Archiv des Stichworts „STAEDTLER”

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

Zeitreise

Sonntag, 4. Juli 2010

Anzeige der J.S. Staedtler Inc. in „Civil Engineering” (April 1960)

Vor gut 50 Jahren warben diese Anzeigen der J.S. Staedtler Inc. für die Qualitäten des Mars Duralar, dem Vorgänger des Dynagraph, beim Zeichnen auf Mylar und heute sollen sie aufmerksam machen auf den hervorragenden Beitrag „Staedtler Mars Dynagraph pencils and leads” bei pencil talk, in dem uns der sehr kundige Autor auf einen Ausflug in die Vergangenheit des technischen Zeichnens mitnimmt. Hingehen und staunen!

Anzeige der J.S. Staedtler Inc. in „Civil Engineering” (April 1960)

« Familienangelegenheit | Alte Anzeigen von STAEDTLER | Köpfchens Kumpel »

Familienangelegenheit

Montag, 14. Juni 2010

Die hier schon mehrfach genannte J.S. Staedtler Inc. präsentierte im Januar 1959 allen Lesern der Zeitschrift „Civil Engineering” den Zuwachs ihrer MARS-Familie.

Anzeige der J.S. Staedtler Inc. (1959)

Der in Deutschland gefertigte MARS Lumograph Duralar 2830, erhältlich in den Härten K1 bis K5, war gedacht für das Zeichnen auf PET-Folie (bekannt unter den Marken „Mylar” sowie „Hostaphan”) und verfügte als bis heute einziger holzgefasster Graphit-Stift dieses Herstellers über eine ungebrannte Mine mit Polymerbindung.

Anzeige der J.S. Staedtler Inc. (1959, Ausschnitt)

Im Text der ganzseitigen Anzeige genannt und auf dem Familienfoto vertreten waren viele bekannte Produkte, darunter der Farbstift Lumochrom und der Fallminenstift Technico, für den es auch Duralar-Minen gab. – Nachfolger des Duralar 2830 war übrigens der Dynagraph 100.

Anzeige der J.S. Staedtler Inc. (1959, Ausschnitt)

Die isometrische Darstellung der Dinge finde ich sehr ansprechend, und mich würde nicht wundern, wenn man sie im Hinblick auf die Sehgewohnheiten der technisch orientierten Kunden gewählt hätte.

Anzeige der J.S. Staedtler Inc. (1959, Ausschnitt)

Ja, hin und wieder greift der Erbsenzähler zum Fadenzähler und dreht taucht ab …

Anzeige der J.S. Staedtler Inc. (1959, Ausschnitt)

Passend dazu: Eine attraktive ½-Gros-Packung Mars Duralar gibt es bei pencil talk zu bestaunen, und Leadholder hält weitere Details zu den Stiften und Minen des Duralar-Sortiments bereit. – Wie das Deutsche Patent- und Markenamt informiert, wurde die Marke „Duralar” im Februar 1958 angemeldet und im Februar 2000 gelöscht.

« Spitzenspiel | Alte Anzeigen von STAEDTLER | Zeitreise »

Einmal Japan und zurück

Sonntag, 6. Juni 2010

In Japan, so sagte man mir, gelten angespitzte Stifte als gebraucht, weshalb die Hersteller dort auf das Spitzen verzichten. Bei manchen Bleistiften, die hier für den japanischen Markt gefertigt werden, lässt man daher ebenfalls den Spitzvorgang aus.

Einmal Japan und zurück

Diese in Nürnberg für Japan hergestellten Exemplare des Mars Lumograph von STAEDTLER haben eine weite Reise hinter sich, denn sie waren schon in ihrem Bestimmungsland. Ich konnte mir nicht verkneifen, ein Dutzend zu bestellen, und wer jetzt einen vernünftigen Grund für diesen Reimport sucht, wird keinen finden.

H und B

Samstag, 15. Mai 2010

Am Anfang war der Graphit. Man nahm ihn in Stücken, später umwickelt oder anderweitig geschützt zur Hand, und erst Ende des 17. Jahrhunderts schnitt man das schwarze Gold, so wie es aus der Grube kam, in Streifen und fasste es in Holz. Als der reine Graphit aus Borrowdale knapp wurde und Exportbeschränkungen die Situation verschärften, war man auf den kontinentaleuropäischen Graphit angewiesen. Dieser musste jedoch gemahlen und gereinigt werden, bevor man ihn verarbeiten konnte, und dabei begann man, ihn zu strecken: Mit Schwefel, Gummi, Schellack und Fischleim, aber auch mit Blei, Silber, Zink, Antimon, Wismut, Zinn und Quecksilber. Die Ergebnisse indes waren enttäuschend.

