Monat: Februar 2008

Stille Beobachter (1)

Schienenplatte auf einer als Zaunpfahl umfunktionierten Bahnschwelle

Um wei­te­ren (Offline-)Fragen vor­zu­beu­gen: Das obige Bild zeigt eine Schie­nen­platte auf einer als Zaun­pfahl umfunk­tio­nier­ten Bahn­schwelle. Das Metall­stück wirkt in mei­nen Augen wie ein Gesicht, was durch die Schat­ten an der Unter­seite der Vier­kant­schrau­ben noch ver­stärkt wird.

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Fragen über Fragen

Dialogannahme in Eberstadt

Was ist denn eine Dia­log­an­nahme? Nimmt man sich dort mei­ner Dia­loge an, die ich mal geführt habe und jetzt nicht mehr brau­che? Oder müsste ich dazu eine Dia­log­ab­gabe auf­su­chen? Was pas­siert dann mit mei­nen alten Dia­lo­gen, die ich dort abgebe? Man­che Dia­loge klin­gen mir doch sehr ver­traut, so dass ich arg­wöhne, dass die ent­sorg­ten Dia­loge auf geheim­nis­volle Weise zurück­ge­schleust wer­den oder man gar die ollen Din­ger in einem unbe­wach­ten Augen­blick wie­der unter­ge­ju­belt bekommt. Oder gibt es viel­leicht sogar eine Dia­log­aus­gabe, an der sich womög­lich wild­fremde Men­schen meine Dia­loge abho­len kön­nen? Wer steckt dahin­ter? Und wo küm­mert man sich eigent­lich um meine Monologe?

Wundersame Welt der Waren (4)

Als pas­sio­nier­ter Ver­brau­cher halte ich stän­dig Aus­schau nach unge­wöhn­li­chen Pro­duk­ten und ent­de­cke dabei immer wie­der Bemer­kens­wer­tes, was einen zwei­ten Blick ver­dient (siehe hier, da und dort). Mein nähe­res Umfeld lei­det unter weiß von mei­nen absei­ti­gen Nei­gun­gen nicht ganz all­täg­li­chen Inter­es­sen und gibt mir gele­gent­lich einen wert­vol­len Hin­weis – so wie den auf einen Kaf­fee unge­wöhn­li­chen Namens.

Als wäre das Kaf­fee­trin­ken nicht ohne­hin schon eine recht ange­nehme Ange­le­gen­heit, so macht J. J. Dar­bo­ven mit sei­nem Kaf­fee „Par­odie“ auf mich den Ein­druck, als wollte man noch eins drauf­set­zen und den Unter­hal­tungs­wert die­ser Tätig­keit steigern.

Kaffee Parodie

Zunächst klingt das ja irgend­wie gut und weckt durch die klang­li­che Ähn­lich­keit z. B. zu „Har­mo­nie“ posi­tive Asso­zia­tio­nen, doch der Gedanke, eine Nach­ah­mung – denn um eine sol­che han­delt es sich ja bei der Par­odie – erst in der Tasse und dann in mir zu haben, will mir nicht so recht beha­gen. Auch stehe ich einer Satire auf Kaf­fee trotz breit gefä­cher­tem Inter­esse und prin­zi­pi­el­lem Wohl­wol­len eher zurück­hal­tend gegenüber.

Doch ich bin sehr neu­gie­rig auf die „sanfte Mischung aus natur­mil­den Boh­nen“ (so ein Wer­be­text), in der laut der Darboven-Website 135 Jahre umfas­sende Kaffee-Erfahrung steckt, und setze den Kaf­fee­voll­au­to­ma­ten durch einen ent­schlos­se­nen Knopf­druck in Betrieb. Nach meh­re­ren inter­es­san­ten Geräu­schen läuft die frisch gemah­lene und ebenso gebrühte „Par­odie“ aus der Maschine in mei­nen Becher von Wäch­ters­bach. (Nein, das ist keine Schleich­wer­bung, weil a. mich Wäch­ters­bach nicht dafür bezahlt und b. die­ser Arti­kel aus der „Asia“-Reihe schon lange nicht mehr erhält­lich ist.)

Becher aus der 'Asia'-Reihe von Wächtersbach

Der posi­tive Ein­druck beim Blick auf den dunk­len Trank täuscht nicht: Die „Par­odie“ ist gar keine, son­dern rich­ti­ger Kaf­fee, der prima aus­sieht und gut schmeckt, so dass ich den mit „Kaf­fee (schwarz)“ beschrif­te­ten Knopf des Auto­ma­ten gleich noch ein­mal betä­tige und mich auf die nächste Tasse freue.

