Monatsarchiv für Februar 2012

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Spitzen, aber richtig

Freitag, 17. Februar 2012

David Rees, bekannt durch das Artisanal Pencil Sharpening, hat sein Wissen über das Blei­stiftspitzen in einem Buch zusammengefasst. „How To Sharpen Pencils”1 hat 144 Seiten, erscheint im April 2012 bei Melvin Books und kostet 14,95 USD. – Eine Vorschau ist ver­fügbar, und wer genau hinschaut, erkennt im Kapitel 2 ab Seite 61 auf mehreren Fotos die „Granate” von Möbius+Ruppert.

  1. Untertitel: „A Practical & Theoretical Treatise on the Artisanal Craft of Pencil Sharpening for Writers, Artists, Contractors, Flange Turners, Anglesmiths, & Civil Servants”.

Doyald Young, Logotype Designer

Donnerstag, 16. Februar 2012

Faszinierend und sehr schön: „Doyald Young, Logotype Designer”, ein gut 40-minütiger Film mit und über den kürzlich verstorbenen Schriftgestalter und Logo-Designer Doyald Young.

Doyald Young, Logotype Designer

Doyald Young, Logotype Designer

Doyald Young, Logotype Designer

(via Orange Crate Art)

Spitzen-Idee

Mittwoch, 15. Februar 2012

Seit es den Bleistift gibt, haben sich kreative Köpfe mit seiner Verbesserung beschäftigt, doch nicht alle Ideen konnten sich durchsetzen. Vermutlich nicht über das Konzept hinaus kam diese Idee eines Schreibstifthalters, gezeigt in dem Buch „Blei­stifte, Farbstifte, far­bige Kreiden und Pastellstifte, Aquarell­farben, Tusche und ihre Herstel­lung nach bewähr­ten Ver­fahren” von August Buchwald, erschienen 1904 in A. Hartleben’s Verlag1.

Spitzen-Idee

Schreibstifthalter mit kurzen auswechselbaren Minenstücken von Rudolph Spear in Nürnberg.
Dieser Stift sucht die gewöhnlichen Übelstände der nicht genügenden Befesti­gung der Minen in der Weise zu vermeiden, daß gegen das hintere Ende des in die Gebrauchslage gebrachten Minenstückes ein am Halter befestigter Zapfen drückt, der mit seiner Spitze in eine entsprechende Höhlung des hinteren Minenendes eingreift. Selbstverständlich kann sich die Höhlung auch am vor­deren Zapfenende befinden, in welchem Fall das entsprechend gestaltete hintere Minenende in die Höhlung des Zapfens eingreift. In einem wie im anderen Fall wird hierdurch ein genaues Zentrieren des Minenstückes am Vor­derende des Halters und eine feste Verbindung desselben mit dem letzteren erzielt, so daß das lästige Wackeln des Minenstückes mit Sicherheit vermieden ist. Der neue Schreibstifthalter in in Fig. 95 und 96 in einer Ausführungsform veranschaulicht. Der Halter besteht in der Hauptsache aus zwei Teilen, dem etwa die Stärke des Bleistifts aufweisenden Unterteil a, welcher an seinem obe­ren Ende einen schwächeren Zapfen b trägt, und einer über diesen Zapfen zu steckenden, durch Reibung oder gegebenenfalls mit Hilfe mechanischer Ver­schlußvorrichtungen festgehaltenen Kapsel c. Die letztere ist am vorderen Ende mit einer Öffnung d versehen, welche so gestaltet und bemessen ist, daß der von unten in dieselbe eingedrückte Bleistift allseitig fest umschlossen wird. Das Einführen des in der Zeichnung in der Gebrauchsstellung gezeichneten Blei­stiftes e in den Halter geschieht nun in der …

Hier hat man zunächst den Eindruck, als ginge es dem Erfinder in erster Linie um eine fri­sche Spitze, und fühlt sich an den Perpetual Pencil und den Yoropen erinnert. Die Be­schreibung indes macht deutlich, dass der Aufwand hauptsächlich dem sicheren Halt der Mine gilt.