Erfolg hatte schließlich Nicolas-Jacques Conté im Jahre 1795*. Er mischte den Graphit mit Ton und konnte damit gleichzeitig die Härte steuern. Nach dem Brennen der Mischung dient der Ton als Gerüst für den Graphit, wobei die Mine umso härter ist, je mehr Ton sie enthält (STAEDTLER nennt ein Verhältnis von 1:1 bei 3H). Dies war nicht nur die Geburt des modernen Bleistifts, wie wir ihn heute kennen und schätzen, sondern auch der Beginn einer anhaltenden Verwirrung um den Härtegrad.

Caran d'Ache Technograph 777 und California Republic Palomino

Zwei HB-Bleistifte, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Caran d’Ache Technograph 777 HB (Schweiz, hart) und California Republic Palomino HB (Japan, weich)

Warum Verwirrung? Nun, trotz zahlreicher Bemühungen gibt es nach wie vor keinen her­stellerunabhängigen Standard, und wer einmal Bleistifte unterschiedlicher Herkunft, aber gleichen Härtegrads verglichen hat, kennt die verblüffend großen Abweichungen; oben­drein beeinflussen Fertigungsschritte wie das Paraffin-Tauchbad oder Beimengungen z. B. von Ruß das subjektive Empfinden der Härte. – Doch zurück zur Geschichte.

Conté war es auch, der mit einer Kennzeichnung begann. Sein härtester Bleistift trug die „1″, und je weicher die Mine, desto größer war die Zahl. Die heute übliche Benennung des Härtegrads geht vermutlich auf den englischen Bleistiftmacher Brookman zurück, der im frühen 19. Jahrhundert seine Stifte für Künstler mit „B” (black) und die der technischen Zeichner mit „H” (hard) versah; dies könnte zudem die Asymmetrie erklären. Der schon damals populärste Bleistift hatte eine Härte zwischen H und B, was ihm den Grad HB eintrug. Später folgte noch F (firm) für den Stift mit einer Mine zwischen H und HB.

Katalogseite von J.S. STAEDTLER (1909)

„Bleihärten” im Katalog von J.S. STAEDTLER (1909). – Es fällt auf, dass die Nummerierung der von Conté entgegengesetzt ist.

So wie J.S. STAEDTLER im Katalog von 1909 (zurzeit als Kopie in Nürnberg zu sehen) verfuhren auch andere – je weicher, desto mehr B, und je härter, desto mehr H. Lediglich Joseph Dixon in den USA entschied sich zunächst für „S” (soft) und „H” (hard), wobei der weichste Bleistift VVS (very, very soft) und der härteste VVVH (very, very, very hard) war. Als die Skala der Härtegrade wuchs, wichen die vielen Buchstaben anderen Benennungen wie z. B. „Extra Extra Black” (erst EX-EXB, dann EEB und EE, dem heutigen 8B). Die einfache Zahl blieb lange im Gebrauch, und daneben etablierte sich die jetzt vertraute Kombination aus Zahl und Buchstabe (xH,xB); zum Ursprung letzterer konnte ich in meinen Quellen allerdings keine Details finden. Manche Hersteller nutzen beides, etwa STAEDTLER beim Noris 120 und STABILO beim Opéra und Othello.

Bruynzeel 1605

Ungewöhnlich: Bruynzeel 1605 1B und 1H

Doch es gibt immer noch Abwechslung – Bruynzeel, seit 1991 Teil von Sakura, hat die Grade 1B und 1H im Sortiment, STABILO übersetzt HB mit und bei den Feinminen von Pentel und Tombow findet man HB in drei Varianten.

Danke an STAEDTLER für den Scan! – Die für den Beitrag am stärksten geplünderte Quelle ist „Der Bleistift” von Henry Petroski (Birkhäuser 1995).

* In der Literatur heißt es oft, der Österreicher Josef Hardtmuth habe bereits 1790 und damit vor Conté die keramische Mine erdacht. Petroski teilt diese Ansicht nicht, sondern vermutet, dass diese Zahl das Gründungsjahr von Hardtmuths Unternehmen benennt. Er schreibt: „Hardtmuth selbst behauptete, das Verfahren – die sogenannte ‚Wiener Methode’ – erst im Jahr 1798 erfunden zu haben, also drei Jahre nach Contés Patent. Andere Quellen berichten aber, dass das neue Verfahren in Wien erst viel später zur Anwendung kam, als es nämlich von Contés Schwiegersohn Arnould Humblot dort eingeführt wurde.”

Nachtrag vom 17.5.10: Details zum Gebrauch der kyrillischen Zeichen zur Kennzeichnung des Härtegrads in Russland gibt es hier. Danke an Stephen für diesen Hinweis! – Härtegrad mal anders: Die Firma Elcometer nutzt Bleistifte zur Ritzhärteprüfung von Oberflächen nach ISO 15184, so im Bleistifthärte-Prüfer 501 oder im Motorischen Bleistifthärte-Prüfer 3086.

