orient1. Das hier gezeigte Exemplar aus einer Anzeige in der „Progressive Architecture” vom April 1952 ist nur 15 × 15 mm² klein und zudem mit einem Slogan geschmückt. – Genutzt wurde der Halbmond, der strenggenommen ein Viertelmond ist, bis in die 1960er Jahre hinein.

  1. In englischsprachigen Katalogen nannte sich das Unternehmen zuweilen sogar „Moon Pencil Factory”.

Saugfähige Reklame

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Mehrere Jahrzehnte blieb diesem 149 × 83 mm² kleinen Löschblatt mit rosa Rückseite und Reklame für die „Mars”-Produkte von Staedtler der bestimmungsgemäße Gebrauch erspart.

Saugfähige Reklame

Auch bei mir ist es sicher, muss es doch keine Tinte, sondern nur meinen inter­essierten Blick aufsaugen.

Mars-Marketing

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Und schon wieder werbendes Papier: Ein Faltblatt zum Staedtler Mars Lumograph, 89 mm hoch und 179 (aufgeklappt 297) mm breit, das ausführlich über den Spitzenbleistift und seine Varianten informierte.

Mars-Marketing Mars-Marketing

Vorder- und Rückseite (zum Vergrößern anlicken)

Das genaue Alter dieses Faltblattes kenne ich leider nicht, doch da der Fallminenstift Tech­nico 1001 um 1950 eingeführt wurde, vermute ich, dass es aus den 50er Jahren stammt; auch die Gestaltung spräche dafür. – Das Reichspatentamt, das ein „D.R.P.” (Deutsches Reichs-Patent) erteilte, schloss bereits 1945.

Mars-Marketing

Hier ebenfalls erwähnt wird der Langstrichstift, dessen Mine der des Zimmermannsstifts ähnelte. – Der Zeichnungsausschnitt links ist eingeklebt.

Mars-Marketing

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