Ende einer Ära

Das Ton­werk der Stadt Klin­gen­berg am Main, Lie­fe­rant für Spe­zi­al­tone und ein wich­ti­ger Name in der Blei­stift­welt, wurde geschlos­sen. Als am 16. Dezem­ber 2011 zum letz­ten Mal Berg­leute in den Schacht ein­fuh­ren, ging eine 270 Jahre andau­ernde Ära zu Ende. Der sehr hoch­wer­tige Klin­gen­ber­ger Ton wurde u. a. nach Süd­ame­rika, Afrika und Asien expor­tiert und stand auch schon in die­sem Blog schon im Mit­tel­punkt. – Hier und da gibt es zwei kurze Bei­träge des Baye­ri­schen Fern­se­hens zur Schlie­ßung des Werks.

Danke an Kai für den Hinweis!

7 Kommentare zu „Ende einer Ära“

  1. Auch ich bedaure die Schlie­ßung des Ton­werks, galt doch der Ton aus Klin­gen­berg als der beste in Europa (man­chen sag­ten sogar, er wäre der welt­beste). Der noch vor­han­dene Ton wird jetzt nicht mehr abge­baut, weil man in den letz­ten Jahr­zehn­ten wohl ver­säumt hat, zu inves­tie­ren; vor den gewal­ti­gen Kos­ten, die bei einer Moder­ni­sie­rung anfal­len wür­den, kapi­tu­liert man (die nied­ri­gen Preise für den Ton z. B. aus China spie­len natür­lich auch eine große Rolle). Das ist wirk­lich sehr schade!

    Frank, danke für den Link zum Radio­bei­trag – ich habe ihn gerade (noch­mal) gehört und fand ihn sehr interessant.

  2. Wie Schade, dass das Ton­berg­werk „von unne ruff“ geschlos­sen wurde. Im Bei­trag von der Fran­ken­schau klingt es ja lei­der auch so als ob immer weni­ger Blei­stift­her­stel­ler den Klin­gen­ber­ger Ton ver­wen­det hät­ten 8^(

  3. Ja, das ist wirk­lich schade, auch ange­sichts des Umstands, dass man einen Teil des Berg­werks mit Beton ver­fül­len will und so den Zugang zum noch vor­han­de­nen Ton sehr schwer macht. – In der Radio­sen­dung von 2006, die Frank ver­linkt hat, hieß es, dass LYRA der letzte deut­sche Her­stel­ler ist, der Ton aus Klin­gen­berg ver­ar­bei­tet, aber 40% der japa­ni­schen Blei­stift­in­dus­trie zu den Kun­den des Ton­werks gehö­ren. Wei­ter­hin sagte man, dass man für den glei­chen Preis etwa die 15- bis 20-fache Menge Ton aus China bekommt (wenn auch nicht in der Qualität).

  4. …aber inzwi­schen pro­du­ziert ja Lyra glaube ich nur noch ein paar Pro­dukte in Deutsch­land, aber keine Blei­stifte. In deren Kata­log habe ich ein paar mit „Made in Ger­many“ bewor­bene Pro­dukte gese­hen, aber keine Gra­phit­blei­stifte. …und Japan rückt ja jetzt auch näher an China ( http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15659730,00.html?maca=de-newsletter_de_wirtschaft-2077-html-newsletter ). Schön, dass Du noch Roh­ton als Sou­ve­nir hast (das ist wohl die Berliner-Mauer-Stückchen-Entsprechung für Molyvophile).

  5. Ich kenne zwar die Details nicht, habe aber den Ein­druck, dass sich mit der Über­nahme von LYRA durch FILA viel geän­dert hat. Vor eini­gen Jah­ren hat das Unter­neh­men etwa 600 Arbeits­plätze abge­baut, und vie­les kommt nun aus China – mich irri­tiert ein wenig, wenn ein Blei­stift den Namen LYRA und den Auf­druck „Ger­many“ trägt, aber von FILA in China her­ge­stellt wird. (Ich habe nichts Gene­rel­les gegen China, kom­men doch auch sehr hoch­wer­tige Pro­dukte von dort; vie­les ist aber ent­täu­schend.) Doch auch davor hat die Qua­li­tät nach­ge­las­sen, was ich z. B. an den drei Gene­rationen des LYRA Robin­son sehen konnte. Erfreu­lich ist jedoch, dass viele Spe­zi­al­stifte noch im Sor­ti­ment sind, dar­un­ter auch der Schreiner- und der Gärt­ner­stift. – Mal sehen, was LYRA und FILA auf der dies­jährigen Paper­world zei­gen (ich werde an zwei Tagen da sein).

    Danke für den Link. Japans Annä­he­rung an China fin­det wohl haupt­säch­lich auf Wäh­rungs­ebene statt; wie es sich auf die Pro­dukt­qua­li­tät aus­wirkt, wird die Zukunft zeigen.

    Ja, über den Roh­ton freue ich mich, und wenn meine Vitrine steht, bekommt er einen guten Platz :-)

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