Nachtrag vom 4.2.11: Auch B++ gibt es, wie hier beim Zoom Super Dark von Doms:

Doms Zoom Super Dark B++

Nachtrag vom 1.8.11: Dr. Eugen Ryschkewitsch schreibt in seinem Buch „Graphit – Charakteristik, Erzeugung, Verarbeitung und Verwendung” (S. Hirzel 1926):

Die härtesten Bleistifte enthalten nur etwa 20 Proz. Graphit, sehr weiche ent­halten bis etwa 90 Prozent Graphitsubstanz unz mehr. Besonders weiche Stifte bestehen aus reinem Graphit, wie z. B. solche aus dem Batugol- (sogenannten „Alibert”-) Graphit. Hier ist der Graphit so homogen, weich und farbkräftig, daß seine weitere Behandlung sich erübrigt. Man braucht nur aus einem Block die Stifte herauszuschneiden.

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Dienstag, 4. Mai 2010

Eine große Attraktion bietet das Unternehmen STAEDTLER im Rahmen seines 175-jährigen Firmenjubiläums mit der Ausstellung „Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER” im Museum Industriekultur in Nürnberg. Im Mittelpunkt stehen unterschiedlichste historische und aktuelle Schreibgeräte sowie ihre Geschichte und Technik; zahlreiche Fotos, Filme und Grafiken lassen die Entwicklung von 1835 bis jetzt lebendig werden. Ich konnte sie mir schon heute ansehen, und so bekommen meine Leser bereits zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung am 6. Mai einen Einblick in diese – wie ich finde – sehr sehenswerte Ausstellung.

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Im Hintergrund u. a. der Film zur Bleistiftherstellung bei STAEDTLER im Jahr 1950

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Eine Zeitreise mit den wichtigsten Stationen der Firmengeschichte …

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

… wie z. B. dem Beginn der Feinminen- und Druckbleistiftfertigung (1967 und 1969)

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Nicht nur für Sammler interessant: frühere und z. T. ungewöhnliche Produkte

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Ein überdimensionaler MARS-Bleistift von 1925 (vorne eine als Brieföffner nutzbare Metallkappe)

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Technische Details: Düsen zum Pressen von Minensträngen

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Die Werkstatt eines „Bleystefftmachers”, wie sie damals ausgesehen haben könnte

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Fotos des alten STAEDTLER-Werks aus einem Buch für Ludwig Kreuzer zum 25. Dienstjubiläum (1905)

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Katalog von 1909

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Titelseiten historischer Kataloge (ganz links der von 1919)

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Ausschnitt einer alten Werbung für das Inland …

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

… und für das Ausland. – Man beachte den Härtegrad „BBBBBB” auf dem Stift ganz rechts.

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Neue Technik zum Anfassen, Ausprobieren und Vergleichen

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Eine spannende Reise in das Innere eines Bleistifts mit Aufnahmen eines Rasterelektronenmikroskops

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER

Bruchgeschützt durch Bionik: Der Farbstift mit A.B.S.

Meine Empfehlung: Hingehen, anschauen und staunen!

Faszination Schreiben – 175 Jahre STAEDTLER
Ausstellung mit reichhaltigem Begleitprogramm vom 6. Mai bis 3. Oktober 2010
Museum Industriekultur
Äußere Sulzbacher Straße 60–62
90491 Nürnberg

Bleistiftherstellung vor 60 Jahren

Samstag, 27. März 2010

Einen sehr interessanten Einblick in die Produktion der J.S. Staedtler Mars-Bleistiftfabrik im Jahr 1950 bietet der kürzlich von STAEDTLER bei Facebook eingestellte Schwarzweiß-Film. Im Gegensatz zu den gezeigten Bleistiften ist der gut 15-minütige Streifen ganz ohne Ton, was jedoch seine Attraktivität für mich nicht mindert. Ein bemerkenswertes historisches Dokument!

Heute mach ich blau

Montag, 22. März 2010

Heute mach ich blau

Von oben im Uhrzeigersinn: Radierer SEED Kesugomu, Foldback-Klammer ALCO 781-26, Bleistift-Verlängerer Rosetta mit STAEDTLER Mars Lumograph 100 B, Rollmäppchen Enveloop, Farbstift Mitsubishi Arterase Color, Notizbuch X17 und Rundkopfnadeln Durable „Eisbär” 4/15 mm

Traditionspflege

Dienstag, 16. März 2010

STAEDTLER tradition 110

Der rot-schwarze Bleistift-Klassiker STAEDTLER tradition 110, vertreten durch Exemplare aus Deutschland, Großbritannien und Australien, erfährt eine eingehende Betrachtung mit verdienter Würdigung im Weblog „Bleistift” – hervorragend!

Kleine historische Notiz am Rande: Der Bleistift „Tradition” kam im August 1930 mit der Artikelnummer 200-x auf den Markt; 1967 wurde letztere zu 110-x geändert (x = Härtegrad).

 Vorherige 1 2 3 ...5 6 7 ...12 13 14 Nächste