Monat: August 2012

So wird’s gemacht

Kei­nen Spit­zer zur Hand? Diese Illus­tra­tion aus einem nicht näher benann­ten Kata­log des Jah­res 1884, wie­der­ge­ge­ben in „Vom Faust­keil zum Blei­stift“1, zeigt das Spit­zen eines Blei­stifts mit dem Messer.

So wird's gemacht

  1. Satt­mann, Erhard: Vom Faust­keil zum Blei­stift. Aachen: Ver­lag Peter Bas­ten 1949.

„Schön gespitzte Bleistifte“

Ziel eines wei­te­ren der vie­len Aus­flüge wäh­rend unse­res Urlaubs in Bran­den­burg war das im Schloss Rheins­berg behei­ma­tete Kurt-Tucholsky-Museum.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Schloss Rheins­berg, von Süden gesehen

Ein Besuch des Schlos­ses Rheins­berg sei übri­gens jedem ange­ra­ten, der sich in die­ser Ge­gend auf­hält (mir gefällt es bes­ser als Schloss Sans­souci in Potsdam).

„Schön gespitzte Bleistifte”

Schloss Rheins­berg und Thea­ter, von Süden gesehen

Das Kurt-Tucholsky-Museum, des­sen Besuch ich sehr emp­fehle, erreicht man über den Innenhof.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Zu den zahl­rei­chen und inter­es­san­ten Expo­na­ten gehört auch Schreib­zeug aus dem Nach­lass des Schrift­stel­lers1.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Auf­ge­fal­len ist mir eine Liste aus der Neu­jahrs­aus­gabe 1928 der Vos­si­schen Zeitung …

„Schön gespitzte Bleistifte”

… und in die­ser der mir sehr sym­pa­thi­sche Ein­trag „[Kurt Tuchol­sky liebt:] schön gespitzte Blei­stifte“2.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Lus­ti­ger Zufall: In Gar­ten des Schlos­ses ste­hen einige Exem­plare des vir­gi­ni­schen Wachol­ders (Juni­pe­rus vir­gi­niana), auch bekannt als Bleistift-Zeder oder Weihrauch-Zeder.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Diese Bäume sind sogar in der topo­gra­phi­schen Son­der­karte des Rheins­ber­ger Gar­ten­reichs vermerkt.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Topo­gra­phi­sche Son­der­karte des Rheins­ber­ger Gar­ten­reichs (Aus­schnitt)
(© Lan­des­ver­mes­sung und Geo­ba­sis­in­for­ma­tion Bran­den­burg 2007)

Der Baum in den Fotos ist der in der Karte links unten eingetragene.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Klar, dass ich von die­sen Fun­den hier unbe­dingt berich­ten musste.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Stra­ßen­schild in Rheinsberg

  1. Ob der bunte Blei­stift ganz rechts wirk­lich dazu­ge­hört, wage ich jedoch zu bezwei­feln.
  2. Im klei­nen, aber fei­nen Laden des Muse­ums gibt es Blei­stifte mit dem Auf­druck „Ein schön ge­spitzter Blei­stift“. Diese sind jedoch rund, schwarz lackiert und durch­ge­färbt sowie mit einem dun­kel­ro­ten Swarovski-Stein geschmückt – eine Gestal­tung, die in mei­nen Augen nicht so recht passt.

Schönschreiben

Schrift fas­zi­niert mich, und auch Beschrei­ben­des übt gro­ßen Reiz auf mich aus. In die­sem 50 Jahre alten Übungs­buch für das Beschrif­ten tech­ni­scher Zeich­nun­gen fin­det sich beides.

Schönschreiben

„Les­sons in Let­te­ring“ von Tho­mas E. French1 und Wil­liam D. Turn­bull, erschie­nen 1952 bei McGraw-Hill, dient dem Selbst­stu­dium des Fonts „Ver­ti­cal Sin­gle Stroke Com­mer­cial Gothic“.

Schönschreiben

Einer kur­zen Ein­füh­rung fol­gen die cha­rak­te­ris­ti­schen Details der Schrift und die Vorge­hensweise beim Erler­nen. Auch der Blei­stift kommt nicht zu kurz:

Shar­pen an F drawing pen­cil to a long coni­cal point, cut­ting the wood away with a pen knife and rub­bing the lead on a sand­pa­per pad. For these large let­ters the pen­cil should have a rather blunt roun­ded point on the lead. Hold the pen­cil with the end of the fore­fin­ger about an inch from the point, kee­ping the mus­cles rela­xed and comfortable.

Auf Feder und Tusche sowie Hilfs­mit­tel zum Linie­ren wird eben­falls eingegangen.

Schönschreiben

Knapp die Hälfte der 40 Sei­ten sind Übungs­blät­ter; dazwi­schen gibt es typo­gra­fi­sche Details.

Schönschreiben

Etwas kniff­li­ger wird es beim Beschrif­ten iso­me­tri­scher Darstellungen.

Schönschreiben

Kom­plette Zeich­nun­gen, zu denen auch ein Lini­en­dia­gramm und eine Land­karte gehö­ren, machen den Abschluss.

Schönschreiben

Schönschreiben

Die dritte Umschlag­seite bie­tet eine Über­sicht des Fonts.

Schönschreiben

Dass die­ses Büch­lein in mehr­fa­cher Hin­sicht über­holt ist, macht es für mich noch anspre­chender. – Band 2 befasst sich mit dem Font „Incli­ned Sin­gle Stroke Com­mer­cial Gothic“.

  1. Tho­mas E. French ist der Autor des Stan­dard­werks „A Manual of Engi­nee­ring Drawing For Stu­dents and Draft­s­men“, das erst­mals 1911 erschien.
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