Spitzen-Idee

Fig. 95.
Schreibstift mit einer Spitze, die in eine entsprechende Vertiefung des Zapfens greift. (Schnitt.)

Fig. 96.
Schreibstift mit Höhlung, in die das entsprechend ugespitzte Ende des Zapfens tritt.

Spitzen-Idee

… Weise, daß der Schreibstift mit der Spitze (Schreibseite) nach unten in die zu diesem Zweck abgenommene Kapsel c eingeworfen und letztere sodann auf den Zapfen b aufgesteckt wird, so daß sie mit ihrem unteren Rand c1 auf dem Unterteil aufsitzt. Die Länge des Zapfens b ist so bemessen, daß beim Aufste­cken der Kapsel der Schreibstift mit einem gewissen Druck durch die Öffnung d hindurch geschoben wird, daß er um ein gewisses, für den Gebrauch geeig­netes Maß aus der Spitze hervortritt. Um nun die Festigkeit der Verbindung zu erhöhen, ist der Schreibstift an seiner unteren Seite mit einer kleinen Höhlung, in die das entsprechend zugespitzte Ende des Zapfens tritt, oder aber mit einer Spitze, die in eine entsprechende Vertiefung des Zapfens greift, versehen. Zum übrigen können natürlich die einzelnene Teile des beschriebenen Halters auch eine von der Zeichnung abweichende und dem jeweiligen Bedürfnis entspre­chende Form und Größe erhalten.
Die bei dem neuen Halter als Schreibstift verwendeten Minenstücke können entweder in einem besonderen Behälter beigegeben oder aber, wie in Fig. 95 angenommen, in den Hohlraum des ausgebohrten Halterteiles untergebracht werden.

Wie schon beim im selben Buch beschriebenen Drehbleistift fehlt leider jedes Detail zur technischen Umsetzung dieser Idee, und ich bezweifle, dass sie sich als alltagstauglich er­wiesen hätte. Interessant anzuschauen ist sie jedoch allemal!

  1. Da der Titel inzwischen gemeinfrei ist, gibt es die drei gezeigten Seiten hier als PDF.

M+R 950

Montag, 13. Februar 2012

Mit Dosenspitzern konnte ich mich bisher nicht so recht anfreunden. Oft enthielten sie nur einen einfachen Kunststoffspitzer, öffneten sich manchmal selbsttätig, gaben Spitzerabfälle durch die Stiftöffnung ab oder waren einfach zu klobig. Erst der 950 von Möbius+Ruppert hat mich überzeugt.

M+R 950

Im Gegensatz zu den meist zylindrischen Behälterspitzern ist der 52 × 39 × 21 mm große 950 angenehm kompakt. Ober- und Unterteil sitzen fest ineinander und werden durch eine dekorative Rastung mit Druckknopf zusammengehalten; ein automatischer Lamellen­verschluss verhindert das Austreten von Abfällen. – Wie bei den anderen mir bekannten Produkten von M+R ist die Verarbeitung hervorragend.

M+R 950

Die Arbeit im 950 übernimmt ein keilförmiger Einsatzspitzer aus Magnesium, der ebenso wie der Kunststoffbehälter im fränkischen Erlangen gefertigt wurde. Er trägt das Holz sehr sauber und sparsam ab – die Dicke des Spans1 liegt im Mittel bei beeindruckenden 0,21 mm2. Der Spitzwinkel beträgt die für Bleistifte üblichen 22°.

M+R 950

Der 950 ist schon lange auf dem Markt und erhielt 1986 im Rahmen der internationalen Frankfurter Konsumgütermesse die Auszeichnung „Design Plus”3. Außer in der hier gezeig­ten Originalausführung4 gibt es ihn noch in vier weiteren Farbkombinationen; der Vertrieb erfolgt über Staufen. Die 2,49 Euro sind bestens angelegt!