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Buntbüro

Wenn auch nicht knall­bunt, so doch wenigs­tens zwei­far­big – und das zudem in stark kon­tras­tie­ren­dem Rot und Blau – geht es zu, wenn der Büro­farb­stift von Koh-I-Noor Hardt­muth zum Ein­satz kommt.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift

Der zwei­ge­teilte Stift mit hexa­go­na­lem Quer­schnitt, einer Länge von 175 mm und einer Dicke von 7 mm (also den für Blei- und Bunt­stifte typi­schen Abmes­sun­gen) trägt die Auf­schrift »KOH-I-NOOR HARDTMUTH AG „Büro­farb­stift“ 62 SM« und in einer Art Logo »Aus­tria«. Die für die Bezeich­nung des Stifts genutzte fette Seri­fen­schrift erin­nert dabei an alte Tage, was durch den gold­far­be­nen Foli­en­prä­ge­druck noch ver­stärkt wird. Warum der Name des Stifts in Anfüh­rungs­zei­chen gesetzt wurde, wird wohl ein Geheim­nis des Her­stel­lers blei­ben. Ich könnte mir aller­dings vor­stel­len, dass man sich damit auf die all­tagssprachliche Bezeich­nung bezog oder eine sol­che schaf­fen wollte.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift

Die sta­bi­len Minen des Büro­farb­stifts, die auch bei etwas stär­ke­rem Druck nicht abbre­chen, glei­ten ohne zu krat­zen über das Papier. Seine gut auf­ein­an­der abge­stimm­ten Far­ben, die hier nicht ganz kor­rekt wie­der­ge­ge­ben wer­den, emp­finde ich als anspre­chend. Sie las­sen sich auch ver­gleichs­weise ordent­lich radie­ren, und so hin­ter­las­sen gute Radie­rer wie z. B. der Schaum­ra­die­rer von Pilot und der Läu­fer PLAST-0140 nur äußerst geringe Spuren.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift - rot   KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift - blau

Das Holz des Stifts ist von hoher Qua­li­tät – ein hoch­wer­ti­ger Spit­zer (hier: die „Gra­nate“ von Möbius+Ruppert) trägt das Mate­rial sehr sau­ber ab und hin­ter­lässt eine glatte Schnitt­flä­che. Bei genauem Blick auf das blaue Ende nach dem Spit­zen erkennt man eine dünne rote Schicht unter der blauen, was ver­mu­ten lässt, dass der Stift zunächst kom­plett rot und danach halb blau lackiert wurde.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift mit Messing-Anspitzer „Granate”

Für den täg­li­chen Gebrauch bevor­zuge ich zwar Druck­farb­stifte wie die Color Eno von Pilot oder die noch etwas bes­se­ren von uni/Mitsubishi, doch der Griff zum Büro­farb­stift ist eine ange­nehme Abwechslung.

Er ist offi­zi­ell nicht mehr im Han­del erhält­lich, da sein öster­rei­chi­scher Her­stel­ler von gut zehn Jah­ren in Kon­kurs ging; der neue Anbie­ter hat jedoch unter der Art.-Nr. 3423 einen ähn­li­chen Arti­kel im Pro­gramm (siehe Seite B22 im aktu­el­len Kata­log). Rest­be­stände des Büro­farb­stifts sind aber hier und da noch anzutreffen.

Basteln mit dem Lexikaliker (2)

Als sehr gro­ßer Freund von Blei­stif­ten und prak­ti­schen Din­gen möchte ich heute bei­des nutz­brin­gend kom­bi­nie­ren. Wie schon beim USB-Nilpferd sind auch hier weder spe­zi­el­les Werk­zeug noch beson­de­res Fach­wis­sen erfor­der­lich, und die benö­tig­ten Teile – eine höl­zerne Wäsche­klam­mer und ein holz­ge­fass­ter Blei­stift – soll­ten sich in jedem Haus­halt fin­den las­sen. Für die­ses Bei­spiel ver­wende ich einen Palomino HB von Cali­for­nia Repu­blic, den ich mit einem Langkonus-Spitzer von KUM in Form gebracht habe.

Teile für den Wäscheklammer-Bleistift

Die benö­tig­ten Teile

Die Umset­zung ist wie­der schnell und ein­fach: Wir ent­fer­nen die eine Hälfte der Klam­mer und ste­cken an deren Posi­tion den Blei­stift – fer­tig. Tipp: Kleine Ker­ben im Blei­stift an den Stel­len, wo ihn die Feder hält, ver­bes­sern sei­nen Sitz.

Fertiger Wäscheklammer-Bleistift

Der fer­tige Wäscheklammer-Bleistift

Die­ser Wäscheklammer-Bleistift lässt sich bequem an der Brust­ta­sche anbrin­gen, ohne dass er das Innere der Tasche zer­sticht oder beim Bücken her­aus­fällt, und hält ebenso sicher an einem Notizblock.

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Was bedeutet …

… eigent­lich „Lexi­ka­li­ker“?

Lexikalikers Lexikothek

Die­ses Kunst­wort fin­det sich wohl kaum in einem Lexi­kon, doch der Griff zu einem sol­chen führt bereits in die rich­tige Rich­tung. Ein guter Freund, der zonebatt­ler aus Fürth, hat mich auf­grund mei­nes über­aus gro­ßen Inter­es­ses an Nach­schla­ge­wer­ken unter­schied­lichs­ter Art einst als „Lexi­ka­li­ker“ bezeich­net. Diese bemer­kens­werte Wort­schöp­fung, mit der ich mich gerne schmü­cke, kam mir spon­tan in den Sinn, als ich einen Namen für meine kleine Ecke im welt­um­span­nen­den Aben­teu­er­spiel­platz gesucht habe.

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