Nachtrag vom 27.5.13: Details zur automatisch verschließenden Einführungsöffnung zeigt das Patent Nr. 3410255.

  1. Getestet mit einem STAEDTLER Noris B, der schon etwas älter und aus Jelutong ist (zurzeit kommt wieder Zeder zum Einsatz).
  2. Siehe auch „Spitzen und inspizieren”.
  3. Mir ist rätselhaft, warum er mir nicht schon viel früher aufgefallen ist.
  4. Diese hat die Art.-Nr. 0950-0000.

Der vielseitige Bleistift

Montag, 13. Februar 2012

Aus dem Science Digest vom April 1958: „The Versatile Lead Pencil”. – Danke an Michael Leddy für den Hinweis!

366 Tage kostenlos

Samstag, 11. Februar 2012

Nein, das ist keine Werbung für ein Abonnement, denn die Lektüre dieses Weblogs ist und bleibt kostenfrei. Es gibt etwas zu gewinnen, nämlich ein Exemplar des schönen Kalen­ders Typodarium 2012 aus dem von mir sehr geschätzten Verlag Hermann Schmidt inklusive weltweitem Versand.

366 Tage kostenlos

Im Gegensatz zum Jahr ist das Typodarium noch komplett und originalverpackt. Wer Inter­esse hat, hinterlässt einen Kommentar1 mit funktionierender E-Mail-Adresse; nach zwölf Kommentaren, spätestens jedoch am morgigen Sonntag, 12. Februar um 18 Uhr, lose ich den Gewinner aus.

  1. „Haben will” reicht völlig.

LYRA 1906

Freitag, 10. Februar 2012

Aus der „Gedenkschrift anläßlich des 100jähr. Bestehens der LYRA-Bleistiftfabrik Nürnberg” (1906): Der Blick auf das Werk im Jubiläumsjahr.

LYRA 1906

LYRA 1906

LYRA 1906

LYRA 1906

LYRA 1906

LYRA 1906

J.S. Staedtler 1919 (6)

Montag, 6. Februar 2012

„Nicht schon wieder Landkartenstifte”, werden meine Leser seufzen. „Doch”, sage ich da nur und mache es kurz.

Krokier-Stifte

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Enthalten im Katalog von J.S. Staedtler des Jahres 1919 waren diese Krokier-Stifte, die in vier verschiedenen Sets für kartografische Skizzen angeboten wurden. – „Kro­kier” stammt vom französischen „croquis” (Skizze, Entwurfszeichnung); eine einfache Geländezeichnung wird im Deutschen auch „Kroki” genannt.

Krokier-Stifte

Interessant ist hier u. a. die detaillierte Auflistung der Farben und der Nummern, deren Lücken die Vermutung nahelegen, dass die Stifte (oder zumindest die Farben) zu einem größeren Set gehörten.

Krokier-Stifte

Bemerkenswert finde ich auch die Schriftarten. Während mich die fetten Überschriften an Zwischentitel aus Stummfilmen erinnern, …

Krokier-Stifte

… verblüfft mich der für den Text genutzte Font, dessen Besonderheiten gerade im Fett­druck auffallen:

Krokier-Stifte

Der lange und bis unter die Grundlinie verlaufende Stamm des F mit schrägem unteren An­satz, die kurze Schulter des a, die gedrungene Schlinge des g, die kleine Diagonale des N – aber das nur am Rande.

Nachtrag: Ich habe diese Schriftart im Forum von Typografie.info zur Diskussion gestellt. Die kundigen Teilnehmer dort haben noch eine oben geschlossene ch-Ligatur entdeckt und die Schrift als die Behrens Antiqua identifiziert.

 Telephonstift | J.S. Staedtler 1919 | Spitzenschoner 


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